Bau eines Solarkochers im Unterrichtsfach Werken


Diplomarbeit, 2008

81 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

A.) Pädagogischer Teil
1. Grundlagen
2. Gruppe und Gruppenstruktur
2.1 Gruppenzusammensetzung
2.1.1 Bez. Gruppe
2.1.2 Sek. Gruppe
2.2 Soziogramme
2.2.1 Darstellung
2.2.2 Auswertung
2.2.3 Sek. Gruppe
2.2.4 Bez. Gruppe
3. Motivation
3.1 Bedeutung der Zielbildung für die Motivation
3.1.1 Ziele als Voraussetzung für Motivation
3.1.2 Ziele zeigen die Richtung des eigenen Handelns an
3.2 Bedeutung des Unterrichtseinstiegs für die Motivation
3.2.1 Unterschiedlicher Umgang mit dem Einstieg
3.2.2 Lehre: Verbesserung für die Zukunft
3.3 Motivation der Schülerinnen und Schüler, das Fach Werken zu wählen
3.3.1 Gründe, das Fach Werken zu besuchen (Motivation)
3.3.2 Auswertung der Schülerbefragung
4. Auswertung pädagogischer Teil
5. Mögliche Verbesserungen

B.) Didaktischer Teil
1. Grundlagen
2. Lernen durch Einsicht
3. Voraussetzungen der Lernenden
3.1 Klassenzusammensetzung
3.2 Pädagogisch-soziale Voraussetzungen
3.3 Stofflich-methodische Voraussetzungen
3.4 Räumliche Voraussetzungen
3.5 Zeitliche Voraussetzungen
3.6 Materielle Voraussetzungen
4. Begründung der Themenwahl
4.1 Gegenwartsbedeutung
4.2 Vermutete Zukunftsbedeutung
4.3 Exemplarische Bedeutung
5. Didaktische Reflexion der Unterrichtsvorbereitung
5.1 Variationen
5.2 Selektion
5.3 Stabilisierung
5.4 Kontingenz
6. Leitidee und Zielhierarchie
6.1 Leitidee
6.2 Grobziele
6.3 Feinziele
7. Didaktische Reflexion zur Zielformulierung und Leitidee
7.1 Grundsätzliche Überlegungen
7.2 Aufbau und Ausgestaltung der einzelnen Lektionen
7.3 Didaktische Auswertung der Arbeit anhand der Erinnerungsprotokolle
7.4 Verbesserungspotential
8. Zusammenfassung

C.) Fachlicher Teil
1. Fachliche Sachanalyse und Problemstellung
2. Auswertung
3. Verbesserungsvorschläge

Zusammenfassung
1. Beantwortung der in der Einleitung gestellten Fragen
2. Auswirkungen des Projektes

Quellenverzeichnis

Verwendete Literatur

Internetquellen

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Soziogramm Bez. Gruppe

Abbildung 2: Soziogramm Sek. Gruppe

Abbildung 3: Motivation Werkunterricht "Weil ich gerne mit den Händen arbeite"

Abbildung 4: Motivation Werkunterricht "Weil ich ein Freifach belegen musste"

Abbildung 5: Motivation Werkunterricht "Weil ich gerne etwas gestalte"

Abbildung 6: Motivation Werkunterricht "Weil ich Freude an der Technik habe"

Einleitung

Zum Thema

Mit der Klimaproblematik stelle ich ein Thema ins Zentrum des Unterrichtes, das uns, unsere Kinder und die ganze Menschheit aktuell beschäftigt und sicherlich auch in Zukunft betreffen wird. Es ist somit sehr präsent im Bewusstsein der Menschen und wird es wegen seiner Bedeutung für unsere Existenz auch bleiben.

Der Bau eines klimaschonenden Solarkochers soll einmal exemplarisch einen Zugang an die Klimaproblematik schaffen, es zugleich aber auch den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, handwerkliche Erfolgerlebnisse in der Gruppe zu erlangen.

Weiterhin orientiert sich die Themenwahl selbstverständlich auch an den Vorgaben des Lehrplans für den Kanton Aargau und versucht, die darin enthaltenen Anregungen in die Praxis umzusetzen.

Ziele

Die in der hier vorliegenden Arbeit angestrebten Ziele lassen sich in zwei Bereiche teilen:

- Eignet sich dieses Thema für eine Gruppenarbeit?

Anhand von Erinnerungsprotokollen möchte ich mein Unterrichtsvorhaben gezielt überprüfen und ganz konkrete Verbesserungen für mich persönlich formulieren, da ich gedenke, dieses Projekt auch in Zukunft anzuleiten.

- Wie kann ich mehr über die Prozesse im Projekt erfahren und sie verbessern?

Ich möchte mehr erfahren über die Prozesse, die ablaufen, um sie besser begreifen und dann adäquat handeln zu können.

Mein spezielles Interesse gilt der Gruppenarbeit, da ich der Überzeugung bin, dass die meisten Schülerinnen und Schüler später irgendeinmal in einem Team arbeiten müssen oder wollen, sei dies im Beruf, in der Freizeit oder bei einem Hobby, z.B. Musik machen oder eine Mannschaftssportart betreiben. Im weitern bin der Überzeugung, dass die Probleme unserer Gesellschaft nur im Team und nicht als Einzelkämpfer gelöst werden können. Aus diesem Grund lege ich in meinem Unterricht besonders großen Wert auf Teamarbeit. Die Arbeit soll helfen, dass sie später immer besser im Unterricht gelingt, und dass die Schülerinnen und Schüler später ihre so erworbene soziale Kompetenz (erfolgreich) anwenden können.

Schwerpunkt meiner Arbeit

Ich habe drei Schwerpunkte gelegt:

1. das gezielte Auswerten der hier beschriebenen Unterrichtseinheit anhand von Erinnerungsprotokollen,
2. das Erkennen und Begreifen von Prozessen, die innerhalb von Gruppen ablaufen, und
3. die technische Lösung von Problemen, die während der Arbeit auftauchen.

Diese Schwerpunkte werden empirisch (Beobachtung, Befragung) erarbeitet.

A.) Pädagogischer Teil

1. Grundlagen

Alle Menschen leben in Gruppen, sei es in der Familie, im Freundeskreis, unter Bekannten, mit Kindern im Urlaub, bei der Arbeit oder in der Schule. Berufstätige arbeiten in Teams, Lehrer unterrichten in Klassen, Politiker politisieren in Parteien. Das gilt übergreifend für alle Menschen aller Hautfarben und Kontinente. Überall dort, wo Menschen miteinander in Beziehung treten, gelten die gleichen gruppendynamischen Prozesse. Zwar ist eine Kenntnis der Gruppendynamik weit verbreitet und es haben sich verschiedene Theorien entwickelt, trotzdem wissen aber die Beteiligten, welche von morgens bis abends in Gruppen leben und arbeiten, von fachlichen Dingen und über die Einzelnen viel, von der sich abspielenden Gruppendynamik aber häufig nur oberflächlich Offensichtliches. Hier wäre ein tieferes Eindringen in die sich abspielenden Prozesse mit ihrer Eigendynamik wünschenswert.

Die Menschheit kann in Zukunft ihre Probleme nicht mehr alleine lösen: Es braucht geniale Köpfe, aber ist es nicht sonderbar, dass deren Wissen gerade dort aufhört, wo sie am meisten betroffen sind. D.h., dass viele Erkenntnisse und Maßnahmen gar nicht umgesetzt werden können, weil eine fehlende soziale Kompetenz die Umsetzung von fachlich adäquaten Handlungen verhindert.

Analog dazu ist die Kenntnis von gruppendynamischen Prozessen und des Verhaltens von Menschen innerhalb von Gruppen ebenso unerlässlich, wenn man unterrichten will.

Daher sind ein besonderer Schwerpunkt in meiner Arbeit die Fragen:

- Was macht eine Gruppe effizient?
- Warum sind die einen Gruppen erfolgreich und warum haben die anderen Gruppen eher Mühe?

Entscheidende Punkte sind hier sicher Gruppendynamik und Motivation.

Gruppendynamik bedeutet ja, dass sich in der Gruppe etwas bewegt beziehungsweise verändert. Die Bewegungen vollziehen sich zwischen einem Zustand A hin zu einem Zustand B. Was verändert sich nun wirklich zwischen diesen beiden Zuständen?

Am besten lässt sich die Veränderung charakterisieren durch die Veränderung der Struktur innerhalb der Gruppe. Die beiden an der hier vorliegenden Untersuchung beteiligten Werkklassen wurden anhand von äusseren Kriterien wie Alter, Wohnort, Geschlecht und schulische Leistungsfähigkeit zusammengestellt. Diese äusseren Kriterien induzieren eine formelle Struktur der Klasse. Von Beginn der Schulzeit an sitzen die Schülerinnen und Schüler aber in denselben Räumen zusammen und werden von den gleichen Lehrern unterrichtet. Alle beginnen und beenden den Unterricht gleichzeitig. Durch die Interaktion, die während dieser gemeinsamen Zeit entsteht, entwickeln und vertiefen sich die Beziehungen der Schülerinnen und Schüler untereinander. Die Schülerinnen und Schüler lernen sich besser kennen, entwickeln zueinander Gefühle, setzen sich gemeinsam miteinander auseinander und nehmen Beziehungen auf. Sie finden Vertrauen, werden enttäuscht und bilden Untergruppen.

Durch Soziogramme (s.u.) habe ich versucht, die Struktur dieser beiden Klassen zu ergründen. Weitere, sich aus der Gruppensituation ergebende Fragen sind folgende:

- Wie gehen die einzelnen Gruppen mit den Zielen um, welche klar vorgeben sind?
- Was sind die Ziele, die sie sich bewusst oder unbewusst innerhalb ihrer Gruppe gesetzt haben?

2. Gruppe und Gruppenstruktur

2.1 Gruppenzusammensetzung

2.1.1 Bez. Gruppe

Die Bezirksschul-Gruppe (Bez. Gruppe) besteht aus 10 verschiedenen Schülerinnen und Schüler der 2. und 3. Bezirksschule aus verschiedenen Klassen. Alle haben bereits einmal Werkunterricht bei mir gehabt, zum Teil mit einem Jahr Unterbrechung. Der Besuch dieses Fachs ist für sie ein Freifach.

2.1.2 Sek. Gruppe

Die Sekundarschul-Gruppe (Sek. Gruppe) ist seit 3 Jahren zusammen. Sie besteht aus 3 Schülerinnen und 5 Schülern. Dabei stößt ein Schüler nur für dieses Fach aus der Regionale Integrations-Klasse (RIK) zu dieser Klasse. Der Unterricht findet im Rahmen des obligatorischen Unterrichts statt. Alle Schülerinnen und Schüler haben bereits 2 Jahre Werkunterricht gehabt.

Eine spezielle Situation ergibt sich dadurch, dass mein jüngster Sohn den Unterricht bei mir besucht.

2.2 Soziogramme

2.2.1 Darstellung

Wie schon oben angedeutet, stellen für mich Gruppenbildung und Prozesse innerhalb der Gruppe, ein wichtiges Element des Unterrichtserlebens und auch –gestaltens dar.

Um die Prozesse, welche bei der Gruppenbildung abgelaufen sind, besser begreiflich zu machen, habe ich mich entschlossen, bei beiden Gruppen ein Soziogramm zu erstellen.

Erklärung zur Darstellung:

Zeigt ein Pfeil auf eine Nummer, so wurde diese Person von der Person genannt, von welcher der Pfeil ausging. Hat ein Strich zwei Pfeile, so handelt es sich um eine Übereinstimmung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Auswertung

Auffällig ist, dass bei beiden Gruppen die Mädchen jeweils eine eigene Gruppe bilden, was für dieses Alter (13 – 15) Jahre aber als üblich zu betrachten ist. Bei der Bez. Gruppe gibt es keinerlei Beziehungen zwischen den Knaben und Mädchen. Dies ist bei der Sek. Gruppe anders: Nummer 2 und Nummer 7 sind offensichtlich miteinander liiert.

2.2.3 Sek. Gruppe

Beim Betrachten der Ergebnisse sieht man sehr gut, dass es sich bei der Sek. Gruppe um eine in sich homogene Gruppe handelt. Es stammen bis auf einen Schüler alle aus der gleichen Klasse, die bereits über 2 Jahre und zum Teil seit der Primarschule zusammen in der Schule sind.

Die Arbeit der einzelnen Gruppen untereinander sollte daher problemlos verlaufen, solange keine Unstimmigkeiten zwischen der Nummer 7 der Gruppe 2 und der Nummer 2 der Gruppe 1 auftreten. Sollten sich neue Beziehungen zwischen den Mädchen und Knaben ergeben, kann sich das Bild schlagartig ändern. Es heisst also für die Lehrkraft, aufmerksam zu sein und allenfalls ein neues Soziogramm zu erstellen. Aufgrund der Nennungen zeigt sich ganz klar, dass die Nummer 1 der Gruppe 1 innerhalb dieser Sek. Gruppe eine eigentliche Führungsrolle einnimmt. Es ist auch zu erwarten, dass die Nummer 1 innerhalb der Gruppe 1 die Leaderposition einnehmen wird.

2.2.4 Bez. Gruppe

Bei der Bez. Gruppe haben sich die einzelnen Gruppen ganz klar nach den Klassen formiert. So sind in der Gruppe 1 alle 3 Bez. Knaben, in der Gruppe 2 alle 2 Bez. Knaben und in der Gruppe 3 beide Bez. Mädchen. Die einzelnen Gruppen sind in sich sehr geschlossen, es gibt keine klare Führungspersönlichkeit. Es ist sicher schwierig, mit dieser Gruppe eine Einheit zu bilden.

3. Motivation

3.1 Bedeutung der Zielbildung für die Motivation

3.1.1 Ziele als Voraussetzung für Motivation

„Wer nicht weiss, in welche Richtung er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“, so der römische Philosoph Seneca (1-65 n. Chr.). Ziele sind Aussagen über erwünschte und angestrebte Zustände, die dem Verhalten eine Richtung und Intensität geben.

3.1.2 Ziele zeigen die Richtung des eigenen Handelns an.

Ein wesentlicher Bestandteil für ein gutes Gelingen ist die Motivation, wobei man zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterscheidet. Mit dem Einstieg über einen Film zur Klimaproblematik sollte die intrinsische Motivation angesprochen werden.

Es soll auch durch das Setzen von klaren Zielen, welche zu Beginn jeder Lektion abgegeben und welche auch überprüft werden, den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die Ziele einzulassen. Mit der Abgabe der Ziele in schriftlicher Form ist gewährleistet, dass der Schüler jederzeit überprüfen kann, ob er sich auf dem Weg zum Ziel befindet oder ob er sich schon bereits einem anderen Ziel zuwendet.

3.2 Bedeutung des Unterrichtseinstiegs für die Motivation

3.2.1 Unterschiedlicher Umgang mit dem Einstieg

Als Einstieg und um den Schülerinnen und Schülern einen ersten Einblick in das geplante Thema zu geben, wurde das gemeinsame Anschauen eines Films mit dem Titel „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore gewählt. Die Filmdauer beträgt 100 Minuten. Beide Gruppen reagierten sehr unterschiedlich: Die Sek. Gruppe hat sich sehr interessiert und mit Freude den Film angeschaut. Die Schüler der Bez. Klasse haben sich dagegen nach einer Stunde erkundigt, ob sie den Film „wirklich“ zu Ende schauen müssen oder ob sie jetzt mit der Arbeit beginnen können. Ein Gespräch am Schluss der Lektion mit den beiden Klassen hat ergeben, dass die Bez. Gruppe im Gegensatz zur Sek. Gruppe den Film bereits kannte und sich auch ganz intensiv mit dem Thema Klima auseinandergesetzt hatte.

3.2.2 Lehre: Verbesserung für die Zukunft

Wenn ein Film als Einstieg gezeigt wird, sollte vorab zuerst gefragt werden, wer den Film schon kennt, um dann einen alternativen Einstieg bereitzuhalten mit einem Lehrgespräch zum Film.

3.3 Motivation der Schülerinnen und Schüler, das Fach Werken zu wählen

3.3.1 Gründe, das Fach Werken zu besuchen (Motivation)

Um die Gruppen besser kennen zu lernen und um bei der Planung des Stoffes auch besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Gruppen eingehen zu können, habe ich begonnen, zu Beginn eines neuen Schuljahres jeweils eine kurze Befragung (Anhang A-1: Fragebogen 1) zu den Gründen durchzuführen, die zur Anmeldung im Fach Werken geführt haben.

Die Frage, welche ich gestellt habe, lautete wie folgt:

Warum hast du dich für das Fach Werken angemeldet?

Nachfolgend werden die Antworten der Schülerinnen und Schüler graphisch ausgewertet sowie interpretiert.

3.3.2 Auswertung der Schülerbefragung

Allgemein

Die Motivation, das Freifach Werken zu besuchen, ist bei den Sek. und Bez. Klassen unterschiedlich. Dies hat sicher mit dem Umstand zu tun, dass das Fach Werken in der Sek. ein sogenanntes Wahlpflichtfach ist und in der Bez. ein Freifach.

Auswertung Abbildung 3

Die Bez. Schüler wählten das Fach Werken, weil sie gerne mit den Händen arbeiten, bei den Sek. Schülern gibt es zwar auch einen Anteil, der gerne mit den Händen arbeitet, jedoch haben 37,5 % der Sek. Schüler angekreuzt, dass das für sie eher nicht zutrifft.

Abbildung 3: Motivation Werkunterricht "Weil ich gerne mit den Händen arbeite"

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Auswertung Abbildung 4

Nur 12,5 % der Bezirksschüler haben angekreuzt, dass sie das Fach gewählt haben, weil sie ein Freifach besuchen müssen. Dies ist eigentlich gar nicht möglich, weil die Bezirksschüler nicht gezwungen sind, ein Freifach zu belegen.

Ich interpretiere diesen Umstand folgendermassen: Entweder hat dieser Schüler einen Fehler gemacht oder er wurde gewissermassen von den Eltern dazu genötigt, ein Freifach zu besuchen. Ich denke, es handelt sich hier um die zweite Variante. Das Resultat der Sek. Schüler zeigt klar, dass sie ein Freifach belegen mussten und scheinbar das für sie „kleinste Übel“ gewählt haben.

Abbildung 4: Motivation Werkunterricht "Weil ich ein Freifach belegen musste"

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Auswertung Abbildung 5

Beide Gruppen haben Freude am Gestalten. 75 % der Bez. Schüler haben zu 100 % Freude am Gestalten. Daher liegt hier sicher ein Schwerpunkt, der bei der Unterrichtsgestaltung mit einfliessen muss.

Auswertung Abbildung 6

Das Interesse an der Technik ist bei beiden Gruppen ziemlich ausgewogen. Es gibt jedoch auch bei beiden Gruppen Schülerinnen und Schüler, die gar nicht an der Technik interessiert sind.

Abbildung 5: Motivation Werkunterricht "Weil ich gerne etwas gestalte"

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

Abbildung 6: Motivation Werkunterricht "Weil ich Freude an der Technik habe"

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung

4. Auswertung pädagogischer Teil

Bei dieser Arbeit war es mir besonders wichtig, auch gruppendynamische Prozesse zu initiieren und als Lehrperson zu begleiten.

Bei anderen Aufgabestellungen könnte vermehrt etwa das Arbeiten in Gruppen in den Vordergrund gestellt werden. So ist zum Beispiel die Bez. Gruppe eine Gruppe, die untereinander absolut keine Berührungspunkte hat. Hier wäre es interessant, in Zukunft die Gruppen aufgrund der Auswertung auch untereinander zu mischen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, das man nicht nur mit guten Freunden zusammenarbeiten kann, sondern dass eine fruchtbare Arbeit durchaus in Gruppen stattfinden kann, die sich unterschiedlich zusammensetzen. Die Lernenden sollen in Zukunft erfahren, dass es auch sehr anregend sein kann, in unterschiedlichen Gruppen zu arbeiten. Sie sollen das Positive aus einer Gruppenarbeit mitnehmen und sei es nur, dass man in einem gesitteten Ton miteinander diskutiert, den anderen zugehört, seine eigene Meinung formuliert und eigene neue Standpunkte kennen gelernt hat.

5. Mögliche Verbesserungen

Man könnte ganz bewusst vor der Gruppeneinteilung kleine Spiele machen, die zur Förderung des Teamgeistes beitragen.

Bsp. Anheben eines Wassereimers mit Seilen. Es wird zuerst in der Gruppe besprochen, wie man das Problem lösen will. Wenn man dann an die Arbeit geht, darf nicht mehr gesprochen werden.

Weiterhin könnte ein Auslosen der Gruppen stattfinden.

Die Beobachtung der einzelnen Gruppen könnte noch verfeinert werden. Es könnten im Vorfeld Fragen gestellt werden, die man untersuchen kann. Bsp.: Wer übernimmt welche Funktion innerhalb einer Gruppe? Behält er diese Funktion auch in einer anderen Gruppe? Und viele weitere Fragen gäbe es in Zukunft zu klären. Da es sich beim Werken jedoch nicht in erster Line um eine pädagogische Analyse von Gruppenmitgliedern handelt, werde ich in Zukunft gezielt versuchen, Fragen zu stellen, die mir Antworten oder Hinweise geben könnten, um die gruppendynamischen Prozesse besser zu verstehen und zu unterstützen.

B.) Didaktischer Teil

1. Grundlagen

Die Jugendlichen sollen sich anhand einer praktischen Arbeit mit dem Thema Klimaerwärmung auseinandersetzen. Sie sollen die Probleme in Gruppen lösen und ihre Resultate jeweils den anderen Gruppen vorstellen. So soll die Möglichkeit geschaffen werden, voneinander zu lernen und gleichzeitig sollen sich die Gruppen gegenseitig anspornen und befruchten in ihrer Arbeit.

Die Jugendlichen sollen lernen, sich in eine Gruppe einzufügen und verschiedene Rollen innerhalb der Gruppe wahrzunehmen. Auf das vorhandene Vorwissen soll aufgebaut und es soll erweitert werden. Das gesamte Thema soll innerhalb von 5 Doppellektionen behandelt werden.

Ich als Lehrperson werde versuchen, die Gruppen zu beraten, wenn dies nötig ist, und Tipps zu geben. Bei den nachfolgenden Ausführungen handelt es sich um die Planung des Unterrichts, wie er vor dem Beginn der Unterrichtseinheit geplant war.

2. Lernen durch Einsicht

Das gesamte Projekt steht unter dem didaktischen Motto: Lernen durch Einsicht des Gestaltpsychologen M. Wertheimer.

Einsichtiges Lernen kann gemäss dieser Theorie in folgende Phasen aufgeteilt werden:

1. Auftreten des Problems

Probleme können nur dann auftreten, wenn Ziele vorhanden sind. Auf dem Weg zum Ziel gibt es Barrieren, die es zu überwinden gilt. Die Diskrepanz zwischen dem Erreichen des Zieles und den Barrieren gilt es zu meistern.

2. Probierverhalten

Bereits bekannte und bewährte Verhaltensstrategien sollen ausprobiert werden. Führen diese nicht zum Ziel, wird meistens eine Denkpause eingelegt.

3. Umstrukturierung

Die einzelnen Elemente einer Situation werden zueinander in Beziehung gesetzt. Es wird solange ausprobiert und neu kombiniert, bis sich aus zunächst beziehungslosen Elementen ein sinnvolles Ganzes zusammenfügt.

4. Einsicht und Lösungen

Die Schüler sollen zu einem Aha-Erlebnis kommen.

5. Anwendung

Wenn die Lösung gefunden ist, setzt in der Regel sofort ein Handlungsprozess ein.

6. Übertragung

Die gefundene Lösung kann auf eine ganze Reihe ähnlicher Problemsituationen übertragen werden, was häufig auch als Transfer bezeichnet wird.

Diese Phasen sollen beobachtet, begleitet und gegebenenfalls unterstützt werden.

3. Voraussetzungen der Lernenden

3.1 Klassenzusammensetzung

Sek. Gruppe

Hier handelt es sich um eine Gruppe von 3. Sek. Schülerinnen und 4 Schülern der 3. Sek. Speziell für diesen Unterricht stösst noch ein Schüler des RIK dazu, er besucht nur diesen Unterricht zusammen mit den Schülerinnen und Schülern der 3. Sek. Klasse

Bez. Gruppe

Sie besteht ebenfalls aus insgesamt 8 Schülerinnen und Schülern, wobei die Gruppe aus 3 verschiedenen Klassen zusammengesetzt ist und einen unterschiedlichen Ausbildungsstand (2. Bez. und 3. Bez.) aufweist. 2 Schülerinnen stammen aus der gleichen 2. Bez. Klasse, 3 Schüler aus einer anderen 2. Bez. Klasse sowie 3 Schüler aus einer 3. Bez. Klasse.

Bez. und Sek. Gruppe

Alle Schülerinnen und Schüler haben die Aarauer Primarschulen oder die Primarschule einer umliegenden Aarauer Schule besucht (Ausnahme RIK-Schüler).

3.2 Pädagogisch-soziale Voraussetzungen

Sek. Gruppe

- Es handelt sich ausschliesslich um Schweizer Schülerinnen und Schüler, wobei eine Schülerin einen spanischen Vater und eine Schülerin einen italienischen Vater haben. Der RIK-Schüler stammt aus Serbien.
- Alle Schweizer Schülerinnen und Schüler haben ein Elternhaus, das aus einem bildungsnahen oder zumindest einem bildungsinteressierten Umfeld stammt. Beim RIK-Schüler habe ich keine Informationen zum Elternhaus.
- Alle Schülerinnen und Schüler sprechen und verstehen die deutsche Sprache. Der RIK-Schüler versteht und spricht die deutsche Sprache ziemlich gut, hat aber Mühe mit dem Schreiben.
- Die Gruppe ist insgesamt leistungswillig und leistungsfähig.
- Die Regeln und allfälligen Massnahmen bei Verstössen sind bekannt und werden von allen Lehrpersonen, die diese Klasse unterrichten, gleich gehandhabt. Als Fachlehrperson der Sek. Aarau habe ich bei Problemen die Unterstützung der jeweiligen Klassenlehrperson und der Schulleitung.
- Es gibt einen Sozialarbeiter an dieser Schule.
- Sonderprobleme einzelner Schülerinnen und Schülern gibt es keine. Gegebenenfalls würden sie mir schriftlich oder mündlich von der jeweiligen Klassenlehrperson oder vom Schulleiter mitgeteilt. Ich wurde vor Schuljahrbeginn gefragt, ob der RIK-Schüler zusammen mit dieser Klasse den Werkunterricht besuchen könne.
- Jede Klasse verfügt über einen Klassenchef, der auch das Klassenbuch führt. Im Werkunterricht ist nur ein Teil der Klasse anwesend, so kann es vorkommen, dass der jeweilige Klassenchef nicht anwesend ist. Da diese Unterrichtseinheit in Gruppenarbeit gelöst wird, braucht es nicht zwingend einen Klassenchef.
- Alle Adressen der Schülerinnen und Schüler sind in einem Verzeichnis vermerkt, das alle Lehrpersonen der Schule haben. Ebenfalls verfügen alle Schülerinnen und Schüler und Eltern über ein Verzeichnis mit allen Adressen der jeweiligen Lehrpersonen der Klasse. Die Eltern haben die Möglichkeit, den Unterricht in der Besuchswoche zu besuchen oder können sich bei mir für einen Besuch anmelden. Ich habe die Möglichkeit, an den Elternabenden der Klasse dabei zu sein.
- Adressen und Dienstwege zu den vorgesetzten Stellen sind bekannt.

Bez. Gruppe

- Bei den Schülerinnen und Schüler handelt es sich ausschliesslich um Schweizerinnen und Schweizer. Ein Schüler und eine Schülerin sind Geschwister, ihr Vater stammt aus dem Iran und hat einen islamischen Hintergrund.
- Alle Schülerinnen und Schüler haben ein Elternhaus, das aus einem bildungsnahen Umfeld stammt.
- Alle Schülerinnen und Schüler sprechen und verstehen die deutsche Sprache.
- Die Gruppe ist leistungswillig und leistungsfähig.
- Die Regeln und allfälligen Massnahmen bei Verstössen sind bekannt und werden von allen Lehrpersonen der Schule gleich angewendet. Es wird eine Strichliste im Klassenbuch geführt. Als Fachlehrperson der Bez. Aarau habe ich bei Problemen die Unterstützung der jeweiligen Klassenlehrperson.
- Alle Lehrpersonen haben einen Verhaltenskodex unterschrieben.
- Sonderprobleme von einzelnen Schülern sind mir in aller Regel bekannt und werden mir mündlich oder schriftlich von der jeweiligen Klassenlehrperson oder von der Schulleitung mitgeteilt.
- Jede Klasse verfügt über einen Klassenchef, welcher auch das Klassenbuch führt. Im Werkunterricht ist nur ein Teil der Klasse anwesend. So kann es vorkommen, dass der jeweilige Klassenchef nicht anwesend ist. Da diese Unterrichtseinheit in Gruppenarbeit gelöst wird, braucht es nicht zwingend einen Klassennchef
- Alle Adressen der Schülerinnen und Schüler sind in einem Verzeichnis vermerkt, das alle Lehrpersonen der Schule haben. Ebenfalls verfügen alle Schülerinnen und Schüler und Eltern über ein Verzeichnis mit allen Adressen der jeweiligen Lehrpersonen der Klasse. Die Eltern haben die Möglichkeit, den Unterricht in der Besuchswoche zu besuchen oder können sich bei mir für einen Besuch anmelden. Ich habe die Möglichkeit, an den Elternabenden der Klasse dabei zu sein.
- Adressen und Dienstwege zu den vorgesetzten Stellen sind bekannt.

3.3 Stofflich-methodische Voraussetzungen

Sek. Gruppe

- Gemäss Lehrplan sollten die Schülerinnen und Schüler mit folgenden Materialien vertraut sein: Papier, Karton, Holz und Holzwerkstoffe, Metall, Kunststoff, Ton und Draht. Ebenfalls sollte die einfache Bearbeitung der jeweiligen Materialien gemäss Lehrplan des Kantons Aargau bekannt sein. Auch sollten die Schüler vertraut sein mit der Bedienung und Handhabung einfacher Maschinen. Die Nachfrage beim Werklehrer, welcher diese Klasse bereits 2 Jahre unterrichtet, hat ergeben, dass dies der Fall ist. Die Voraussetzungen innerhalb der Gruppe sollten also etwa identisch sein. Eine Ausnahme ist der RIK-Schüler: Hier sind keine Informationen bekannt.
- Die Lernenden sind vertraut mit den Grundformen des Unterrichts und haben schon Erfahrung mit verschiedenen Unterrichtsarrangements. Eine Ausnahme ist der RIK-Schüler. Hier sind wiederum keine Informationen bekannt.
- Ein aktuelles Lehrmittel für den Werkunterricht ist nicht vorhanden. Es werden jedoch Arbeitsanleitungen eingesetzt.

Bez. Gruppe

- Die Schülerinnen und Schüler haben mindestens 1 Semester Werkunterricht bei mir gehabt und sind vertraut mit folgenden Materialien: Papier, Karton, Holz und Holzwerkstoffe, Metall, Kunststoff. Ebenfalls ist die einfache Bearbeitung der jeweiligen Materialien gemäss Lehrplan des Kantons Aargau bekannt. Die Schülerinnen und Schüler sind vertraut mit der Bedienung und Handhabung einfacher Maschinen. Viele Schülerinnen und Schüler basteln und werken gerne in ihrer Freizeit.
- Die Lernenden sind vertraut mit den Grundformen des Unterrichts und haben Erfahrung mit verschiedenen Unterrichtsarrangements.
- Ein aktuelles Lehrmittel für den Werkunterricht ist nicht vorhanden. Es werden jedoch Arbeitsanleitungen eingesetzt.

3.4 Räumliche Voraussetzungen

Sek. Gruppe

- Der Werkraum hat 12 Arbeitsplätze.
- Handwerkszeug ist genügend vorhanden. Von den Decoupiersägen und Ständerbohrmaschinen sind jeweils nur 2 vorhanden.
- Jede Schülerin und jeder Schüler verfügt über eine eigene Schachtel zum Aufbewahren von Arbeitsplänen.
- Die grossen Maschinen befinden sich in einem separaten Raum, der durch eine offene Tür vom eigentlichen Werkraum getrennt ist.

Bez. Gruppe

- Der Werkraum hat 12 Arbeitsplätze. Handwerkszeug ist genügend vorhanden. Von den Decoupiersägen und Ständerbohrmaschinen sind jeweils nur 2 vorhanden.
- Jede Schülerin und jeder Schüler verfügt über eine eigene Schachtel zum Aufbewahren von Arbeitsplänen.
- Die grossen Maschinen befinden sich in dem gleichen Raum, in dem die Schüler arbeiten.

[...]

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Details

Titel
Bau eines Solarkochers im Unterrichtsfach Werken
Hochschule
Fachhochschule Nordwestschweiz
Autor
Jahr
2008
Seiten
81
Katalognummer
V129836
ISBN (eBook)
9783640414208
ISBN (Buch)
9783640411726
Dateigröße
3694 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Solarkochers, Unterrichtsfach, Werken
Arbeit zitieren
Peter Roschi (Autor), 2008, Bau eines Solarkochers im Unterrichtsfach Werken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129836

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