Die Frage, ob der menschlichen Bevölkerung auf Erden Grenzen gesetzt sind, hat sich in den letzten 200 Jahren zu einem „wissenschaftlichen Dauerbrenner“ entwickelt. Thomas Malthus hat bereits Ende des 18. Jahrhunderts einen Diskurs über Bevölkerungswachstum -und dynamik in Gang gesetzt, der in seinem Grundgedanken bis heute noch Gültigkeit hat.
Diese Arbeit beschäftigt sich im ersten Abschnitt mit der „Bevölkerungsfalle“ von Malthus, wobei das Problem des Bevölkerungswachstums erläutert wird. Dennoch muss man diese Theorie kritisch von mehreren Seiten betrachten, da sich die Bevölkerung, u.a. bedingt durch den unterschiedlichen Lebensstandard, nicht in allen Teilen der Welt gleich entwickelt.1
Der zweite Teil der Arbeit setzt sich mit dem Modell des demografischen Übergangs auseinander. Weiterhin wird die veränderte Rolle der Familie und das Verhalten der Fertilitätsrate anhand der Theorie des Nobelpreisträgers Gary Becker betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die „Bevölkerungsfalle“ nach Malthus
3 Die Bevölkerung
3.1 Der demografische Übergang und die Sterblichkeit
3.2 Die mikroökonomische Theorie der Geburtenrate anhand des Modells von Gary Becker
4 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die ökonomischen Zusammenhänge des Bevölkerungswachstums, wobei die klassische Theorie der „Bevölkerungsfalle“ nach Malthus einer kritischen Prüfung unterzogen und mit modernen Ansätzen der demografischen Entwicklung sowie mikroökonomischen Erklärungsmodellen der Fertilität verknüpft wird.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Malthusianischen Theorie zur Bevölkerungsfalle
- Untersuchung des demografischen Übergangs und der Ursachen für sinkende Sterberaten
- Mikroökonomische Analyse der Geburtenrate nach dem Modell von Gary Becker
- Vergleich demografischer Entwicklungen zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern
- Einfluss von Einkommen und Opportunitätskosten auf die Familienplanung
Auszug aus dem Buch
3.2 Die mikroökonomische Theorie der Geburtenrate anhand des Modells von Gary Becker
Sobald die Sterblichkeitsrate zurückgeht, entwickelt sich die Geburtenrate zu einer entscheidenden Variable. Es kommt zur gegenseitigen Abhängigkeit zwischen Einkommen und der totalen Fertilitätsrate (entspricht der mittleren Anzahl der Kinder, die eine Frau in ihrem gesamten fruchtbaren Teil des Lebens gebären kann).21
Der Nobelpreisträger Gary Becker versuchte die Gründe für die existierende Verbindung zwischen dem Einkommen der Familien und der Fertilitätsrate zu erläutern.
Die Familie zählt zu den ältesten Institutionen, die wir kennen. Sie soll schon vor 50.000 (wenn auch in einer primitiven Form) existiert haben und sie ist immer noch - trotz aller Veränderungen, die ihr widerfahren sind - die bedeutendste Institution in der Gesellschaft. Sie zieht die Kinder auf, sie investiert in deren Bildung und deren Wertorientierungen und sie stellt die Ernährung und Kleidung der Heranwachsenden sicher, hilft in Notfällen aus und kümmert sich um die Alten, wenn es nötig ist.22
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische und wissenschaftliche Relevanz der Bevölkerungsentwicklung ein und umreißt den inhaltlichen Aufbau der Arbeit.
2 Die „Bevölkerungsfalle“ nach Malthus: Das Kapitel erläutert Malthus' Bevölkerungsgesetz und die daraus resultierende Problematik der Subsistenzkrisen, stellt dabei jedoch auch die Grenzen dieser statischen Theorie heraus.
3 Die Bevölkerung: Dieser Abschnitt thematisiert die Zunahme der Weltbevölkerung und den Zusammenhang zwischen dem Pro-Kopf-Einkommen und der demografischen Entwicklung.
3.1 Der demografische Übergang und die Sterblichkeit: Hier werden die Ursachen des Rückgangs der Sterblichkeit in Industrienationen im Vergleich zu den drastischeren Entwicklungen in den Entwicklungsländern analysiert.
3.2 Die mikroökonomische Theorie der Geburtenrate anhand des Modells von Gary Becker: Dieses Unterkapitel betrachtet die ökonomischen Motive der Familiengründung, insbesondere den Einfluss von Einkommen und Opportunitätskosten auf die Fertilitätsrate.
4 Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die anhaltende Relevanz der Thematik für die heutige Weltpolitik unterstrichen.
Schlüsselwörter
Bevölkerungswachstum, Malthus, Bevölkerungsfalle, Demografischer Übergang, Sterblichkeit, Fertilitätsrate, Gary Becker, Familienstruktur, Einkommen, Opportunitätskosten, Industrieländer, Entwicklungsländer, Subsistenzkrise, Lebensstandard, Ökonomische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ökonomischen Dynamiken der Weltbevölkerung von der klassischen Theorie des Bevölkerungswachstums nach Malthus bis hin zu modernen mikroökonomischen Erklärungsansätzen für das Geburtenverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Malthusianische „Bevölkerungsfalle“, das Modell des demografischen Übergangs, die Auswirkungen von medizinischen Fortschritten auf die Sterblichkeit sowie die mikroökonomische Analyse des Familienlebens nach Gary Becker.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Bevölkerungswachstum nicht nur als biologisches Phänomen, sondern als ökonomisch gesteuerten Prozess zu verstehen und zu hinterfragen, warum sich die demografische Entwicklung in verschiedenen Regionen der Welt so unterschiedlich vollzieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die volkswirtschaftliche Modelle zur Bevölkerungsökonomie und Demografie auswertet und historisch sowie anhand von Datenbeispielen wie denen von Deutschland gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die historische Theorie von Malthus kritisch beleuchtet, anschließend werden die Ursachen für den demografischen Übergang analysiert und schließlich wird Beckers Modell genutzt, um die ökonomischen Entscheidungsgründe für die Familiengründung und Kinderzahl zu erklären.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Bevölkerungswachstum, Bevölkerungsfalle, demografischer Übergang, Fertilitätsrate, Opportunitätskosten, Sterblichkeit und die ökonomische Betrachtung der Familie.
Welche Bedeutung hatten Kinder nach der Theorie von Gary Becker für die Familie?
In agrarischen oder ärmeren Gesellschaften dienten Kinder vor allem der Sicherung des Familieneinkommens durch Arbeit und der Altersvorsorge für die Eltern, während ihr Nutzen in entwickelten Industriegesellschaften durch hohe Opportunitätskosten und Ausbildungsausgaben sinkt.
Warum weicht die Entwicklung in Entwicklungsländern von der in Industrienationen ab?
Die Entwicklung weicht ab, weil der Sterblichkeitsrückgang in Entwicklungsländern oft durch einen rapiden medizinischen Transfer aus Industrieländern ausgelöst wurde, während die Geburtenraten aufgrund anderer sozioökonomischer Voraussetzungen wie Altersabsicherung und Bildungsniveau langsamer sinken.
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- Anja Behrens (Author), 2007, Die Bevölkerungskrise nach Malthus und deren kritische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130133