Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache


Hausarbeit, 2008

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Anglizismen
2.2 Fremdwort
2.3 Lehnwort
2.4 Herkunft von Anglizismen

3. Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache
3.1 Englisch vor dem 19. Jahrhundert
3.3 Englisch im 19. Jahrhundert
3.4 Englisch im 20. Jahrhundert

4. Die Integration von Anglizismen in der Kommunikation
4.1 Anglizismen im öffentlichen Leben
4.2 Anglizismen in der Wirtschaft
4.3 Anglizismen in der Wissenschaft

5. Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache
5.1 Sprache
5.2 Werbung
5.3 Massenmedien

Textanalyse

6. Aufgaben moderner Sprachentwicklung

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die grundlegenden Leistungen von Sprache machen sie zu einem für den Menschen unschätz - baren Instrument. Neben der sozialen Interaktion und dem Ausdruckswert dient sie vor allem als Werkzeug des Denkens. Wäre es nicht möglich komplexe Gedankengänge in Worte zu fassen, würde sich die Ausgestaltung solcher Sachverhalte als äußerst schwierig gestalten. Das, was man sprichwörtlich in Worte fassen kann, macht das Gesagte für andere nachvoll - ziehbar. Somit dient Sprache auch der Überprüfung der eigenen aktuellen Realität. Da unsere Realität ständig Veränderungen unterworfen ist, verändert sich auch das Vokabular der Spra - che. Neue Dinge bedürfen teilweise neuer Wortschöpfungen. Zum einen tritt hierbei die Eigenleistung des jeweiligen Sprachsystems in Kraft, zum anderen werden bereits existieren - de Wörter aus fremden Sprachen übernommen. Dabei nutzen nicht alle Gesellschaften und Kulturen die Sprache in demselben Umfang wie wir. Die Sprache dient unserer Gesellschaft zur Erschließung neuer Dinge. Durch das Zusammenwachsen der Welt wird der Sprache eine neue, wichtige Rolle zugewiesen. Sprachen sind offene Systeme, die durch interkulturelle Integrationsprozesse ihre Identität bekommen.

Die deutsche Sprache ist eine sehr weltoffene Sprache. Die Entwicklung des Deutschen ge - schah „unabhängig von politischen Verhältnissen, die mit den sprachgeographischen stets inkongruent waren“[1]. Das bedeutet, dass die einheitliche deutsche Sprache nicht durch poli - tisch motivierten Machtwillen, sondern vielmehr durch Professoren, Gelehrte und Geistliche, wie beispielsweise Martin Luther und die Buchdrucker, entstand.

Die Standardisierung zu einer stark normierten deutschen Sprache war nicht nur vom Bedürfnis nach besser überregionaler Verständlichkeit bis ins 18. Jh her motiviert und auch nicht vom Ziel einer staatlichen Einigung. Im Vordergrund stand vielmehr das Ziel einer kunstmäßigen Sprachkultivierung im gesellschaftsgeschichtlichen Sinne einer bildungsbürgerlichen Förderung eines neuen mittelschichtlichen Standesprestiges gegen das lateinisch-geistliche und französisch-spätfeudale Kulturmonopol […].[2]

Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – bedienten sich die Sprachschöpfer anderer Spra - chen, zum größten Teil dem Lateinischen, aber auch dem Französischen, Arabischen und vor allem auch dem Englischen.[3] Gerade der englische Einfluss war in den vergangenen zwei Jahrhunderten prägend.

In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit dem Einfluss des Englischen auf die Deutsche Sprache befassen. Es soll der Einfluss auf die drei Bereiche Entwicklung der Sprache im geschichtlichen Kontext, Kommunikation und Medien dargestellt werden. Unter Einbezug von Milieus, Medien, politischer und gesellschaftlicher Entwicklung will ich versuchen, den Integrationsprozess und dessen eventuelle Veränderungen und neue Aufgaben aufzuzeigen.

2. Definitionen

2.1 Anglizismus

Unter Anglizismus versteht man ein englisches Wort, eine englische Redewendung, eine englische Abkürzung oder ein Produkt, das aufgrund von englischsprachigem Einfluss verän - dert wurde. Diese Veränderungen können in morphologischer, semantischer, syntaktischer, orthographischer, lautlicher und frequenzmäßiger Hinsicht auftreten.[4] Dazu gehören auch Entlehnungen, die ursprünglich aus anderen Sprachen kommen und erst über die englische Sprache ins Deutsche importiert wurden.

2.2 Fremdwort

Mit dem Terminus Fremdwort wird die direkte Übernahme eines mono- oder polymorphematischen Wortes als Simplex oder als Kompositum aus einer anderen Sprache bezeichnet. Dabei behält das übernommene Wort in Schreibung und Lautung seine ursprüngliche Form, und auch in morphologischer Hinsicht weist es keine Anpassung an die aufnehmende Sprache. Das heißt, dass Betonung, Schreibweise und Flexion von deutschen Wörtern abweichen. Einzige Ausnahme ist die Großschreibung bei Substantiven[5].

2.3 Lehnwort

Der Ursprung von Lehnwörtern liegt in fremden Sprachen: Ein solches Wort, erfährt nach seiner Übernahme in den aufnehmenden Sprachschatz gewisse Veränderungen hinsichtlich Schreibung, Lautung und Flexion. Dabei wird das Fremdwort soweit an das „einheimische Wortgut angeglichen, dass es [...] nicht mehr als Wort fremder Herkunft erkannt wird“[6]. Allerdings gehen gerade in Bezug auf die genaue Differenzierung von Fremd- und Lehnwörtern die Meinungen auseinander.

2.4 Herkunft von Anglizismen

Grundlagen für Anglizismen sind britisches, amerikanisches, kanadisches, südafrikanisches und australisch-neuseeländisches Englisch. Für die deutsche Sprache war bis zum Ersten Weltkrieg vor allem britisches Englisch von Bedeutung[7]. Nach 1917 und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erhält das amerikanische Englisch starke Dominanz. Trotz allem ist eine exakte Unterscheidung der Herkunft sehr schwierig, so dass ich im Folgenden keine Differenzierung vornehmen, sondern lediglich vom Englischen sprechen werde.

3. Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache

3.1 Englisch vor dem 19. Jahrhundert

Wie bereits einleitend erwähnt, war das Deutsche immer schon für interlingualen Integrationen fremder Sprachbegriffe offen. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts beträgt der Anteil der Entlehnungen aus dem Lateinischen zwischen 42 bis 54 %. Somit machen lateinische Lehnwörter rund die Hälfte des deutschen Sprachschatzes aus. Dieser Einfluss lässt allerdings soweit nach, dass mit Ende des 18. Jahrhunderts der lateinische Anteil nur noch 28% beträgt.Vor allem vor dem 19.Jahrhundert kommt die Verwendung französischer Worte sehr in Mode. Besonders höhere Schichten sprechen zu dieser Zeit in den Kaffeehäusern und bei gesellschaftlichen Anlässen französisch. Dementsprechend groß ist zu dieser Zeit auch der Einfluss, den die französische Sprache auf das Deutsche ausübt. Um 1860 liegt der Anteil französischer Entlehnungen bei rund 60%. Wortübernahmen aus dem Englischen sind vor dem 19. Jahrhundert mit weniger als 8% noch sehr gering[8].

3.2 Englisch im 19. Jahrhundert

Mit dem 19. Jahrhundert beginnt auch die Integration des Englischen in die deutsche Sprache. Es findet förmlich eine Umkehrung zwischen dem Einfluss des Französischen mit dem Englischen statt. Zurückzuführen ist dies auf die Stellung Englands als politische Großmacht und dessen Einfluss in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Politik, Industrie, Wissenschaft und Seefahrt. Beginnend in den Handelsstädten Norddeutschlands und an den Küsten werden englische Worte vor allem durch den florierenden Handel mit Großbritannien aufgenommen. Aus den weniger als 10% Lehnwörtern in den vorangegangenen Jahrhunderten werden fast 36% bis Ende des 19. Jahrhunderts. Über die Wasserwege, wie beispielsweise dem Rhein, verbreiten sich Anglizismen so auch nach Süddeutschland. Frankreichs Einflussnahme schwindet zum Jahrhundertwechsel immer mehr. Die oben genannten fast 60% verringern sich um ein Viertel auf 45%[9].

Es wird also deutlich, dass die Integration des Englischen im 19. Jahrhundert untrennbar von der politischen, wirtschaftlichen, und kulturellen Entwicklung Deutschlands und deren Annäherung an England verbunden ist.

3.3 Englisch im 20. Jahrhundert

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkt sich die Einflussnahme des Englischen deutlich. Zwar hat der britisch-englische Einfluss nach dem Ersten Weltkrieg seinen Höhepunkt überschritten, dafür gewinnt die Integration amerikanisch-englischer Worte zunehmend an Bedeutung. Der Anteil der englischsprachigen Entlehnungen steigt bis auf knapp 88% und erreicht damit einen „Prozentsatz, der etwa den Herkunftsangaben [des Lateinischen und Griechischen] in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entspricht“.[10] Die massenhafte Übernahme englischer Wörter vollzieht sich vor allem nach 1945. In allen Bereichen, wie Technik, Wirtschaft, Mode, Essen und Trinken, Sport, Musik, Medizin und Tourismus werden Anglizismen entlehnt.

Auch wenn nachvollziehbar ist, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die ehemalige DDR sich eher an russischer Lehnbildung, wie Plansoll und sozialistischer Arbeitsdisziplin orientiert, gelangen doch auch Anglizismen, wie Dispatcher und Intershop in das dortige Vokabular. Vor allem in den Bereichen Sport, Unterhaltung und Musik finden Anglizismen Einzug in den Sprachschatz der DDR[11]. Allerdings dient der Staatsführung die Zuweisung von Wirtschaftsanglizismen der antikapitalistischen Propaganda. „Mit den abwertenden Komponenten wurden sie dann auch aus dem publizistischen Sprachgebrauch in die Wörterbücher übernommen“[12].

Weitere Impulse werden dadurch gesetzt, dass Englisch Verhandlungssprache der Wissenschaft mit einem großen internationalen Fachwortschatz wird. Sind im 19. und bis Mitte des 20. Jahrhunderts noch deutsche Publikationen (sogar in England und Amerika) vorherrschend, wendet sich die wissenschaftliche Forschung immer mehr der englischen Schreibweise zu[13].

Wie viele Anglizismen es heute im Deutschen gibt, ist schwer zu sagen. Bereits 1909 gab es Zählungen die von 1000 Wörtern ausgingen.[14] Der Deutsche Rechtschreibduden selbst verzeichnet nicht alle Anglizismen, die im deutschen Sprachgebrauch genutzt werden, und reagiert offensichtlich auch langsamer auf Entlehnungen englischer Wörter. Die „These, dass das amerikanische Englisch insbesondere nach 1945 den entscheidenden Einfluss ausgeübt hat, spiegelt sich eindeutig wider“[15]. Man kann aber ohne weiteres davon ausgehen, dass heute mehrere tausend Anglizismen im alltäglichen deutschen Sprachgebrauch benutzt werden.

Ich will kurz erwähnen, dass Englisch auch in der aserbaidschanischen Sprache eine große Rolle spielt. Nach dem Aserbaidschan im Jahre 1990 von der ehemaligen UdSSR unabhängig wurde, hat es mit dem Ausland (Westen) neue politische und wirtschaftliche Beziehungen ge - knüpft. Durch den Öl-und Gasvorrat sind auch viele Engländer/Amerikaner und damit natür - lich auch die englische Sprache nach Aserbaidschan gekommen. Zurzeit sind 50% Werbun - gen auf Englisch und jeder Zweite in der Wirtschaft beherrscht Englisch.

Für die starke Integration des Englischen gibt es im 20. Jahrhundert mehrere Gründe: Wichtiges Kriterium ist sicherlich die Etablierung des Englischen als Weltsprache. An fast allen Schulen ist Englisch die erste Fremdsprache. Hinzu kommt, dass niemals zuvor so viele Menschen fremde Sprache gelernt haben wie in den vergangenen 100 Jahren.

Ein weiterer Grund ist die wirtschaftliche Hilfe der Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg, die die Übernahme amerikanischer Begriffe verstärkt. Mit ausschlaggebend ist auch die stark westlich orientierte Bündnispolitik der BRD, verbunden mit der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Dominanz der USA.

4. Die Integration den Anglizismen in der Kommunikation

4.1 Anglizismen im öffentlichen Leben

Der Einfluss, den das Englische in der deutschen Sprache vollzogen hat, ist im öffentlichen Leben, nicht mehr ohne weiteres bemerkbar. Von den meisten Menschen werden Anglizis-men nicht als solche wahrgenommen. Für das Vorhandensein von Anglizismen gibt es viele

Beispiele. Ich möchte hier drei Beispiele aus dem öffentlichen Leben erwähnen. Die Deutsche Bahn nennt ihren Schnellzug ICE, die Abkürzung von Inter City Express, die Toiletten in den Bahnhöfen heißen McClean und Auskünfte erhält man am Servicepoint. Ähnliches ist auf Flughäfen zu beobachten, wobei hier der internationale Passagierverkehr zwar mitberücksich-tigt werden muss, aber nicht alleine den Ausschlag geben sollte. Denn in anderen Ländern werden die folgenden Beispiele häufig erst in der eigenen Landessprache genannt: Gate, Gangway, Terminal, Counter. Besonders deutlich wird der Einzug von englischen Entleh-nungen auch in der Umbenennung der Arbeitsämter in Job-Center.

Vor allem Jugendliche eignen sich schnell Anglizismen an. Natürlich geschieht es über den einfachen Zugang zu den Medien, wie Fernsehen und Internet. Aber gerade auch die kultu-rellen Vorbilder, an denen sich Jugendliche vor allem im amerikanischen Raum orientieren, tragen dazu bei. Rockstars, Spitzensportler sind die Idole, zu denen sich die Jugendliche hin-gezogen fühlen. Deren Handlungen prägen den Gebrauch der eigenen Muttersprache, indem sie Anglizismen wie cool, groovy, Inline-Skaten, aufgetuned, abgeturnt, Outfit ins Deutsche überführen. Der Konsum des „Denglischen“ jugendlicher Nutzer nimmt dabei teilweise schon abstrakte Formen an.

4.2 Anglizismen in der Wirtschaft

Durch die Internationalisierung der Märkte ist eine starke Integration englischer Wörter und Begriffe zu beobachten. Die Intensivierung der wirtschaftlichen Kommunikation, bei der das Englische die Rolle einer „Lingua Franca“[16] spielt, bewirkt, dass immer mehr Anglizismen ins Deutsche gelangen[17]. Einige Wirtschaftsanglizismen, die sich auch in der Öffentlichkeit voll etabliert haben, sind beispielsweise: Boom, Computer, Manager, Job, Recycling, Invest-ment, Full-Time, Börsencrash, Telefonbanking. Anhand dieser Entlehnungen wird wiederum deutlich, dass es teilweise äußerst schwierig wäre, eigene deutsche Wörter zu schaffen, die dieselbe, oftmals einfache Aussagekraft hätten. Das Gleiche gilt auch für die aserbaidschani-sche Sprache.

4.3 Anglizismen in der Wissenschaft

Ebenso werden Fachpublikationen im Bereich der Wissenschaft verstärkt in englischer Spra-che verfasst. Es versteht sich, dass hier insbesondere in den Natur- und Wirtschaftwissen-schaften und in der Medizin viel mit Englisch gearbeitet wird; Bezeichnungen wie Bachelor, Laser oder Bypass machen dies deutlich. Aber auch in den Geisteswissenschaften ist eine Zunahme englisch verfasster Publikationen zu beobachten. Zwar wird hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht in gleichem Masse repräsentativ sind wie die der Naturwissen-schaften, was allerdings an einer erst schrittweisen Erfassung und Aufarbeitung der Veröffentlichungen liegt. Trotzdem sind die Ergebnisse, die in den Auswertungen von Ulrich Ammon vorliegen interessant, denn sie zeigen zweifelsohne eine Tendenz, die sich in anderen wissenschaftli-chen Bereichen schon mit Sicherheit nachweisen lassen. Als Beispiel sei hier der „Philosophers Index“ genannt, aus dem folgendes ersichtlich wird: Sind 1970 noch rund 12% der philosophischen Publikationen in deutscher Sprache und rund 73% in englischer abge-fasst, so ändert sich in den darauf 15 Jahren das Verhältnis in 3,2% zu 85,5 %[18]. Ähnlich wie in der Wissenschaft gewährleistet auch hier der vermehrte Einsatz der englischen Sprache als Lingua Franca, die allgemeine, weltweite Verständlichkeit wissenschaftlicher Arbeiten und deren internationale Diskussion. Durch englischsprachige Publikationen wird so die überre-gionale Verständlichkeit von Fachbegriffen gewahrt.

5. Einfluss des Englischen auf und durch die Medien

5.1 Sprache

Dass die Integration englischen Wortguts in der heutigen Zeit so gut gelingt, hängt auch mit der Dominanz der Medien im alltäglichen Leben der Menschen zusammen. Massenmedien sind Bestandteil der heutigen Zeit und Gesellschaft geworden. Sie dienen als Mittel der Informationsbeschaffung, der Unterhaltung und der Meinungsbildung. Auf diesem Weg greifen sie zwangsläufig in die Weiterbildung der deutschen Sprache ein. Sprachen sind offene Systeme, die sich dem Zeitgeist und dem Kulturwandel anpassen müssen. Verändert sich also die Lebenswelt einer Gesellschaft, muss die Sprache diese Leistung auch vollbrin-gen. Je weiter sich eine Gesellschaft anderen Kulturen und Gesellschaften öffnet, umso mehr wird auch die verwendete Sprache sich in diesen Veränderungen anpassen müssen. In wel-chem Ausmaß sich eine Gesellschaft öffnet und daraufhin auch verändert, dafür kann die Sprache als transportierendes Medium von Inhalten, als eine Art Seismograph, dienen. Durch den geschichtlichen Bezug zur englischen und vor allem auch amerikanischen Kultur, wurde eine Integration englischstämmiger Worte zwangsläufig notwendig. An der Verbreitung aus dem Englischen entlehnter Wörter sind Sprache und Bilder maßgeblich beteiligt. Sprache und über Bilder sind in der Öffentlichkeit wichtige Multiplikatoren des Sprachgutes. Erst über die Sprache und Bilder werden Anglizismen den Menschen präsentiert und zugänglich gemacht. In den Medien manifestieren sie sich über Printmedien, Hörfunk, Fernsehen und Internet.

5.2 Werbung

Gerade die Werbung greift häufig englische Slogans und Anglizismen auf. Grund hierfür ist zum einen die globale Aktivität und Attraktivität eines Unternehmens beziehungsweise eines Produktes zu demonstrieren, zum anderen wirkt Werbung, die mit Anglizismen arbeitet, professioneller auf den Verbraucher. Viele Firmen versuchen so, dem Bild eines „Global Players“ gerecht zu werden. Die im Folgenden genannten Beispiele verdeutlichen dieses eindrücklich. Vier der fünf Unternehmen stammen ursprünglich aus Deutschland. Das letzte Beispiel zeigt aber auch, dass selbst ausländische Firmen außerhalb ihres Heimatlandes an ihren angestammten Slogans festhalten, in der Erwartung, dass die Verbraucher den Werbespruch verstehen: world wide weg (TUI, Deutschland), whereever you go (degussa, Deutschland), sind sie on? (e.on, Deutschland), O2 can do (O2, deutsches Tochterunter-nehmen einer Firma aus Großbritannien), everytime a good time (Mc Donalds, USA).

[...]


[1] Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Bd. 1. Berlin 2000, S. 88

[2] Ebd. S. 18

[3] Carstensen , Broder: Wieder: Die Engländerei in der deutschen Sprache. Göttingen 1984, S. 46.

[4] Fischer, Urs: Der Einfluss des Englischen auf den deutschen Wortschatz im Bereich von Essen und Trinken, dargestellt anhand schweizerischer Quellen. Bern 1980, S. 19f.

[5] Urs Fischer: a. a. O., S. 34.

[6] Broder Carstensen: Englische Einflüsse auf die deutsche Sprache nach 1945. Heidelberg 1965, S. 88

[7] Stiven, Agnes Bain: Englands Einfluss auf den deutschen Wortschatz, Zeulenroda 1936, S. 40ff.

[8] Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte. Bd. 2. Berlin 1994, S. 77-81

[9] Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte. Bd. 3. Berlin 1999, S. 392-394.

[10] Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte. Bd. 3. Berlin 1999, S. 394.

[11] Effertz, Andrea und Vieth, Ulrike: Das Verständnis wirtschaftsspezifischer Anglizismen in der deutschen Sprache bei Unternehmern, Führungskräften und Mitabeitern der neuen und alten Bundesländer. Frankfurt am Main 1996, S. 25-27.

[12] Kovtun, Oksana: Wirtschaftsanglizismen. Zur Integration nicht-indigener Ausdrücke auf die deutsche Sprache. New York 2000, S. 36.

[13] Ammon, Ulrich: Ist noch Deutsch Wissenschaftssprache? Englisch auch für die Lehre an den deutschsprachigen Hochschulen. Berlin 1998, S. 1-4.

[14] Broder Carstensen: Wieder: Die Engländerei in der deutschen Sprache. Göttingen 1984, S. 44.

[15] Ulrich Busse: Anglizismen im Duden. Tübingen 1993, S. 208

[16] Lingua Franca: War im Mittelalter eine mediterrane Handelssprache, meint hier aber eine überregionale Sprache, die es den Sprechern verschiedener Muttersprachen ermöglicht, sich miteinander zu verständigen.

[17] Oksana Kovtum: a.a.O., S.45

[18] Ulrich Ammon: a. a. O., S. 162-170

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache
Hochschule
Universität Potsdam  (Germanistik)
Veranstaltung
Geschichte der deutschen Sprache (Teil 2)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V130001
ISBN (eBook)
9783640446261
ISBN (Buch)
9783640446605
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Englischen, Sprache
Arbeit zitieren
Student Nubar Karimova-Lange (Autor), 2008, Der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130001

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