Ziel dieser Arbeit soll es sein, auf Basis des bisherigen Kenntnisstands der Forschung, verschiedene Phänomene der Verhaltensökonomik durch das konkrete Verhalten der Menschen während der Corona-Pandemie zu diskutieren. Genauer soll es darum gehen, welche Modelle der Ökonomik mit eingetroffenen Fällen untermauert und welche evtl. infrage gestellt beziehungsweise genauer untersucht werden müssten. Somit soll ermittelt werden, welche konkreten Maßnahmen bei etwaigen zukünftigen Krisen zu treffen sind, um eine Kollabierung der globalen Volkswirtschaften zu verhindern.
Die Covid-19 Pandemie, welche im Frühjahr 2020 die gesamte Welt in eine globale Krise stürzte, bestimmt den Kurs allen Handelns nun schon seit über zwei Jahren. Regierungen, Unternehmen sowie der normale Bürger waren wenig auf das vorbereitet, was uns seitdem täglich begleitet. Zwar ist der medizinische Fortschritt seither beachtlich und es gelang zumindest das Virus in seiner Verbreitung und Mortalität einzudämmen. Jedoch werden sich eine Vielzahl der sozialen, ökonomischen und psychologischen Folgen erst in den kommenden Jahren zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziel der Arbeit
2. Beginn der Krise und Auswirkungen
2.1 Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen
2.2 Auswirkungen auf den Produktionssektor
2.3 Auswirkungen auf den Dienstleistungssektor
2.4 Auswirkungen auf den Einzelhandel
2.5 Auswirkungen auf den Gesundheitssektor
3. Verhalten der Gesellschaft während Corona
3.1 Hamstern /Hortung
3.2 Testen
3.3 Impfzurückhaltung
3.4 Home-Office
4. Verhaltensökonomische Ansätze und Handlungsempfehlungen
4.1 Nudging
4.2 Altruismus
4.3 Framing
4.4 Hyperbolisches Diskontieren
5. Schlussfolgerung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht verhaltensökonomische Phänomene während der Covid-19-Pandemie, um auf Basis dieser Erkenntnisse Handlungsempfehlungen für künftige Krisen zu entwickeln und volkswirtschaftliche Kollapse zu verhindern.
- Analyse der pandemiebedingten Auswirkungen auf verschiedene Wirtschaftssektoren.
- Untersuchung von Verhaltensmustern der Gesellschaft wie Hamsterkäufen und Impfskepsis.
- Anwendung verhaltensökonomischer Modelle zur Erklärung irrationaler Entscheidungen.
- Diskussion von Nudging-Strategien zur Förderung prosozialen Verhaltens.
- Evaluierung der Rolle von Framing und hyperbolischem Diskontieren in der Pandemiepolitik.
Auszug aus dem Buch
3.1 Hamstern /Hortung
Grundsätzlich ist das Prinzip der Hortung nichts neues. Meist tritt die Hortung verschiedener Lebensmittel oder anderer Verbrauchsgegenstände dann auf, wenn eine Erwartung von Knappheit besteht und/oder stark steigende Preise für die jeweiligen Güter zu erwarten sind (vgl. Wohltmann 2018). Die Verknappung der Güter im Zuge der ersten Corona Welle zeigt par example, welche Auswirkungen die begrenzte Rationalität der Menschen auf den einzelnen, jedoch auch auf die Allgemeinheit haben kann.
So herrschten vor der Pandemie keine Lieferengpässe und der Bedarf der Bevölkerung war zu keiner Zeit bedroht. Trotzdem kam es Vielerorts zu leer gekauften Regalen in Discountern, Supermärkten und Drogeriemärkten. In erster Linie betraf der Hortungsdrang der Allgemeinheit Hygieneartikel, wie Desinfektionsmittel, antibakterielle Putzmittel sowie Handseife und Klopapier. Auch Brotmischungen, Konserven und sonstige Lebensmittel wurden zu begehrten Gütern während der Woche vor dem ersten Lockdown (siehe Abb. 5).
Das Phänomen des Hortens von Toilettenpapier bspw. sorgte für eine gewisse Abwechslung zu den schockierenden Schlagzeilen über die brutale Ausbreitung von COVID-19 auf der ganzen Welt. Das ungewöhnliche Kaufverhalten der Horter, z. B. der panikartige Kauf von Toilettenpapier lässt sich nur schwer mit rein ökonomischen Begriffen erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation, die Forschungsziele und die methodische Vorgehensweise der Bachelorarbeit im Kontext der Covid-19-Pandemie.
2. Beginn der Krise und Auswirkungen: Dieses Kapitel analysiert die ökonomischen Folgen der Pandemie in kritisch betroffenen Sektoren wie Produktion, Dienstleistung, Einzelhandel und Gesundheit.
3. Verhalten der Gesellschaft während Corona: Hier werden menschliche Verhaltensweisen während der Krise, darunter Hortung, Testbereitschaft, Impfskepsis und Home-Office unter verhaltenswissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.
4. Verhaltensökonomische Ansätze und Handlungsempfehlungen: Dieses Kapitel diskutiert spezifische Modelle wie Nudging und Framing, um aufzuzeigen, wie politisch-gesellschaftliche Krisenbewältigung künftig optimiert werden kann.
5. Schlussfolgerung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verhaltensökonomische Verzerrungen bei der Entwicklung künftiger Krisenstrategien stärker zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Covid-19, Pandemie, Verhaltensökonomik, Nudging, Hamsterkäufe, Impfskepsis, Home-Office, Framing, Hyperbolisches Diskontieren, Rationalität, Altruismus, Krisenmanagement, Wirtschaftsfolgen, Sozialpsychologie, Strukturprobleme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie verhaltensökonomische Faktoren und menschliche Entscheidungsverzerrungen während der Covid-19-Pandemie das gesellschaftliche und wirtschaftliche Geschehen beeinflusst haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse ökonomischer Sektoren, gesellschaftlicher Verhaltensänderungen wie Hamstern und Impfskepsis sowie der Anwendung wissenschaftlicher Modelle zur Krisenprävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Politik und Gesellschaft zu formulieren, um auf Basis verhaltensökonomischer Erkenntnisse zukünftige Krisen besser bewältigen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine qualitative Literaturrecherche, um den aktuellen Forschungsstand zu verhaltensökonomischen Phänomenen während der Jahre 2020 bis 2022 auszuwerten sowie Daten offizieller Stellen zur Illustration zu verwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert branchenspezifische Wirtschaftsauswirkungen und untersucht gezielt Phänomene wie die "Tragik der Allmende" beim Hamstern, die Testbereitschaft und die Wirksamkeit von Home-Office.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Verhaltensökonomik, Covid-19, Nudging, Altruismus, Framing, hyperbolisches Diskontieren und rational begrenzte Entscheidungsfindung.
Welche Rolle spielt das "Framing" bei der Krisenkommunikation?
Das Framing beeinflusst, wie Krisenbotschaften wahrgenommen werden; der Autor zeigt auf, dass eine andere Art der Ergebnispräsentation (absolute Zahlen statt Prozent) die Akzeptanz für Maßnahmen erhöhen könnte.
Warum ist das Home-Office aus verhaltensökonomischer Sicht zwiespältig?
Es bietet zwar Flexibilität, zeigt aber durch das "Prinzipal-Agenten-Problem" und den Wegfall persönlicher Kommunikation Risiken für die Motivation und den Wissens- sowie Innovationstransfer auf.
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- Daniel Pestner (Author), 2022, Verhaltensökonomische Anreize und Zusammenhänge im Rahmen der Covid-19-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301509