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Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory

Title: Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory

Research Paper (undergraduate) , 2003 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sebastian Ziegler (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der gegenstandsbezogenen Theoriebildung, der sogenannten „Grounded Theory“(GT) nach Anselm Strauss und Barney G. Glaser. Diese Form der Theorieentwicklung ist ein Instrument der qualitativen Sozialforschung.

Das Kernstück dieser Methode ist, dass man nicht wie bei anderen Methoden in der qualitativen Sozialforschung, mit einer Hypothese an den Forschungsprozess herangeht, sondern dass man im Laufe des Forschungsprozesses eine Theorie zu dem untersuchten Gegenstand entwickelt. Nicht nur das Ergebnis, sondern der Forschungsprozess selber stehen im Mittelpunkt. Die GT ist eine besondere qualitative Methode zur Erhebung, Anordnung und Auswertung sozialer Daten. Sie dient der Erarbeitung empirisch fundierter Theorien. Diese Methode wurde von zwei Soziologen in den frühen 60er Jahren entwickelt. Barney Glaser und Anselm Strauss entwarfen diesen Forschungsstil gemeinsam vor den folgenden Hintergründen:

„ die Notwendigkeit ins Feld zu gehen um zu verstehen was geschieht;
die Bedeutung von wirklichkeitsverankerten Theorien für die Entfaltung einer fachlichen Disziplin;
die Betonung von Veränderung und Prozess und der Variabilität und Komplexität des Lebens;
die Zusammenhänge zwischen Bedingungen, Bedeutungen und Handeln.“

(Strauss & Corbin 1996, S.9)

Dazu entwickelten sie eine Vielzahl von Techniken und Verfahrensweisen, die dem Forscher als Werkzeuge dienen sollten, um eine „in den Daten begründete Theorie“ zu entwickeln (Strauss & Corbin 1996, VII). Die Gewinnung der Daten geschieht durch die üblichen Methoden in der Sozialforschung, wie z.B. dem Interview, der Feldbobachtung, der Analyse von Dokumenten und Statistiken. Das bedeutet, dass man nach der Gewinnung der ersten Daten diese qualitativ analysiert und eine Reihe von charakteristischen Merkmalen aufstellt. Diese Merkmale werden u.a. mit Hilfe des „Theoretical Sampling“ herausgearbeitet und durch kontinuierliches Vergleichen und die Anwendung verschiedenster Kodierparadigmen verdichtet. An diesem Punkt tritt das Hauptmerkmal dieser Methode in den Vordergrund: Die Zirkularität. Zirkularität bedeutet hier ein Wechsel von Datenerhebung, Analyse und theoretischem Sampling bis eine Sättigung erreicht ist. Dies geschieht immer mit dem Ziel, Konzepte zu entwickeln und zu verdichten, um eine theoretische Wiedergabe der Wirklichkeit zu erzeugen, also eine gegenstandsbezogene Theorie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Methode der Grounded Theory (GT)

1.1 Vorbereitung der Untersuchung

1.2 Das Kodieren

1.2.1 Das offene Kodieren

1.2.2 Das axiale Kodieren

1.2.3 Das selektive Kodieren

1.3 Weitere Hilfsmittel

2. Die Grounded Theory als qualitative Forschungsmethode

2.1. Vor- und Nachteile der GT im Zusammenhang mit der qualitativen Sozialforschung

2.2. Vereinbarkeit der GT mit der quantitativen Forschung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Ansatz der Grounded Theory (GT) nach Strauss und Glaser als Instrument der qualitativen Sozialforschung darzustellen, zu erläutern und kritisch in den wissenschaftlichen Forschungskontext einzuordnen.

  • Grundlagen und zentrale Verfahrensschritte der Grounded Theory
  • Methodische Instrumente wie Kodierverfahren und theoretisches Sampling
  • Kritische Reflexion der Vorteile und Herausforderungen der GT
  • Diskussion der Vereinbarkeit mit quantitativen Forschungsansätzen
  • Bedeutung der theoretischen Sensibilität für den Analyseprozess

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Das offene Kodieren

Das offene Kodieren ist der Beginn der Datenanalyse und steht immer am Anfang der Bearbeitung des transkribierten Materials. Es beschreibt einen Prozess des Aufbrechens, Untersuchens, Vergleichens, Konzeptualisierens und Kategorisierens von Daten.

„Offenes Kodieren ist der Analyseteil, der sich besonders auf das Benennen und Kategorisieren der Phänomene mittels einer eingehenden Untersuchung der Daten bezieht.“ (Strauss & Corbin 1996, S. 44)

Dies geschieht zuerst in einem mikroskopischen Rahmen, da sehr genau mit dem Material gearbeitet wird. D.h., dass die Daten in einzelne Teile aufgebrochen werden, um deren Bedeutung zu verstehen. Es wird hier mit zwei analytischen Verfahren gearbeitet: Im ersten Verfahren werden die Daten auf Ähnlichkeiten und Differenzen hin verglichen. Währenddessen werden mit dem zweiten Verfahren immer wieder Fragen gestellt, um Phänomene zu entdecken, die sich in den Daten wiederspiegeln.

Wenn diese Phänomene gefunden worden sind, beginnt der Forscher damit, seine Konzepte um die Phänomene herum zu gruppieren. Dieses Zusammenstellen der Konzepte, die zu dem gleichen Phänomen zu gehören scheinen, wird Kategorisieren genannt. Wie schon gesagt, erhält man hier jedoch noch keine endgültigen Ergebnisse, da diese Kategorien noch als provisorisch anzusehen sind. Ein durch ein Konzept repräsentiertes Phänomen wird nun benannt. Dieser Name sollte abstrakt genug sein, um sich von den um das Phänomen herumgruppierten Konzepten abzugrenzen. Dieser Name findet sich durch kreatives Fragestellen, z.B. durch das Fragen nach der Bedeutung, der Motivation, der Ursache, der Funktion und der Wirkung des Phänomens.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Grundlagen der Grounded Theory als Instrument der qualitativen Sozialforschung ein und erläutert den Anspruch, Theorien direkt aus den erhobenen Daten zu entwickeln.

1. Die Methode der Grounded Theory (GT): Dieses Kapitel erläutert den zirkulären Prozess der Datenerhebung und -analyse sowie die praktischen Verfahrensschritte der Vorbereitung, Kodierung und den Einsatz analytischer Hilfsmittel.

2. Die Grounded Theory als qualitative Forschungsmethode: Hier wird der Ansatz in den breiteren Kontext der Sozialforschung eingeordnet, wobei Chancen und methodische Hürden sowie die Beziehung zur quantitativen Forschung reflektiert werden.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der Methode zusammen und betont die Notwendigkeit einer gewissenhaften Durchführung, um wissenschaftlich wertvolle, empirisch fundierte Theorien zu generieren.

Schlüsselwörter

Grounded Theory, qualitative Sozialforschung, Kodieren, theoretische Sensibilität, theoretisches Sampling, Zirkularität, gegenstandsbezogene Theoriebildung, Bedingungsmatrix, Datenanalyse, Konzeptualisierung, empirische Forschung, methodische Systematik, Phänomene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Grounded Theory als Methode zur gegenstandsbezogenen Theoriebildung in der qualitativen Sozialforschung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören der Kodierprozess, die verschiedenen Arten des theoretischen Samplings und die methodische Integration von Prozessaspekten in die Theoriebildung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine systematische Darstellung der Grounded Theory sowie eine kritische Reflexion ihrer Anwendbarkeit und Leistungsfähigkeit innerhalb der Sozialforschung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Aufarbeitung der methodischen Grundlagen, wie sie von Strauss und Corbin formuliert wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Kodierens (offen, axial, selektiv) und die Einordnung der Methode in den Diskurs zwischen qualitativer und quantitativer Forschung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Zirkularität, gegenstandsbezogene Theoriebildung, Kodierparadigmen und theoretische Sensibilität.

Was genau versteht man unter der zirkulären Vorgehensweise?

Zirkularität bedeutet in der Grounded Theory das ständige Wechselspiel zwischen Datenerhebung, Datenanalyse und der theoretischen Ausrichtung, bis eine Sättigung des Materials erreicht ist.

Warum ist die theoretische Sensibilität für den Forscher so wichtig?

Die theoretische Sensibilität ist entscheidend, um zwischen relevanten und irrelevanten Daten unterscheiden zu können und Phänomene konzeptionell präzise zu benennen.

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Details

Title
Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory
College
University of Marburg  (FB Erziehungswissenschaften)
Grade
1
Author
Sebastian Ziegler (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V13003
ISBN (eBook)
9783638187657
Language
German
Tags
Strauss Glaser
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Ziegler (Author), 2003, Gegenstandsbezogene Theoriebildung - Der Ansatz der Grounded Theory, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13003
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