Das Ende des Ost-West-Konflikts


Essay, 2006

5 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

1. Einleitung

Wenn man sich die heutigen sicherheitspolitischen Debatten zu Gemüte zieht, dann stellt man schnell fest, dass alles auf eine Periode verweist, die den Ausgangspunkt für die heutigen weltpolitischen Sicherheitspolitiken bildet: das Ende des Ost-West-Konflikts. Ausgehend von kurz nach dem oder mitten im Zerfallsprozess der „anderen“ Supermacht entstandenen Texten, die sich mit der Rolle der Sicherheitspolitik für die USA auseinandersetzen, wird hier zu skizzieren sein, welche Änderungen sich für die USA in der Sicherheitspolitik ergeben und welche Konsequenzen daraus zu ziehen gewesen wären bzw. gezogen worden sind.

2. Das Ende des Ost-West-Konflikts

Vorab zu klären ist, warum und wie die Phase der ost-west-geteilten Welt zu Ende gegangen ist. Zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt es hier zu nennen: Czempiel zum einen betont die inneren Widersprüche des Sowjetsystems als Ursachen für den Niedergang, nicht die Konkurrenz zum Westsystem (vgl. Czempiel, 4). Laqueur dagegen sieht eine „negativ-synergetische Krise“ (Laqueur, 65) als indirekte Grundlage für das Ende. Demzufolge hätten sich mehrere Konflikte innerhalb der Sowjetunion kumuliert und nach dem Schneeballprinzip zum Zusammenbruch geführt. Darüber hinaus war die UdSSR nicht mehr im Stande und nicht mehr willens die Rüstungsspirale endlos zu dehnen. (vgl. Laqueur, 66). Außer Acht gelassen wird bei beiden (bei Czempiel genannt, aber abgelehnt) die Rolle, die der Westen gespielt hat. Die Werte, für die der Westen eintrat und die vom Großteil des Ostblocks nach dem Fall des Eisernen Vorhangs übernommen wurden, müssen eine große Rolle gespielt haben. Eine militärische Unterdrückung der Volksbewegungen durch die Sowjetmacht hätte höchstwahrscheinlich nur kurzfristig zur Beruhigung der Lage geführt.

3. Die veränderte Weltlage

Als zweites muss geklärt haben, wie sich die Welt, vorrangig die Welt aus der Sicht der USA, verändert hat. Unisono betonen alle hier untersuchten Texte, dass sich die USA in einer neuen Situation befinden, die sie zu füllen nicht vorbereitet sind (vgl. Czempiel, 1). Die Auflösung des bipolaren Systems hat zuallererst zu einem unipolaren Weltsystem geführt (vgl. Krauthammer, 23). Es ist erstaunlich, dass im Moment des größten Triumphes der USA nach dem 8. Mai 1945 und der endgültigen Niederlage des Kommunismus, die Vereinigten Staaten sich selbst in einer schwierigen Lage befanden; die Wirtschaft stagnierte, die Schulden wuchsen (vgl. Krauthammer, 26 & Czempiel, 3). So hatten sich die USA neben der Definition neuer außenpolitischer Ziele auch um die Lösung der inneren Probleme zu kümmern. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sehr bald isolationistische Stimmen aufkamen (vgl. Krauthammer, 23) und eine Politik der Privilegierung von Wirtschaftspolitik Wahlerfolge feierte (vgl. Czempiel, 11). Zum Einen fiel die labile Sicherheit gewährende MAD weg (vgl. Schöllgen, 56), zum Anderen verbesserte sich aber die Sicherheitsposition der USA (Hendrickson, S. 54). Alles in allem wurde aber die Weltlage unübersichtlicher, es kamen neue Akteure aus der sogenannten Dritten Welt ins Spiel (vgl. Schöllgen, 59) und machten aus der Post-Kommunismus-Ära keineswegs eine Ära der Konfliktlosigkeit. Eine gewichtige Rolle spielten hierbei die „Weapon States“ (Krauthammer, 23). Die Bush-Senior-Regierung setzte in diesem Zusammenhang auf eine Politik der militärischen Stärke („hegemonialer Internationalismus“; Czempiel, S.77), Clinton dagegen zielte anfangs eher auf Kooperation (vgl. Czempiel, 13). So bleibt nach dem Wegfall der Ost-West-Konkurrenz eine Macht-Unipolarität der USA, aber auch eine Konfliktpluralität auf der ganzen Welt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Das Ende des Ost-West-Konflikts
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Konzeptionen von ‚Sicherheit’ in der US-amerikanischen Außenpolitik: 1989-2004
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
5
Katalognummer
V130518
ISBN (eBook)
9783640392223
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ende, Ost-West-Konflikts
Arbeit zitieren
André Schönmaier (Autor), 2006, Das Ende des Ost-West-Konflikts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130518

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