Mundpflegerische Maßnahmen zur Verringerung von beatmungsassoziierten Pneumonien auf der Intensivstation

Literaturrecherche zur Evidenzbasierung


Hausarbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Recherche
2.1 Online- Recherche:
2.1.1 Deutschsprachige Recherche:
2.1.2 Englischsprachige Recherche
2.2 Handsuche in Bibliotheken

3. Ergebnisse
3.1. Systematische Übersichtsarbeit
3.2. Randomisiert-kontrollierte Studie 1
3.3 Randomisiert-kontrollierte Studie 2
3.4 Artikel

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang

1. Einleitung

Nosokomiale Infektionen führen nicht nur zu erhöhtem Leid für Patienten, sondern kosten das Gesundheitswesen jährlich Millionen.

Die NIDEP-Studie (Nosokomiale Infektionen in Deutschland - Erfassung und Prävention) untersuchte die nosokomialen Infektionen und fand heraus, dass etwa 3,5% aller Patienten im Krankenhaus sich nosokomial infizierten, auf Intensivstationen lag die Rate sogar bei 15%.[1]

Laut des Krankenhaus-Infektions-Surveillance-Systems (KISS) von 2003 sind Pneumonien die häufigste nosokomiale Infektion in Deutschland mit einer Rate von 48%.[2]

Das Risiko an einer Pneumonie zu erkranken steigt erheblich an, wenn der Patient maschinell beatmet wird. Mit Zunahme der Beatmungsdauer steigt auch das Infektionsrisiko kumulativ an. Aufgrund der Intubation wird eine direkte Verbindung zum respiratorischen Trakt hergestellt, dies begünstigt das Eindringen pathogener Keime aus dem Mundrachenraum.[3]

Eine beatmungsassoziierte Pneumonie führt, je nach Studie, zu einem verlängerten Aufenthalt auf der Intensivstation von 5-13 Tagen und steigert die Mortalität um 16-39%.[4]

Insgesamt beläuft sich die jährliche Infektionsrate der beatmungsassozierten Pneumonie auf 22.000. Von diesen 22.000 Patienten sterben ca. 10%, das heißt pro Jahr versterben etwa 2.200 Patienten an den Folgen einer beatmungsassoziierten Pneumonie.[5]

Diese Fakten verdeutlichen, dass es unabdingbar ist vermeidbare Infektionen zu erkennen und ihr Auftreten zu verhindern.

Einer Studie aus 2007 zufolge werden mangelnde orale Hygiene und oropharyngealer Kolonisation mit pathogenen Keimen direkt in Verbindung mit dem Auftreten von Pneumonien gebracht.[6]

Diese Ergebnisse zeigen auf, dass Mundpflege eine wichtige Prophylaxemaßnahme für eine nosokomiale Pneumonie ist.

In der Pflege werden jedoch verschiedenste Mundpflegeartikel benutzt und Mundpflegemaßnahmen durchgeführt, in manchen Kliniken gibt es Leitlinien, nach denen die Mitarbeiter verfahren sollen, in anderen führt sie jeder einzelne nach bestem Gewissen durch.

Im Rahmen einer evidenzbasierten Pflege müssen wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Verfügung stehen, die Pflegekräften die Möglichkeit gibt, aktiv nosokomiale Pneumonien zu verhindern.

In der folgenden Literaturrecherche wird unter der Fragestellung „Welche mundpflegerischen Maßnahmen können das Auftreten von beatmungsassoziierten Pneumonien bei erwachsenen, intubierten und maschinell beatmeten Patienten auf einer Intensivstation verringern?“ nach möglichen Maßnahmen und dessen Evidenz recherchiert.

Im folgenden Teil wird die Recherche dargestellt, aufgegliedert in englisch- und deutschsprachige Onlinerecherche sowie der Suche in Bibliotheken. Anschließend werden die aussagekräftigsten Artikel vorgestellt und zuletzt wird ein Resümee der Literaturrecherche gezogen.

2. Darstellung der Recherche

2.1 Online- Recherche:

In der Online Recherche wurden ausschließlich bekannte und fachlich kompetente medizinische und pflegerische Datenbanken benutzt.

Es wurden die Datenbanken CareLit (Literaturdatenbank für Management und Pflege), GeroLit (Der Online-Katalog der DZA-Bibliothek), Cinahl (Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature), PubMed, Datenbank des Robert Koch Instituts und DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) in Einbezug der folgenden Datenbanken: Medline, Deutsches Ärzteblatt, Karger-Verlagsdatenbank, Kluwer-Verlagsdatenbank, Krause & Pachernegg Verlagsdatenbank, Springer-Verlagsdatenbank, Cochrane Library, Springer-Verlagsdatenbank, Thieme Verlagsdatenbank, Thieme PrePrint durchsucht.

Zusätzlich wurde über Google und Googlescholar mit den gleichen Stichwörtern gesucht, um eine Abdeckung auch außerhalb von medizinischer/pflegerischer Fachdatenbanken zu gewährleisten.

In den Datenbanken, wo Limitierungen möglich waren, wurde das Erscheinungsjahr auf den Bereich 2000-2009 limitiert, außerdem wurde nur nach englisch- und deutschsprachiger Literatur gesucht. Bei ausgewählten Artikeln wurden einige der im Literaturverzeichnis aufgeführten Quellen recherchiert.

2.1.1 Deutschsprachige Recherche:

Um einen Überblick der erschienen Literatur zu erhalten wurde vorerst mit den Suchbegriffen „Mundpflege“ und „orale Hygiene“ gesucht.

Die Treffer waren sehr umfangreich, daher wurden anschließend zusätzlich mit den Begriffen „beatmungsassoziierter Pneumonie“, „Prävention“, „Beatmung“, „beatmet“, „Pneumonie“ sowie „nosokomiale Infektion“ und „nosokomiale Pneumonien“, ,„Intensivstation“, „Intensivpatient“, „Intensivtherapie“ in allen möglichen Kombinationen gesucht. Dabei wurden auch Trunkierungen benutzt um alle möglichen Wortendungen abzudecken.

Anschließend wurden die Treffer auf Passgenauigkeit überflogen und die wichtigsten Artikel wurden anschließend in der Bibliothek der Fachhochschule Fakultät V und der Medizinischen Hochschule Hannover gesichtet.

Die meisten der gefundenen Artikel konnten die Forschungsfrage jedoch nicht beantworten. Die Artikel gingen entweder in Bezug auf die Prophylaxe nicht auf Mundpflege ein, oder aber es wurden zwar Mundpflegemaßnahmen behandelt, jedoch ohne dass die untersuchte Patientengruppe intubiert und beatmet war.

Die Suchwörter ergaben keine verwertbare Literatur im deutschsprachigen Datenbanken, daher wurde, um einen adäquaten Vergleich zwischen deutsch- und englischsprachiger Literatur zu finden, PubMed und Dimdi erneut mit allen möglichen Kombinationen durchsucht, jedoch mit der Limitation „deutschsprachig“.

So konnte überprüft werden, ob es deutschsprachige Publikationen gab, die die Forschungsfrage beantworten können.

2.1.2 Englischsprachige Recherche

Die zunächst benutzten englischsprachigen Suchbegriffe waren „oral hygiene“ und „mouth hygiene“.

Die Trefferquote war sehr hoch und beinhaltete auch viele Artikel, die dentale Erkrankungen umfassten sowie viele medizinische Artikel zur Prävention von beatmungsassoziierten Pneumonien. So wurde den englischen Suchbegriffen das Wort „care“ hinzugefügt um pflegerelevante Ergebnisse zu erhalten.

Die Treffer waren weiterhin sehr umfangreich. Um diese weiter zu spezifizieren wurden zusätzlich die Begriffe „pneumonia“, „VAP“, „ventilator associated pneumonia“, „ventilated“, „ventilation“ „mechanical ventilation“ und „nosocomial infection“, und „intensive care“, „critical ill“ „ICU“ in Verbindung mit den oben genannten Suchbegriffen gesucht. Zusätzlich wurden auch Trunkierungen benutzt um alle möglichen Wortendungen abzudecken.

Um beispielhaft aufzuzeigen, wie die Suche gestaltet wurde, befindet sich im Anhang eine Tabellarische Darstellung der Suche in PubMed.

Es wurden sehr viele Treffer gefunden, die sich mit Prävention von beatmungsassoziierten Pneumonien beschäftigten. Jedoch wurden nur sehr wenige Artikel gefunden, die die Prophylaxe durch Mundpflege behandelten.

Diese Artikel wurden entweder online, oder in der Bibliothek der Medizinischen Hochschule bezogen.

2.2 Handsuche in Bibliotheken

Zunächst wurde in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover, Fakultät V, Standort Blumhardtstrasse der OPAC genutzt. Dies gab aber keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Daher wurde in folgenden Pflegezeitschriften der Jahrgänge 2000- 2009 gesucht: „Die Schwester/Der Pfleger“, „Pflege“, „Pflege Zeitschrift“, „PrInternet“ und „Pflege & Gesellschaft“.

Dabei wurde im Inhaltsverzeichnis nach „nosokomiale Infektion“, „Pneumonie“, „Intensivstation“ und „Beatmung“ gesehen und dann gegebenenfalls der Artikel gesichtet um die Relevanz zu beurteilen.

Da keine ausreichenden Ergebnisse gefunden werden konnte, wurde die Suche in der Bibliothek der Medizinischen Hochschule Hannover weitergeführt, dabei wurden erneut die Jahrgänge 2000 bis 2009 berücksichtigt, die Stichwortsuche war dieselbe wie in der Bibliothek der Fachhochschule. Die gesichteten Zeitungen waren:

„Pflegen Intensiv“, „Der Pneumologe“, „intensiv“, „Intensivmedizin und Notfallmedizin“, „Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie“, „Pflege aktuell“, „Pneumologie“ und „Der Anästhesist“.

[...]


[1] vgl. Zuschneid 2006, S. 9

[2] vgl. Robert Koch-Institut 2004

[3] vgl. Sitzmann 2009, S. 17

[4] vgl. Mattner u. a. 2005, S.79-80

[5] vgl. Zuschneid 2006, S. 13

[6] vgl. Tantipong u.a. 2008, S. 131

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Mundpflegerische Maßnahmen zur Verringerung von beatmungsassoziierten Pneumonien auf der Intensivstation
Untertitel
Literaturrecherche zur Evidenzbasierung
Hochschule
Hochschule Hannover
Veranstaltung
Evidence Based Nursing
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V129914
ISBN (eBook)
9783640391363
ISBN (Buch)
9783640391530
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beatmung, Mundpflege, Mundpflegemaßnahmen, VAP, beatmungsassoziierte Pneumonie, Pneumonie, Intensivstation, nosokomiale Infektion, intubiert, Pflege
Arbeit zitieren
Anni-Katharina Brandt (Autor), 2009, Mundpflegerische Maßnahmen zur Verringerung von beatmungsassoziierten Pneumonien auf der Intensivstation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129914

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