In den letzten zwanzig Jahren sind die Investitionen im Sportsponsoring stetig gestiegen. Im Kalenderjahr 2020 lagen die Ausgaben der Unternehmen für die Förderung im Sportsponsoring bei 3,8 Milliarden Euro. Die meisten Investitionen werden dabei im Fußball getätigt. In der Saison 2020/2021 haben 75 % der 100 Sponsoren mit den höchsten jährlichen Investitionssummen im Sport in Deutschland in den Fußball investiert.
Die genannten Informationen und Zahlen verdeutlichen, dass das Thema Sponsoring im Fußball eine ökonomische Bedeutung hat für den Sponsor und den Gesponserten. Das gibt Anlass dazu, sich mit der Fragestellung der Besteuerung bei Sponsorships im Fußball auseinanderzusetzen.
In dieser Arbeit wird untersucht, wie die steuerliche Auslegung beim Förderer und beim Geförderten aussieht und ob es Unterschiede gibt zwischen den beiden Beteiligten. Außerdem wird der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten es bei der Besteuerung gibt und welche davon einen Vorteil bzw. Nutzen für den Sponsor und den Gesponserten haben.
Danach werden steuerrechtliche Grundlagen erklärt, mit dem Ziel, ein Verständnis für die Besteuerung im Sponsoring zu bekommen und dafür, welche Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) relevant für die Thematik sind. Zudem wird aufgezeigt, dass zwischen steuerpflichtigen und -freien Einnahmen unterschieden werden muss. Ein Beispiel für Letztere ist die Spende.
Die steuerrechtlichen Grundlagen werden auf die Bandenwerbung und auf die Trikotwerbung angewendet. Im Abschnitt zur Bandenwerbung wird anhand eines fiktiven Fallbeispiels verglichen, welche wirtschaftlichen Folge es haben kann, ein Sponsorship mit und ohne die Hilfe einer Werbeagentur einzugehen.
Zudem wird bezüglich der Motivation der Kooperation zwischen dem Bundesligaverein Sport-Club (SC) Freiburg e. V. und der Schwarzwald GmbH eine Analyse hinsichtlich des Trikotsponsorings dargestellt und ein Beispiel aus der Praxis präsentiert. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf einer weiteren Wahlrechtsmöglichkeit gem. § 64 Abs. 6 Nr. 1 AO für Vereine.
Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und es wird ein Resümee gezogen. Bei den professionellen Fußballvereinen muss bedacht werden, dass aufgrund der bestehenden Position der Gemeinnützigkeit die Vereine steuerliche Vorteile haben können. Weiterhin ist anzumerken, dass bei der Berechnung der Besteuerung der Fokus der Körperschafts- und Gewerbesteuer gelegt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Steuerrechtliche Grundlagen
2.1 Allgemein
2.2 Sponsor
2.2.1 Aufwendungen als Betriebsausgaben
2.2.2 Aufwendungen als Spende
2.2.3 Aufwendungen als nicht abziehbare Kosten der Lebensführung/ verdeckte Gewinnausschüttungen
2.3 Gesponserter
2.3.1 Ideeller Bereich und Vermögensverwaltung
2.3.2 Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
3 Bandenwerbung
3.1 Allgemein
3.2 Fallbeispiel ohne Werbeagentur
3.2.1 Sponsor und Gesponserter
3.3 Fallbeispiel mit Werbeagentur
3.3.1 Sponsor und Gesponserter
4 Trikotwerbung
4.1 Allgemein
4.2 SC Freiburg e. V. und Schwarzwaldmilch GmbH
4.2.1 Sponsor und Gesponserter
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit verfolgt das primäre Ziel, die steuerliche Behandlung von Sponsoring im Profifußball aus Sicht des Sponsors (Kapitalgesellschaften) sowie des Gesponserten (eingetragene Vereine) zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie sich verschiedene Sponsoringmodelle – insbesondere Banden- und Trikotwerbung – unter Berücksichtigung steuerrechtlicher Rahmenbedingungen auf die Steuerlast der jeweiligen Beteiligten auswirken.
- Steuerrechtliche Klassifizierung von Sponsoringaufwendungen (Betriebsausgaben vs. Spenden)
- Unterscheidung der Sphären bei Sportvereinen (ideeller Bereich, Vermögensverwaltung, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb)
- Ökonomische Analyse der Bandenwerbung mit und ohne Einbindung einer Werbeagentur
- Praxisbeispiel zum Trikotsponsoring und Prüfung der Gewinnpauschalisierung für Vereine
Auszug aus dem Buch
3.2 Fallbeispiel ohne Werbeagentur
Der Fußballprofiverein X e. V. aus Berlin hat einen Sponsoringvertrag mit der Kapitalgesellschaft Y GmbH abgeschlossen. Der Verein stellt dem Unternehmen eine Werbebande im eigenen Stadion zur Verfügung und wird mit einer Geldleistung von der GmbH gefördert. Der Gesponserte engagiert sich und unterstützt den Sponsor bei der Aktion. Im Stadion des Klubs werden bei den Heimspielen auf einer LED-Bande das Logo und der Name der GmbH abgebildet. Dafür erhält der Geförderte Einnahmen i. H. v. 50.000 €. Die Kosten liegen für eine 5-lfm-LED-Bande bei 21.000 €.
In diesem Fall hat der Sponsor die Intention, durch Bandenwerbung auf sein Unternehmen aufmerksam zu machen. Es wird ein ökonomischer Nutzen angestrebt, da unter anderem Kunden gewonnen werden können, die entweder als Zuschauer bei den Heimspielen sind oder beispielsweise eine Liveübertragung verfolgen. Das Prestige der GmbH kann bewahrt oder gesteigert werden. Nach dieser Annahme können die Aufwendungen von 50.000 € als Betriebsausgaben angesetzt werden, wenn sie vom Unternehmen betrieblich gem. § 4 Abs. 4 EStG festgelegt werden. Die Folge für die Gesellschaft ist, dass die Betriebsausgaben für das Sponsoring steuerlich abzugsfähig sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Relevanz des Sportsponsorings ein und definiert die Fragestellung zur steuerlichen Auslegung bei Förderern und Geförderten im Profifußball.
2 Steuerrechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für Sponsoren und Vereine, inklusive der Abgrenzung von Betriebsausgaben, Spenden und der verschiedenen Sphären der Vereinsbesteuerung.
3 Bandenwerbung: Hier wird anhand fiktiver Fallbeispiele der Einfluss einer Werbeagentur auf die steuerliche Belastung bei Bandenwerbung ökonomisch analysiert und gegenübergestellt.
4 Trikotwerbung: Dieses Kapitel untersucht das Trikotsponsoring anhand des Praxisbeispiels SC Freiburg und erörtert die Möglichkeiten der Besteuerungsarten für Gemeinnützigkeitsvereine.
5 Fazit: Das Fazit fasst die steuerlichen Vorteile durch gezielte Vertragsgestaltung (z. B. Einbindung von Agenturen oder Gewinnpauschalisierung) zusammen und gibt einen Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Sponsoring, Profifußball, Steuerrecht, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Betriebsausgaben, Spenden, Bandenwerbung, Trikotwerbung, Gemeinnützigkeit, wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, Vermögensverwaltung, Sportrechteagentur, Gewinnpauschalisierung, Steuerbelastung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die steuerrechtlichen Implikationen von Sponsoringaktivitäten im deutschen Profifußball für Sponsoren und Vereine.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einordnung von Sponsoringleistungen als Betriebsausgaben versus Spenden sowie die Abgrenzung der drei steuerlichen Sphären von Sportvereinen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie sich die steuerliche Auslegung beim Sponsor und Gesponserten unterscheidet und welche Modelle (mit/ohne Agentur) steuerliche Vorteile bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturrecherche für die rechtlichen Grundlagen und führt eine steuerökonomische Fallstudienanalyse (Banden- und Trikotwerbung) durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in steuerrechtliche Grundlagen, eine detaillierte Analyse der Bandenwerbung sowie die Untersuchung der Trikotwerbung am Beispiel des SC Freiburg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sponsoring, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Gemeinnützigkeit und wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb.
Wann ist es für einen Verein vorteilhaft, eine Werbeagentur in die Bandenwerbung einzubinden?
Es ist vorteilhaft, wenn durch die Agentur die Einordnung als steuerfreie Vermögensverwaltung erreicht wird und die Provision der Agentur nicht mehr als ein Viertel des Gewinns beträgt.
Warum ist die Wahl zwischen Gewinnpauschalisierung und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für Vereine relevant?
Die Wahl ist relevant, da sie die Höhe des zu versteuernden Gewinns maßgeblich beeinflusst, insbesondere wenn die laufenden Kosten der Sponsoringmaßnahme verhältnismäßig niedrig sind.
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- Anonym (Autor:in), 2022, Eine ökonomische Analyse des Sponsorings im Profifußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1298393