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Nietzsches ästhetische Kreativität

Title: Nietzsches ästhetische Kreativität

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Adam Rafinski (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Der Name Friedrich Nietzsche steht für eine außerordentliche, extravagante Position innerhalb der Philosophie- und Kulturgeschichte. Seine radikale Relevanz und sein einschneidendes Wirken hat selbst in einer von ihm als Visionär massiv mitgeprägten Zukunft wie unserer poststrukturaler Gegenwart nichts von seiner ungemein kraftvollen Faszination einbüßen müssen, auch wenn sein radikal-provokatives Potenzial verblasst und gegenwärtig in unserer Kultur aufgegangen erscheint. Die Editionsgeschichte seiner Schriften überlagert eine stark polarisierende Tendenz und so erfährt jede Generation Nietzsche auf ihre Art und Weise. Immer wieder wird in seinen teilweise sehr paradox, kryptisch wirkenden Aphorismen neues Potenzial zur zeitgemäßen Interpretation und weitere historische Gewichtigkeit seiner Person herausdestilliert.
Beginnt man sich mit Nietzsches Werk intensiver zu befassen, so kommt man nicht um die Erkenntnis umhin, es hier mit einem Philosophen zu tun zu haben, der eine ungewöhnliche musikalisch-theoretische Doppelnatur darstellt. Seine Talente stellen keine Ansammlung von nebeneinanderbestehenden Fähigkeiten dar, denn in jeder Faser seines Schaffens war er Dichter als Philosoph, Musiker als Schriftsteller und Produzent als Theoretiker, mental einem Künstler weitaus näher als dem Philologen, welcher er biographisch bekanntlich gewesen war.
Nietzsche im Licht des Künstlers zu verstehen, wäre ein ungemein reizvolles Unterfangen, welches ich mir so im Kontext einer philosophischen Analyse selbstverständlich nicht erlauben kann. Jedoch macht die Erkenntnis, es hier mit einem äußerst präzise gebildeten, scharfsinnig kritischen Denker zu tun zu haben, es einen in diesem Fall nicht gerade einfach. Sein gehobener kulturgeschichtlicher Horizont und seine ausgeprägte, künstlerische Seele, mit all ihren Drängen und Leiden, in Anbetracht der immer wieder in seinen Texten durchsickernden kreativen Energie, anhand einer stringent philosophischen Analyse gerecht zu werden ist keine leicht zu bewältigende Aufgabe.
Dennoch stellt sich diese Hausarbeit die Aufgabe, mit Hilfe der Philosophiegeschichte die Bedeutung Nietzsches hinsichtlich seiner ästhetischen Kreativität zu hinterfragen. Als wissenschaftliche Grundlage soll dazu die Kurzstudie von Hans Blumenberg „Zur Vorgeschichte der Idee des schöpferischen Menschen“ , mit seinem ontologischen Schwerpunkt auf der „Nachahmung der Natur“, dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Frage nach dem Schaffenden in „Also sprach Zarathustra“

3. Rekonstruktion der zentralen Thesen Blumenbergs

4. Einordnung Nietzsches in den geschichtlichen Horizont

5. Von der Philosophie als mentale Kunst

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Nietzsches ästhetischer Kreativität unter Einbeziehung der kulturgeschichtlichen Analyse von Hans Blumenberg. Dabei wird analysiert, inwiefern Nietzsche durch die radikale Ausformulierung des „Gottestods“ und die „Umwertung aller Werte“ die traditionelle, auf Mimesis basierende Naturnachahmung der Philosophie auflöste und Kunst sowie Philosophie in einer neuen, schöpferischen Einheit als mentales Kunstwerk zusammenführte.

  • Die Rolle des schaffenden Individuums bei Nietzsche und in „Also sprach Zarathustra“
  • Philosophiegeschichtliche Rekonstruktion des Mimesis-Begriffs nach Hans Blumenberg
  • Nietzsches Revolte gegen die metaphysische Tradition der Naturnachahmung
  • Die Transformation von Philosophie in eine „mentale Kunst“
  • Der Einfluss von Nietzsches Konzepten auf die moderne Kunstgeschichte

Auszug aus dem Buch

Die Frage nach dem Schaffenden in „Also sprach Zarathustra“

Die Brisanz der Schöpfung in Nietzsches philosophischen, literarischen Werk spiegelt sich in seinem eigenen Schaffen wieder und platziert ihre Vehemenz somit nicht nur in der Interpretation seines Wirkens, sondern dicht am Herzen. Um genauer auf dieses Phänomen einzugehen, versteht es sich von selbst, ihre Prägnanz bereits in seinem Erstlingswerk „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ auszumachen. Der frühe Nietzsche, selbsternannter, bekennender Wagnerianer und glühender Schopenhaueranhänger, erlaubt sich hier aus der Einsicht in den Urschmerz des Lebens, jene, heute als revolutionär zu bezeichnende, Geste der Hervorhebung des Dionysischen. Er legt im Streben der Kunst das Moment des intuitiven Rausches aus dem Wechselspiel mit dem Apollinischen offen, welches das Motiv der logischen Strukturierung („Illusionen des schönen Scheins“5) desselbigen darstellt. Im späteren Nietzsche wird dieser Gedanke im „Gottestod“, der „Umwertung aller Werte“ und den „Willen zu Macht“ münden. Dieses Buch hat sich als erstes herangewagt „[...] die Wissenschaft unter der Optik des Künstlers, die Kunst aber unter der des Lebens (zu sehen)...“6, was davon zeugt, dass Wissenschaft, Kunst und Philosophie bereits hier in Nietzsche zusammenzuwachsen begannen7. In ihr kündigte sich eine innere Leidenschaft an, deren intuitives Verlangen der junge Nietzsche selbst noch nicht recht zu bewerten, aber dennoch auszuleben wusste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der ästhetischen Kreativität bei Friedrich Nietzsche ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit unter Verwendung der Kurzstudie von Hans Blumenberg.

2. Die Frage nach dem Schaffenden in „Also sprach Zarathustra“: Das Kapitel beleuchtet den schöpferischen Prozess bei Nietzsche, wobei die Rolle der Einsamkeit und die Selbstüberwindung des Individuums im Fokus stehen.

3. Rekonstruktion der zentralen Thesen Blumenbergs: Hier werden die philosophiegeschichtlichen Analysen von Hans Blumenberg zur ontologischen Mimesis und die historische Entwicklung der Kunst als Naturnachahmung nachgezeichnet.

4. Einordnung Nietzsches in den geschichtlichen Horizont: Dieses Kapitel verknüpft Nietzsches radikale Philosophie des „Gottestods“ mit der von Blumenberg beschriebenen Auflösung der Mimesis und ordnet sein Werk historisch ein.

5. Von der Philosophie als mentale Kunst: Das abschließende Kapitel interpretiert Nietzsches Wirken als eine Transformation der Philosophie in eine mentale Kunstform, die dogmatische Wahrheitsansprüche hinter sich lässt.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, ästhetische Kreativität, Hans Blumenberg, Also sprach Zarathustra, Mimesis, Naturnachahmung, Gottes Tod, Umwertung aller Werte, Wille zur Macht, schöpferisches Individuum, Metaphysik, mentale Kunst, Nihilismus, Realitätsüberwindung, Philosophiegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ästhetischen Kreativität Friedrich Nietzsches und setzt diese in Beziehung zur philosophiegeschichtlichen Analyse der Naturnachahmung (Mimesis) nach Hans Blumenberg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle des schaffenden Menschen, die Überwindung metaphysischer Traditionen durch Nietzsche sowie die Neubewertung der Philosophie als schöpferische Tätigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Nietzsches Wirken nicht nur als philosophisches System, sondern als künstlerische Geste zu interpretieren, die Kunst und Leben in einer neuen Einheit zusammenführt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, philosophiegeschichtliche Analyse, die Nietzsches Schriften mithilfe der theoretischen Basis von Hans Blumenberg dekonstruiert und neu kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil rekonstruiert Blumenbergs Thesen zur Mimesis, analysiert das Konzept des Schaffenden in Nietzsches Zarathustra und verortet Nietzsche historisch in der Auflösung der klassischen Metaphysik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen ästhetische Kreativität, Mimesis, Gottes Tod, schöpferisches Individuum und mentale Kunst.

Wie unterscheidet sich Nietzsches Verständnis von „Schaffen“ von der Tradition?

Während die Tradition Kunst als bloße „Nachahmung der Natur“ verstand, sieht Nietzsche im Schaffen einen Akt der radikalen Selbstüberwindung und der Konstruktion neuer Werte jenseits eines vorgegebenen, göttlichen Ordnungsrahmens.

Warum spielt der „Gottestod“ eine solch zentrale Rolle für die künstlerische Kreativität?

Der Gottes Tod entbindet den Menschen von dogmatischen Wahrheiten und macht ihn zum autonomen Schöpfer, der seine eigene Welt und Wirklichkeit durch ästhetische Akte konstituiert.

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Details

Title
Nietzsches ästhetische Kreativität
College
State Academy of Design Karlsruhe  (Philosophie und Ästhetik)
Course
Nietzsche, Also sprach Zarathustra
Grade
2
Author
Adam Rafinski (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V129704
ISBN (eBook)
9783640358700
ISBN (Book)
9783640358243
Language
German
Tags
Nietzsche Blumenberg Geburt der Tragödie Also sprach Zarathustra
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adam Rafinski (Author), 2005, Nietzsches ästhetische Kreativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129704
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