Das Spanische in Mexiko


Hausarbeit, 2008
18 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Geschichte Mexikos
2.1 Territoriale Kolonisation Mexikos
2.2 Sprachliche Kolonisation Mexikos
2.3 Aktuelle Situation Mexikos

3. Die spanische Sprache in Mexiko
3.1 Sprachsituation in Mexiko
3.2 Sprachpolitik und Phänomen der Zweisprachigkeit
3.2.1 Die Sprachpolitik
3.2.2 Das Phänomen der Zweisprachigkeit
3.2.3 Sprachstörungen

4. Hauptmerkmale des Spanischen in Mexiko
4.1 Lautliche Besonderheiten
4.1.1 Vokalismus
4.1.2 Konsonantismus
4.2 Morphosyntaktische Besonderheiten
4.3 Lexikalische Besonderheiten
4.3.1 Archaismen
4.3.2 Indigenismen:

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mexiko hat eine lange kulturelle Geschichte. In der Historie eines jeden Landes findet Kultur und Sprache ihren Anfang. Diese drei Begriffe, Geschichte, Kultur und Sprache, stehen damit im engen Verhältnis zueinander und sind die wichtigsten Bausteine des jeweiligen Landes.

In dieser Arbeit möchte ich eine Untersuchung des Spanischen in Mexiko durchführen und zeigen, welche Rolle die Geschichte und Kultur bei der Entstehung und Herausbildung einer Sprache spielen. Das Ziel der Arbeit ist es demnach, das Spanische in Mexiko zu untersuchen und die Hauptmerkmale des mexikanischen Spanisch im Vergleich zum Kastilischen aufzeigen.

Die Arbeit ist hierzu in drei Kapitel aufgeteilt, die sich mit der Geschichte Mexikos, der aktuellen Sprachsituation in Mexiko und den Besonderheiten des Spanischen in Mexiko beschäftigen. Im ersten Kapitel möchte ich auf die Geschichte Mexikos eingehen und die wichtigsten Etappen in seiner Entwicklung zeigen. Dabei werde ich detaillierter auf die Etappe der spanischen Kolonisation Mexikos eingehen und belegen, warum diese Etappe in der mexikanischen Geschichte so wichtig ist. Im zweiten Kapitel werde ich die aktuelle Sprachsituation Mexikos analysieren. Unter anderem werde ich dabei auf Sprachpolitik und das Phänomen der Zweisprachigkeit eingehen. Im dritten Kapitel findet die eigentliche Untersuchung statt. In diesem Teil der Arbeit möchte ich die wichtigsten sprachlichen Hauptmerkmale des Spanischen in Mexiko aufzeigen. Anhand verschiedener Beispiele werde ich diese konkretisieren, damit es für den Leser weitaus verständlicher wird.

Die Ergebnisse meiner Arbeit werde ich anschließend in der obligatorischen Zusammenfassung gebündelt darlegen.

2. Die Geschichte Mexikos

Es wird angenommen, dass Mexiko erst um ca. 13.000 v. C. von Menschen besiedelt wurde (vgl. Pietshmann 2007:10). Aufgrund der Verbindung zwischen der Sprache der Azteken und dem heutigen mexikanischen Spanisch ist für die vorliegende Arbeit und ihre Intention die Zeit ab dem 14. Jahrhundert besonders wichtig. Ein großes Gebiet des heutigen Mexikos wird in der Zeit vor der Eroberung durch die Spanier als Mesoamerika bezeichnet. Dieser Begriff bezeichnet einen Raum, „[…] in dem […] eine Abfolge von Hochkulturen entfalten konnte, die über eine Schrift und ein auf exakter astronomischen Beobachtung basierendes Kalender- und Zahlensystem verfügten, das die Zahl Null kannte“ (Pietschmann 2007:11). In diesem Territorium lebten vor der spanischen Eroberung verschiedene Völker, u. a. auch die Azteken, die im 14. Jahrhundert ihre Hauptstadt Tenochtitlán gründeten. Die Azteken waren in der Lage dazu, schnell ihre Macht und ihren Reichtum zu vergrößern, und damit auch ein mächtiges Reich zu errichten. Dieses Reich verfügte über eine hochentwickelte Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft.

2.1 Territoriale Kolonisation Mexikos

Auf diese Weise hätten die Mexikaner weiter ihr Reich durch ihre fleißige Arbeit vergrößern können, wenn im Jahre 1492 nicht Christoph Kolumbus nach Amerika gekommen wäre (vgl. Noll 2001:53). Kolumbus war fasziniert von diesem Land und davon, was es zu bieten hatte. Er unternahm insgesamt vier Reisen in die Neue Welt, stets mit dem Ziel, weiteres Land zu entdecken und somit ebenso Reichtum zu gewinnen.

Kolumbus berichtet über den Reichtum Amerikas seinem Freund, Hernán Cortés, der daraufhin in den Jahren 1519-1521 das Aztekenreich eroberte. Das noch unentdeckte Gold Mexikos und seine Agrarkultur waren für die Spanier dabei die wichtigsten Motive der Eroberung des Landes. Entscheidend für die Eroberung Mexikos war die Einnahme der Hauptstadt Tenochtitlán im Jahre 1521, auf dessen Ruinen die Stadt Mexiko entstand (vgl. Noll 2001:53). Hernán Cortés nahm gemäß den hierzu vorhandenen Aufzeichnungen mit nur 500 Mann und wenigen Pferden das Aztekenreich unter seinen Angriff. Wie ist es ihm aber gelungen, das Land so schnell und reibungslos zu erobern, wo ihm doch keine große Armee zur Verfügung stand? In diesem Zusammenhang waren zwei Faktoren essentiell:

1) Die Verbündung mit den indianischen Stämmen und das daraus durch Geschenke besiegelte Friedensabkommen brachte den Spaniern Unterstützung im Kampf gegen die Azteken. Cortés machte darüber hinaus eine Adelige aus dem Hochland zu seiner Gefährtin, die die Maya und Náhuatl beherrschte (vgl. Pietschmann 2007:21).
2) Die Spanier, von denen 6,5 % Nicht-Spanier waren (Portugiesen, Italiener, Griechen, Schwarzafrikaner), brachten unbekannte Krankheiten nach Mexiko, welche ebenso die Erkrankungen daran oder sogar den Tod bei den Azteken verursachten (vgl. Pietschmann 2007:26).

Die conquistadores, die im Jahr 1535 ihren ersten spanischen Vizekönig in Mexiko ernannten, eroberten die Maya-Gebiete und strebten nach der weiteren Eroberung des kompletten Landes. Vor jedem Angriff unterbreiteten die Spanier den Indianern Friedensangebote, die requerimientos, die die Indianer zur Konvertierung zum Christentum aufforderten. Da die Indianer die spanische Sprache nicht verstehen konnten, kam es zur Ablehnung der Angebote und somit zum erneuten Angriff der Spanier mit Kriegsgewalt (vgl. Noll 2001:54). Die Spanier haben nach Mexiko ebenso die spanische Sprache mitgebracht, welche sich mit der Zeit im ganzen Land verbreitete und somit nach und nach die Indianersprachen verdrängte.

2.2 Sprachliche Kolonisation Mexikos

Zeitgleich mit der territorialen Kolonisation Mexikos beginnt die sprachliche Kolonisation des Landes. Die spanische Sprache sollte in deren Verlauf von der mexikanischen Bevölkerung erlernt werden, da dies die Sprache der neuen Herrscher sein sollte. Mit diesem Ziel sind die folgenden Maßnahmen von Seiten der Spanier durchgeführt worden (vgl. Francisco de Solano 1991:XLVII, 28):

- Evangelisierung des Landes, wobei die Indianer Worte wie padre nuestro, avemaría, credo, salve auswendig lernen sollten.
- Gründung Spanischsprachigen Schulen für die indigene Bevölkerung.
- Indianer, die die neue Sprache ignorierten, wurden unter der Herrschaft der spanischen conquistadores durch Sklaverei und Unterdrückung bestraft. Diese Maßnahmen führten sehr oft zum Tod der Indianer und zum Rückgang dieser Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund setzte sich die spanische Sprache immer weiter durch.

2.3 Aktuelle Situation Mexikos

Die spanische Kolonialzeit und damit der Kampf um die Abhängigkeit Mexikos von Spanien endeten im Jahr 1821 mit der Unterzeichnung eines Vertrages durch General Juan O’Donojú in Córdoba (vgl. Pietschmann 2007:124). Über 300 Jahre lang war Mexiko unter spanischer Macht gewesen. In diesen Jahren hat sich die spanische Sprache überall im Land durchgesetzt und etabliert. Diese Etappe in der mexikanischen Geschichte hatte damit eine sehr entscheidende Rolle auf die gesamte Entwicklung des Landes gespielt: die Spanier brachten ihre Sprache mit, die zur offiziellen Sprache des Staates wurde; sie haben ebenso die europäische Erfahrung und neue Technologien dabei, die die Schätze Mexikos entdecken konnten und es in der Folge zu einem wirtschaftlich und kulturell reichen Land machten.

Im Jahr 1917 wurde Carranza zum neuen Regierungschef gewählt, womit Mexiko eine neue Verfassung bekommen hat (vgl. Pietschmann 2007:271). Die Verfassung sah die Verstaatlichung aller Bodenschätze sowie, zur damaligen Zeit überaus fortschrittliche, Bestimmungen im Bereich der Arbeit und sozialen Fürsorge vor. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sind hierzu mehrere Reformen und Äderungen durchgeführt worden. Die aktuelle wirtschaftliche Lage Mexikos weist hingegen zahlreiche Grundprobleme auf: „Eines der gravierendsten ist die […] ungleiche Einkommens- und Vermögensverteilung“ (Pietschmann 2007:364). Trotz dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation hat sich das Spanisch als Hauptsprache in Mexiko aber durchgesetzt und weitestgehend voll etabliert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das Spanische in Mexiko
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V130015
ISBN (eBook)
9783640368754
ISBN (Buch)
9783640369157
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte des spanischen in Mexiko, Besonderheiten des mexikanischen Spanisch
Arbeit zitieren
Iryna Markovic (Autor), 2008, Das Spanische in Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130015

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