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"We are all falklanders now"

Eine Analyse des Falkland-Malwinen Konfliktes 1982 anhand des „critical geopolitics“ – Ansatzes

Titre: "We are all falklanders now"

Dossier / Travail , 2007 , 20 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dennis Walkenhorst (Auteur)

Politique - Sujet: Paix et Conflits, Sécurité
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Der Beginn der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Argentinien um die Falklandinseln im März 1982 erschien für viele Akteure zur damaligen Zeit als vollkommen unverhältnismäßig und unverständlich. So bezeichnete der damalige US –Präsident Ronald Reagan die Auseinandersetzung als einen nicht nachvollziehbaren „dispute over the sovereignty of that little ice-cold bunch of land down there” zwischen zwei Alliierten im Kampf gegen den Kommunismus, sollte den Briten aber schließlich doch die Unterstützung der Vereinigten Staaten zusichern. In der Tat ist auch heute, rund 25 Jahre später, noch die Frage, warum 236 britische und 700 argentinische Soldaten für die vermeintlich unbedeutenden Inseln kurz vor der Antarktis (die zum damaligen Zeitpunkt 1.800 Menschen und 60.000 Schafe beheimateten) sterben mussten, ein vieldiskutiertes Thema. So erscheinen Erklärungsversuche für die Auseinandersetzung anhand der „klassischen“ Theorien der Internationalen Beziehungen äußerst problematisch und unzureichend. Die wichtigsten Denkschulen der internationalen Beziehungen würden wohl behaupten, dieser Krieg hätte gar nicht stattfinden dürfen.

[...]

Es schien also für beide Seiten um einen „symbolischen“ Krieg zu gehen.
Sinnvoll erscheint deshalb der Versuch einer Analyse anhand eines „anders denkenden“ Ansatzes: dem der „Kritischen Geopolitik“ (oder auch „critical geopolitics“ nach Ò Tuathail). Innerhalb dieser Hausarbeit wird zunächst der Falklandkrieg als solcher kurz abgerissen, historische Grundlagen sowie die postmoderne Theorie der Kritischen Geopolitik erläutert und schließlich das „kritisch- geopolitische Auge“ mit besonderem Fokus auf die Medien- und Regierungskommunikation in Großbritannien angewendet werden. Durch Sprache erschaffene Geografien und Raumbilder sollen erkannt, analysiert und gedeutet werden. Des Weiteren sollen die tieferen Motive eben dieser Art von Geopolitik herausgearbeitet und die Wirkung auf die Bevölkerung erkannt werden.
Ziel ist also nicht die Frage nach dem „warum?“ ausschöpfend zu beantworten, sondern vielmehr die Frage nach dem „wie?“: Wie wirkten Raumbildern und geschaffene Identitäten in der Regierungs- und Medienkommunikation zu Beginn des Krieges? Wie halfen geopolitische Diskurse den Krieg zu legitimieren? Welche Interessen lagen hinter diesen Interpretationen der geopolitischen Wirklichkeit? Diese Fragen aufzuwerfen und anhand von konkreten Beispielen analysierend zu beantworten ist Ziel dieser Arbeit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Falklandkonflikt

2.1 „Falklands“ oder „Malvinas“?

2.2 Argentinische Invasion

2.3 Britische Reaktion

3. Die Theorie der Kritischen Geopolitik

3.1 Der Begriff der Geopolitik: Mackinder, Ratzel und Haushofer

3.2 Kritische Geopolitik als Gegenentwurf

3.2.1 Methodik

4. Kritische Geopolitik und der Falklandkonflikt

4.1 Drei große Diskurse

4.1.1 Die Darstellung der Inseln als britisches Territorium

4.1.2 Der Bezug zur Situation vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges

4.1.3 Die Analogien zu britischer Imperialgeschichte

4.2 Wirkung der Diskurse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Falkland-Malwinen-Konflikt von 1982 aus der theoretischen Perspektive der „Kritischen Geopolitik“. Dabei steht nicht das „Warum“ des Konflikts im Vordergrund, sondern die diskursive Konstruktion von Wirklichkeit durch Regierung und Medien in Großbritannien, um den Krieg zu legitimieren und nationale Identität zu stiften.

  • Analyse der diskursiven Macht-Wissen-Verbindung im Kontext des Krieges.
  • Untersuchung von Medienberichten und Regierungsäußerungen in Großbritannien.
  • Dekonstruktion geopolitischer Raumbilder und Identitätsstiftung.
  • Vergleich der Legitimationsmuster mit historischen Referenzen (z.B. Zweiter Weltkrieg).
  • Reflexion der Wirksamkeit geopolitischer Argumentationen auf die öffentliche Meinung.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Die Darstellung der Inseln als britisches Territorium

Der erste große Diskurs im Verlauf der Falklandkrise basierte auf der erkannten Notwendigkeit, die Inseln überhaupt zu verorten. Das Streitobjekt des Konfliktes war innerhalb der britischen Bevölkerung zum Großteil vollkommen unbekannt. Besonders anschaulich macht diesen Umstand der Bericht eines ehemaligen Soldaten (der später sogar im Falklandkrieg kämpfte) über seine erste Begegnung mit der Nachricht über die Invasion:

“After a few minutes of listening to the voice on the TV I gathered that these Falkland Islands had something to do with us. I had never heard of them and so, for some reason, thought that they must lie off the coast of Scotland. Why not? Shetland, Falkland - sounds the same.” (zitiert in: Dodds 1996: 582)

Der Bedarf nach geografischer Aufklärung der Bevölkerung war also durchaus vorhanden. Vornehmliche Aufgabe der Medien direkt nach Bekanntwerden der argentinischen Invasion war eine „Bombardierung“ der eigenen Bevölkerung mit Karten des Südatlantiks. Aber was sollte die Briten mit den kleinen Inseln am anderen Ende der Welt verbinden? Für die Thatcher-Regierung war es notwendig, nun diesen Bezug herzustellen, zu vermitteln, dass es sich bei den Falklandinseln erstens um britisches Territorium und bei den Falkländern zweitens um Briten handelte, um die kleinen Inseln im Südatlantik in einen Ort zu verwandeln, für den es sich lohnt zu kämpfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Unverständlichkeit des Falklandkonflikts für zeitgenössische Akteure und führt die „Kritische Geopolitik“ als analytischen Rahmen ein.

2. Der Falklandkonflikt: Dieses Kapitel gibt einen komprimierten historischen Überblick über die Ursachen, den Verlauf des Konflikts und die militärische Eskalation.

3. Die Theorie der Kritischen Geopolitik: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, angefangen bei der klassischen Geopolitik bis hin zum konstruktivistischen Gegenentwurf der Kritischen Geopolitik.

4. Kritische Geopolitik und der Falklandkonflikt: In diesem Hauptteil wird die Theorie auf den Konflikt angewendet, indem drei zentrale Diskurse analysiert werden, die zur Legitimierung des Krieges genutzt wurden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie geopolitische Mythen und historische Parallelen genutzt wurden, um eine nationale Identität zu stärken und den Krieg als notwendig darzustellen.

Schlüsselwörter

Falklandkonflikt, Kritische Geopolitik, Großbritannien, Argentinien, Diskursanalyse, Thatcher, Identitätsstiftung, Geopolitik, Medienkommunikation, Legitimierung, Zweiter Weltkrieg, Imperialgeschichte, nationale Identität, Raumbilder, Macht-Wissen-Verbindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Falklandkrieg 1982 in Großbritannien durch Sprache, Medienberichte und politische Kommunikation geopolitisch gerahmt wurde, um Unterstützung für den Krieg zu mobilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die diskursive Konstruktion von Raum, die Rolle der Medien bei der Identitätsstiftung und die Anwendung der Theorie der Kritischen Geopolitik auf ein konkretes historisches Ereignis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die die britische Regierung und Medien den Krieg legitimierten und „Geopolitik“ aktiv gestalteten, anstatt nur auf Gegebenheiten zu reagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Ansatz der Kritischen Geopolitik, verbunden mit einer diskursanalytischen Betrachtungsweise, um Äußerungen von Politikern und Medienberichte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Diskurse: Die Verortung der Inseln als britisches Territorium, den Vergleich mit der Situation vor dem Zweiten Weltkrieg und die Bezugnahme auf die britische Imperialgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Identitätsstiftung, Diskursanalyse, Geopolitik, nationale Symbole und der Falkland-Malwinen-Konflikt.

Wie spielt die „nationale Identität“ in diesem Konflikt eine Rolle?

Die Identität der Briten wurde durch die Projektion von „Britishness“ auf die Falkländer sowie den Rückgriff auf imperiale Traditionen (wie die Royal Navy) gezielt gestärkt, um Unterstützung für den Krieg zu generieren.

Warum wird der Falklandkrieg im Fazit als „exemplarisch“ bezeichnet?

Er gilt als exemplarisch, weil ein aus realistischer Sicht strategisch zweifelhafter oder „unsinniger“ Krieg allein durch eine massive Invasion von Pathos, Patriotismus und gezielte geopolitische Konstruktionen gerechtfertigt werden konnte.

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Résumé des informations

Titre
"We are all falklanders now"
Sous-titre
Eine Analyse des Falkland-Malwinen Konfliktes 1982 anhand des „critical geopolitics“ – Ansatzes
Université
Bielefeld University
Cours
Einführung in die Internationalen Beziehungen
Note
1,0
Auteur
Dennis Walkenhorst (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
20
N° de catalogue
V130095
ISBN (ebook)
9783640391394
ISBN (Livre)
9783640391561
Langue
allemand
mots-clé
Eine Analyse Falkland-Malwinen Konfliktes Ansatzes
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dennis Walkenhorst (Auteur), 2007, "We are all falklanders now", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130095
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Extrait de  20  pages
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