Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht zuhören wollen oder zuhören müssen. Weil Hören und Zuhören so selbstverständlich sind (wie das Atmen), haben wir uns daran gewöhnt, Zuhören als eine Fähigkeit anzusehen, die jeder mit sich bringt. Man denkt nicht darüber nach, wie Zuhören entsteht, man glaubt es entsteht nebenbei oder es wird automatisch erworben. Bei näherer Betrachtung der täglichen Wahrnehmungen im Unterricht (Kinder können sich schlechter konzentrieren, lassen sich leichter ablenken, können weniger wahrnehmen, sind sprachlich geringer entwickelt und können nur unzureichend Informationen behalten) ist erkennbar, dass die Fähigkeit zum Zuhören dem Menschen nicht in die Wiege gelegt wird, sondern dass es sich um eine Fähigkeit handelt, die es zu fördern gilt. Kinder können sich schlechter konzentrieren, lassen sich leichter ablenken, können weniger wahrnehmen, sprachlich geringer entwickelt sind und nur unzureichend Informationen behalten können. „Es ist ein pädagogisches Paradox, dass Zuhören zwar am häufigsten von allen Sprachfähigkeiten verlangt wird, aber am wenigsten Zeit dafür aufgewendet wird, es zu schulen […].“ (IMHOF 2004, S.34)
Miteinander reden und sich zuhören ist aber nicht so einfach wie es erscheint. Nicht umsonst kennen wir die vorwurfsvollen Worte „Du hörst mir nie zu“ nur allzu gut. Erst dieser Mangel verdeutlicht, dass „die Fähigkeiten des Zuhörens der Schlüssel und die Voraussetzung dafür sind, an Gesprächen aktiv und interpretierend teilzunehmen, Informationen zu verstehen und zu verarbeiten, Sprachen zu lernen und sich an Musik, Hörbüchern, gelesener Literatur oder einer intakten akustischen Umwelt zu erfreuen“(BERNIUS 2004, S. 11).
Im pädagogischen Alltag wird das Zuhören täglich eingefordert und verlangt, doch wie die Kinder das erreichen können, findet in der Regel keine Beachtung. Die Durchsicht des Rahmenplans Grundschule für das Bundesland Hessen bestätigt, dass das Hören weitgehend als selbstverständlich angesehen wird, denn eine explizite Erwähnung dieser Kompetenz ist nicht zu finden. „Die Methoden, auf das Hören und Zuhören zu achten, sie zu lehren und zu lernen, sind vergessen oder haben sich verändert.“ (BERNIUS 2004, S. 11) Es ist also unbedingt notwendig und gehört zu den Aufgaben der Schule, durch ein gezieltes und differenziertes Methodentraining diese grundlegende Kompetenz des Hörens und Zuhörens im schulischen Bereich zu fordern und zu fördern [..]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Aktives Zuhören- Was ist das eigentlich?
2.1 Definition „Aktives Zuhören“
2.2 Pädagogischer Stellenwert
2.3 Aufgaben, Ziele und Diagnostik
2.4 Fördermöglichkeiten
3. Die Förderung mit Methodenbausteinen
3.1 Die Lerngruppe
3.1.1 Beschreibung der Lerngruppe
3.1.2 Die Beobachtungen in der Lerngruppe
3.2. Fördermaßnahmen mit Schwerpunkt „Sprechen und Sprache“
3.2.1 Sprache
3.2.2 Stimme
3.2.3 Kommunikation
3.2.4 Erzählen
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das „Aktive Zuhören“ als grundlegende Kompetenz durch ein gezieltes Methodentraining im Deutschunterricht einer zweiten Klasse zu fördern, um den Schülern eine Basis für erfolgreiches Lehren und Lernen zu bieten.
- Integration systematischer Zuhörförderung in den täglichen Deutschunterricht
- Entwicklung und Erprobung von praxisorientierten Methodenbausteinen
- Verbesserung der auditiven Wahrnehmung und der Gesprächskultur
- Förderung der individuellen Persönlichkeitsentfaltung und sozialen Kompetenz
- Stärkung der Methodenkompetenz im Umgang mit Sprache, Stimme und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Es gibt keinen Tag, an dem wir nicht zuhören wollen oder zuhören müssen. Weil Hören und Zuhören so selbstverständlich sind (wie das Atmen), haben wir uns daran gewöhnt, Zuhören als eine Fähigkeit anzusehen, die jeder mit sich bringt. Man denkt nicht darüber nach, wie Zuhören entsteht, man glaubt es entsteht nebenbei oder es wird automatisch erworben. Bei näherer Betrachtung der täglichen Wahrnehmungen im Unterricht (Kinder können sich schlechter konzentrieren, lassen sich leichter ablenken, können weniger wahrnehmen, sind sprachlich geringer entwickelt und können nur unzureichend Informationen behalten) ist erkennbar, dass die Fähigkeit zum Zuhören dem Menschen nicht in die Wiege gelegt wird, sondern dass es sich um eine Fähigkeit handelt, die es zu fördern gilt.
„Es ist ein pädagogisches Paradox, dass Zuhören zwar am häufigsten von allen Sprachfähigkeiten verlangt wird, aber am wenigsten Zeit dafür aufgewendet wird, es zu schulen [...].“ (IMHOF 2004, S.34)
Miteinander reden und sich zuhören ist aber nicht so einfach wie es erscheint. Nicht umsonst kennen wir die vorwurfsvollen Worte „Du hörst mir nie zu“ nur allzu gut. Erst dieser Mangel verdeutlicht, dass „die Fähigkeiten des Zuhörens der Schlüssel und die Voraussetzung dafür sind, an Gesprächen aktiv und interpretierend teilzunehmen, Informationen zu verstehen und zu verarbeiten, Sprachen zu lernen und sich an Musik, Hörbüchern, gelesener Literatur oder einer intakten akustischen Umwelt zu erfreuen“(BERNIUS 2004, S. 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, Zuhören als erlernbare Fähigkeit im Unterricht zu etablieren, da es entgegen der Annahme keine angeborene Kompetenz ist.
2. Aktives Zuhören- Was ist das eigentlich?: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Aktives Zuhören" nach theoretischen Grundlagen und erörtert dessen hohen pädagogischen Stellenwert sowie diagnostische Anforderungen.
3. Die Förderung mit Methodenbausteinen: Im Praxisteil werden die Lerngruppe beschrieben und systematische Fördermaßnahmen in den Bereichen Sprache, Stimme, Kommunikation und Erzählen praxisnah vorgestellt und reflektiert.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit zieht eine Bilanz der durchgeführten Maßnahmen und betont die Wichtigkeit eines langfristigen, fachübergreifenden Prozesses für eine nachhaltige Verbesserung der Zuhörkultur.
Schlüsselwörter
Aktives Zuhören, Methodenbausteine, Grundschule, Zuhörkompetenz, auditive Wahrnehmung, Deutschunterricht, Methodentraining, Gesprächskultur, Sprecherziehung, Sprachverständnis, Pädagogik, Lernprozess, Unterrichtsqualität, Kommunikation, Erzählfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie das "Aktive Zuhören" als essenzielle Lernvoraussetzung durch ein strukturiertes Methodentraining im Deutschunterricht der Grundschule gefördert werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Zuhörkompetenz, der Arbeit an Sprache und Stimme sowie der Gestaltung einer konstruktiven, kommunikativen Gesprächskultur im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel?
Das Ziel ist die Entwicklung und Erprobung von Fördermaßnahmen, die es Schülern ermöglichen, ihr Zuhörverhalten zu verbessern und somit den Grundstein für erfolgreiches Lernen zu legen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine systematische Beobachtung der Lerngruppe als Basis für die Auswahl und Durchführung von praxiserprobten Methodenbausteinen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und einen umfangreichen Praxisteil, in dem spezifische Übungen zu Sprache, Stimme, Kommunikation und Erzählen detailliert beschrieben und reflektiert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zuhörkompetenz, Methodentraining, Aktives Zuhören, auditive Wahrnehmung und Unterrichtsgestaltung sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Warum spielt die Raumgestaltung bei der Zuhörförderung eine Rolle?
Die Autorin stellt fest, dass die Akustik des Klassenraums maßgeblich über den Erfolg der Zuhörübungen entscheidet, da Schall und Störgeräusche das konzentrierte Hören erschweren.
Wie wichtig ist die Rolle der Eltern in diesem Prozess?
Die Mitarbeit der Eltern ist laut der Arbeit unerlässlich, da sich das Freizeitverhalten der Kinder stark auf die Entwicklung ihrer Hör- und Zuhörgewohnheiten auswirkt.
- Citar trabajo
- Corinna Posingies (Autor), 2007, Hör doch einfach zu! - Von den Schwierigkeiten, Zuhören zu lernen und zu lehren, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130092