„Ein geographischer Vortrag länderkundlichen Inhalts ist ohne die Unterstützung des ge-
sprochenen Wortes durch Lichtbilder oder durch einen Film heute nicht mehr denkbar,
eine länderkundliche Darstellung kommt ohne Abbildungen einfach nicht mehr aus.“
(GREES 1963, 18)
Von Heidi Grees schon 1963 als wichtig erkannt und bis heute stetig wachsend kann die
Bedeutung des Films im Erdkundeunterricht angesehen werden. Man zählt ihn unter den
allgemeinen Bildmedien zu den Abbildern, zu welchen auch Fotos, Zeichnungen, Gemäl-
de und konkrete Modelle gehören. (KESTLER 2002, 261) Die vorliegende Arbeit be-
schäftigt sich mit der Bedeutung des Films im Erdkundeunterricht, den dazugehörigen
Vor- und Nachteilen, sowie kurz mit der technischen Entwicklung und verschiedenen
Gattungen, die im Unterricht verwendet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1.Bewegte Bilder im Geographieunterricht
1.1 16mm-Film und 8mm-Film
1.2 Videos, DVDs
1.3 Filmgattungen
1.4 Vorteile
1.5 Nachteile
1.6 Auswahlkriterien beim Film, Vorgehensweise im Unterricht
2.Sachanalyse
2.1 Definition Gletscher
2.2 Vom Schnee zum Gletscher
2.3 Gletscherhaushalt und Massenbilanz
2.4 Gletschertypen
2.5 Gletscherbewegung
2.6 Glazigene Landschaftsformung
2.6.1 Glazialerosion
2.6.2 Glazigene Sedimentation und Ablagerungsformen
2.6.3 Glaziale Serie
3. Didaktische Analyse
3.1 Begründete Auswahl von Inhalten
3.1.1 Exemplarische Bedeutung
3.1.2 Gegenwartsbedeutung
3.1.3 Zukunftsbedeutung
3.2 Unterrichtsbezogene Inhaltsanalyse
3.2.1 Didaktische Reduktion
3.2.2 Optimale Anordnung und Strukturierung der Inhalte
3.3 Festlegung der Lernziele
3.3.1 Grobziele
3.3.2 Feinziele
3.4 Lehrplanbezug
4. Methodische Analyse
4.1 Einstieg
4.1.1 Erste Stunde
4.1.2 Zweite Stunde
4.2 Erarbeitung
4.2.1 Erste Stunde
4.2.2 Zweite Stunde
4.3 Sicherung und Wiederholung
4.3.1 Erste Stunde
4.3.2 Zweite Stunde
5. Verlaufsplanung zweier aufeinander folgender Stunden
5.1 Erste Stunde
5.2 Zweite Stunde
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den didaktischen Einsatz von Filmen im Geographieunterricht der 5. Klasse am Beispiel des Themas Alpengletscher. Ziel ist es, den Mehrwert visueller Medien für das Verständnis komplexer geomorphologischer Prozesse wie Gletscherbildung, glaziale Erosion und Sedimentation darzulegen und in eine strukturierte Unterrichtsplanung zu überführen.
- Bedeutung und Medieneinsatz von Filmen im Geographieunterricht
- Fachwissenschaftliche Analyse zur Entstehung und Dynamik von Gletschern
- Didaktische Reduktion und Lernzielformulierung für die 5. Jahrgangsstufe
- Methodische Gestaltung von Unterrichtseinheiten (Einstieg, Erarbeitung, Sicherung)
- Lehrplanbezug und Identitätsförderung durch regionale Geographie
Auszug aus dem Buch
1.4 Vorteile
„[…] Filme sind im Geographieunterricht in hohem Maße Ersatz für eine nicht mögliche Realbegegnung.“ Der Film ist somit auch durch das Ansprechen von zwei Aufnahme Sinneskanälen bei den meisten Themen dem einfachen Bild überlegen. (KÖCK 2005, 143) Optische Wahrnehmungen werden fixiert, sowie transportierbar und wiederholbar gemacht. Der Unterrichtsfilm schafft es zudem Wirklichkeiten vorzutäuschen und so zu geographischem Wissen hinzuführen.
Hierbei können Reisebewegungen (Panorama-, Fahraufnahmen), die Beobachtung der Bewegung des Entstehens und Vergehens und die Bewegung von Einzelheiten bis zur Synthese bei der Typenbildung hilfreich sein. Filmbetrachtung im Unterricht erfordert eine synthetische Leistung, da durch die wechselnden Bildinhalte und die Verknüpfung von Einzeleindrücken ein aktives Mitgestalten und Teilnehmen gefordert wird. (GEIGER 1980, 10f.) Durch die Kamera können zwar nur kleinräumige Ausschnitte erfasst werden, jedoch ist somit die großmaßstäbliche Betrachtung gesichert und es können starke Kontraste innerhalb einzelner Räume gezeigt werden, wodurch die Schüler zu einer Deutung herausgefordert werden können. (GREES 1963, 20f.)
Neben dieser Möglichkeit zur Aktivierung des Unterrichtsgesprächs ist liegt eine der wichtigsten Funktionen des Films darin, schwierige Zusammenhänge durchschaubar zu machen sowie allgemein zu motivieren und Realitätsnähe herzustellen. Durch das Erteilen von Arbeitsaufträgen vor der Filmbetrachtung im Unterricht kann zudem das zielgerichtete Sehen der Schüler verbessert werden. Durch dieses zielgerichtete Sehen konzentrieren sich die Schüler während des Films auf die Hauptaussagen, welche nachher die Grundlagen für die weitere Unterrichtseinheit bilden. (BRUCKER 1986, 295f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1.Bewegte Bilder im Geographieunterricht: Dieses Kapitel erläutert die medienpädagogische Relevanz von Filmen, vergleicht verschiedene Formate von 16mm-Filmen bis hin zu DVDs und diskutiert deren spezifische Vor- und Nachteile.
2.Sachanalyse: Hier erfolgt eine tiefgehende fachwissenschaftliche Untersuchung der Gletschergenese, des Massenhaushalts sowie der glazialen Formungs- und Erosionsprozesse.
3. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel verknüpft das fachliche Thema mit didaktischen Kriterien nach Klafki, thematisiert die didaktische Reduktion und die Festlegung von Lernzielen für die 5. Klasse.
4. Methodische Analyse: Hier wird die konkrete Unterrichtsgestaltung in drei Phasen (Einstieg, Erarbeitung, Sicherung) entworfen und der Einsatz von Medien wie Fotos und Filmen im Unterrichtsverlauf detailliert.
5. Verlaufsplanung zweier aufeinander folgender Stunden: Dieses Kapitel präsentiert die praktische Umsetzung der Unterrichtseinheit in Form detaillierter Verlaufspläne für zwei aufeinander folgende Stunden.
Schlüsselwörter
Gletscher, Geographieunterricht, Glazialerosion, Moräne, Didaktische Reduktion, Unterrichtsfilm, Alpengletscher, Massenbilanz, Glaziale Serie, Unterrichtsplanung, Fachwissenschaftliche Analyse, 5. Klasse, Medieneinsatz, Raumverhaltenskompetenz, Exogene Kräfte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration von Filmen in den Geographieunterricht am Beispiel des Themas "Alpengletscher" für die 5. Jahrgangsstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die mediendidaktische Eignung von Filmen, die geomorphologischen Grundlagen der Vergletscherung und die didaktisch-methodische Umsetzung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Filme als Instrument zur Vermittlung komplexer geographischer Prozesse (Gletscher) effektiv eingesetzt werden können, um bei Schülern Verständnis für landschaftsbildende Kräfte zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt die fachwissenschaftliche Sachanalyse zur fundierten Aufarbeitung des Inhalts und die didaktisch-methodische Analyse nach Klafki zur Planung der Unterrichtseinheiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Sachanalyse der Gletscher, eine didaktische Analyse zur Auswahl der Inhalte und Lernziele sowie eine methodische Analyse zur konkreten Unterrichtsgestaltung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Gletscher, Geographieunterricht, Glazialerosion, didaktische Reduktion und Unterrichtsplanung charakterisieren.
Wie werden die Lehrplananforderungen in dieser Unterrichtseinheit berücksichtigt?
Der Lehrplanbezug wird durch das Thema "Zusammenwirken von endogenen und exogenen Kräften" und die Stärkung der regionalen Identität (Naturraum Alpen/Bayern) explizit integriert.
Warum wird für die 5. Klasse eine didaktische Reduktion vorgenommen?
Um die Schüler nicht zu überfordern, werden komplexe physikalische Prozesse wie Massenbilanz oder Thermik ausgeklammert und der Fokus stattdessen auf Grundbegriffe des Formenschatzes und die allgemeine Gletscherdynamik gelegt.
Welche Rolle spielt der "Unterrichtsfilm" in der methodischen Konzeption?
Der Film dient sowohl als motivierender Einstieg als auch als primäres Erarbeitungsinstrument, wobei er kapitelweise eingesetzt und durch Arbeitsblätter zur aktiven Ergebnissicherung begleitet wird.
Welche spezifische Schlussfolgerung zieht die Verfasserin zur Sicherung der Ergebnisse?
Die Verfasserin betont, dass die Ergebnissicherung durch eine Kombination aus Hefteintrag, selbst erstellten Skizzen und gemeinsamer Kontrolle der Arbeitsblätter besonders nachhaltig und motivierend für die Schüler ist.
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- Elisabeth Junge (Author), 2009, Bewegte Bilder im Geographieunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130284