Diese Arbeit setzt sich im Rahmen des Themas Diversity mit dem spezifischen Thema Herrschaft und Machtheorien auseinander. Zu Beginn wird hierbei ein Fallbeispiel aus dem Handlungsfeld der Schulsozialarbeit vorgestellt, das die alltäglichen Verflechtungen von Geschlechterrollen, innerhalb aktueller sozialarbeiterischer Arbeit, aufzeigt. Weiterführend wird mit der intensiveren Auseinandersetzung der Machttheorie von Judith Butler, das beschriebene Praxisbeispiel erläutert und in einen theoretischen Kontext gesetzt. Ziel der Arbeit ist es, die Machtheorie von Judith Butler anhand eines alltäglichen Beispiels zu erläutern. Um die theoretischen, abstrahierten Thesen Butlers besser zu verstehen, ist es unumgänglich, Foucaults Ausarbeitungen zum Thema Macht zu verstehen, da Butlers Machttheorie maßgeblich auf seinen Ausarbeitungen, insbesondere zu den Themen Macht und Diskurs aufbaut. Um Butlers Machttheorie besser wissenschaftlich abzugrenzen, wird ein Theorievergleich zu Max Weber erörtert, damit die Kernhaltungen von Butler und die Differenzierung zwischen juridischen Ansätzen zu poststrukturalistischen Theorien deutlicher dargestellt werden kann. Im abschließenden Teil sollen die Grenzen der Theorie, die auch auf feministischen Grundannahmen beruhen, durch eine Kritik aus der feministischen Philosophie von Julia Kristeva zu einem Perspektivwechsel und einem weiterdenken über Machtprinzipien einladen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallbeispiel - Gender als in der Schulsozialarbeit
3. Judith Butler - Macht und Diskurse
3.1 Kontext zu Butler
3.2 Kernthesen - Geschlecht als machtgebene Kategorie
3.3 Theorievergleich zur Vereindeutigung der Positionen Butlers
3.3.1 Max Weber- Macht und Herrschaft
3.3.2 Diskussion der Theorie
4. Mit Macht gegen die Macht? Eine kritische Perspektive der Machttheorien aus Sicht der feministischen Philosophie durch Julia Kristeva
4. 1 "Wer spielt Gott im Gegenwärtigen Feminismus?" (Landau et all; 2011; S. 323)
4.2 Irritation von Identität darf mit der ursächlichen Irritation nicht enden
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Machttheorie von Judith Butler anhand eines alltäglichen Fallbeispiels aus der Schulsozialarbeit zu erläutern und in einen theoretischen Kontext zu setzen, um die Mechanismen von Macht, Diskursen und Subjektivierung wissenschaftlich zu greifen.
- Machttheoretische Grundlagen nach Judith Butler
- Die Rolle von Diskursen bei der Konstitution von Subjekten
- Vergleich der Machtkonzepte von Max Weber und Judith Butler
- Kritische Perspektive durch die feministische Philosophie von Julia Kristeva
- Reflexion sozialarbeiterischen Handelns in Bezug auf Machtverhältnisse
Auszug aus dem Buch
3. Judith Butler - Macht und Diskurse
Judith Butler, eine amerikanisch - jüdische Philosophin, aus einer Akademikerfamilie erlangte primär mit ihrem Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" (Vgl. Sagebiel, Pankofer 2015, S. 99) einen Namen in wissenschaftlichen Kreisen. Sie schrieb unter anderem mit an der "Queer Theorie" und repräsentiert in feministischen Kreisen queerfeministische Positionen, innerhalb der Differenzkategorie Gender. Für Butler ist die Anerkennung der binären Kategorie Gender an sich bereits die Anerkennung eines Machtgefälles, weshalb sie mit ihren Arbeiten über Queertheorie und Machtheorie gleichzeitig kritische Stimmen aus dem klassischen, bipolar geordneten, Feminismus der zweiten Welle erhält. Mit den, ihr Gegenüber stehenden Repräsentanten der "second wave" des Feminismus, wie etwa Alice Schwarzer (Vgl. Taz;2017; o.S.), bildet Butler eine der beiden Polaritäten, die laut Judith Lorber zur "Gender Paradoxie" führen (Vgl. Lorber; 1999; o.S.), ab. Hierbei geht es um die Angst, die Kategorie Frau als Identität durch poststrukturalistische Diskurse zu verlieren und damit die Möglichkeit, spezifische Problemlagen von Frauen sichtbar zu machen.
Dies wird nochmal ausführlich in ihrer Theoriebeschreibung erläutert. Aus queerfeministischer und machtkritischer Sicht bietet Butler jedoch die Chance, naturalisierte Machtgefälle aufzulösen. Für die Soziale Arbeit sind ihre Auseinandersetzungen mit der mächtigen Kategorie Gender demnach im Hinblick auf die internalisierte Wirkung von Macht und Machtgefällen, entscheidend.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Machttheorien und Diversity ein und skizziert das Ziel der Arbeit sowie den methodischen Vergleich mit Max Weber und die kritische Perspektive durch Julia Kristeva.
2. Fallbeispiel - Gender als in der Schulsozialarbeit: In diesem Kapitel wird ein konkretes Praxisbeispiel aus dem Arbeitsalltag einer Schule geschildert, an dem alltägliche Verflechtungen von Geschlechterrollen und machtvolle Diskurse illustriert werden.
3. Judith Butler - Macht und Diskurse: Dieses Kapitel erläutert Butlers theoretische Ansätze, insbesondere die Konstruktion von Subjekten durch Diskurse und die Gendermatrix, inklusive einer Abgrenzung zu Max Weber.
4. Mit Macht gegen die Macht? Eine kritische Perspektive der Machttheorien aus Sicht der feministischen Philosophie durch Julia Kristeva: Hier wird eine vertiefende Kritik an der Dekonstruktion von Machtverhältnissen geübt und vor der Gefahr gewarnt, dass emanzipatorische Bewegungen selbst neue Machtprinzipien etablieren könnten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit für die Soziale Arbeit, machtvolle Diskurse kritisch zu reflektieren, um nicht ungewollt Unterwerfungsprozesse zu reproduzieren.
Schlüsselwörter
Machttheorie, Judith Butler, Diskurs, Subjektivierung, Gendermatrix, Herrschaft, Soziale Arbeit, Julia Kristeva, Feminismus, Heteronormativität, Identität, Machtverhältnisse, Diversity, Geschlechterrolle, Poststrukturalismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Machttheorien, insbesondere den Ansatz von Judith Butler, und wendet diesen auf den Kontext der Sozialen Arbeit an, um alltägliche Machtstrukturen besser zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Machtkonzepten, der diskursiven Konstruktion von Geschlecht (Gender), Subjektbildungsprozessen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der feministischen Philosophie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die abstrakten Machttheorien von Judith Butler anhand eines praktischen Beispiels aus der Schulsozialarbeit verständlich zu machen und kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit nutzt die Theorieanalyse sowie einen Vergleich mit Max Webers Machtbegriff, um Butlers Positionen präziser abzugrenzen und durch Julia Kristevas Perspektive zu erweitern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Judith Butlers Kernthesen, vergleicht diese mit Webers Macht- und Herrschaftsbegriff und erörtert anschließend eine kritische Perspektive aus der feministischen Philosophie zu machtkritischen Ansätzen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Machttheorie, Diskurs, Subjektivierung, Gendermatrix und eine machtkritische Soziale Arbeit charakterisieren.
Wie unterscheidet Butler nach dieser Arbeit Macht von Weber?
Während bei Weber Macht oft als Besitz oder Fähigkeit zur Durchsetzung von Willen gilt, betrachtet Butler Macht als ein relationales Phänomen, das Diskurse erzeugt und Subjekte erst hervorbringt.
Was ist die Kernwarnung von Julia Kristeva in der Arbeit?
Kristeva warnt davor, dass emanzipatorische Bewegungen im Kampf gegen bestehende Unterwerfung dazu neigen könnten, selbst neue, ebenso ausgrenzende Machtprinzipien und Identitätszwänge zu entwickeln.
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- Cindy Rosenthal (Autor), 2018, Machttheorien. Über Macht und Diskurse nach J. Butler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1297747