Wenn man sich die heutigen sicherheitspolitischen Debatten zu Gemüte zieht, dann stellt man schnell fest, dass alles auf eine Periode verweist, die den Ausgangspunkt für die heutigen weltpolitischen Sicherheitspolitiken bildet: das Ende des Ost-West-Konflikts. Ausgehend von kurz nach dem oder mitten im Zerfallsprozess der „anderen“ Supermacht entstandenen Texten, die sich mit der Rolle der Sicherheitspolitik für die USA auseinandersetzen, wird hier zu skizzieren sein, welche Änderungen sich für die USA in der Sicherheitspolitik ergeben und welche Konsequenzen daraus zu ziehen gewesen wären bzw. gezogen worden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Ende des Ost-West-Konflikts
3. Die veränderte Weltlage
4. Diskutierte Konsequenzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sicherheitspolitischen Neuausrichtungen der USA nach dem Zusammenbruch des Ost-West-Konflikts. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die USA auf die veränderte Weltlage reagierten, welche Herausforderungen sich durch die Unipolarität ergaben und welche Konsequenzen für die nationale sowie internationale Sicherheitsarchitektur daraus abgeleitet wurden.
- Analyse der Ursachen für das Ende des Ost-West-Konflikts
- Die Entstehung eines unipolaren Weltsystems und die Rolle der USA
- Umgang mit neuen Bedrohungen durch sogenannte "Weapon States"
- Anpassung nationaler und internationaler Strukturen
- Diskussion über "Containment plus" und präventive Militärschläge
Auszug aus dem Buch
3. Die veränderte Weltlage
Als zweites muss geklärt haben, wie sich die Welt, vorrangig die Welt aus der Sicht der USA, verändert hat. Unisono betonen alle hier untersuchten Texte, dass sich die USA in einer neuen Situation befinden, die sie zu füllen nicht vorbereitet sind (vgl. Czempiel, 1). Die Auflösung des bipolaren Systems hat zuallererst zu einem unipolaren Weltsystem geführt (vgl. Krauthammer, 23). Es ist erstaunlich, dass im Moment des größten Triumphes der USA nach dem 8. Mai 1945 und der endgültigen Niederlage des Kommunismus, die Vereinigten Staaten sich selbst in einer schwierigen Lage befanden; die Wirtschaft stagnierte, die Schulden wuchsen (vgl. Krauthammer, 26 & Czempiel, 3). So hatten sich die USA neben der Definition neuer außenpolitischer Ziele auch um die Lösung der inneren Probleme zu kümmern. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sehr bald isolationistische Stimmen aufkamen (vgl. Krauthammer, 23) und eine Politik der Privilegierung von Wirtschaftspolitik Wahlerfolge feierte (vgl. Czempiel, 11).
Zum Einen fiel die labile Sicherheit gewährende MAD weg (vgl. Schöllgen, 56), zum Anderen verbesserte sich aber die Sicherheitsposition der USA (Hendrickson, S. 54). Alles in allem wurde aber die Weltlage unübersichtlicher, es kamen neue Akteure aus der sogenannten Dritten Welt ins Spiel (vgl. Schöllgen, 59) und machten aus der Post-Kommunismus-Ära keineswegs eine Ära der Konfliktlosigkeit. Eine gewichtige Rolle spielten hierbei die „Weapon States“ (Krauthammer, 23). Die Bush-Senior-Regierung setzte in diesem Zusammenhang auf eine Politik der militärischen Stärke („hegemonialer Internationalismus“; Czempiel, S.77), Clinton dagegen zielte anfangs eher auf Kooperation (vgl. Czempiel, 13). So bleibt nach dem Wegfall der Ost-West-Konkurrenz eine Macht Unipolarität der USA, aber auch eine Konfliktpluralität auf der ganzen Welt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Ausgangspunkt der sicherheitspolitischen Debatte in den USA nach dem Ende des Ost-West-Konflikts.
2. Das Ende des Ost-West-Konflikts: Dieses Kapitel analysiert die inneren Widersprüche des Sowjetsystems sowie externe Faktoren, die zum Zusammenbruch der UdSSR führten.
3. Die veränderte Weltlage: Hier wird der Wandel hin zu einem unipolaren Weltsystem und die daraus resultierende sicherheitspolitische Überforderung der USA beleuchtet.
4. Diskutierte Konsequenzen: Das Kapitel vergleicht theoretische Handlungsoptionen mit der tatsächlichen Politik der USA gegenüber Russland, Schurkenstaaten und internationalen Organisationen.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das Ende der bipolaren Ära zwar eine Befreiung darstellte, jedoch eine Vielzahl ungelöster internationaler Krisenpotenziale hinterließ.
Schlüsselwörter
US-Außenpolitik, Ost-West-Konflikt, Sicherheitspolitik, Unipolarität, Weapon States, Hegemonialer Internationalismus, Kalter Krieg, Demokratische Transformation, Containment, Außenpolitische Ziele, Internationale Beziehungen, Supermacht, Krisenmanagement, Sicherheitsposition, Weltordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitische Neuausrichtung der USA in der Ära nach dem Ende des Ost-West-Konflikts von 1989 bis 2004.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Systemwandel von der Bipolarität zur Unipolarität, der Umgang mit ehemaligen Gegnern und die Problematik neuer, regionaler Akteure.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Sicherheitskonzeptionen der USA durch den Wegfall der sowjetischen Bedrohung verändert haben und welche Konsequenzen daraus für das globale Handeln gezogen wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene sicherheitspolitische Texte und Einschätzungen zum Ende des Kalten Krieges kritisch abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Ursachen des Systemwechsels, die veränderte Weltlage aus US-Sicht und die praktischen außenpolitischen Konsequenzen wie "Containment plus" diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind US-Außenpolitik, Unipolarität, Sicherheitspolitik, Weapon States und die Transformation der internationalen Ordnung.
Warum wird der Begriff "Weapon States" verwendet?
Der Begriff beschreibt Länder, die durch Aufrüstung und Drohpotenziale (z. B. Massenvernichtungswaffen) in einer post-bipolaren Welt versuchen, politisches Gehör zu erzwingen.
Wie bewertet der Autor das Konzept der "preemptive strikes"?
Der Autor verweist auf die Uneinigkeit in der US-Politik und warnt vor der Gefahr, Einzelfälle (wie den Irak) zu generalisieren, wenn es um präventive Maßnahmen geht.
- Quote paper
- André Schönmaier (Author), 2006, Das Ende des Ost-West-Konflikts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130518