Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Medios / Comunicación - Películas y television

Eine normative Analyse der Fernsehserie 'Die Simpsons'

Título: Eine normative Analyse der Fernsehserie 'Die Simpsons'

Trabajo Escrito , 2004 , 27 Páginas

Autor:in: Diplom-Medienwirt Martin Stachel (Autor)

Medios / Comunicación - Películas y television
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

[...] Anfangs bestanden die Folgen noch aus ein- bis dreiminütigen
Kurzfilmen und drehten sich ausschließlich um die vier Familienmitglieder, nach und nach
wurden dann weitere Nebenfiguren eingeführt und in die Handlung integriert. Nach insgesamt
48 dieser Kurzfilme entschlossen sich die Produzenten, die Länge der Folgen auf 25 Minuten
auszudehnen und eine ganze Staffel mit 13 Folgen zu produzieren. „Die Simpsons“ erhielten
ihren eigenen Sendeplatz und liefen von nun an zur PrimeTime. Dort treiben sie nun schon
seit über 15 Jahren und in mittlerweile mehr als 300 Folgen in ihrer Heimatstadt Springfield
ihr Unwesen und avancierten damit zur beliebtesten und erfolgreichsten Zeichentrickserie
aller Zeiten.
Dennoch schieden sich an den „Simpsons“ immer wieder die Geister, widersprach sie
doch so ganz dem Familienbild, das bis dahin in anderen US-amerikanischen Produktionen
gezeigt wurde. Auch der damalige US-Präsident George Bush ließ es sich nicht nehmen, die
neue Lieblingsfernsehfamilie der Amerikaner mit kritischen Worten zu kommentieren:
„Amerika braucht mehr Familien wie die Waltons, nicht wie die Simpsons.“ (vgl. Pilz 2004).
Was im Kommentar von Bush implizit mitschwingt ist die Unterstellung, das Medienprodukt
„Die Simpsons“ wäre unmoralisch. Und auf den ersten Blick scheint er nicht ganz Unrecht zu haben. Da ist der Vater, der verantwortungslose Sicherheitsinspektor des Springfielder
Kernkraftwerks, der lieber mit Chips und bierrülpsend auf der Couch sitzt, als sich um seine
drei Kinder zu kümmern; und da ist der anarchistische Sohn, dem nichts und niemand hoch
und heilig scheint, der Wände beschmiert und ständig für Unruhe sorgt. Ohne Frage
widersprechen die Simpsons also den gängigen Familiennormen US-Gesellschaft.
„Nun dürfte es [...] kaum Probleme machen, in Fernsehserien Werte, Normen und was
der Dinge mehr sind, festzustellen [...]. Brisant und theoretisch anspruchsvoll wird erst der
Übergang zu konkreten Werten, d.h. der Versuch Profile von Wertmustern zu umreißen und
deren Genese und Funktion zu erklären.“ (Leschke 2001, S. 192). Es ist also hinfällig, klären
zu wollen, ob das Medienprodukt „Die Simpsons“ überhaupt Werte und Normen aufweist.
Vielmehr geht es im Folgenden darum, wie und mit welcher Absicht diese Werte und Normen
reproduziert werden. Die Frage, die der normativen Analyse also zugrunde liegt, ist, ob die
Kritik von George Bush berechtigt ist, daß heißt, ob „Die Simpsons“ wirklich so unmoralisch
sind, wie Bush ihr unterstellt.

Extracto


Inhaltliche Gliederung

1. Einleitung

2. Genredefinition

3. Normative Muster in den Figurenkonzepten

3.1. Die Hauptfiguren

3.1.1. Homer Jay Simpson

3.1.2. Marjorie „Marge“ Simpson

3.1.3. Bartholemew „Bart“ Simpson

3.1.4. Lisa Marie Simpson

3.1.5. Dialektik der Moral

3.2. Die Nebenfiguren

4. Normative Oppositionsstrukturen

4.1. Egoismus versus Altruismus

4.2. Individualismus versus Konformismus

4.3. Subdominante Oppositionen

5. Normative Regulierung der Handlungsführung

5.1. Exposition

5.2. Entwicklung der Handlung

5.3. Restauratives Ende

5.4. Moral der Geschichte

5.5. Serielle Kontinuität

6. Normatives Profil der Serie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Fernsehserie „Die Simpsons“ auf ihre normativen Strukturen und geht der Forschungsfrage nach, ob die Serie tatsächlich so unmoralisch ist, wie ihr Kritiker, insbesondere der ehemalige US-Präsident George Bush, unterstellen.

  • Analyse der normativen Figurenkonzepte innerhalb der Familie Simpson.
  • Untersuchung der dominanten Oppositionsstrukturen wie Egoismus versus Altruismus.
  • Analyse der seriellen Dramaturgie und Handlungsregulierung.
  • Einordnung der Serie als kritische Satire und Gesellschaftsparodie.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Homer Jay Simpson

Homer ist Vater und Geldverdiener der Familie Simpson. Er arbeitet als Sicherheitsinspektor im Sektor 7G des Springfielder Kernkraftwerkes und das allein ist schon pure Ironie, ist er doch die Faulheit und Unzuverlässigkeit in Person. Er schläft am Arbeitsplatz, schüttet bei einem Störfall einfach eine Tasse Kaffee über die Steuerungskonsole, damit diese aufhört zu blinken und rettet das Kraftwerk vor einer Kernschmelze, indem er mit den Händen vor den Augen und „Eene, meene, mu“-sagend zufällig den richtigen Knopf drückt. In der Folge „Der behinderte Homer“ nimmt er fast 40 Kilo Gewicht mit der Absicht zu, als Schwerbehinderter nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. Er ist also schlichtweg töricht und auf eine sehr infantile Art und Weise naiv.

Als absoluter Hedonist ist Homer im konsumentenfreundlichen Amerika der 90er Jahre ständig in Versuchung, seinem Streben nach Genuß und Sinneslust nachzugeben. Er sagt „Mmm ... Bier“, als er hört, daß zu viel Alkohol Leberschäden und Darmkrebs verursacht und ist trotz dreifacher Bypass-Operation nicht gewillt, seine Vorliebe für Bier sowie süße und fettige Speisen aufzugeben. Die Versuchung übertrumpft die Vernunft.

Er ist hemmungslos, hat keine Manieren und verhält sich unzivilisiert. Er rülpst beim Essen, sitzt in Unterhosen auf der Couch, säubert sich mit Briefumschlägen seine Zähne und starrt Frauen bei Partys auf den Busen. Als er sich einen Revolver kauft, benutzt er diesen unter anderem dafür, die Lampen in der Wohnung auszuschießen. Er hält einen Kurs über erfolgreiche Eheführung an der Abendschule, in dem er allen Teilnehmern die intimsten Geheimnisse aus seiner eigenen Ehe mit Marge mitteilt. Der abschließende Satz in seinem Bewerbungsbogen für das College lautet: „So ausgiebig hatte ich noch nie gekotzt und das hat meine Leben für immer verändert.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Geschichte der Serie und Darstellung der Forschungsfrage, ob die Simpsons tatsächlich als unmoralisch gelten können.

2. Genredefinition: Einordnung der Simpsons als serielle Fernsehproduktion, Familienserie und Animationsserie unter Berücksichtigung satirischer Elemente.

3. Normative Muster in den Figurenkonzepten: Detaillierte Analyse der vier Hauptfiguren und der Funktion der Nebenfiguren als gesellschaftliches Versuchslabor.

4. Normative Oppositionsstrukturen: Identifikation der zentralen Konfliktlinien wie Egoismus gegen Altruismus und Individualismus gegen Konformismus.

5. Normative Regulierung der Handlungsführung: Untersuchung der dramaturgischen Struktur der Serie, bestehend aus Exposition, Handlung und restaurativem Ende.

6. Normatives Profil der Serie: Abschließende Betrachtung, wie die Serie durch Satire und Inversion gesellschaftliche Normen thematisiert und kritisiert.

Schlüsselwörter

Die Simpsons, normative Analyse, Familienkonzept, Egoismus, Altruismus, Satire, Individualismus, Konformismus, Fernsehserie, Springfield, Figurenkonzepte, Handlungsführung, Gesellschaftsparodie, Moral, Inversion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die normativen Strukturen der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ und untersucht, welche Werte und Normen das Medienprodukt reproduziert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Figurenkonzepte, die dramaturgische Struktur der Folgen und die gesellschaftskritischen Aspekte der Serie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob die häufig geäußerte Kritik, die Serie sei unmoralisch, wissenschaftlich haltbar ist oder ob sie als kritische Satire fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine normative Analyse, ergänzt durch eine genretheoretische Einordnung und dramaturgische Betrachtung der Erzählstrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Figurenkonzepten, die Identifikation dominanter Oppositionsstrukturen und die Analyse der seriellen Handlungsführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Normative Analyse, Egoismus, Altruismus, Individuum, Gesellschaftskritik, Satire und Status Quo.

Wie unterscheidet sich Marge von den anderen Familienmitgliedern?

Marge fungiert als das moralische Über-Ich und das altruistische Zentrum, das die dysfunktionalen Züge der anderen Familienmitglieder ausgleicht.

Welche Rolle spielt die Satire bei der Charakterdarstellung?

Die Satire nutzt Inversionsstrategien; so wird beispielsweise Männlichkeit im Simpsons-Kontext häufig mit Dummheit gleichgesetzt, was patriarchale Strukturen karikiert.

Warum kehrt die Serie am Ende jeder Folge zum Status Quo zurück?

Dies entspricht der Standarddramaturgie serieller Produktionen, um die Kontinuität der Serie zu gewährleisten und den Zuschauern jede Woche bekannte Ausgangskonstellationen zu bieten.

Final del extracto de 27 páginas  - subir

Detalles

Título
Eine normative Analyse der Fernsehserie 'Die Simpsons'
Universidad
University of Siegen
Curso
Normative Strukturen des Programmangebots
Autor
Diplom-Medienwirt Martin Stachel (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
27
No. de catálogo
V129679
ISBN (Ebook)
9783640414185
ISBN (Libro)
9783640411702
Idioma
Alemán
Etiqueta
Medienwissenschaft Fernsehwissenschaft Fernsehen Simpsons Fernsehserie Medienethik Medien Comic Zeichentrick animation serie FOX groening matt groening zeichentrickserie comicserie ethik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Diplom-Medienwirt Martin Stachel (Autor), 2004, Eine normative Analyse der Fernsehserie 'Die Simpsons', Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129679
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  27  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint