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Inklusion, Exklusion und Stigmatisierung. Stigmatheorie und Praxisbeispiele

Titel: Inklusion, Exklusion und Stigmatisierung. Stigmatheorie und Praxisbeispiele

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten

Autor:in: Cindy Rosenthal (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit zum Rahmenthema Inklusion/Exklusion legt ihren Schwerpunkt auf das Thema der Stigmatheorie und Stigma. Zu Beginn wird kurz erläutert, wie der Begriff Stigma theoretisch im wissenschaftlichen Kontext definiert wird. Dazu werden auch zusätzliche Phänomene, wie etwa In-Group/out-Group, Labeling oder „die Normalen“ kurz einbezogen und in den Zusammenhang gebracht. Als Primärquelle dieser Arbeit wird die Basisliteratur des Moduls 07 von Angela Quack und Andrea Schmidt genutzt. Nachdem eine theoretische Auseinanderersetzung den Definitionsrahmen setzt, wird anhand eines Fallbeispieles aus der Praxiseinrichtung einer Klientin und das Wirken ihrer Stigmata, im Gegensatz zu den Normalen, beschrieben. Besonderer Fokus wird hier nicht nur auf das markanteste Stigma der Klientin gelegt, sondern auch auf die Rolle der Schulsozialarbeit in diesem Zusammenhang. Hier wird kurz die Normalität der religiösen freien Jugendhilfe beschrieben und die Werte, welche im Zusammenhang mit der Klientin im Praxisbeispiel wirken. Um eine gesellschaftliche Einordnung der Stigmatisierungen zu erreichen, wird im letzten Teil der Arbeit das Phänomen der „Heteronormative“ dazu dienen, die Stigmatisierung aus dem Fallbeispiel im gesellschaftlichen Kontext zu betrachten. Anschließend werden aktuelle politische Geschehnisse den Kontext zur Aufrechterhaltung des bearbeiteten Kernstigmas geben. Ein Ausflug zum Kränkungsmodell soll zeigen, wie schwer es ist Normativen zum Wohle einer inklusiven Gesellschaft zu wandeln. Im Ausblick des Fazits wird es eine These zur Bearbeitung des Themas geben, welche in einer Forschung außerhalb dieser Arbeit weiterbearbeitet werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung:

2 Definitionen

3 Praxisbeispiel - Tafeln liebt man nicht

3.1 Das signifikanteste Stigma von Marie

3.2 SchulsozialarbeiterInnen, freie Träger und die Normen und Werte ihrer Arbeit

4 Benachteiligung durch abweichendes Verhalten der sexuellen und geschlechtlichen Normative

5 Die Normalen- oder das Konzept Heteronormativität

6 Stigmatisierung von Objektsexualität als Wehr vor einer etwaigen großen Kränkung?

7 Fazit mit Ausblick auf inklusive Innovative Veränderungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Rahmenthema Inklusion und Exklusion mit einem spezifischen Fokus auf die Stigmatheorie und die Auswirkungen gesellschaftlicher Normen auf Individuen. Anhand eines Fallbeispiels wird analysiert, wie abweichendes Verhalten — insbesondere im Bereich der Objektsexualität — innerhalb des Schulkontexts Stigmatisierungsprozesse auslöst und welche Rolle soziale Institutionen sowie gesellschaftspolitische Strömungen dabei spielen.

  • Theoretische Fundierung von Stigma, Labeling und In-Group/Out-Group-Mechanismen.
  • Analyse von Heteronormativität als gesellschaftliches Konstrukt.
  • Rolle der Schulsozialarbeit und freier Träger in Inklusionsprozessen.
  • Intersektionale Perspektiven auf Diskriminierung im schulischen Alltag.
  • Das Kränkungsmodell als theoretischer Rahmen für gesellschaftlichen Wandel.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das signifikanteste Stigma von Marie

Sozialarbeiterisches Handeln ist niemals nur mit einer Perspektive zu beantworten. Darum wird bei Marie nun versucht, die Stigmatisierung umfassender zu beleuchten. Bisher wurde festgestellt, dass sie im Gegensatz zu den Normalen, das Stigma Förderschule und die Sonderrolle Autismus mit Einzelbetreuung einnimmt. Die Werte „normale Bildungslaufbahn“ und die Norm, dass ein Mensch im Normalfall keine Behinderung ausweist, bringen diese Stigma hervor. Allerdings soll sich diese Analyse auf ein besonders starkes Stigma von Marie konzentrieren. In einem Klassenverband geht es neben den üblich zu erlernenden Kulturtechniken (lesen, schreiben, rechnen) auch um gruppendynamische Prozesse und die emotionale Entwicklung der SchülerInnen. In der Sekundarstufe ist hierbei die Phase der Adoleszenz darum von besonderer Bedeutung. Damit verbunden ist auch die sexuelle Entwicklungsphase für die SchülerInnen in ihrem täglichen Lern- und Lebensraum Schule. Auch hier bestimmt die Normalität oder eben die Anomalität die Inklusion oder Exklusion der Adressatinnen der Sozialen Arbeit.

Wenn Marie aufgerufen wird, an der Tafel etwas zu schreiben oder vorzuzeigen, dann grinst sie, wippt wie verrückt hin und her und reibt sich die Schenkel. Wenn sie an der Tafel ist, hüpft sie stark auf und ab. Das ist bei ihren KlassenkameradInen ebenso wenig der Fall, wie bei den Normalen außerhalb der Förderschule. Innerhalb der Adoleszenz manifestiert sich bei Marie eine sexuelle Zuneigung zu Objekten. Manchmal macht sie mit einem Objekt Schluss und beginnt eine Liaison mit einem neuen Objekt. Für Menschen interessiert sie sich sexuell nicht. Auch Verhaltensmuster, wie schminken, Mode oder sozialere Charaktereigenschaften, welche weibliche klassische Stereotype darstellen, finden sich bei Marie nicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt das Rahmenthema der Stigmatheorie vor und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die mittels eines spezifischen Fallbeispiels in Bezug zur Schulsozialarbeit gesetzt wird.

2 Definitionen: Erläutert den Stigma-Begriff im Kontext der Sozialen Arbeit unter Bezugnahme auf Erving Goffman und die Mechanismen der Komplexreduktion durch soziale Etikettierung.

3 Praxisbeispiel - Tafeln liebt man nicht: Beschreibt anhand einer Fallstudie die Stigmatisierung einer Schülerin mit sonderpädagogischem Förderbedarf und objektbezogener Sexualität.

3.1 Das signifikanteste Stigma von Marie: Detaillierte Analyse des Verhaltens von Marie, das aufgrund ihrer Objektsexualität und autistischen Züge als Abweichung von der heteronormativen Altersnorm gedeutet wird.

3.2 SchulsozialarbeiterInnen, freie Träger und die Normen und Werte ihrer Arbeit: Beleuchtet die institutionelle Rolle der Schulsozialarbeit und kritisiert den Einfluss religiös geprägter Träger auf die Wahrnehmung von Normalität und Sexualität.

4 Benachteiligung durch abweichendes Verhalten der sexuellen und geschlechtlichen Normative: Argumentiert auf Basis der Yogyakarta Prinzipien, dass Identitäten nicht als Grundlage für Diskriminierung dienen dürfen, und zeigt auf, wie das "Normale" das "Unnormale" benötigt.

5 Die Normalen- oder das Konzept Heteronormativität: Analysiert die Konstruktion von Heteronormativität als binäres System und ihre Auswirkungen auf die gesellschaftliche Teilhabe.

6 Stigmatisierung von Objektsexualität als Wehr vor einer etwaigen großen Kränkung?: Setzt die Stigmatisierung in Kontext zu aktuellen politischen Debatten und dem Kränkungsmodell, das durch wissenschaftliche Erkenntnisse bestehende Ordnungen erschüttert.

7 Fazit mit Ausblick auf inklusive Innovative Veränderungen: Fasst die Erkenntnisse zusammen und fordert eine inklusivere Ausrichtung der Sozialen Arbeit, die ein Genderspektrum statt binäre Strukturen anerkennt.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, Stigmatisierung, Stigmatheorie, Heteronormativität, Objektsexualität, Schulsozialarbeit, Diskriminierung, Gender, Autismus, Soziale Gerechtigkeit, Normalitätskonstruktion, Intersektionalität, Marginalisierung, Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert Inklusion und Exklusion im schulischen Umfeld unter besonderer Berücksichtigung der Stigmatheorie und der Auswirkungen gesellschaftlicher Normen auf als abweichend wahrgenommene Individuen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Bedeutung von Stigma, Mechanismen der Stigmatisierung, das Konzept der Heteronormativität, Geschlechternormen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit in Bildungseinrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Stigmatisierungsprozesse an einem konkreten Fallbeispiel zu untersuchen, gesellschaftliche Normalitätskonstruktionen zu dekonstruieren und einen Handlungsauftrag für eine inklusivere Soziale Arbeit abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Auseinandersetzung mit der Stigmatheorie und eine Fallbeispielanalyse unter Einbeziehung des Kränkungsmodells und aktueller sozialwissenschaftlicher Diskurse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Stigmatisierung, eine detaillierte Fallstudie einer Schülerin, die Analyse von Heteronormativität sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem institutionellen Einfluss auf die gesellschaftliche Teilhabe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Inklusion, Heteronormativität, Objektsexualität, Stigma, Gender und Schulsozialarbeit.

Wie unterscheidet sich die Stigmatisierung von Marie von einer allgemeinen Diskriminierung?

Maries Stigmatisierung ist intersektional, da sie durch ihre Autismus-Diagnose, den Status als Förderschülerin und ihre spezifische Objektsexualität mehrfach von der "Norm" abweicht, was ihre Sonderrolle verstärkt.

Welche Rolle spielt die Objektsexualität im Rahmen der Arbeit?

Die Objektsexualität dient als Fallbeispiel für eine Form von Sexualität, die das heteronormative Verständnis von zwischengeschlechtlichen Beziehungen massiv herausfordert und daher besonders stark stigmatisiert wird.

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Details

Titel
Inklusion, Exklusion und Stigmatisierung. Stigmatheorie und Praxisbeispiele
Autor
Cindy Rosenthal (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V1297738
ISBN (PDF)
9783346759825
ISBN (Buch)
9783346759832
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion Exklusion Stigamtheorie Goffmann Labeling Othering
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cindy Rosenthal (Autor:in), 2017, Inklusion, Exklusion und Stigmatisierung. Stigmatheorie und Praxisbeispiele, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1297738
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Leseprobe aus  16  Seiten
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