Wie findet die Zauberei Eingang in das philosophische System von G.W.F. Hegel?
In der vorliegenden Hausarbeit soll eben diese Frage beantwortet werden, indem die Zauberei in das philosophische System Hegels eingeordnet wird. Zunächst werden Grundgedanken der Religionsphilosophie von Hegel erläutert, dann wird die Zauberei in dieses Grundgerüst eingeordnet, woraufhin auf Grenzen der Zauberei hingewiesen wird.
Die Tatsache, dass Hegel sich der Zauberei in seiner Religionsphilosophie widmet, wenn auch nur als unbedeutender Grundpfeiler, reicht aus, um sich mit ihr im Detail auseinandersetzen zu wollen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundgedanken von Hegels Religionsphilosophie
3. Einordnung der Zauberei bei Hegel
4. Ausblick
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die philosophische Einordnung der Zauberei in das System von G.W.F. Hegel, wobei insbesondere geklärt werden soll, welchen Stellenwert Hegel dieser "niedrigsten Stufe" der Religion innerhalb seiner Religionsphilosophie beimisst.
- Grundlagen von Hegels Religionsphilosophie und dem absoluten Geist
- Die systematische Einordnung der Zauberei als unreflektierte, unmittelbare Religion
- Das Verhältnis von Mensch, Naturmacht und Zaubermitteln
- Differenzierung der Zauberei gegenüber Religionen wie dem Christentum oder dem Islam
- Kritische Reflexion über die Bedeutung der Zauberei in Hegels Denken
Auszug aus dem Buch
3. Einordnung der Zauberei bei Hegel
Mit dem Geistigen als Macht und der Natur verhält es sich ebenso wie bei der unmittelbaren Religion: In der Zauberei ist das Geistige die Macht über die Natur. Es wird also „die Unmittelbarkeit angegeben, mit der der Geist in seiner Einzelheit und Natürlichkeit, oder auch als abstracte und deßhalb leere Allgemeinheit, sich als Macht und Herrn über die Natur erfaßt“ (Weiße, 1982, S.72). Hegel beschreibt dieses Geistige folgendermaßen: „[…] dies Geistige ist noch nicht als Geist, noch nicht in seiner Allgemeinheit, sondern es ist nur das einzelne, zufällige, empirische Selbstbewußtsein des Menschen, der sich höher weiß in seinem Selbstbewußtsein […] als die Natur, – der weiß, daß es eine Macht ist über der Natur“ (Hegel, 2017, S.278). Der Mensch tut gewöhnliche Dinge und er weiß dabei, dass er es nur mit diesen zu tun hat. Ein Beispiel hierfür ist der Fischfang, auf den sich seine ganze Kraft beschränkt. Wenn der Mensch nun aber das Bewusstsein hat, dass er als Macht über die allgemeine Naturmacht und über die Veränderungen der Natur herrscht, „weiß das Individuum, daß es sich in einen höheren Zustand versetzen muß, um diese Macht zu haben.“ (Hegel, 2017, S.278)
Diese Gabe ist jedoch nur besonderen Individuen zugeschrieben, welche bei Älteren in die Lehre gehen und die traditionellen Mittel und Wege erlernen. (vgl. Hegel, 2017, S.278) Voraussetzung für diese direkte Macht über die Natur ist, dass der Mensch in sich frei ist, denn dann lässt er die Außenwelt, andere Menschen und die natürlichen Dinge sich frei gegenübertreten. (vgl. Hegel, 2017, S.279) „Diese Macht […] übt der gebildete Mensch aus dadurch, daß er die Qualitäten der Dinge kennt, d.h. die Dinge, wie sie in bezug auf andere sind; […] da zeigt sich ihre Schwäche“ (Hegel, 2017, S.279). Dieses Erkennen der Schwäche hat zur Folge, dass er die Dinge von der schwachen Seite kennenlernt, auf sie einwirkt und sie damit angreift und bezwingt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein, erläutert die persönliche Motivation der Autorin und benennt die zentrale Fragestellung zur Einordnung der Zauberei bei Hegel.
2. Grundgedanken von Hegels Religionsphilosophie: Dieses Kapitel erläutert Hegels Dreiteilung des Geistes und definiert Begriffe wie subjektiven, objektiven und absoluten Geist sowie die Rolle der Religion innerhalb dieses Systems.
3. Einordnung der Zauberei bei Hegel: Hier erfolgt die detaillierte Analyse der Zauberei als unreflektierte, niedrigste Form der Religion, in der der Mensch versucht, sich als Macht über die Natur zu etablieren.
4. Ausblick: Der Ausblick diskutiert die Grenzen der Zauberei bei Hegel und vergleicht diese mit anderen Religionen wie dem Christentum und dem Islam, in denen Zauberei explizit abgelehnt wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die anhaltende Relevanz der Frage nach dem Stellenwert der Zauberei in Hegels Philosophie.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen, Fachliteratur und Primärtexte zu Hegels Werk.
Schlüsselwörter
Hegel, Religionsphilosophie, Zauberei, Magie, absoluter Geist, Naturreligion, Unmittelbarkeit, Selbstbewusstsein, Naturmacht, Fetischismus, Christentum, Objektivierung, Dialektik, Geistiges, Philosophiegeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Systematisierung der Zauberei durch Georg Wilhelm Friedrich Hegel im Kontext seiner Vorlesungen über die Philosophie der Religion.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Einteilung des Geistes bei Hegel, das Verhältnis von Religion und Philosophie sowie die Charakterisierung der Zauberei als frühste und roheste Form der Religionsausübung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Autorin geht der Frage nach, aus welchem Grund Hegel die Zauberei in sein System aufnimmt und welchen Stellenwert er ihr als unbedeutendem Grundpfeiler zuschreibt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Herangehensweise, indem sie Hegels primäre Texte und einschlägige Sekundärliteratur analysiert, um die Einordnung der Zauberei systematisch nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Religionsphilosophie Hegels und eine spezifische Untersuchung der Rolle und Vermittlungsformen der Zauberei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hegels absolute Religion, der Naturbegriff in der Zauberei, das Selbstbewusstsein sowie die Abgrenzung von Zauberei und monotheistischen Religionen.
Wie unterscheidet Hegel zwischen "direkter" und "indirekter" Zauberei?
Hegel versteht unter direkter Zauberei das unmittelbare Wissen des Geistes um seine Macht über die Natur, während die indirekte Zauberei vermittelte Mittel und Praktiken miteinbezieht, die auf Erfahrungen beruhen.
Warum ordnet Hegel die Zauberei als "niedrigste Stufe" ein?
Da es bei der Zauberei an echter Objektivierung, begrifflichem Denken und freier Verehrung eines Geistigen fehlt, gilt sie für Hegel als unreflektierte Wunschvorstellung.
Welche Bedeutung hat das Christentum für die Einordnung der Zauberei?
Das protestantische Christentum stellt für Hegel die vollkommenste Religion dar; da dieses Zauberei strikt verbietet und ablehnt, markiert sie logischerweise den Gegenpol am untersten Ende seines Systems.
- Citation du texte
- Michelle Schulz (Auteur), 2020, Wie findet die Zauberei Eingang in das philosophische System von Georg Wilhelm Friedrich Hegel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1296717