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Funktion und Prestige des Niederdeutschen

Titre: Funktion und Prestige des Niederdeutschen

Dossier / Travail , 2006 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Britta Wehen (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Wir leben in einer Region, in der nach wie vor von vielen Menschen Plattdeutsch gesprochen wird, sodass dem Niederdeutschen und insbesondere dem Bestreben nach Förderung und Erhalt des Niederdeutschen eine bedeutende Rolle zukommt.
Bei vielen Jugendlichen tritt mittlerweile jedoch das Phänomen auf, dass zwar in ihrer Familie Platt gesprochen wird und sie selbst auch über eine gute passive Kompetenz verfügen, sie aber selbst kein Plattdeutsch sprechen.
In dieser Arbeit wollen wir mögliche Ursachen hierfür erläutern. Wir möchten darstellen, in welchen Bereichen Plattdeutsch überhaupt (noch) verwendet wird, wo und von wem es also gesprochen wird und in welchen Domänen es weiterhin noch zum Einsatz kommt.
Ebenso möchten wir klären, wie das Niederdeutsche bewertet wird. Häufig hört man von Vorurteilen, wie z.B. Plattdeutsch wäre eine „Bauernsprache“ bzw. die Sprecher seien weniger intelligent und in der Regel bereits älter. Wir möchten herausfinden ob diese Vorurteile einerseits wirklich so verbreitet oder nur die Meinung einzelner Personen sind und ob sie mit der Realität übereinstimmen. Hierzu werden uns auf Umfrageergebnisse der letzten Jahre stützen. Insbesondere werden wir die GETAS-Umfrage von 1984 heranziehen, bei dieser Umfrage handelt es sich um eine indirekte Erhebung der Gesellschaft für angewandte Sozialpsychologie Bremen und des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen. Die zentrale Fragestellung dieser Befragung lautete wer mit wem, an welchen Orten, bei welchen Gelegenheiten und mit welcher Absicht Plattdeutsch spricht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Domänen des Niederdeutschen – Wo wird Niederdeutsch verwendet?

2.1 Familie und Freunde

2.2 Arbeitswelt

2.3 Medien

2.4 Theater

2.5 Literatur

2.6 Kirche

2.7 Zwischenfazit

3 Prestige des Niederdeutschen

3.1 Bewertung des Niederdeutschen

3.2 Gründe pro und contra Plattdeutschsprechen

3.3 Weitergabe an nachfolgende Generationen

4 Förderungsmöglichkeiten

4.1 Theorie

4.2 Praktische Beispiele

4.2.1 Online-Lernkurs

4.2.2 Plattdeutsche Weihnachtsgedichte

4.2.3 Gitterrätsel und Wortschlangen

5 Ausblick auf die Zukunft des Niederdeutschen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den aktuellen Status, die gesellschaftliche Funktion sowie das Prestige des Niederdeutschen in Norddeutschland. Ziel ist es, Ursachen für den schwindenden Gebrauch der Sprache trotz positiver Einstellung zu identifizieren und Möglichkeiten für ihren Erhalt und ihre aktive Förderung aufzuzeigen.

  • Analyse der Domänen der Sprachverwendung (Familie, Arbeitswelt, Medien, Theater, Kirche).
  • Untersuchung des gesellschaftlichen Prestiges und bestehender Vorurteile gegenüber dem Niederdeutschen.
  • Bewertung der Weitergabe des Plattdeutschen an nachfolgende Generationen.
  • Diskussion theoretischer und praktischer Förderungsansätze.
  • Ausblick auf Zukunftsszenarien zur Bewahrung der Sprache.

Auszug aus dem Buch

3.1 Bewertung des Niederdeutschen

Entgegen der gebräuchlichen Meinung, Niederdeutsch werde von vielen negativ wahrgenommen und als eine Sprache niederer Schichten angesehen, ist das Niederdeutsche in allen Umfragen zur Beliebtheit deutscher Dialekte sehr positiv bewertet worden. Umfragen sind zwar immer als problematisch einzustufen, da man nicht genau vorgeben kann, was unter Dialekten verstanden werden soll, dennoch wollen wir zur Untermauerung der These, dass Plattdeutsch durchaus positiv wahrgenommen wird, die Ergebnisse einer Umfrage von 1999 heranziehen.

Bei dieser Erhebung wurde explizit nach Dialekten oder Platt gefragt, somit konnte man der Einstellung vorbeugen, Platt sei kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache, was das Ergebnis verfälscht hätte. Bei der Auswertung zeigte sich, dass von 1053 Befragten 137 Personen Plattdeutsch für einen „sympathischen“ Dialekt halten. Plattdeutsch rangiert damit an dritter Stelle hinter Bayerisch/ Oberbayerisch und Schwäbisch. Die Ungenauigkeit der Befragung zeigt sich jedoch darin, dass z.B. „Münchnerisch“ auch zum Bayerischen gezählt wurde, folgerichtig müsste man auch die Antworten „Norddeutsch“, „Hamburgisch“, „Küstenplatt“ oder „Mecklenburgisch“ zum Niederdeutsch dazuzählen. Damit läge Niederdeutsch eindeutig vor Bayerisch und Schwäbisch.

Gleichermaßen wird Plattdeutsch aber auch bei der Frage nach „unsympathischen“ Dialekten genannt. Allerdings gibt es hierfür nur 47 Nennungen, Sächsisch (425), Bayerisch (219), Berlinerisch (112) und Schwäbisch (98) werden deutlich öfter genannt.

Zu beachten ist außerdem, dass 48% der Befragten gar keine Art von Dialekt oder Platt sympathisch bzw. 60,1% keine Art von Dialekt oder Platt unsympathisch fanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, Ursachen für den schwindenden aktiven Gebrauch des Niederdeutschen trotz positiver Einstellung zu analysieren und Möglichkeiten der Förderung zu diskutieren.

2 Domänen des Niederdeutschen – Wo wird Niederdeutsch verwendet?: Dieses Kapitel beleuchtet den Gebrauch des Niederdeutschen in unterschiedlichen Lebensbereichen wie Familie, Arbeitswelt, Medien, Theater und Kirche sowie regionale Unterschiede.

3 Prestige des Niederdeutschen: Hier wird das Ansehen der Sprache untersucht, bestehende Vorurteile hinterfragt und die Gründe für die Verwendung bzw. Vermeidung des Plattdeutschen sowie die Problematik der Sprachweitergabe betrachtet.

4 Förderungsmöglichkeiten: Das Kapitel diskutiert theoretische Ansätze zur Koordination der Sprachförderung sowie konkrete praktische Beispiele wie Online-Kurse und altersgerechte Lernangebote für Kinder.

5 Ausblick auf die Zukunft des Niederdeutschen: Auf Basis von Szenarien zur gesellschaftlichen Entwicklung wird erörtert, unter welchen Bedingungen Plattdeutsch als lebendige Sprache erhalten werden kann.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit moderner, zielgruppengerechter Fördermaßnahmen, um das Niederdeutsche als lebendige Sprache zu sichern.

Schlüsselwörter

Niederdeutsch, Plattdeutsch, Sprachkompetenz, Soziolinguistik, Dialekt, Spracherhalt, Sprachförderung, Sprachdomänen, Prestige, Sprachwandel, Norddeutschland, Familiensprache, Sprachwissen, Sprachvermittlung, Sprachgebrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem aktuellen Status und der gesellschaftlichen Bedeutung des Niederdeutschen in Norddeutschland sowie mit den Herausforderungen für seinen Fortbestand.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Verwendung in verschiedenen Domänen (wie Familie, Medien oder Kirche), das Prestige der Sprache und Strategien zu ihrer Förderung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen der positiven Einstellung zum Niederdeutschen und dem rückläufigen aktiven Gebrauch aufzuklären und Fördermaßnahmen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Auswertung existierender soziolinguistischer Umfragedaten, insbesondere der GETAS-Umfrage, und vergleicht diese mit aktuellen Tendenzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Domänen der Sprachverwendung analysiert, das Prestige untersucht, Gründe für die Sprachvermeidung genannt und verschiedene Förderungskonzepte diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Niederdeutsch, Plattdeutsch, Sprachprestige, Sprachförderung, Soziolinguistik und Spracherhalt.

Wie wirkt sich die Institution Kirche auf die Verbreitung aus?

Die Arbeit zeigt, dass die Kirche oft als Bereich mit einer gewissen Distanz zum Niederdeutschen wahrgenommen wird, wobei jedoch ein Wandel durch die Offenheit jüngerer Generationen erkennbar ist.

Warum wird trotz positiver Einstellung oft kein Plattdeutsch mit Kindern gesprochen?

Dies liegt vor allem an der verbreiteten Erziehungshaltung, Hochdeutsch als notwendige Voraussetzung für schulischen Erfolg zu priorisieren, und an der Wahrnehmung des Niederdeutschen als Sekundärsprache.

Welche Rolle spielt die Region bei der Bewertung?

Es existiert ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, wobei das Niederdeutsche im Norden eine stärkere Akzeptanz und einen höheren aktiven Gebrauch aufweist als im Süden.

Wie schätzt die Autorin die Zukunft des Niederdeutschen ein?

Die Zukunft hängt maßgeblich von der Umsetzung moderner, toleranter Fördermaßnahmen ab, die das Plattdeutsche als lebendige Gebrauchssprache und nicht als statisches Kulturgut begreifen.

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Résumé des informations

Titre
Funktion und Prestige des Niederdeutschen
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Germanistik)
Cours
Übung: Standardsprache, Regiolekt und Dialekt
Note
1,7
Auteur
Bachelor of Arts Britta Wehen (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
18
N° de catalogue
V129776
ISBN (ebook)
9783640359189
ISBN (Livre)
9783640359516
Langue
allemand
mots-clé
Plattdeutsch Gebrauchssprache Standardsprache Sprachkompetenz Sprachverwendung Kulturgut Dialekt regionale Identität Institut für niederdeutsche Sprache Zweisprachigkeit im Kindergarten Plattdeutsch in der Schule Regionalsprache Regiolekt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bachelor of Arts Britta Wehen (Auteur), 2006, Funktion und Prestige des Niederdeutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129776
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Extrait de  18  pages
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