Was ist Kinder- und Jugendliteratur und wo liegen die Probleme bei der Übersetzung dieser Literatur? Ist es einfacher oder schwerer, als bei der Erwachsenenliteratur? Sollte Unbekanntes unbekannt gelassen oder erklärt werden? Das sind ein paar der wichtigen Fragen über die Kinder- und Jugendliteratur mit denen ich mich beschäftigen und versuchen werde Antworten darauf zu finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Kinder- und Jugendliteratur
3. Altersgrenzen
4. Textmerkmale
4.1. Das Bilderbuch
4.2. Das Kinder- und Jugendbuch
5. Probleme bei der Übersetzung der Kinder- und Jugendliteratur
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen bei der Übersetzung von Kinder- und Jugendliteratur im Vergleich zur Erwachsenenliteratur sowie die notwendigen Anpassungsstrategien für verschiedene Altersgruppen.
- Kriterien für die Definition und Zielgruppenbestimmung von Kinderliteratur
- Unterscheidung von Textmerkmalen bei Bilderbüchern und Jugendbüchern
- Die Rolle der kulturellen Kontextadaption bei Übersetzungen
- Umgang mit altersspezifischer Sprache und kognitiven Fähigkeiten
- Herausforderungen bei der Übersetzung von Wortspielen
Auszug aus dem Buch
5. Probleme bei der Übersetzung der Kinder- und Jugendliteratur
Bei der Übersetzung eines Textes, ist das Zielpublikum für das übersetzt wird, von großer Bedeutung. Wird das Publikum auf Kinder und Jugendliche begrenzt, ist es von Notwendigkeit gewisse Anpassungen in der Übersetzung vorzunehmen. Somit müssen sich Erwachsene während der gesamten Buchproduktion in die Sprache und das Denken der jungen Leser hineinversetzen, um zu entscheiden, ob das jeweilige Buch und die Übersetzung für sie geeignet sind. Das Originalbuch, welches in der Ausgangssprache geschrieben wurde, wird von Erwachsenen zur Übersetzung ausgewählt. Das heißt, dass sich der Übersetzer sowohl in den ausgangssprachlichen jungen Leser hinein fühlen muss als auch in den zielsprachlichen Leser, um ihm eine angemessene Übersetzung zu verfassen. Nun sind es nur Erwachsene, die wissen müssen, welche Fähig- und Fertigkeiten die Kinder und Jugendlichen bereits besitzen und was ihre Interessen sind.
Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass die Sprache der jungen Leser noch nicht vollständig ausgebildet und deren Weltkenntnis und Lebenserfahrung noch sehr klein ist. Die Altersgruppe ist hierbei von entscheidender Bedeutung. „Anders als der Übersetzer von Erwachsenenliteratur, muß der Übersetzer von Jugendliteratur immer die Altersstufe berücksichtigen, für die er überträgt. Ein Leseanfänger sollte nicht durch allzu lange, schwierige Wörter oder Schachtelsätze von der Lektüre abgeschreckt werden […] Das Vokabular muß dem Fassungsvermögen des ersten Lesealters entsprechen und diesem weitgehend vertraut sein.“ Hiermit liegt das Hauptproblem des Übersetzers darin, den zielsprachlichen Text so zu verfassen, dass die jungen Leser nicht über- oder unterfordert werden. Beides kann dazu führen, dass das Buch ungelesen weggelegt wird. Somit darf sich der Übersetzer nicht auf das Niveau der Kindersprache hinunterbegeben, da es zu einer Unterforderung als Folge mit sich trägt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung formuliert die grundlegende Fragestellung, ob die Übersetzung von Kinderliteratur aufgrund sprachlicher und altersbezogener Aspekte anspruchsvoller ist als die von Erwachsenenliteratur.
2. Definition der Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer präzisen Begriffsbestimmung und differenziert zwischen Literatur, die Kinder als vollwertige Leser betrachtet, und adaptierten Werken.
3. Altersgrenzen: Hier werden die Altersstufen eingeordnet, wobei die Kindheit bis etwa elf oder zwölf Jahre definiert wird, mit einer Unterteilung in Bilderbücher und Kinderbücher, gefolgt von der Jugendliteratur.
4. Textmerkmale: Dieser Abschnitt beschreibt die allgemeinen Anforderungen an eine einfache, klare Sprache und detailliert die spezifischen Charakteristika von Bilderbüchern gegenüber Kinder- und Jugendbüchern.
4.1. Das Bilderbuch: Der Fokus liegt auf der Dominanz der visuellen Ebene, bei der der Text lediglich eine ergänzende Hilfsfunktion einnimmt.
4.2. Das Kinder- und Jugendbuch: Hier wird die Bedeutung von handlungsorientierten Erzählformen, Dialogen und der Anpassung an das begrenzte Erfahrungswissen der jungen Zielgruppe hervorgehoben.
5. Probleme bei der Übersetzung der Kinder- und Jugendliteratur: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit von Adaptionen, den korrekten Umgang mit Altersstufen, Wortspielen und die Integration von Kulturspezifika als Hauptaufgaben des Übersetzers.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Übersetzer für Kinderliteratur ein komplexes Gleichgewicht zwischen Sprach- und Kulturanpassung finden müssen, ohne die junge Zielgruppe zu unterfordern.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendliteratur, Literaturübersetzung, Übersetzungsstrategien, Altersgruppen, Bilderbuch, Kontextadaption, Spracherwerb, Zielgruppenorientierung, Wortspiele, Kulturspezifika, kognitive Entwicklung, Sprachniveau, Fachdidaktik, literarische Übersetzung, Rezipientenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen der Arbeit?
Die Arbeit untersucht die spezifischen Probleme und Anforderungen, denen sich Übersetzer stellen müssen, wenn sie Literatur für Kinder und Jugendliche in eine andere Sprache übertragen.
Welche Themen stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Zentrale Themen sind die Definition von Kinder- und Jugendliteratur, die Bedeutung von Altersstufen, die besonderen Textmerkmale verschiedener Buchtypen und die Herausforderungen bei der Übersetzung.
Was ist die Forschungsfrage der Seminararbeit?
Die Autorin geht der Frage nach, ob die Übersetzung von Kinderliteratur schwieriger ist als bei Erwachsenenliteratur und wie der Übersetzer dabei die Balance zwischen Anpassung und dem Erhalt des Originals findet.
Welche methodische Vorgehensweise wird in der Arbeit gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Kinder- und Jugendliteraturforschung sowie einer analytischen Untersuchung der Anforderungen an den Übersetzungsprozess.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Forschungsgegenstands, eine Einordnung nach Altersstufen, die Analyse von Textmerkmalen bei Bilder- und Jugendbüchern sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Übersetzungsproblemen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kontextadaption, Zielgruppenorientierung, Sprachanpassung, Altersstufen und die Wahrung des Sprachniveaus.
Warum stellt die Jugendsprache ein besonderes Problem für Übersetzer dar?
Die Jugendsprache ist durch Neologismen, Anglizismen und einen stetigen Wandel geprägt, was den Übersetzer vor die Herausforderung stellt, stets eine aktuelle und authentische Entsprechung in der Zielsprache zu finden.
Wie sollte ein Übersetzer mit kulturellen Unterschieden in Kinderbüchern umgehen?
Wenn kulturelle Merkmale des Originals für den jungen Leser nicht verständlich sind, muss der Übersetzer entscheiden, ob er diese durch Anpassungen, Erklärungen oder Fußnoten vermittelt, um den Zugang zur Geschichte zu ermöglichen.
- Quote paper
- Evelyn Ruge (Author), 2019, Kinder- und Jugendliteratur und die Probleme bei der literarischen Übersetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302911