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Rassismuskritische Bildungskonzepte. Welche Chancen und Grenzen weist die Interkulturelle Pädagogik auf, um Rassismus entgegenzuwirken?

Título: Rassismuskritische Bildungskonzepte. Welche Chancen und Grenzen weist die Interkulturelle Pädagogik auf, um Rassismus entgegenzuwirken?

Trabajo Escrito , 2019 , 18 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Fiona Otte (Autor)

Pedagogía - Pedagogía social
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Die Arbeit geht auf Formen der strukturellen und institutionellen Diskriminierung ein und beleuchtet besonders gruppenbezogene Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund. Diskriminierung struktureller und institutioneller Art ist schwieriger zu erkennen und zu bekämpfen als persönliche rassistische Beleidigungen oder Übergriffe. In den Organisationsstrukturen der Gesellschaft verankert, findet diese Form der Benachteiligung regelmäßig -bewusst und unbewusst- statt, indem auf Gleichberechtigung ausgelegte Handlungsabläufe in den Behörden, Institutionen und Bildungseinrichtungen Benachteiligungen für Migrant_innen produzieren.

Schwerpunkt dieser Hausarbeit sind jedoch pädagogische Konzepte, die als Antwort auf die Einwanderungsgesellschaft initialisiert wurden, mit dem Ziel der Integration der Zugewanderten. Eingegangen wird dabei auf die Ausländerpädagogik und die Interkulturelle Pädagogik, welche anschließend auf ihre Strategien untersucht und rassismuskritisch hinterfragt werden, denn auch ihnen liegen Unterscheidungspraxen zugrunde. So wird die Frage beantwortet, ob eine Interkulturelle Pädagogik mehr soziale Gerechtigkeit herstellen kann oder ob das Konzept sogar weitere Diskriminierung verursacht.

Obwohl Rassismus laut unseres Grundgesetzes verboten ist, werden Menschen in Deutschland aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens immer noch benachteiligt. Besonders Alltagsrassismus führt zu Diskriminierung, denn er wird oft subtil vorgebracht und ist schwer verfolgbar. Rassismus ist aufgrund seiner Komplexität schwer greifbar und definierbar, doch ordnet er unser Denken und Handeln und hat einen direkten Einfluss auf das gesellschaftliche Zusammenleben.

Die dem Rassismus zugrunde liegenden Unterscheidungspraxen sind dabei menschengemachte Konstruktionen von Differenzen, die in der Gesellschaft weitervererbt werden. Legitimieren diese Unterscheidungspraxen Privilegien der Mehrheitsgesellschaft, so bedeutet dies zwangsläufig eine Benachteiligung der Minderheitsgesellschaft, die sich in unterschiedlichster Form (u.A. Bildungserfolg, Armut, Jobwahl, Wohnungssuche) zeigt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Begriffsbestimmung von Rassismus

2.1.Rassismus als gesellschaftliches Verhältnis

2.2. Rassismustheorie und Rassismuskritik

3. Zur Konzeptualisierung ausländerpädagogischer Ansätze

3.1.Kompetenz, Interkulturalität und interkulturelle Kompetenz

3.2.Das Konzept der Interkulturellen Pädagogik

3.3. Interkulturelle Soziale Arbeit als Querschnittsaufgabe

4. Grenzen Interkultureller Pädagogik

5. Rassismuskritische Ansätze

6. Paradoxien und Dilemmata der rassismuskritischen Arbeit

7. Bedeutung für die Soziale Arbeit

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, rassismuskritische Bildungskonzepte im Kontext der modernen Einwanderungsgesellschaft zu untersuchen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die Interkulturelle Pädagogik tatsächlich zur sozialen Gerechtigkeit beitragen kann oder ob sie unbewusst zur weiteren Diskriminierung und Marginalisierung beiträgt, indem sie bestehende Differenzkonstruktionen und Machtverhältnisse reproduziert.

  • Struktureller und institutioneller Rassismus in Bildung und Gesellschaft
  • Kritische Analyse der Traditionslinien von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik
  • Problematik der Kulturalisierung und Differenzzuschreibung in der Sozialen Arbeit
  • Notwendigkeit machtsensibler, rassismuskritischer Ansätze als Alternative
  • Rolle der Selbstreflexion in der pädagogischen Professionalität

Auszug aus dem Buch

3. Zur Konzeptualisierung ausländerpädagogischer Ansätze

Ausländerpädagogische Ansätze wurden ab den siebziger Jahren als Antwort auf den Zuzug von Migranten in Deutschland entwickelt. Irritationen im Bildungssystem galten als Sinnbild für gesellschaftliche Veränderungen und so entwickelte sich die Ausländerpädagogik, die den veränderten Anforderungen in den Bildungseinrichtungen gerecht werden sollte. Der Ansatz verfolgte das politische Ziel der Eingliederung der Migranten, konstruierte gleichzeitig jedoch das Bild des hilflosen, infantilen und der Sprache nicht mächtigen Ausländers, der auf die Hilfe der Mehrheitsgesellschaft und ihrer Institutionen angewiesen ist. Zugleich galten die Zugezogenen selbst als Ursache ihrer Probleme, ihre Integration wurde zu ihrer alleinigen Bringschuld umdefiniert.

Der Integrationsprozess wurde in diesem Zusammenhang als einseitiger Vorgang verstanden, bei dem Ausländer von Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft Unterstützung erwarten sollten und konnten. Orientierte sich ihr pädagogisches Konzept am Assimilationsmodell, so stellte die Integration im Wesentlichen eine „Nachsozialisation“ dar, die die Rückständigkeit der Migranten an die Normen der deutschen Gesellschaft angleichen sollte (vgl. Kiesel 2003, S.1).

Kritisiert wurde die Ausländerpädagogik für die Entmündigung und Klientilisierung der Migrant(inn)en, indem sie deren angebliche Hilfsbedürftigkeit und Defizite in den Mittelpunkt ihrer sozialpädagogischen Intervention stellte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Hartnäckigkeit von Rassismus trotz rechtlicher Verbote und erläutert die Relevanz einer rassismuskritischen Auseinandersetzung für pädagogische Konzepte in einer Einwanderungsgesellschaft.

2. Zur Begriffsbestimmung von Rassismus: Dieses Kapitel definiert Rassismus als komplexes gesellschaftliches Verhältnis, das durch Macht- und Dominanzverhältnisse sowie die Konstruktion von Differenzen geprägt ist.

3. Zur Konzeptualisierung ausländerpädagogischer Ansätze: Das Kapitel arbeitet die Genese und Kritik der Ausländerpädagogik sowie die theoretischen Grundlagen der Interkulturellen Pädagogik und Kompetenzaufbau heraus.

4. Grenzen Interkultureller Pädagogik: Hier werden die Defizite des Ansatzes aufgezeigt, insbesondere in Bezug auf die Gefahr der Kulturalisierung und des „Othering“ durch die Fixierung auf kulturelle Differenzen.

5. Rassismuskritische Ansätze: Dieses Kapitel stellt Ansätze vor, die darauf abzielen, strukturelle und institutionelle Machtmechanismen sichtbar zu machen und abzubauen, anstatt nur an individuellen Vorurteilen anzusetzen.

6. Paradoxien und Dilemmata der rassismuskritischen Arbeit: Das Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, Differenzen anzuerkennen, ohne diese gleichzeitig durch die pädagogische Praxis zu verfestigen.

7. Bedeutung für die Soziale Arbeit: Abschließend wird gefordert, dass die Soziale Arbeit sich vom Defizitansatz distanziert und eine subjektorientierte, machtreflexive Haltung in der Praxis einnimmt.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass pädagogische Konzepte kontinuierlich auf ihre rassistischen Wirkungsweisen hin befragt und strukturell neu ausgerichtet werden müssen.

Schlüsselwörter

Rassismuskritik, Interkulturelle Pädagogik, Ausländerpädagogik, Diskriminierung, Soziale Arbeit, Machtstrukturen, Kulturalisierung, Differenzkonstruktion, Struktureller Rassismus, Institutioneller Rassismus, Migrationsgesellschaft, Subjektstatus, Diversitätsbewusstsein, Selbstreflexion, Soziale Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Hausarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung von pädagogischen Konzepten, speziell der Ausländerpädagogik und der Interkulturellen Pädagogik, in Bezug auf das Wirken von Alltagsrassismus und struktureller Diskriminierung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die Begriffsdefinition von Rassismus, die historische Entwicklung pädagogischer Reaktionen auf Migration sowie die methodischen Herausforderungen rassismuskritischer Arbeit.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob die Interkulturelle Pädagogik eine geeignete Antwort auf Rassismus ist oder ob sie durch ihre Fokussetzung neue Formen der Ausgrenzung und Defizitzuschreibung produziert.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die existierende Konzepte der Pädagogik und der Rassismusforschung kritisch analysiert und gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Rassismus, die historische Entwicklung der Ansätze, die kritische Diskussion über deren Grenzen und Dilemmata sowie deren Implikationen für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Begriffe Rassismuskritik, Kulturalisierung, institutionelle Diskriminierung und pädagogische Professionalität stehen im Zentrum der Arbeit.

Warum steht die Interkulturelle Pädagogik trotz positiver Absichten unter Kritik?

Die Autorin argumentiert, dass der Fokus auf „kulturelle Differenz“ oft dazu führt, dass Individuen auf kulturelle Merkmale reduziert werden, was die tieferliegenden sozialen Ungleichheiten verschleiert.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit in der rassismuskritischen Perspektive?

Die Soziale Arbeit sollte sich von einem defizitorientierten Blickwinkel lösen und ihre eigene Machtstellung reflektieren, um Menschen mit Migrationshintergrund als eigenständige Handlungssubjekte anzuerkennen.

Was bedeutet der Begriff „Kulturalisierung“ im Kontext der Arbeit?

Kulturalisierung bezeichnet den Prozess, in dem komplexes menschliches Verhalten fälschlicherweise ausschließlich auf die kulturelle Herkunft zurückgeführt und dadurch stereotypisiert wird.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen strukturellem und institutionellem Rassismus?

Die Arbeit definiert strukturellen Rassismus als Ungleichheiten durch politische und rechtliche Systeme, während institutioneller Rassismus durch Handlungsvorgänge und Normvorstellungen innerhalb von Organisationen manifest wird.

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Detalles

Título
Rassismuskritische Bildungskonzepte. Welche Chancen und Grenzen weist die Interkulturelle Pädagogik auf, um Rassismus entgegenzuwirken?
Universidad
University of Wuppertal
Calificación
2,0
Autor
Fiona Otte (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
18
No. de catálogo
V1302158
ISBN (PDF)
9783346769558
ISBN (Libro)
9783346769565
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rassismus Interkulturell Pädagogik Bildungskonzepte Rassismuskritik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fiona Otte (Autor), 2019, Rassismuskritische Bildungskonzepte. Welche Chancen und Grenzen weist die Interkulturelle Pädagogik auf, um Rassismus entgegenzuwirken?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302158
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