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Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem. Wie hängen soziale Herkunft und Bildungserfolg zusammen?

Título: Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem. Wie hängen soziale Herkunft und Bildungserfolg zusammen?

Tesis de Máster , 2022 , 107 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Elif Gürer (Autor)

Pedagogía - Sistemas educativos, políticas educativas
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Das Ziel dieser Abschlussarbeit ist es, konkrete Chancenungleichheiten von Schüler:innengruppen im gesamten Verlauf ihres Bildungsweges aufzuzeigen. Hierzu werden die Schulleistungen dieser Schüler:innengruppen anhand von ausgewählten Schulleistungsstudien untersucht. Zusätzlich werden das Vorkommen und Erscheinungsbild von institutioneller Diskriminierung in der Schule aufgeführt. Nachdem ein Überblick über die relevantesten Erklärungsansätze für die Bildung von Chancengleichheit gegeben wurde, wird die Heterogenität im Bildungssystem sowohl als Anforderung an die Lehrkräfte als auch als Ansatzpunkte für den Abbau von Bildungsungleichheiten vorgestellt.

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten PISA-Studie (2001) wurde nicht nur bekannt gegeben, dass die Schulleistungen von Schüler:innen signifikant unter dem OECD-Durchschnitt liegen, sondern auch bewiesen, dass in Deutschland ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Kompetenzerwerb besteht. Dieser sogenannte PISA-Schock führte dazu, dass die starke soziale Selektion im deutschen Bildungssystem angesprochen wurde, wodurch verschiedene Bildungsreformen eingesetzt wurden. Durch die Bildungs- und Sozialstrukturforschung konnte gezeigt werden, dass in allen Bildungsbereichen Ungleichheiten, ausgelöst durch soziale Herkunft, Zuwanderungshintergrund und Geschlecht nachweisbar sind. Dabei werden gerade Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sowie Schüler:innen mit Zuwanderungshintergrund von dieser Bildungsbenachteiligung betroffen.

Die Untersuchung der Bildungsungleichheit in der Institution Schule ist in dem Sinne eine wichtige Thematik, da Personen aufgrund diverser Faktoren eine Benachteiligung erfahren und dadurch diskriminiert werden. Obwohl allen Personen der Besuch und die Teilhabe einer Bildungseinrichtung gleichermaßen zusteht, kommt es im deutschen Schulsystem vermehrt zu einer Benachteiligung von Personen aus sozial schwachen Verhältnissen und Personen mit Zuwanderungshintergrund. Dabei wurde der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg durch Soziologen wie Pierre Bourdieu schon im Jahr 1983 erkannt und thematisiert. Es wurde aufgezeigt, dass der Bildungserfolg von Kindern aufgrund unterschiedlicher Ressourcen der Familie ungleich verlief.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologien

2.1. Heterogenität und Homogenität in der Schule

2.2. Soziale Herkunft

3. Chancenungleichheit im Bildungssystem

3.1. Auswirkung der sozialen Herkunft und des Zuwanderungsstandes auf die Schulleistungen

3.1.1. PISA Studie

3.1.2. IGLU Studie

3.1.3. IQB-Bildungstrend

3.2. Soziale Bildungsbenachteiligung in der Schule

3.2.1. Bildungsbenachteiligung im Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I

3.2.2. Bildungsbenachteiligung in der Sekundarstufe I und II

3.3. Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule

3.4. Erklärungsansätze für die Benachteiligung im Bildungssystem

3.4.1. Humankapitaltheoretische Erklärung

3.4.2. Kulturelles Kapital

3.4.3. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte

3.4.4. Bildungsinstitutionelle Erklärung

4. Heterogenität im Bildungssystem

4.1. Dimensionen von Heterogenität

4.1.1. Familiärer Hintergrund

4.1.2. Bildungssprache

4.2. Heterogenität als komplexe Anforderung an das Handeln der Lehrkräfte

4.3. Schule als Chance – Konzepte zum Umgang mit Heterogenität in der Schule

4.3.1. Sprachförderung

4.3.2. Innere Differenzierung im Unterricht

4.3.3. Interkulturelle Bildung in der Schule

4.4. Zukünftige Herausforderungen und Ansatzpunkte für den Abbau von Ungleichheiten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft von Kindern und ihrem individuellen Bildungserfolg im deutschen Schulsystem. Dabei analysiert die Autorin, inwieweit unterschiedliche familiäre Ressourcen die Schulleistungen beeinflussen und auf welchen Etappen des Bildungsweges sich Benachteiligungen für bestimmte Schülergruppen besonders manifestieren, um daraus Ansatzpunkte für eine gerechtere schulische Praxis abzuleiten.

  • Empirische Untersuchung der Auswirkungen sozialer Herkunft und Migrationshintergrund auf Schulleistungen (basierend auf PISA, IGLU, IQB-Bildungstrend).
  • Analyse der Rolle der Institution Schule und des Lehrkräfteverhaltens bei der Reproduktion bzw. dem Abbau von Bildungsungleichheit.
  • Erarbeitung theoretischer Erklärungsmodelle wie Humankapitaltheorie, kulturelles Kapital (Bourdieu) sowie primäre und sekundäre Herkunftseffekte.
  • Diskussion von Konzepten zum Umgang mit Heterogenität, insbesondere Sprachförderung und innere Differenzierung.
  • Entwicklung von Strategien für angehende Lehrkräfte zur Förderung einer inklusiven und diskriminierungsfreien Lernumgebung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Über 40 Prozent der Gymnasien haben eine Schülerschaft, die in der Mehrheit der oberen Mittelschicht angehört; ihre Väter oder Mutter sind Akademiker, Führungskräfte und selbstständige Unternehmer mit mindestens zehn Angestellten. Umgekehrt konzentrieren sich in Sonderschulen und einem Teil der Hauptschulen Jugendliche aus sozial schwachen Familien.“ (Artelt et al., 2001, S. 45).

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten PISA-Studie (2001) wurde nicht nur bekannt gegeben, dass die Schulleistungen von Schülerinnen und Schülern signifikant unter dem OECD-Durchschnitt liegen (vgl. Baumert et al., 2003, S. 12), sondern auch bewiesen, dass in Deutschland ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Kompetenzerwerb besteht (vgl. Baumert et al., 2003, S. 60). Dieser sogenannte PISA-Schock führte dazu, dass die starke soziale Selektion im deutschen Bildungssystem angesprochen wurde, wodurch verschiedene Bildungsreformen eingesetzt wurden. Durch die Bildungs- und Sozialstrukturforschung konnte gezeigt werden, dass in allen Bildungsbereichen Ungleichheiten, ausgelöst durch soziale Herkunft, Zuwanderungshintergrund und Geschlecht nachweisbar sind. Dabei werden gerade Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sowie Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund von dieser Bildungsbenachteiligung betroffen (vgl. Maaz & Dumont, 2019, S. 300 f.). Diese Benachteiligung von bestimmten Schülerinnen- und Schülergruppen wird in der heutigen Zeit unter anderem durch die neuste PISA-Studie (2018) bewiesen.

In Deutschland hat jeder junge Mensch unabhängig von seiner wirtschaftlichen und sozialen Herkunft, seinem Geschlecht und seiner Behinderung ein Recht auf schulische Bildung. So wird durch das Grundgesetz als auch durch das Schulgesetz der Zugang zur schulischen Bildung für alle Schülerinnen und Schüler geöffnet (vgl. § 1 Abs. 1 & 2, SchulG NRW; vgl. Art. 3 GG). Diese Öffnung des Bildungszugangs ist dahingehend wichtig, da die Bildung durch die Erziehung der Kinder zu mündigen Bürgerinnen und Bürger, die Grundlage für die Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben bildet und eine langfristige Auswirkung auf die Lebensumstände und -zufriedenheit eines Individuums hat (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2016, S. 50). Es ist also unumstritten, dass Bildungsabschlüsse eine zentrale Rolle für den Erwerb einer gesellschaftlich anerkannten Position spielen und somit eine Voraussetzung für die sozialen Integrationsprozesse sind (vgl. Baader & Freytag, 2017, S. VI).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Chancengleichheit vor dem Hintergrund des PISA-Schocks und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit hinsichtlich der Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft.

2. Terminologien: Hier werden zentrale Begriffe wie Heterogenität, Homogenität und soziale Herkunft definiert, um ein wissenschaftliches Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schaffen.

3. Chancenungleichheit im Bildungssystem: Dieses Kapitel analysiert anhand verschiedener Studien wie PISA und IGLU den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Zuwanderung und schulischer Kompetenz und diskutiert Mechanismen wie institutionelle Diskriminierung sowie verschiedene theoretische Erklärungsansätze.

4. Heterogenität im Bildungssystem: Hier werden Dimensionen der Heterogenität (familiärer Hintergrund, Sprache) betrachtet und pädagogische Handlungskonzepte wie Sprachförderung und innere Differenzierung als Möglichkeiten für Lehrkräfte zum Umgang mit heterogenen Lerngruppen vorgestellt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen empirischen Befunde zusammen und leitet Schlussfolgerungen für die Lehrerausbildung sowie für eine professionelle, diskriminierungssensible Unterrichtspraxis ab.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, PISA-Studie, IGLU-Studie, Heterogenität, institutionelle Diskriminierung, Humankapital, kulturelles Kapital, Sprachförderung, innere Differenzierung, Bildungssystem, Migrationshintergrund, Schulleistung, adaptive Lehrkompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft, Zuwanderung und Bildungserfolg in Deutschland und untersucht, wie Bildungsinstitutionen diese Unterschiede (re-)produzieren.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die soziale Selektion im Schulsystem, der Einfluss von kulturellem und ökonomischem Kapital sowie der Umgang mit Heterogenität im Unterricht.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, inwiefern der Bildungserfolg von Schülern von deren sozialer Herkunft abhängig ist und an welchen Etappen des Bildungsweges Benachteiligungen explizit hervortreten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die Erkenntnisse aus umfangreichen Schulleistungsstudien (PISA, IGLU, IQB-Bildungstrend) sowie soziologische Erklärungsmodelle synthesisert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Schulleistungen nach Herkunft analysiert, anschließend die Mechanismen der bildungsbezogenen Benachteiligung im Übergangssystem sowie institutionelle Diskriminierung und schließlich pädagogische Konzepte zur Bewältigung dieser Heterogenität diskutiert.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Chancenun(gleichheit), Bildungsbenachteiligung, kulturelles Kapital, institutionelle Diskriminierung und adaptive Lehrkompetenz.

Wie beeinflussen Lehrkräfte die Schullaufbahnempfehlung?

Studien zeigen, dass Lehrkräfte bei ihren Empfehlungen häufiger Faktoren wie das soziale Umfeld und vermeintliche Erwartungen an das Elternhaus einbeziehen, anstatt sich rein am individuellen Leistungsstand zu orientieren (Referenzgruppeneffekt).

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema "Zweite Chance" für benachteiligte Schüler?

Entgegen der ursprünglichen Absicht der Bildungsreform, durch alternative Wege (z.B. Abendschulen) sozial Benachteiligten zu helfen, zeigen Daten, dass diese Angebote oft von ohnehin sozial privilegierten Gruppen genutzt werden, was Ungleichheiten teilweise weiter verstärkt.

Final del extracto de 107 páginas  - subir

Detalles

Título
Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem. Wie hängen soziale Herkunft und Bildungserfolg zusammen?
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,0
Autor
Elif Gürer (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
107
No. de catálogo
V1303530
ISBN (PDF)
9783346770189
ISBN (Libro)
9783346770196
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildung Chancenungleichheit Bildungsungleichheit Migration soziale Herkunft Sprache Bildungsteilhabe PISA IGLU Grundschule Sekundarstufe Habitus Schulerfolg Kinder Jugendliche
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Elif Gürer (Autor), 2022, Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem. Wie hängen soziale Herkunft und Bildungserfolg zusammen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1303530
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