Die stetigen Veränderungen des Alltags, auch im sportlichen Kontext, bewirken Stress, welcher sowohl Positiv- als auch Negativeinflüsse generiert. Themenschwerpunkt der Arbeit ist die thematische Auseinandersetzung mit dem Kontext der Stressbelastung im Kinder- und Jugendfußball im Leistungssport.
Vorab kann bereits gesagt werden, dass sportliche Aktivität, sowohl breitensportlich als auch leistungssportlich, nicht bei jedem Menschen die gleiche Wirkung auf die individuelle psychische Gesundheit hat. Im Bereich des Leistungssports wird nahezu täglich Sport getrieben, wodurch laut der ersten evidenten Annahme die Leistungssportler ein überdurchschnittlich hohes psychisches Wohlbefinden aufweisen müssten.
Im Gegensatz zu dieser Annahme werden aber auch immer wieder Schlagzeilen laut wie jene, welche die deutsche Fußballwelt am 10. November 2009 erschütterte: Robert Enke, damaliger Nationaltorhüter Deutschlands, beging Nähe seiner Heimatstadt Suizid. Er litt unter schweren Depressionen, welche durch private Schicksalsschläge, seine schwere Kindheit sowie durch starken sportlichen Druck ausgelöst wurden. Sein Leben wurde, neben persönlich geprägten Ereignissen, auch durch den Sport negativ beeinflusst.
Die Arbeit soll untersuchen, wie bereits im Kinder- und Jugendspitzensport immens große Stressbelastungen, ausgelöst durch beispielsweise Kaderdruck, Elternerwartungen oder durch den persönlichen Ehrgeiz, die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Zudem wird die Einflussnahme des psychischen Wohlbefindens in Korrelation mit dem sportlichen Erfolg gesetzt. Im Verlauf der Arbeit wird Erfolg definiert als sportlich beabsichtigte, willkürliche Leistung, welche vollkommende Zufriedenheit erzielt (hat).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition Sport
2.1 Differenzierung des Leistungssports zum Breitensport
2.2 Der Weg zum NLZ – Sportler
3 Einordnung des Stressbegriffs
3.1 Stress als Risikofaktor
3.1.1 Stress als Einfluss auf die physische Gesundheit
3.1.2 Stress als Einfluss auf die psychische Gesundheit
3.2 Selbstregulation im professionellen Leistungssport
4 Auftreten von Stressoren im Jugendleistungssport
4.1 Auftreten von internen Stressoren im Jugendleistungssport
4.2 Auftreten von externen Stressoren im Jugendleistungssport
5 Auswirkungen von Stress auf die sportliche Leistung
5.1 Im Mikrozyklus
5.2 Im Meso- und Makrozyklus
6 Die Bedeutung von psychischer Regeneration im Leistungssport
7 Zusammenfassung
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Stressbelastungen im Kinder- und Jugendleistungssport, insbesondere im Kontext des Fußballs, auf die psychische Gesundheit und beleuchtet die Korrelation zwischen psychischem Wohlbefinden und sportlichem Erfolg.
- Grundlagen des Stressbegriffs und dessen Bedeutung für den Leistungssport
- Analyse interner und externer Stressoren bei Nachwuchsathleten
- Einfluss von Stress auf die physische und psychische Gesundheit sowie die Leistungsfähigkeit
- Bedeutung der Selbstregulation und psychischer Regenerationsmaßnahmen
- Untersuchung von Burnout-Phänomenen und verletzungsbedingten psychischen Belastungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Selbstregulation im professionellen Leistungssport
Die Selbstregulation beschreibt die Fähigkeit, Stress und (daraus) entstehende Emotionen kontrollieren zu können und kontextbezogen individuell richtig zu reagieren. Je höher die Fähigkeit der Selbstregulation ausgeprägt ist, desto höher ist die emotionale Intelligenz des Sportlers (vgl. Brasseur et al., 2013, S. 1ff.). Ein bekannter Sportler, welcher keine hohe Ausprägung der Selbstregulation aufweist, ist Képler Laveran Lima Ferreira, besser bekannt als Pepe. Der damalige Spieler, unter anderem bei Real Madrid als auch portugiesische Nationalspieler, schadete wiederholt seiner Mannschaft, da er Gegenspieler unter enormen Stresssituationen boxte, mehrfach auf Gegner eintrat oder „Kopfnüsse“ verteilte (vgl. Laborde et al., 2017, S. 22).
Da dieses Verhalten auf und neben dem Wettkampf für die eigene Person, jedoch auch für die Mannschaft, schädigend ist, benötigt es ein möglichst hohes Maß an Regulation des Selbst. Karoly versteht unter dieser Regulation im (Jugend-) Sport internale oder transaktionale Prozesse, die Sportlern ermöglichen, ihre gewünschten zielgerichteten Handlungen zu verfolgen. So sollen spontane Reaktionen vermieden werden und durch absichtsvolle Mechanismen und Fertigkeiten ersetzt werden (vgl. Karoly, 1993, S. 23ff.). Folglich sollen demnach die eigenen Emotionen und das eigene Handeln auf dem Sportplatz, im Training oder im Wettkampf in einem gewissen Maße kontrolliert und beherrscht werden können (vgl. Laborde et al., 2017, S. 22). Den stetig wiederholten Aussetzern von Pepe, welche viele Platzverweise nach sich zogen, hätte eine trainierte Selbstreflektion Schutz, sowohl gegenüber den Gegnern, der eigenen Person und der Mannschaft, gebieten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Stressbelastung im Nachwuchsfußball ein und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit anhand des Spannungsfelds zwischen sportlichem Erfolg und psychischem Wohlbefinden.
2 Definition Sport: Dieses Kapitel differenziert zwischen Breitensport und Leistungssport und beschreibt den Weg eines Nachwuchssportlers in ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ).
3 Einordnung des Stressbegriffs: Hier wird Stress definiert, als Risikofaktor für physische und psychische Gesundheit beleuchtet und die Bedeutung der Selbstregulation für Profisportler erarbeitet.
4 Auftreten von Stressoren im Jugendleistungssport: Das Kapitel kategorisiert die vielfältigen internen und externen Stressoren, denen junge Leistungssportler ausgesetzt sind, und analysiert deren Ursprünge.
5 Auswirkungen von Stress auf die sportliche Leistung: Die Auswirkungen werden in den verschiedenen Phasen der Periodisierung (Mikro-, Meso- und Makrozyklus) untersucht, wobei besonders auf Burnout und langfristige Belastungen eingegangen wird.
6 Die Bedeutung von psychischer Regeneration im Leistungssport: Dieses Kapitel verdeutlicht die Notwendigkeit regenerativer Maßnahmen zur Prävention von Übertraining und psychischer Dauerbelastung im Jugendleistungssport.
7 Zusammenfassung: Eine komprimierte Wiederholung der zentralen Erkenntnisse und Definitionen der Arbeit.
8 Fazit: Das Fazit zieht eine abschließende Bilanz zur Forschungsfrage und betont die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der individuellen Persönlichkeitsentwicklung im Hochleistungssport.
Schlüsselwörter
Leistungssport, Jugendfußball, Stressbelastung, Psychische Gesundheit, Selbstregulation, Nachwuchsleistungszentrum, Stressoren, Burnout-Syndrom, Sportpsychologie, Regenerationsmanagement, Eustress, Disstress, Übertraining, Mentale Stärke, Leistungsdruck
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken des Leistungssports, mit einem speziellen Fokus auf die Auswirkungen von Stressbelastungen bei Kindern und Jugendlichen auf deren psychische Gesundheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Stress, die Analyse von internen und externen Stressoren, die Rolle der Selbstregulation sowie die Bedeutung von Regeneration zur Vermeidung von Übertraining.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es zu untersuchen, wie immens große Stressbelastungen im Kinder- und Jugendspitzensport die psychische Gesundheit beeinträchtigen und wie dies mit sportlichem Erfolg korreliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung bestehender sportpsychologischer Theorien und empirischer Erkenntnisse zum Thema Stress und Leistungssport.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Stress, die Unterscheidung zwischen internen und externen Stressoren (z.B. Eltern, Trainer), die Auswirkungen auf die sportliche Leistungsplanung sowie die Prävention durch psychische Regeneration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Jugendleistungssport, Stressbelastung, psychische Gesundheit, Selbstregulation und Regenerationsmanagement charakterisieren.
Welche Rolle spielt das Burnout-Syndrom in dieser Arbeit?
Das Burnout-Syndrom wird als multidimensionales Konstrukt bei jungen Sportlern betrachtet, das oft mit emotionaler Erschöpfung, Zynismus und Leistungsabfall einhergeht, besonders im Makrozyklus.
Wie gehen Sportler laut Arbeit mit Verletzungen um?
Verletzungen werden als wesentliche Stressoren betrachtet, die aufgrund erzwungener Pausen Sorgen und Ängste auslösen können und den Anschluss an das bisherige Leistungsniveau gefährden.
- Quote paper
- Niklas Maik Firmer (Author), 2022, Stressbelastungen bei Kindern und Jugendlichen im Leistungssport. Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302178