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Konditionierung vs. Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein ethisches Dilemma oder eine Frage der richtigen Haltung?

Title: Konditionierung vs. Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein ethisches Dilemma oder eine Frage der richtigen Haltung?

Submitted Assignment , 2022 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Kordts (Author)

Social Work - Child and Youth Welfare
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Wie wirkt die Konditionierung, zur Erreichung erwünschter Verhaltensweisen, auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, in der Kinder- und Jugendhilfe aus?

Beim Anschauen einer Fernsehsendung mit dem Namen "Train your Baby like a Dog" ist mir aufgefallen, dass die dort verwendete operante Konditionierung mittels eines Clickers in Verbindung mit einer positiven Belohnung dazu geführt hat, dass Kinder zu einem erwünschten Verhalten geführt wurden. Die Sendung hat ein unheimlich negatives Veto im Bereich der Sozialen Medien entfacht, und zwar aufgrund der Tatsache, dass bestimmte Methoden anscheinend ethisch nicht vertretbar sind, in diesem Kontext eben die operante Konditionierung bei Kindern. Die Kritik an dieser Sendung war so extrem, dass der Sender diese auch nach einer Folge abgesetzt hat. Bei der Recherche zu dieser Sendung und der Sichtung der Fakten ist mir dann aber aufgefallen, dass zu Erreichung von erwünschten Verhaltensweisen, wir in unserem Alltag mit den Kindern in der Kinder- und Jugendhilfe, aber auch mit den eigenen Kindern immer wieder auf Konditionierungselemente zurückgreifen, um das Verhalten der Kinder anzupassen. Insofern stellt sich die Frage tatsächlich nicht, ob Konditionierung genutzt wird, sondern tatsächlich muss die Frage lauten, wie wirkt sich Konditionierung auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern aus. Dies habe ich dann in der Forschungsfrage auch formuliert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

2.1. Konditionierung

2.1.1 Klassische Konditionierung

2.1.2 Operante Konditionierung

2.2. Partizipation

2.3. Berufsethik

3. Theorien und Konzepte der Konditionierung und Partizipation

3.1. Theorie der Konditionierung nach Thorndike und Skinner

3.1.1 Edward L. Thorndike und die instrumentelle/operante Konditionierung

3.1.2 Skinner und das operante Konditionieren (Lernen durch Verstärkung)

3.2. Theorie der Partizipation

4. Betrachtung des ethischen Dilemmas

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ethische Spannungsfeld zwischen Konditionierungsmethoden und Partizipationsansätzen in der Kinder- und Jugendhilfe, wobei die Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern im Zentrum der Forschungsfrage stehen.

  • Vergleich von Konditionierung und Partizipation als pädagogische Erziehungsansätze
  • Analyse der theoretischen Grundlagen (Thorndike, Skinner) zur operanten Konditionierung
  • Einfluss der Partizipation auf intrinsische Motivation und Demokratieverständnis
  • Berufsethische Anforderungen an professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit
  • Reflexion über die Bedeutung emotionaler Wärme und Autonomie in Erziehungsprozessen

Auszug aus dem Buch

Betrachtung des ethischen Dilemmas

Kinder die im Zuge des Erziehungsauftrages im Heimalltag überwiegend durch Belohnungssysteme positiv sowie negativ verstärkt, also konditioniert werden, erfahren sich häufig als weniger selbstwirksam und entwickeln dadurch auch keine intrinsische Motivation, sondern werden zu abwartenden Befehlsempfängern, die im Alltag darauf warten, dass der nächste Impuls von außen kommt.

Kinder bei denen durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit die intrinsische Motivation geweckt wird, können im Alltag besser abschätzen wie sie sich einbringen und werden auch lernen Arbeit und Aufgaben zu sehen und diese aus sich selbst heraus zu erledigen.

Ein Beispiel hierzu ist der Tagesdienst der Müllentsorgung, wenn ich einem Kind ganz klar sage du musst den Müll rausbringen, weil ich das sage und weil ich das so möchte, weil ich nicht möchte, dass der Müll stinkt und dies zu einer Bedingung für ihn mache, welche ich bei Nichterfüllung unter Sanktion stelle, dann wird er die Anweisung nicht hinterfragen und die Aufgabe erledigen.

Wenn ich allerdings das Kind partizipativ an der Aufgabe beteilige und es den Zeitpunkt selbst bestimmen lasse wann es den Müll rausbringt, wird es die Erfahrung machen, dass Müll auch stinken kann. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt unerträglich wird und es dann aus eigenem Antrieb, sprich aus intrinsischer Motivation heraus den Müll rausbringt, hat es lehrnt, dass seine Entscheidung ernstgenommen wird und es erfährt sich als selbstwirksam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage zur Wirkung von Konditionierung auf die Persönlichkeitsentwicklung und leitet die Problematik aus aktuellen Mediendebatten um Erziehungsmethoden her.

2. Begriffsdefinition: In diesem Kapitel werden die zentralen Konzepte Konditionierung (klassisch und operant), Partizipation und Berufsethik terminologisch voneinander abgegrenzt.

3. Theorien und Konzepte der Konditionierung und Partizipation: Dieser Teil beleuchtet die lerntheoretischen Hintergründe durch Thorndike und Skinner sowie die soziologische und demokratische Einbettung der Partizipationsidee.

4. Betrachtung des ethischen Dilemmas: Dieses Kapitel stellt die praktische Anwendung von Konditionierung und Partizipation gegenüber und verdeutlicht das ethische Dilemma am Beispiel des Heimalltags.

5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass eine erziehungsethische Haltung, die auf Partizipation setzt, eine entsprechende personelle Ausstattung der Einrichtung voraussetzt.

Schlüsselwörter

Konditionierung, Partizipation, Soziale Arbeit, Berufsethik, Persönlichkeitsentwicklung, Operante Konditionierung, Intrinsische Motivation, Selbstwirksamkeit, Erziehung, Verstärkung, Demokratieerziehung, Jugendhilfe, Ethik, Pädagogik, Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Anliegen dieser Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht, wie sich pädagogische Methoden der Konditionierung und Partizipation auf die Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit auswirken und inwiefern diese Methoden mit dem berufsethischen Selbstverständnis der Sozialen Arbeit vereinbar sind.

Welche zwei großen Erziehungsansätze werden gegenübergestellt?

Es wird das auf Reiz-Reaktions-Mustern basierende Modell der operanten Konditionierung dem partizipativen Ansatz gegenübergestellt, der auf die Stärkung intrinsischer Motivation zielt.

Welche zentrale Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Die Autorin stellt die Frage, wie die Konditionierung zur Erreichung erwünschter Verhaltensweisen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern in der Kinder- und Jugendhilfe wirkt.

Welche psychologischen Theorien bilden das Fundament?

Das Werk bezieht sich maßgeblich auf die Lerntheorien von Edward L. Thorndike (instrumentelle Konditionierung) und Burrhus F. Skinner (operante Konditionierung).

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Definition der Begriffe, eine theoretische Herleitung der lerntheoretischen und partizipatorischen Modelle sowie eine praktische Gegenüberstellung anhand realer Beispiele aus dem Heimalltag.

Welche Begriffe sind essenziell, um das Thema zu verstehen?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind die operante Konditionierung, Selbstwirksamkeit, intrinsische Motivation, berufsethische Standards in der Sozialen Arbeit und partizipative Teilhabe.

Warum wird die Konditionierung in der Arbeit als kritisch hinterfragt?

Sie wird kritisch gesehen, da sie zwar Verhaltensanpassungen effizient bewirkt, dabei jedoch das Kind oft als passiven Empfänger behandelt und die Entwicklung einer eigenen, selbstständigen Persönlichkeit sowie Empathie eher hemmen kann.

Kann Partizipation im Heimalltag immer umgesetzt werden?

Die Autorin weist darauf hin, dass die Umsetzung eines partizipativen Erziehungsstils zeitaufwendig ist und nur gelingen kann, wenn die personelle Ausstattung (Betreuungsschlüssel) dies zulässt und die Institution eine entsprechende Werthaltung implementiert.

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Details

Title
Konditionierung vs. Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein ethisches Dilemma oder eine Frage der richtigen Haltung?
College
University of Applied Sciences North Hesse; Bad Sooden-Allendorf  (Pädagogik)
Course
Ethikseminar
Grade
1,3
Author
Matthias Kordts (Author)
Publication Year
2022
Pages
19
Catalog Number
V1296576
ISBN (PDF)
9783346759597
ISBN (Book)
9783346759603
Language
German
Tags
konditionierung partizipation kinder- jugendhilfe dilemma frage haltung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kordts (Author), 2022, Konditionierung vs. Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein ethisches Dilemma oder eine Frage der richtigen Haltung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1296576
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