Im Zuge dieser Arbeit werden die große Ebstorfer Weltkarte und die kleine Psalterkarte von London samt ihrer Rückseite, die eine weitere Karte ohne bildlichen, aber mit reinem textlichem Inhalt enthält, miteinander verglichen. Ein großes Augenmerk wird dabei auf das Bild-Text-Verhältnis der jeweiligen Karten gelegt, um so zu erschließen, wie sich die mittelalterlichen Weltkarten lesen und verstehen lassen, als Gattung, die zwischen Bild und Buch zu begreifen sein scheint.
Nach einem einführenden Überblick über mittelalterliche Karten werden zunächst die beiden Karten als Einzelnes betrachtet und ihre Herkunft, Entstehung und äußere Form geklärt. Danach werden die beiden Karten nach Form, Inhalten und Darstellung gesondert betrachtet und gegenübergestellt. Stets berücksichtigt werden dabei Erscheinung und Funktion des vorhandenen Textes.
"Mappa heißt Abbild, daher Mappe mundi so viel wie: Abbild der Welt" – mit diesen Worten leitet die sogenannte Ebstorfer Weltkarte in einer ihrer rahmenden Legende den Betrachter an, sich ihrem Werk zu nähern. Jene Weltkarte hat, wie viele vergleichbare Karten des Mittelalters, ein besonderes Bild auf Pergament gebannt. Anders als heutige Weltkarten, vereinen die Mappae Mundi verschiedene Aspekte jenseits geographischer Eigenschaften. Entsprechend gelten sie als spannende Zeugnisse mittelalterlicher Wahrnehmung und mittelalterlichen Wissens.
Besonderes Interesse gilt in der kunstgeschichtlichen Betrachtung den großformatigen Weltkarten, wie die der Arbeit zugrundeliegende Ebstorfer Weltkarte oder die Hereford Map. Ihre schiere Größe ermöglicht ihnen detailreiche und faszinierende Karten zu präsentieren. Aber auch kleinere Karten, die in weitaus größerer Zahl erhalten sind, halten spannende Beobachtungen parat. Eine besonders kleinformatige, aber dennoch reichhaltige Weltkarte des Mittelalters, ist die sogenannte Psalterkarte von London. Sie gilt trotz ihres kleinen Formats als eng verwandt mit der Ebstorfkarte.
Oftmals findet sich viel Text auf den Karten, der den reichhaltigen Bildbestand und die kartographischen Inhalte ergänzt, indem er diesen beschreibt, benennt oder um Inhalte erweitert. So ergibt sich ein spannendes Geflecht aus Bild und Text.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Hauptteil
- 2.1 Mittelalterliche Weltkarten
- 2.1.1 Die Ebstorfer Weltkarte
- 2.1.2 Die Psalterkarte von London
- 2.2 Vergleich
- 2.2.1 Entstehung und Quellen
- 2.2.2 Format, Material und Handwerk
- 2.2.3 Motiv
- 2.2.4 Christus
- 2.2.5 Heilsgeschichte
- 2.2.6 Figuren
- 2.2.7 Schematische Inhalte
- 2.2.8 Geographie
- 2.2.9 Städte
- 2.2.10 Schriftliche Inhalte
- 2.2.11 Funktion
- 3. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Bild-Text-Beziehung in mittelalterlichen Weltkarten, dargestellt am Vergleich der Ebstorfer Weltkarte und der Londoner Psalterkarte. Die Arbeit analysiert die beiden Karten in ihrer Entstehung, Form, Inhalten und Funktion, wobei ein besonderes Augenmerk auf das Zusammenspiel von Bild und Text gelegt wird. Ziel ist es, zu verstehen, wie diese Karten im Mittelalter gelesen und interpretiert wurden.
- Die Ebstorfer Weltkarte und die Psalterkarte von London als Beispiele für mittelalterliche Weltkarten.
- Das Verhältnis von Bild und Text in mittelalterlichen Weltkarten.
- Die Bedeutung der Karten für die Vermittlung des christlichen Weltbildes.
- Die Verwendung von Karten als Informationsquellen in verschiedenen Kontexten.
- Die Bedeutung der Karten für die Geschichte der Kartographie.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der mittelalterlichen Weltkarten ein und stellt die beiden Vergleichsobjekte, die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte, vor. Der Hauptteil befasst sich zunächst mit den mittelalterlichen Weltkarten im Allgemeinen, bevor die Ebstorfer Weltkarte und die Psalterkarte von London in ihrer Entstehung, Form, Inhalten und Funktion analysiert werden. Der Vergleich der beiden Karten zeigt die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Bild-Text-Beziehung und gibt Aufschluss über die spezifischen Interpretationen der Welt im Mittelalter.
Schlüsselwörter
Mittelalterliche Weltkarten, Ebstorfer Weltkarte, Psalterkarte von London, Bild-Text-Beziehung, christliches Weltbild, Kartographie, Heilsgeschichte, T-O-Karte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Ebstorfer Weltkarte?
Es ist eine großformatige mittelalterliche Mappa Mundi aus dem 13. Jahrhundert, die die Welt in Form des Leibes Christi darstellt.
Was unterscheidet die Londoner Psalterkarte von der Ebstorfkarte?
Während die Ebstorfkarte riesig ist (ca. 3,5 x 3,5 Meter), ist die Psalterkarte sehr kleinformatig, teilt aber viele ikonographische und inhaltliche Gemeinsamkeiten.
Was bedeutet „Mappa Mundi“ im mittelalterlichen Kontext?
Es bedeutet „Abbild der Welt“. Solche Karten waren keine reinen Navigationshilfen, sondern vereinten Geographie, Heilsgeschichte und Enzyklopädie.
Welche Rolle spielt der Text auf mittelalterlichen Karten?
Der Text ergänzt das Bild, indem er Orte benennt, Wunder beschreibt oder theologische Erklärungen liefert, sodass Bild und Text ein gemeinsames Geflecht bilden.
Was ist eine T-O-Karte?
Dies ist ein schematisches Kartenmodell des Mittelalters, bei dem die Welt kreisförmig (O) dargestellt und durch ein T (Mittelmeer, Nil, Don) in die drei Kontinente Asien, Europa und Afrika geteilt wird.
- Arbeit zitieren
- Lukas Braun (Autor:in), 2020, Die Ebstorfer Weltkarte und die Londoner Psalterkarte im Vergleich. Die Bild-Text-Beziehung mittelalterlicher Weltkarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302156