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Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung im Krankenhaus

Am Beispiel muslimischer Patienten

Title: Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung  im Krankenhaus

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Britta Binnewies (Author)

Social Work
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Umgezogen ist jeder schon einmal. Man verpackt sein Leben in Kisten, wechselt Wohnung und Wohnort. Am Zielort ist dann alles neu und anders: die Nachbarn, die Einkaufsmöglichkeiten, der Weg zur Arbeit oder zur Schule. Meistens ist dieser Umzug auch mit einer Verbesserung der Lebensumstände verbunden. Der Weg zur Arbeit ist kürzer, die Wohnung komfortabler oder die Gegend schöner. Aber was ist, wenn man in ein neues Land zieht, mit einer fremden Sprache, einer fremden Kultur? Auch für Migranten kann der Umzug in ein anderes Land ein Vorteil sein, der Kontakt zu einer anderen Kultur bringt dennoch viele Herausforderungen mit sich.
Diese Ausarbeitung wird sich damit beschäftigen, wie schwierig es ist einander zu verstehen, wenn kulturell unterschiedlich geprägte Handlungsweisen im Gesundheitssystem in Deutschland aufeinandertreffen. Handlungsweisen in Bezug auf Krankheit, Schmerz, Scham, Sterben oder aber auf Familie können den zunehmend internationaler werdenden Krankenhausaufenthalt prägen.
Im Folgenden wird aufgezeigt, dass der Besuch im Krankenhaus eine große Belastung sowohl für Migranten, als auch für Pfleger oder Ärzte sein kann. Denn im weitesten Sinne hat das Krankenhaus auch eine Art eigener Kultur.
Da das Thema Interkulturelle Kommunikation im Krankenhaus ein sehr weites ist, beziehe ich mich an dieser Stelle auf die Zielgruppe der muslimischen Patienten. Diese bildet in Deutschland die größte zugewanderte Migrantengruppe. Außerdem sind die kulturellen Unterschiede der religiösen Vorstellungen durch den Islam besonders different und somit prägend für die Kommunikation im Krankenhaus zwischen Patient und Angestellten.
Eine Studie der Charité Berlin, die verschiedene ausländische Patienten erfasste, ergab, dass 30% der Untersuchten türkische Patienten waren und 64% der Gesamtgruppe Moslems. Innerhalb der Gesamtgruppe wiesen 54% keine bis geringe Deutschkenntnisse auf , was meine Auswahl der Zielgruppe und die Wichtigkeit der Thematik Sprache verdeutlicht.
Die Kernfrage Interkultureller Kommunikation lautet, welche Faktoren die Entstehung von Missverständnissen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kultur beeinflussen. Diese Missverständnisse werde ich im Folgenden schildern.

Excerpt


Kapitelübersicht

1. Einleitung

2. Definition der Zielgruppe Muslimische Patienten

3. Sprachliche Schwierigkeiten in der Interaktion zwischen Klinikpersonal und Migranten

4. Kulturelle Differenzen

4.1. Die Angehörigen

4.2. Glaube

4.3. Medizinische Maßnahmen

4.4. Intimsphäre und gegengeschlechtlicher Umgang

4.5. Umgang mit Tod und Trauer

4.6. Umgang mit Schmerz

5. Notwendige Konsequenzen

5.1. Bereich der stationären Versorgung/ Kliniken

5.2. Bereich der Aus- und Weiterbildung

5.3. Dolmetschen

6. Resümee

7. Reflexion des Seminars

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Herausforderungen in der interkulturellen Kommunikation zwischen Krankenhauspersonal und muslimischen Patienten zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche kulturellen und sprachlichen Faktoren die Entstehung von Missverständnissen im klinischen Alltag begünstigen und wie diese durch gezielte Maßnahmen abgemildert werden können.

  • Sprachliche Barrieren und deren Auswirkungen auf die Diagnose und Behandlung.
  • Einfluss religiöser Vorstellungen und kultureller Traditionen auf den Krankenhausaufenthalt.
  • Besonderheiten im Umgang mit Angehörigen, Schmerz, Intimsphäre und Sterbeprozessen.
  • Bedeutung der professionellen Sprachmittlung und des Dolmetscherwesens.
  • Lösungsansätze durch Aus- und Weiterbildung für medizinisches Personal.

Auszug aus dem Buch

4.3. Medizinische Maßnahmen

Im Allgemeinen gibt es keine Probleme im Bereich der medizinischen Maßnahmen. Die muslimischen Patienten akzeptieren diese in der Regel problemlos, da der Prophet Mohamed dazu aufgerufen hat „alle medizinischen Kenntnisse anzuwenden“. (Becker 2006; S. 56)

Daher sind chirurgische Eingriffe grundsätzlich erlaubt. Allerdings sind Organtransplantationen, Obduktionen oder kosmetische Operationen nicht erlaubt. Dies ist auf den Glauben der Muslime zurückzuführen, der besagt, dass die Seele des Menschen im Körper wohnt, weshalb weder Organe eingepflanzt oder entnommen werden dürfen. Da Muslime an die körperliche Auferstehung glauben und so der Körper unversehrt bleiben muss, werden Obduktionen als nicht gottgläubige Handlungen angesehen. Eine kosmetische Operation ist in den Augen der Muslime verpönt, weil diese die Schöpfung Allahs verändert. Sie werden nur dann akzeptiert, wenn es aus medizinischen Gründen unumgänglich ist.22

Medikamente werden in der Türkei schnell verschrieben. Daher erwartet der türkische Patient meist vom deutschen Arzt, dass er zur Hilfe gegen seine Beschwerden in jedem Fall ein Medikament bekommt.23 Oft wird das Erfüllen dieser Erwartung sogar zum Bewertungskriterium für die Qualität des Arztes. Problematisch kann die Vergabe von Medikamenten mit Alkohol werden, da Alkohol im Islam verboten ist und einige Muslime dieses Gebot auch auf Medikamente ausweiten, um so nicht gegen ihre religiöse Pflicht zu verstoßen. Gleiches kann für Insulinpräparate gelten, da diese Bestandteile enthalten, die vom Schwein stammen. Allerdings betrifft diese Ablehnung nur eine kleine Gruppe von muslimischen Patienten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen für Migranten im deutschen Gesundheitssystem und begründet die Wahl muslimischer Patienten als Fokusgruppe aufgrund ihrer hohen Prävalenz.

2. Definition der Zielgruppe Muslimische Patienten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die demografische Situation türkischer Muslime in Deutschland und erläutert soziokulturelle Hintergründe.

3. Sprachliche Schwierigkeiten in der Interaktion zwischen Klinikpersonal und Migranten: Hier werden die Probleme bei der Anamnese und Kommunikation thematisiert, die durch mangelnde Deutschkenntnisse und kulturelle Missverständnisse entstehen.

4. Kulturelle Differenzen: Dieses Kapitel analysiert spezifische Konfliktfelder wie Besuchsverhalten, religiöse Pflichten, medizinische Eingriffe, Schamgefühl und Umgang mit Tod sowie Schmerz.

5. Notwendige Konsequenzen: Der Autor schlägt strukturelle Verbesserungen vor, insbesondere in der klinischen Versorgung, der medizinischen Ausbildung und der professionellen Dolmetscherstruktur.

6. Resümee: Das Resümee fasst die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz zusammen und betont die Dringlichkeit, Dolmetscherdienste und Ausbildungskonzepte weiter zu professionalisieren.

7. Reflexion des Seminars: Die Reflexion beschreibt den persönlichen Lernprozess der Autorin während des Wochenendseminars und den Gewinn an interkulturellem Verständnis durch praktische Übungen.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Kommunikation, muslimische Patienten, Krankenhaus, Sprachbarrieren, Migration, kulturelle Differenzen, Dolmetschen, Gesundheitswesen, Pflegepersonal, religiöse Vorstellungen, Patientenbetreuung, medizinische Ausbildung, Schmerzempfinden, Sterbebegleitung, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die bei der medizinischen Betreuung muslimischer Patienten in deutschen Krankenhäusern durch interkulturelle Barrieren entstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Feldern gehören sprachliche Hürden, der Einfluss religiöser Praktiken (wie Fasten und Gebet) auf den Klinikalltag, Schmerzäußerungen, der Umgang mit Angehörigen sowie die Intimsphäre.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die zu Missverständnissen zwischen Klinikpersonal und muslimischen Patienten führen, und Strategien aufzuzeigen, wie diese Kommunikation verbessert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Aufarbeitung bestehender Studien zum Thema interkulturelle Kommunikation sowie der Reflexion von Erfahrungen aus einem Seminar.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Zielgruppe, die Darstellung sprachlicher Probleme und die detaillierte Analyse kultureller Differenzen sowie notwendiger Konsequenzen im Gesundheitswesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kommunikation, Krankenhaus, muslimische Patienten, Sprachbarrieren, Dolmetscher und kulturspezifische Pflege.

Warum ist das Thema Dolmetschen in der Arbeit so präsent?

Da Sprachbarrieren als Hauptursache für Missverständnisse identifiziert wurden, bewertet die Autorin die aktuelle Dolmetschsituation und fordert den Ausbau professioneller Strukturen, wie den Gemeindedolmetscherdienst.

Welche Bedeutung hat der Glaube für den Krankenhausalltag muslimischer Patienten?

Der Glaube beeinflusst den Tagesablauf, wie etwa bei Gebetszeiten oder Fastenregeln, und kann bei mangelndem Wissen des Personals zu Konflikten führen, weshalb gegenseitiges Verständnis essenziell ist.

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Details

Title
Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung im Krankenhaus
Subtitle
Am Beispiel muslimischer Patienten
College
University of Kassel  (Fachbereich Sozialwesen)
Course
Interkulturelle Kommunikation
Grade
1,0
Author
Britta Binnewies (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V129658
ISBN (eBook)
9783640361670
ISBN (Book)
9783640361755
Language
German
Tags
Interkulturelle Kommunikation Herausforderung Krankenhaus Beispiel Patienten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Binnewies (Author), 2008, Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129658
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