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Rechte der Aktionäre am Beispiel der Entscheidungen Holzmüller, Macrotron, Gelatine

Title: Rechte der Aktionäre am Beispiel der Entscheidungen Holzmüller, Macrotron, Gelatine

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 10 Punkte

Autor:in: Helge Kraak (Author)

Law - Civil / Private, Trade, Anti Trust Law, Business Law
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Summary Excerpt Details

Die Urteile Holzmüller, Macrotron und Gelatine vereint die Gemeinsamkeit der Thematik ungeschriebener Kompetenzen der Hauptversammlung, die vom BGH entwickelt wurden. Die §§ 118 ff. AktG sind betitelt mit „Rechte der Hauptversammlung“ und regeln – zumindest gesetzlich – abschließend die Einflussmöglichkeiten der Aktionäre auf die Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Hauptversammlung. Ungeschriebene Kompetenzen erscheinen daher zunächst schwer vereinbar mit diesen gesetzlichen Festlegungen. Im folgenden soll näher auf diese Urteile und ihre faktischen und rechtlichen Umstände eingegangen werden. Bei allen drei Urteilen werden die Sachverhalte v.a. in den Teilen dargestellt, die für das Verständnis und die Beurteilung der jeweiligen Entscheidungen hinsichtlich ihrer gemeinsamen zentralen Thematik ungeschriebener Kompetenzen der Hauptversammlung sinnvoll erscheinen. Auch soll der Fokus bei der Vorstellung der Einzelheiten der auf den jeweiligen Sachverhalten ergangenen Entscheidungen speziell auf dieser Thematik liegen.

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Gliederung

A. Einleitung

B. Die Holzmüller-Entscheidung (BGHZ 83, 122)

I. Sachverhalt

II. Entscheidung des Gerichts

1. Grundlagenlegung im Urteil

2. Entwicklung ungeschriebener Kompetenzen der Hauptversammlung

3. Weitere Ausführungen

III. Praktische Konsequenzen und kritische Positionen zum Urteil

C. Die Gelatine-Entscheidung (BGH, Urteil vom 26.4.2004 – II ZR 155/02)

I. Sachverhalt

II. Entscheidung des Gerichts

III. Praktische Konsequenzen des Urteils

D. Die Macrotron-Entscheidung (BGHZ 153, 47)

I. Sachverhalt

II. Entscheidung des Gerichts

III. Macrotron und das Verhältnis zu Holzmüller und Gelatine

E. Diskussionen nach Holzmüller, Gelatine und Macrotron

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die vom Bundesgerichtshof (BGH) entwickelte Lehre von den ungeschriebenen Kompetenzen der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft. Im Fokus steht die Frage, inwieweit der Vorstand bei grundlegenden Strukturmaßnahmen – trotz formaler Satzungsdeckung – zur Einholung einer Zustimmung durch die Aktionäre verpflichtet ist, um deren Mitgliedschafts- und Vermögensrechte zu schützen.

  • Analyse der Holzmüller-, Gelatine- und Macrotron-Entscheidungen
  • Vergleich ungeschriebener Kompetenzen der Hauptversammlung
  • Untersuchung von quantitativen und qualitativen Eingriffskriterien
  • Diskussion der Mediatisierungsproblematik
  • Bewertung der Schutzbedürftigkeit von Minderheitsaktionären

Auszug aus dem Buch

B. Die Holzmüller-Entscheidung (BGHZ 83, 122)

In der Holzmüller-Entscheidung aus dem Jahre 1982 klagten die Testamentsvollstrecker (im Urteil als „der Kläger“ bezeichnet) eines Aktionärs der Holzmüller AG, der am Grundkapital in Höhe von 3,2 Millionen DM mit 250.000 DM (rund 7,8 Prozent des Grundkapitals) beteiligt war. Unternehmensgegenstand der Beklagten war nach der Unternehmenssatzung unter anderem der Betrieb einer Umschlag- und Lagerungsanlage für Holz und andere Güter sowie die Vermittlung, Durchführung und Finanzierung von Holzgeschäften. In einer auch vom Kläger getragenen Satzungsänderung im Jahre 1972 wurde in die Satzung folgender Passus eingefügt: „Die Aktiengesellschaft ist ferner berechtigt, andere Unternehmen zu errichten und zu erwerben sowie sich an anderen Unternehmen zu beteiligen. Sie kann ihren Betrieb ganz oder teilweise solchen Geschäften überlassen.“ In der gleichen Hauptversammlung erläuterte ein Vorstandsmitglied zum Zweck der Satzungsänderung, dass diese „die Voraussetzungen für eine Ausgliederung des Hafenbetriebes aus der AG und dessen Überführung in eine neu zu gründende KGaA ermöglichen“ solle, „wobei die AG als Holding das den Hafenbetrieb betreffende Anlagevermögen gegen ein entsprechendes Aktienpaket der neuen KGaA eintauschen würde.“

Mit drei weiteren Gründern errichteten die Beklagten noch im selben Jahr eine KGaA mit einer kurz zuvor gegründeten GmbH als persönlich haftender Gesellschafterin (Komplementärin), die eine einhundertprozentige Tochter der Holzmüller AG darstellte. Durch die Ausgliederung des Seehafenbetriebes in die neu gegründete KGaA wurden auch rund 80 Prozent des Aktivvermögens in die neue KGaA verschoben. Der Kläger hielt die Ausgliederung ohne eine Zustimmung der Hauptversammlung für unwirksam. Ein Verstoß lag aus seiner Sicht sowohl gegen § 361 AktG a. F. (jetzt § 179a AktG) - aufgrund einer seiner Ansicht nach unerlaubten Änderung des Unternehmensgegenstandes - als auch gegen § 138 BGB vor. Die Ausgliederung sollte seiner Meinung nach dazu dienen, eine Kapitalerhöhung ohne Beteiligung der Minderheitsaktionäre durchzuführen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der ungeschriebenen Kompetenzen der Hauptversammlung ein und umreißt den Fokus auf die drei wegweisenden BGH-Urteile.

B. Die Holzmüller-Entscheidung (BGHZ 83, 122): Das Kapitel analysiert den Fall einer Betriebsausgliederung, bei der der BGH erstmals die Notwendigkeit einer Aktionärszustimmung bei Eingriffen in den Kernbereich der Unternehmenstätigkeit begründete.

C. Die Gelatine-Entscheidung (BGH, Urteil vom 26.4.2004 – II ZR 155/02): Hier wird eine restriktivere Auslegung der Holzmüller-Rechtsprechung beleuchtet, bei der die Anforderungen an eine ungeschriebene Kompetenz der Hauptversammlung präzisiert werden.

D. Die Macrotron-Entscheidung (BGHZ 153, 47): Dieses Kapitel untersucht das Delisting einer Aktiengesellschaft und grenzt diesen Fall in der Begründung von Holzmüller und Gelatine ab.

E. Diskussionen nach Holzmüller, Gelatine und Macrotron: Abschließend wird der wissenschaftliche Diskurs über einen einheitlichen Begründungsansatz und die zukünftige Notwendigkeit gesetzgeberischen Handelns reflektiert.

Schlüsselwörter

Aktiengesellschaft, Hauptversammlung, ungeschriebene Kompetenzen, Holzmüller-Entscheidung, Gelatine-Entscheidung, Macrotron-Entscheidung, Unternehmensgegenstand, Minderheitsaktionäre, Mediatisierungseffekt, Delisting, Konzernrecht, Vorstandsermessen, Mitgliedschaftsrechte, Vermögensinteressen, Strukturmaßnahme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Schutz der Aktionärsrechte in einer Aktiengesellschaft bei weitreichenden Entscheidungen des Vorstands, die nicht explizit gesetzlich geregelt sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Lehre von den ungeschriebenen Hauptversammlungskompetenzen sowie die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten in den Fällen Holzmüller, Gelatine und Macrotron.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie und unter welchen Voraussetzungen der BGH den Vorstand verpflichtet, wichtige unternehmerische Entscheidungen von der Hauptversammlung legitimieren zu lassen, um Aktionärsrechte zu wahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die einschlägige BGH-Rechtsprechung systematisch aufarbeitet und in den Diskurs der juristischen Fachliteratur einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die drei Urteile einzeln hinsichtlich Sachverhalt, Entscheidung des Gerichts und praktischer Konsequenzen detailliert vorgestellt und miteinander in Bezug gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aktiengesellschaft, ungeschriebene Kompetenzen, Holzmüller-Doktrin, Minderheitenschutz und Mediatisierungseffekt.

Welche Rolle spielt die 50-Prozent-Grenze in der Gelatine-Entscheidung?

Der BGH schließt in der Gelatine-Entscheidung starre Schwellenwerte für die Kompetenzbegründung aus, wobei Werte über 50 Prozent weiterhin eine unklare Grenzziehung aufweisen.

Wie unterscheidet sich Macrotron von Holzmüller und Gelatine?

Während in Holzmüller und Gelatine einfachgesetzliche Regelungen im Fokus stehen, basiert die Entscheidung im Fall Macrotron zusätzlich auf verfassungsrechtlichen Normen zum Schutz des Eigentums.

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Details

Title
Rechte der Aktionäre am Beispiel der Entscheidungen Holzmüller, Macrotron, Gelatine
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
10 Punkte
Author
Helge Kraak (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V130351
ISBN (eBook)
9783640387748
ISBN (Book)
9783640388127
Language
German
Tags
Rechte Aktionäre Beispiel Entscheidungen Holzmüller Macrotron Gelatine Punkte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helge Kraak (Author), 2007, Rechte der Aktionäre am Beispiel der Entscheidungen Holzmüller, Macrotron, Gelatine, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130351
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