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Agenda-Setting: Entwicklung & Facetten eines Forschungsansatzes

Title: Agenda-Setting: Entwicklung & Facetten eines  Forschungsansatzes

Seminar Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Stefan Noack (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Ein grundlegendes Problem der Publizistik- & Kommunikationswissenschaften ist die Alltagsgebundenheit ihres Fachgegenstands. Schriftliche und verbale Kommunikation „schein[en] dem Laien, der sie [jeden Tag] praktiziert, problemlos erkennbar.“ Die Gefahr, dass Begriffe aus der Umgangssprache „unhinterfragt und undefiniert in die Wissenschaft“ übernommen werden, ist deshalb groß. Ebenso groß ist die Gefahr, dass Laien Wissenschaftsbegriffe, ohne Verständnis der ihnen zu Grunde liegenden Konzepte, im Alltag verwenden. So zum Beispiel den Begriff des ‚Agenda-Settings’. Längst schmückt er zahllose Berichte in Zeitung, Fernsehen und den neuen Medien. „Betreibt der Bundestrainer Agenda-Setting?“, fragt Onlinejournalist Oliver Fritsch. Sein Kollege, Wolf Schneider schreibt mit Blick auf die Politik in Hessen: „In der Zeitung stand [Roland Koch] jeden Tag. [A]uch den kritischsten Journalisten blieb nichts anderes übrig, als ihm [ein] Forum zu verschaffen.“ Koch bestimmte die Tagesordnung. Er bestimmte „worüber sich die Menschen aufregen.“ – „,Agenda Setting’ heißt das in der Publizistik.“ Schneider und Fritsch gehen auf einzelne Aspekte des Agenda-Setting-Ansatzes ein. Diese Aspekte integrieren sie in ihre eigenen, simplen Erklärungsmodelle. Agenda-Setting ist jedoch ein komplexer Prozess und muss als solcher dargestellt werden. 40 Jahre Forschung fordern ihren Tribut.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Wissenschaftsbegriffe im Alltagsgebrauch

2. Der Ursprung des Agenda-Setting-Ansatzes

3. Prägung und Weiterentwicklung des Agenda-Setting-Ansatzes

3.1. Die erste Forschungsphase: Der Nachweis des Agenda-Settings

3.2. Die zweite Forschungsphase: Rahmenbedingungen des Agenda-Settings

3.3. Die dritte Forschungsphase: Neue Perspektiven

3.2.1. Neue Wirkungsdimensionen: Second-Level-Agenda-Setting

3.2.2. Neue Wirkungsräume: Ranglisten und Beziehungen

3.4. Die vierte Forschungsphase: Wie entsteht eine Agenda?

3.4.1. Intermedia-Agenda-Setting

3.4.2. Agenda-Building

4. Fazit: Die Suche lohnt sich

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Agenda-Setting-Ansatz in der Kommunikationswissenschaft, beleuchtet dessen historische Entwicklung über vier zentrale Forschungsphasen und analysiert die komplexen Prozesse der Themenstrukturierung durch Medien.

  • Historische Herleitung des Agenda-Setting-Konzepts
  • Differenzierung der vier Phasen der Agenda-Setting-Forschung
  • Analyse von Wirkungsmechanismen wie Priming und Framing
  • Unterscheidung zwischen Intermedia-Agenda-Setting und Agenda-Building
  • Kritische Reflexion der Medienrolle bei der Themenauswahl

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Intermedia-Agenda-Setting

Folgt man dem Konzept des Intermedia-Agenda-Settings, so beeinflussen die Medien nicht nur die Agenda des Publikums, einzelne Medienbetriebe beeinflussen auch die Agenden anderer Medienbetriebe. Dabei muss zwischen konkreter Abhängigkeit und latentem, trendgesteuertem, Einfluss unterschieden werden. Die ‚Märkische Allgemeine Zeitung’ ist ein Tochterkonzern der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung’. Die MAZ ist sowohl wirtschaftlich als auch inhaltlich von der FAZ abhängig. Die ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung’ bezieht ihre Informationen von Nachrichtendiensten. Sie ist zwar nicht wirtschaftlich, wohl aber inhaltlich, von diesen Nachrichtendiensten abhängig. MAZ und FAZ werden bei der Ausgestaltung ihrer internen Agenden teils durch wirtschaftliche, immer aber durch inhaltliche Abhängigkeit beeinflusst. Sind ähnliche Phänomene auch bei Zeitungen oder entsprechenden Medienbetrieben ohne Mutterkonzern zu beobachten, die durch ein weites Korrespondentennetz von Nachrichtenorganisationen unabhängig operieren? - Die Antwort: Ja. Sie sind zwar weder wirtschaftlich noch inhaltlich abhängig, müssen sich aber zumindest den thematischen Trends verschiedener Leitmedien beugen. Laut Siegfried Weischenberg sehen deutsche Journalisten den ‚Spiegel’ als Leitmedium. Die Agenda des Spiegels beeinflusst, über die Themenprioritäten von Journalisten, in vielen Fällen die Zusammensetzung der Agenden, sonst weitgehend unabhängiger, Medien und Medienkonzerne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Wissenschaftsbegriffe im Alltagsgebrauch: Erläutert die Problematik der unscharfen Verwendung wissenschaftlicher Begriffe wie "Agenda-Setting" im allgemeinen Sprachgebrauch und betont die Notwendigkeit einer präzisen Definition.

2. Der Ursprung des Agenda-Setting-Ansatzes: Zeichnet die frühen Erkenntnisse von Lippmann über den Einfluss der Medien auf das Realitätsbild der Rezipienten nach.

3. Prägung und Weiterentwicklung des Agenda-Setting-Ansatzes: Detaillierte Darstellung der vier Forschungsphasen, beginnend mit dem Nachweis der Effekte bis hin zur Frage der Entstehung von Agenden.

4. Fazit: Die Suche lohnt sich: Reflektiert den aktuellen Wissensstand und unterstreicht, dass trotz 40 Jahren Forschung noch viele Fragen offen bleiben, die weitere Untersuchungen erfordern.

Schlüsselwörter

Agenda-Setting, Medienwirkungsforschung, Chapel-Hill-Studie, Massenmedien, Second-Level-Agenda-Setting, Priming, Framing, Intermedia-Agenda-Setting, Agenda-Building, Nachrichtenwert, Themenstrukturierung, Themenprioritäten, Publizistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die verschiedenen Facetten des Agenda-Setting-Ansatzes innerhalb der Kommunikationswissenschaft, von seinen Anfängen bis zu aktuellen Forschungsströmungen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Zentrum stehen die Macht der Medien zur Themenstrukturierung, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Agendatypen sowie die Prozesse, wie Agenden in Medienhäusern entstehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Agenda-Setting-Prozess als komplexes Phänomen darzustellen und die historische Evolution der Forschung in vier Phasen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Aufarbeitung bestehender kommunikationswissenschaftlicher Studien und Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die vier Forschungsphasen: Nachweis der Agenda-Setting-Effekte, Suche nach Rahmenbedingungen, Einführung neuer Wirkungsdimensionen (Second-Level, Framing) und die Untersuchung der Agenda-Entstehung (Intermedia-Effekte, Agenda-Building).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Medienagenda, Bevölkerungsagenda, Priming, Framing und das Dreieck der politischen Kommunikation geprägt.

Was unterscheidet Agenda-Building von Intermedia-Agenda-Setting?

Während Intermedia-Agenda-Setting primär die gegenseitige Beeinflussung von Medien untereinander betrachtet, umfasst Agenda-Building zusätzlich medienexterne Faktoren, wie Einflüsse aus der Politik und der realen Welt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Priming und Framing wichtig?

Priming beschreibt die Veränderung von Bewertungsmaßstäben durch hervorgehobene Themen, während Framing den Ordnungsrahmen bzw. die kognitive Struktur definiert, die bestimmt, wie wir über ein Thema denken.

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Details

Title
Agenda-Setting: Entwicklung & Facetten eines Forschungsansatzes
College
Free University of Berlin
Course
Praxisseminar: Nachrichten und Politik
Grade
1.7
Author
Stefan Noack (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V130233
ISBN (eBook)
9783640387069
ISBN (Book)
9783640386871
Language
German
Tags
Agenda-Setting Entwicklung Facetten Forschungsansatzes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Noack (Author), 2009, Agenda-Setting: Entwicklung & Facetten eines Forschungsansatzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130233
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