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Die Wiedergeburt des Mythos in der Postmoderne – Ovids „Metamorphosen“ in Ransmayrs „Die letzte Welt“

Title: Die Wiedergeburt des Mythos in der Postmoderne – Ovids „Metamorphosen“ in Ransmayrs „Die letzte Welt“

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jessica Mohr (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Keinem bleibt seine äußre Gestalt, die Verwandlerin aller / Dinge, Natur, sie läßt aus Einem das Andere werden.“
Dieses Zitat stammt aus den „Metamorphosen“ des römischen Dichters Ovid und spielt eine tragende Rolle in Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte Welt“. Schon beinahe gänzlich ins Abseits gedrängt, erlebt der Mythos in postmoderner Literatur einen enormen Aufschwung, wird sozusagen wiedergeboren. Mit Ransmayrs Roman „Die letzte Welt“ liegt uns ein Werk vor, das in postmoderner Umgebung das klassische Palimpsest, die „Metamorphosen“ des Dichters Ovid, wiederauferstehen lässt. Nicht zuletzt deshalb erfährt Ransmayrs „Letzte Welt“ fast ausschließlich positive Resonanz. So loben zahlreiche „Feuilletons von Frankfurter Allgemeiner, Zeit, Spiegel bis hin zur taz […] einstimmig“ den Roman, der „spielerische Umgang mit […] den Metamorphosen Ovids“ fasziniert die Rezensenten.
Zunächst werde ich auf das allgemeine Verständnis des Mythos in postmoderner Literatur eingehen und zeigen wie sich dieses auf Ransmayrs Roman auswirkt. Im zweiten Teil meiner Arbeit sollen dann die Ovidischen „Metamorphosen“ näher beleuchtet und ihr Einfluss auf den vorliegenden Roman erkennbar werden. Des weiteren werden die Gemeinsamkeiten der beiden Werke herausgefiltert und ihre Unterschiede klar abgetrennt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der postmoderne Rückgriff auf den Mythos

2.1 Philosophische Ansätze zum postmodernen Mythos

2.2 Der Umgang mit dem Mythos in „Die letzte Welt“

3. Ovids „Metamorphosen“ in der „Letzten Welt“

3.1 Antike Voraussetzungen zum Roman und Ransmayrs Umsetzung

3.2 Die „Metamorphosen“ der „Alten Welt“

3.3 Die „Metamorphosen“ der „Letzten Welt“ - Parallelen und Unterschiede zu Ovids Werk

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den postmodernen Rückgriff auf den Mythos anhand von Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte Welt“. Dabei wird analysiert, wie Ransmayr das antike Epos von Ovid als Palimpsest nutzt, um in einer technisierten, der Wirklichkeit entfremdeten Welt eine neue, mythische Erzählstruktur zu erschaffen und zentrale Fragen über Zerfall und Identität zu verhandeln.

  • Die Wiedergeburt des Mythos in der literarischen Postmoderne.
  • Die Funktion und Dialektik des Mythos als Trost und Bewältigungsstrategie.
  • Der Vergleich zwischen den antiken „Metamorphosen“ und Ransmayrs Romanadaption.
  • Die Auflösung von Identitäten und das Prinzip der „Metamorphose“ bei Ransmayr.
  • Die intertextuelle Bezugnahme als zentrales Merkmal postmodernen Erzählens.

Auszug aus dem Buch

3.1 Antike Voraussetzungen zum Roman und Ransmayrs Umsetzung

Der römische Dichter Publius Ovidius Naso verfasst im Jahre 8 n. Chr. sein berühmtes Epos „Metamorphoses“. Kurz vor Beendigung des Werks wird er vom Imperator Augustus nach Tomi ans Schwarzen Meer verbannt. Zu dieser Zeit befindet sich Ovid gerade mit einem seiner meist vertrauten Freunde, Cotta Maximus, auf Elba. Nach vergeblichen Gnadengesuchen, verbrennt der Dichter aus Verzweiflung sein Handexemplar der „Metamorphosen“, von denen jedoch schon mehrere Abschriften existieren, die dafür sorgen, dass das Werk nicht völlig verloren geht. Die Gründe für Ovids Verbannung wurden auch nach zahlreichen Forschungen nie wirklich aufgedeckt.

Eigentlich sollte Ransmayr die „Metamorphosen“ für die von Hans Magnus Enzensberger initiierte „Andere Bibliothek“ in zeitgenössische Prosa umarbeiten. Aber nach intensiver Beschäftigung mit dem antiken Werk, schreibt er es völlig neu: Ransmayr überträgt zwar den historischen Stoff in seinen Roman, bearbeitet ihn aber mit viel dichterischer Freiheit und setzt ihn somit in völlig neue Zusammenhänge. Ihm geht es nicht um eine Nacherzählung der ovidischen Biographie, er verwebt seine eigene Fiktion über das Leben des Dichters mit Gestalten aus „Metamorphosen“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Ovids Metamorphosen für Ransmayrs Roman ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das allgemeine Verständnis des Mythos in der Postmoderne.

2. Der postmoderne Rückgriff auf den Mythos: Dieses Kapitel erörtert die philosophischen Ansätze, die den Mythos als Gegenentwurf zur rationalen Aufklärung begreifen und analysiert, wie Ransmayr den Mythos in seinem Roman als Mittel gegen die Entfremdung der technischen Zivilisation einsetzt.

3. Ovids „Metamorphosen“ in der „Letzten Welt“: Dieses Hauptkapitel untersucht die antiken Grundlagen des Epos im Vergleich zu Ransmayrs Roman, beleuchtet die Struktur und Funktion der Metamorphosen und analysiert detailliert die Parallelen sowie die bewusste Abweichung Ransmayrs vom ovidischen Vorbild.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Ransmayrs Werk über ein reines literarisches Spiel hinausgeht und eine apokalyptische Metapher für den Zerfall unserer eigenen, heutigen Welt darstellt.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Mythos, Ovid, Ransmayr, Metamorphosen, Die letzte Welt, Intertextualität, Identität, Zerfall, Wirklichkeit, Palimpsest, Mythologie, Literaturwissenschaft, Verwandlung, Erzählstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Einsatz des antiken Mythos in Christoph Ransmayrs Roman „Die letzte Welt“ und vergleicht diesen mit dem klassischen Epos von Ovid.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt den postmodernen Mythosbegriff, die Funktion von Mythen als Trost in einer technisierten Welt sowie das Phänomen der Identitätsauflösung durch das Prinzip der Metamorphose.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Ovids Metamorphosen auf Ransmayrs Roman darzulegen und die Gemeinsamkeiten sowie gravierenden Unterschiede zwischen den beiden Werken wissenschaftlich herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext Ransmayrs in den Kontext philosophischer und literaturtheoretischer Diskurse zur Postmoderne stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des postmodernen Mythosverständnisses und eine detaillierte vergleichende Textanalyse zwischen Ovid und Ransmayr unter Berücksichtigung von Figuren, Motiven und Erzähltechniken.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Intertextualität, Palimpsest, Entmystifizierung, Identitätsauflösung und der Gegensatz von Vernunft und Mythos.

Warum verbrennt Ovid im Roman seine Manuskripte?

In Ransmayrs Roman ist dies eine bewusste Entscheidung, die den Dichter weiter mystifiziert und den Protagonisten Cotta dazu veranlasst, sich auf die Suche nach den Inhalten zu begeben, wodurch der Mythos eine neue Eigendynamik entwickelt.

Wie unterscheidet sich die Metamorphose bei Ransmayr von der bei Ovid?

Bei Ovid sind Verwandlungen meist kausal begründet und dienen der Wesensenthüllung durch Götter, während bei Ransmayr die Verwandlungen oft willkürlich, grundlos und eher als Auflösung von Identität dargestellt werden.

Ist „Die letzte Welt“ eine bloße Nacherzählung?

Nein, der Autor betont, dass Ransmayr den antiken Stoff als Rohmaterial verwendet, um eine völlig eigene, irreale Welt zu konstruieren, die eher als apokalyptische Metapher für die Gegenwart zu lesen ist.

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Details

Title
Die Wiedergeburt des Mythos in der Postmoderne – Ovids „Metamorphosen“ in Ransmayrs „Die letzte Welt“
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,0
Author
Jessica Mohr (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V129922
ISBN (eBook)
9783640359233
ISBN (Book)
9783640359585
Language
German
Tags
Wiedergeburt Mythos Postmoderne Ovids Ransmayrs Welt“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Mohr (Author), 2007, Die Wiedergeburt des Mythos in der Postmoderne – Ovids „Metamorphosen“ in Ransmayrs „Die letzte Welt“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129922
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