Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Romanistik - Hispanistik

Analyse Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"

Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Opfer- bzw. Täterrolle mit Hilfe von Manfred Pfisters Charakterisierungsmodell

Titel: Analyse Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"

Hausarbeit , 2007 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Jessica Mohr (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Paulina Salas lebt in Ariel Dorfmans Drama „La muerte y la doncella“ mit ihrem Mann, dem Anwalt Gerardo Escobar, zurückgezogen in einem Haus an der Küste Chiles. Aufgrund ihrer zweimonatigen Gefangenschaft vor fünfzehn Jahren, bei der die einstige Diktaturgegnerin von Anhängern der Regierung gefoltert und vergewaltigt wurde, ist Paulina traumatisiert und wird von tiefen Ängsten geplagt. Als eines Nachts der Arzt Roberto Miranda zu Besuch in das Haus kommt, glaubt sie in ihm einen ihrer damaligen Peiniger zu erkennen und sinnt auf Rache. Ihr gelingt es, Roberto, der allerdings vehement bestreitet jener Folterer zu sein, in ihre Gewalt zu bringen und ihm unter Androhung des Todes ein Geständnis abzuringen. Bis zum Ende des Stückes bleibt offen, ob Roberto tatsächlich der Täter war und ob Paulina ihn letztendlich tötet oder doch verschont.
Paulina spielt aufgrund ihrer tragischen Vergangenheit und dem großen Wunsch nach Vergeltung, den sie schließlich auch in die Tat umsetzt, zwei Rollen; nämlich die des Opfers und die des Täters. Das Besondere der Figur Paulina ist also, dass sie “als Frau und als Opfer eine aktive Rolle“ einnimmt und so gleichzeitig auch als Täterin auftreten kann.
Mit Hilfe von Manfred Pfisters Charakterisierungsmodell soll die Figur der Paulina Salas nun analysiert und der jeweiligen Rolle zugeordnet werden. Da es sich bei Paulina jedoch um einen sehr komplexen Charakter handelt, lassen sich Opfer- und Täterrolle nicht immer klar voneinander abtrennen, sondern überlagern sich teilweise.
Abschließend soll die Auffassung des Rezipienten bezüglich Paulinas Rolle in die Analyse mit einfließen. Es wird dabei vor allem zu klären sein, wie der Zuschauer bzw. Leser Paulinas Rolle nach dem Ausgang des Stückes beurteilen könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Opferrolle

2.1 Ängstlichkeit und Misstrauen als Indiz für die Opferrolle

2.2 Unterwürfigkeit gegenüber Gerardo als Ausdruck ihrer Opferrolle

2.3 Die Unmöglichkeit des Vergessens als Auslöser der Opferrolle

3 Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Täterrolle

3.1 Der Wandel vom Opfer zur Täterin

3.2 Wahnsinn und Verrücktheit als Begleiterscheinung der Täterrolle

3.3 Macht und Überlegenheit als Ausdrucksform der Täterrolle

4 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur der Paulina Salas in Ariel Dorfmans Drama „La muerte y la doncella“ und analysiert deren komplexe Rollenverteilung zwischen Opferdasein und Täterin. Unter Anwendung von Manfred Pfisters Charakterisierungsmodell wird erforscht, wie traumatisierte Identität, Machtansprüche und die Unmöglichkeit der Vergangenheitsbewältigung zu einer Überlagerung von Opfer- und Täterrolle führen.

  • Analyse der Opferrolle durch Traumata, Ängstlichkeit und soziale Abhängigkeit.
  • Untersuchung des Wandels zur Täterin durch Machtausübung und Rachegelüste.
  • Rolle der Wahrnehmung von Wahnsinn als Instrument zur Diskreditierung.
  • Einfluss des Ehemannes Gerardo Escobar auf Paulinas Selbstbild.
  • Die dialektische Spannung zwischen Gewaltanwendung und moralischer Rechtfertigung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Wandel vom Opfer zur Täterin

Während Paulina in den ersten beiden Szenen des ersten Aktes noch völlig in der Opferrolle gefangen ist, wandelt sie sich in der dritten Szene plötzlich und vollkommen unerwartet zur gewaltbereiten Täterin. Wie der Autor im Nebentext explizit beschreibt, überwältigt sie den schlafenden Roberto auf brutale Weise „y ata [el cuerpo] a una silla“ und „se saca los calzones y se los mete en la boca a Roberto“ (1. Akt, 3. Szene, S. 26). Von der zurückhaltenden und in sich gekehrten Paulina aus den vorher gehenden Szenen ist nichts mehr zu spüren. Laut Pilar Zozaya Aritzia ist „Paulina’s newly acquired higher status […] marked by the fact that, as far from now, she will occupy the centre of the stage.” Ab diesem Moment, ab dem Paulina vom Opfer zur Täterin wird, findet also ein bedeutender Wandel für das Stück statt, da Paulina die Machtposition gegenüber den beiden Männern einnimmt.

Dass Paulina sich nicht länger als unscheinbares Opfer sieht, zeigt auch die Verwendung von Kosenamen in Bezug auf Gerardo. So beschreibt sie ihn Roberto gegenüber als „el pobre“ (1. Akt, 4. Szene, S. 28) und begrüßt ihn selbst mit den Worten „buenos días, mi amor“ (1. Akt, 4. Szene, S. 30). Durch diese Betitelungen imitiert sie die Art und Weise, mit der Gerardo sie bisher immer angesprochen und ihre Opferrolle so zusätzlich hervorgehoben hat. Mit der Nachahmung seiner beschwichtigenden Verniedlichungen wie „pobrecita“ (1. Akt, 1. Szene, S. 7), deutet Paulina implizit das Ablegen ihrer Opferrolle an. Vor allem durch den Diminutiv „m’hijito“ (2. Akt, 1. Szene, S. 47) schreibt sie nun Gerardo die unterlegene Rolle zu und behandelt ihn, wie er vorher sie, wie ein unmündiges Kind. Dies lässt Gerardo klein und machtlos erscheinen und hebt ihre überlegene Täterrolle zusätzlich hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Drama ein und definiert die Fragestellung zur ambivalenten Rollenverteilung der Paulina Salas unter Anwendung von Manfred Pfisters Modell.

2 Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Opferrolle: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie Paulinas Ängste, die Unterwürfigkeit gegenüber ihrem Mann und die Unfähigkeit zur Vergangenheitsbewältigung ihre ursprüngliche Opferrolle konstituieren.

3 Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Täterrolle: Dieser Abschnitt beleuchtet den psychologischen Wandel Paulinas zur Täterin, wobei insbesondere Machtinstrumente, das Narrativ des Wahnsinns und die gewaltsame Umkehr der Rollenverhältnisse analysiert werden.

4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass das Ende des Stückes offen bleibt und die angestrebte Befreiung von der Vergangenheit durch die Rückkehr in alte Muster innerhalb der Ehe in Frage gestellt wird.

Schlüsselwörter

La muerte y la doncella, Paulina Salas, Ariel Dorfman, Opferrolle, Täterrolle, Manfred Pfister, Charakterisierungsmodell, Traumatisierung, Rache, Machtverhältnisse, Geschlechterrollen, Identitätskonflikt, Vergangenheitsbewältigung, Theater der Gegenwart, Gerardo Escobar.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur Paulina Salas aus dem Theaterstück „La muerte y la doncella“ hinsichtlich ihres Verhaltens und ihrer psychologischen Entwicklung zwischen Opfer- und Täterrolle.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen traumatische Erfahrungen aus der Zeit der Diktatur, die Dynamik von Macht und Ohnmacht in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Bedeutung von Rollenbildern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, mit Pfisters Charakterisierungsmodell aufzuzeigen, wie Paulina von einem traumatisierten Opfer zu einer handelnden Täterin wird und inwieweit diese Rollen einander überlagern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird das Charakterisierungsmodell von Manfred Pfister verwendet, um Paulinas Handlungen, Eigen- und Fremdkommentare im Text systematisch zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Opferrolle, den Wandel zur Täterin durch Machtausübung sowie die Zuschreibung von Wahnsinn als Abwehrmechanismus der Männer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Identitätskonflikt, Opferrolle, Täterrolle, Macht, Traumatisierung und Rache.

Warum wird Paulina von Gerardo als „verrückt“ bezeichnet?

Gerardo nutzt die Zuschreibung von Krankheit und Wahnsinn als Instrument, um Paulinas Handeln als unzurechnungsfähig darzustellen und seine eigene Deutungshoheit zu bewahren.

Welche Rolle spielt die Musik von Schubert für Paulina?

Das Musikstück wird für Paulina zum Trigger ihres Traumas, da es während ihrer Folterung durch die Täter missbraucht wurde, was ihre Unfähigkeit unterstreicht, mit der Vergangenheit abzuschließen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Analyse Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella"
Untertitel
Analyse der Paulina Salas bezüglich ihrer Opfer- bzw. Täterrolle mit Hilfe von Manfred Pfisters Charakterisierungsmodell
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jessica Mohr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V130257
ISBN (eBook)
9783640362042
ISBN (Buch)
9783640362370
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse Ariel Dorfmans Analyse Paulina Salas Opfer- Täterrolle Hilfe Manfred Pfisters Charakterisierungsmodell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Mohr (Autor:in), 2007, Analyse Ariel Dorfmans "La muerte y la doncella", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130257
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  14  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum