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Die Nachfolge des Augustus

Eine Ausnahmeregelung und ihr Weg zum Verfassungsgrundsatz

Title: Die Nachfolge des Augustus

Seminar Paper , 2009 , 17 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Stefan Noack (Author)

World History - Early and Ancient History
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In seinem Buch „Caesar und Pompeius“ schreibt der Althistoriker Ernst Baltrusch, Caesar habe sich „in klar erkennbarer Steigerung Ämter, Gewalten und Rechte verleihen [lassen] – [B]is hin zum [ihm verweigerten] Königtum.“ Nach Caesars Tod und dem erneuten Aufflammen des Bürgerkriegs, ging sein Adoptivsohn Augustus ähnlich vor. Er hatte sich keine Ämter, wohl aber Gewalten und Rechte verleihen lassen. Ein institutionalisiertes Königtum, wie es Caesar angestrebt hatte, lehnte Augustus ab. Unter dem Deckmantel der „republica restituta“, der erneuerten Republik , ließ er sich zum „primus inter pares“, zum ersten unter gleichen, ernennen . Damit war er König, ohne offiziell König zu sein – Eine ideale Regelung, die auf lange Sicht aber auch ihre Nachteile besaß. Das institutionalisierte Königtum wäre laut Baltrusch „die einzig denkbare, als dauerhaft und erblich angelegte“ , Lösung des römischen Herrschaftsproblems gewesen. Augustus’ Stellung als Princeps , als erster Mann im Staat, war an die Bedeutung seiner Person gebunden. Sie war weder „dauerhaft“ noch war sie, aus sich selbst heraus, „erblich“. Dass Augustus nicht der erste und letzte Prinzeps Roms blieb, verdankt die Welt seiner Nachfolgepolitik. Diese Nachfolgepolitik soll im Folgenden genauer betrachtet werden. Dabei muss zuerst auf die Anforderungen eingegangen werden, die ein Princeps zu erfüllen hatte. In einem zweiten Schritt sollen die historischen Entwicklungen und Dynamiken betrachtet werden, denen Augustus bei der Auswahl eines Nachfolgers unterworfen war. Als zentrale Quelle dient die „Historia Romana“, das große Geschichtswerk des Velleius Paterculus. , Da Paterculus von etwa 20 vor Chr. bis 30 nach Chr. lebte, schreibt er mit Blick auf die, zu betrachtende Problematik, über Ereignisse seiner eigenen Epoche. Querverweise zu anderen Quellen sind nichtsdestotrotz zwingend erforderlich, da gerade die Nähe des Paterculus zu Zeit, Ereignissen und bedeutenden Personen , sein Urteil beeinflusst hat. Hier werden die Kaiserviten des Sueton, die Annalen des Tacitus und die Res Gestae des Augustus Verwendung finden. Auch auf die Römische Geschichte des Cassius Dio soll ab und zu verwiesen werden. Da eine Angabe aller relevanter Stellen, wie sie im Falle von Sueton, Tacitus und Augustus vorgenommen werden kann, auf Grund des Umfangs der Römischen Geschichte, unmöglich ist, beschränken sich die Fußnoten auf unverzichtbare Passagen oder Empfehlungen zur weiteren Lektüre.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Caesar, Augustus und die Königsfrage

2. Anforderungen an den Nachfolger des Augustus

2.1. Herkunft und Familie

2.2 Militärische und politische Erfolge

2.3 Finanzielle Mittel

3. Augustus und seine Favoriten

3.1 Marcellus und Agrippa

3.2 Tiberius und Drusus

3.3 Tiberius, Gaius und Lucius

3.4 Tiberius Rückkehr und Rehabilitierung

3.5 Agrippa Postumus und Germanicus

4. Die Nachfolge – Tiberius Regierungsantritt

5. Der Weg zum „Kaisertum“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen und historischen Herausforderungen, denen Augustus bei der Etablierung seiner Nachfolge gegenüberstand, um das Prinzipat als stabiles Herrschaftsmodell zu sichern.

  • Anforderungen an einen geeigneten Princeps-Nachfolger
  • Die Rolle der Favoriten und deren Scheitern
  • Der Einfluss von Herkunft, militärischen Erfolgen und Adoptionen
  • Die Rolle von Tiberius beim Regierungsantritt
  • Die Entwicklung vom Prinzipat zum "Kaisertum"

Auszug aus dem Buch

3. Augustus und seine Favoriten

Noble Herkunft, Zugehörigkeit zu einer noblen Familie, Verbindungen zu den Juliern, militärische und politische Erfolge - Welche Männer im Umkreis des Augustus erfüllen nun alle, oder zumindest möglichst viele, dieser Anforderungen? Welche Männer hatte Augustus bei der Regelung seiner Nachfolge im Auge?

Gehen wir chronologisch vor und beginnen mit Marcus Claudius Marcellus, den man laut Velleius Paterculus seinerzeit „für den Nachfolger in [Augustus’] Machtstellung [hielt]“. Marcellus Claudius war der Sohn von Octavia, der Schwester des Augustus. Als Claudier mit julischem Blut vereinte sich in ihm der Status zweier bedeutender Familien. Marcellus war mit Julia, der Tochter des Augustus verheiratet - Ein weiterer Punkt, der dafür spricht, dass er als Nachfolger vorgesehen war. Nicht nur nach Herkunft und Familie, sondern auch militärisch und politisch schien Marcellus vielversprechend. Mit 13 Jahren begleitete er den Triumphzug nach der Schlacht von Actium. Mit 19 Jahren wurde er, weit vor der Zeit, Ädil. Seine Rivalen, allen voran Agrippa und Tiberius, beäugten ihn argwöhnisch. Zu ihrem Glück starb Marcellus 23 v. Chr. Augustus sollte seinen „Nachfolger“ überleben. Um stattliche 37 Jahre!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Caesar, Augustus und die Königsfrage: Analysiert den Übergang von der Diktatur Caesars zur subtileren Machtausübung des Augustus unter dem Deckmantel der wiederhergestellten Republik.

2. Anforderungen an den Nachfolger des Augustus: Definiert die notwendigen Voraussetzungen wie Herkunft, militärische Erfolge und finanzielle Mittel, die für einen stabilen Nachfolger essenziell waren.

3. Augustus und seine Favoriten: Untersucht chronologisch die verschiedenen Kandidaten für die Nachfolge und beleuchtet deren familiäre, militärische und politische Hintergründe.

4. Die Nachfolge – Tiberius Regierungsantritt: Betrachtet den tatsächlichen Übergang der Macht von Augustus auf Tiberius und die Rolle von Senat und Volk dabei.

5. Der Weg zum „Kaisertum“: Reflektiert den Erfolg des Augustus bei der Etablierung einer vererbbaren Machtstruktur und die langfristige Bedeutung des Prinzipats.

Schlüsselwörter

Augustus, Tiberius, Prinzipat, Nachfolge, Rom, Herrschaftsmodell, Macht, Dynastie, Senator, Germanicus, Agrippa, Gaius, Lucius, Kaisertum, Historia Romana

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Nachfolgepolitik des Augustus und die Etablierung des Prinzipats im antiken Rom.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Anforderungen an einen Nachfolger, die Auswahl der Kandidaten durch Augustus und die Konsolidierung der Macht durch Tiberius.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verstehen, wie Augustus es schaffte, eine stabile, faktisch erbliche Herrschaft zu etablieren, ohne den Anschein der republikanischen Ordnung vollständig zu zerstören.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine quellenkritische Analyse historischer Werke, primär der „Historia Romana“ des Velleius Paterculus, ergänzt durch Berichte von Tacitus, Sueton und Cassius Dio.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Vorstellung einzelner Nachfolgekandidaten wie Marcellus, Agrippa, Tiberius und Germanicus sowie den politischen Dynamiken und Hindernissen ihrer jeweiligen Laufbahnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Augustus, Tiberius, Prinzipat, Nachfolgepolitik, julisch-claudische Dynastie und Machtlegitimation.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Velleius Paterculus als Quelle?

Der Autor erkennt an, dass Paterculus eine zentrale Quelle ist, jedoch aufgrund seiner persönlichen Bindung zu Tiberius und seiner zeitlichen Nähe zu den Ereignissen kritisch betrachtet werden muss.

Welche Rolle spielte Germanicus in der Nachfolgeplanung?

Germanicus war ein hoch angesehener Kandidat, dessen Potenzial als Gegen-Princeps für Tiberius zeitlebens ein Quell der Besorgnis blieb, was zu seiner Abberufung nach Asien führte.

Warum war der Tod des Agrippa Postumus so bedeutsam?

Der Tod des Agrippa Postumus sowie dessen vorherige Verbannung unterstreichen die rücksichtslose Art und Weise, mit der Augustus und seine Familie die Nachfolgefrage innerhalb der julischen Linie bereinigten.

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Details

Title
Die Nachfolge des Augustus
Subtitle
Eine Ausnahmeregelung und ihr Weg zum Verfassungsgrundsatz
College
Free University of Berlin  (Friedrich Meinecke Institut)
Course
Einführung Alte Geschichte, Thema: Augustus
Grade
2.0
Author
Stefan Noack (Author)
Publication Year
2009
Pages
17
Catalog Number
V130227
ISBN (eBook)
9783640385843
ISBN (Book)
9783640386277
Language
German
Tags
Nachfolge Augustus Eine Ausnahmeregelung Verfassungsgrundsatz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Noack (Author), 2009, Die Nachfolge des Augustus , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130227
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