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Die Entschuldigungen der Presse - Theoretische Grundlagen und empirische Ansatzpunkte zum Umgang mit Fehlern bei der journalistischen Berichterstattung

Title: Die Entschuldigungen der Presse - Theoretische Grundlagen und empirische Ansatzpunkte zum Umgang mit Fehlern bei der journalistischen Berichterstattung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 55 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Henryk Hielscher (Author)

Communications - Print Media, Press
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Entschuldigungen im Journalismus sind ein zumindest im deutschen Sprachraum bislang unerforschtes Phänomen. Um sich mit dem Thema wissenschaftlich auseinander zu setzen, besitzt die Begriffsklärung fundamentale Bedeutung. Anschließend werden verschiedene Fallbeispiele von Entschuldigen in der Presse analysiert und zuvor die Kriterien festgelegt, die dieser quasi-qualitativen Inhaltsanalyse zugrunde liegen. Darauf aufbauend werden die formalen und inhaltlichen Kriterien auf den Forschungsgegenstand übertragen und die einzelnen Beispiele untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gliederung

3. Entschuldigungen im gesellschaftlichen Kontext

3.1 Begriffsgeschichte, Grundbedeutungen und allgemeine Verwendung

3.2 Entschuldigung und Verzeihung in der Theologie

3.3 Entschuldigungen im Strafrecht

4. Die Entschuldigungen der Presse

4.1 Aufbau der Untersuchung

4.1.1 Vorbemerkungen

4.1.2 Definition und Materialauswahl

4.1.3 Kategorienbildung

4.1.4 Untersuchungskriterien und –aufbau

4.2 Kleine Entschuldigungen

4.2.1 Beispiel 1: Verwechslung

4.2.2 Beispiel 2: Zahlendreher

4.2.3 Beispiel 3: falscher Aktienkurs

4.2.4 Beispiel 4: Unterstellung

4.2.5 Ergebnisse: kleine Entschuldigungen

4.3 Große Entschuldigungen

4.3.1 Beispiel 1: Falsches Foto

4.3.2 Beispiel 2: Beleidigung

4.3.3 Beispiel 3: Falschaussagen

4.3.4 Beispiel 4: Sebnitz

4.3.5 Ergebnisse: große Entschuldigungen

4.4 Vergleich von „kleinen“ und „großen“ Entschuldigungen

4.5 Vergleich zwischen Entschuldigungen in der Presse, im Alltag und im Glauben

4.6 Exkurs: Das Entschuldigungsdefizit der Presse im Fall Sebnitz

4.7 Vor- und Nachteile von Entschuldigungen

5. Zusammenfassung und Erörterung weitergehender Forschungsfragen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das bislang wenig erforschte Phänomen der Entschuldigungskultur im Journalismus. Das primäre Ziel ist es, den Umgang der Presse mit eigenen Fehlern zu analysieren und zu klären, warum es Redaktionen oft schwerfällt, diese einzugestehen, sowie welche Motive und formalen Kriterien bei der Veröffentlichung von Entschuldigungen eine Rolle spielen.

  • Theoretische Grundlagen von Entschuldigungen in Gesellschaft, Theologie und Recht.
  • Qualitative Analyse von Entschuldigungspraxis anhand von "kleinen" (z.B. Zahlendreher) und "großen" (z.B. Medienskandale) Fehlern.
  • Untersuchung des "Entschuldigungsdefizits" in der deutschen Presse.
  • Vergleich journalistischer Entschuldigungen mit alltags- und glaubensbezogenen Formen der Entschuldigung.
  • Diskussion von Vor- und Nachteilen eines offensiveren Umgangs mit Fehlern für Medienhäuser und Betroffene.

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Beispiel 4: Unterstellung

Anlass der Entschuldigung ist eine nicht nachweisbare Behauptung in einem vorangegangenen Artikel. Beachtenswert ist, dass das Eingeständnis des „Irrtums“ (1) erst etwa einen Monat bzw. vier Ausgaben nach dem Fehler geschieht. Der Aufbau erfolgt ähnlich dem bekannten Muster: erst wird beschrieben wann und wo (2) was falsch gemacht wurde (4), anschließend folgt die Entschuldigung (6). Zwei Elemente sind allerdings auffällig und anders als bei den vorangegangenen Entschuldigungen. Vor der Fehleraussage wird in (3) darauf hingewiesen, was richtig geschrieben wurde. Offenbar handelt es sich dabei um eine ironisierende Sprachvariante, was in dem Wort „Politstar“ deutlich wird. Der andere abweichende Punkt ist die Relativierung des vorangegangenen Fehlereingeständnis in (5). Während in (4) sinngemäß gesagt wird: Die Aussage, Gysi sei Stasi-Zuträger gewesen, ist falsch, wird einen Satz später geschrieben, dass es für eine Stasitätigkeit keine Beweise gebe. (5) Nun ist es natürlich richtig, dass es für eine falsche Behauptung keine Beweise gibt, die explizite Erwähnung dieses Zusammenhangs legt allerdings nahe, dass damit eine Relativierung erreicht werden sollte. In dem Sinne: Eigentlich war Gysi doch bei der Stasi, es fehlen bislang nur die Beweise.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik journalistischer Fehlerkultur ein und leitet anhand aktueller Debatten die Forschungsfrage ab.

2. Gliederung: Hier werden die methodischen Einschränkungen und die Struktur der vorliegenden Untersuchung erläutert.

3. Entschuldigungen im gesellschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung durch die Analyse von Entschuldigungsbegriffen in Gesellschaft, Theologie und Recht.

4. Die Entschuldigungen der Presse: Der Hauptteil enthält die qualitative Analyse verschiedener Fallbeispiele und die Kategorisierung journalistischer Entschuldigungen.

5. Zusammenfassung und Erörterung weitergehender Forschungsfragen: Abschließend werden die gewonnenen Thesen zusammengefasst und Ansätze für zukünftige wissenschaftliche Untersuchungen aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Journalismus, Presse, Entschuldigung, Fehlereingeständnis, Medienethik, Fehlerkultur, Redaktion, Recherchefehler, Medienskandal, Selbstkritik, Presseethik, Richtigstellung, Vorverurteilung, Entschuldigungsdefizit, Medienverantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Zeitungen mit Fehlern in ihrer Berichterstattung umgehen und welche Form der Entschuldigung dabei gewählt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Entschuldigungen, die Kategorisierung von Pressefehlern in "kleine" und "große" Entschuldigungen sowie das kollektive Verantwortungsprinzip der Redaktionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob ein Entschuldigungsdefizit in der deutschen Presse existiert und warum die öffentliche Einsicht und Reue bei journalistischen Fehlern so selten direkt und individuell erfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Zeitungsarchiven, bei der acht ausgewählte Entschuldigungsfälle formal und inhaltlich auf ihre Glaubwürdigkeit und Struktur hin geprüft wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkrete Fallbeispiele, vergleicht den Aufbau von "kleinen" Berichtigungen und "großen" Entschuldigungen und stellt deren Motive und Strategien gegenüber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind die Begriffe Entschuldigungsdefizit, Kollektiventschuldigung, redaktionelle Verantwortung und Fehlerkultur.

Wie bewertet der Autor den Umgang mit Fehlern im Fall Sebnitz?

Der Autor kritisiert den Fall Sebnitz als Beispiel für ein massives Entschuldigungsdefizit, bei dem die Bild-Zeitung und andere Medien die Verantwortung auf externe Akteure verschoben, statt echte Selbstkritik zu üben.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "kleinen" und "großen" Entschuldigungen wichtig?

Sie zeigt, dass bei kleineren Fehlern oft eine ironisierende oder formale Berichtigung erfolgt, während bei gravierenden Skandalen das Bedürfnis nach Selbstschutz und die Vermeidung von Konsequenzen durch Relativierung dominieren.

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Details

Title
Die Entschuldigungen der Presse - Theoretische Grundlagen und empirische Ansatzpunkte zum Umgang mit Fehlern bei der journalistischen Berichterstattung
College
LMU Munich  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Hauptseminar: Kritische Beobachtung der Beobachter
Grade
1,0
Author
Henryk Hielscher (Author)
Publication Year
2002
Pages
55
Catalog Number
V13020
ISBN (eBook)
9783638187763
ISBN (Book)
9783638698610
Language
German
Tags
Entschuldigungen Presse Falschmeldungen Fehler Berichterstattung Sebnitz Daum Selbstkritik Medienskandale Presseskandal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Henryk Hielscher (Author), 2002, Die Entschuldigungen der Presse - Theoretische Grundlagen und empirische Ansatzpunkte zum Umgang mit Fehlern bei der journalistischen Berichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13020
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