Wie der Inklusionsgedanke praxisnah im Schulleben verwirklicht werden soll, ist Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit. Der eigens ausgedachte Projektename „Sportivation“, was aus den Wörtern Sport und Motivation entstanden ist, soll den SchülerInnen Inklusion im Sport bewusst und vertraut machen.
Der erste Teil der Arbeit stellt die sachliche Analyse sowie einen fundierten Theorieteil dar, der einen Input rund um das Thema Schule und Schulsport in Bezug auf Inklusion geben soll. Anschließend gibt die didaktische Analyse in dieser Arbeit den Stellenwert von Inklusion im Bildungsplan sowie die Umsetzung durch unser Sport-Inklusionsprojekt wieder. In der darauffolgenden methodischen Analyse soll unsere Vorgehensweise in Bezug auf das Inklusionsprojektes begründet werden und gleichzeitig mögliche Alternativen aufzeigen. Das Fazit rundet diese Arbeit ab und soll einen Ausblick geben, wie Inklusion zukünftig besser in den Schul- und Sportalltag integriert werden sollte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Thematische Grundlage: Inklusion
2.1 Begriffliche Abgrenzung: Exklusion, Separation, Integration und Inklusion
2.2 Die Verpflichtung zu einem inklusiven Schulsystem: die UN-Behindertenrechtskonvention
2.3 Der inklusive Schulsport
2.3.1 Gelingensbedingungen inklusiver Sportunterricht
2.3.2 Handlungsmodell inklusiven Sportunterrichts nach Tiemann
2.3.3 Gym Mangement im inklusiven Sportunterricht
3 Sportivationstag
4 Didaktische Analyse
4.1 Bezug zum Bildungsplan
4.2 Relevanzanalyse
4.2.1 Fachrelevanz
4.2.2 Schülerrelevanz
4.2.3 Gesellschaftliche Relevanz
4.3 Sportididaktische Position
5 Methodische Analyse
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie der Inklusionsgedanke praxisnah im Schulleben verwirklicht werden kann, indem mittels des selbst entwickelten Projekts "Sportivation" Schülern Inklusion im Sport bewusst und vertraut gemacht wird.
- Grundlagen von Inklusion und rechtliche Verpflichtungen
- Aufbau von inklusivem Sportunterricht und Gym Management
- Planung und didaktische Begründung eines Sportaktionstags
- Einsatz der Sportart Goalball zur Förderung der Inklusionskompetenz
- Reflexionsmethoden für einen inklusiven Sportalltag
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Handlungsmodell inklusiven Sportunterrichts nach Tiemann
Tiemann (2015) bezieht in ihrem Handlungsmodell zum inklusiven Sportunterricht die Aktivitätstypen und die Lernsituation aufeinander und schlussfolgert die Notwendigkeit von Modifikationen. Im Folgenden wird nun das Handlungsmodell schrittweise erläutert.
Bei den offenen Aktivitäten stellt die Lehrkraft keine Normen auf. Dieser Aktivitätstyp bietet große Freiheit in Bezug auf Bewegungsausführung, Materialnutzung und Bewegungsform. Unter den angepassten, gemeinsamen Aktivitäten verstehen sich gemeinsame Sport- und Bewegungsspiele. Somit nehmen alle an der gleichen Aktivität teil. Hierunter zählen auch Sport- und Bewegungsangebote aus anderen Bewegungskulturen, wie beispielsweise aus dem Behindertensport. Ziel ist es, dass auch der Sport aus anderen Kulturkreisen in das Bewusstsein aller SchülerInnen rückt. Die angepassten, parallelen Aktivitäten sind zum einen durch Modifikation differenzierte individualsportliche Angebote und zum anderen Sport- und Bewegungsangebote, welche in parallel voneinander und unabhängigen homogenen Gruppen stattfindet. Beispielsweise werden hier auf drei Spielfeldern verschiedene Variationen eines Sportspiels angeboten. Die umschließenden Aktivitäten bieten jedem an der ursprünglichen Bewegungs- und Spielidee eine gleichberechtigte Teilnahme mit nur einer geringfügigen bis gar keiner Veränderung (Tiemann, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Relevanz von Inklusion im pädagogischen Kontext und stellt das Ziel vor, Inklusion durch das geplante Projekt "Sportivation" praxisnah im Schulleben zu etablieren.
2 Thematische Grundlage: Inklusion: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Exklusion, Separation, Integration und Inklusion, skizziert die rechtliche Lage gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention und erläutert Gelingensbedingungen sowie Modelle für inklusiven Sportunterricht.
3 Sportivationstag: Hier wird das spezifische Projekt "Sportivationstag" für die 4. Klasse vorgestellt, welches auf der Sportart Goalball basiert, um Schülern Inklusion durch direkte Erfahrung näherzubringen.
4 Didaktische Analyse: Dieser Teil ordnet das Projekt in den Bildungsplan ein, führt eine detaillierte Relevanzanalyse (Fach-, Schüler- und gesellschaftliche Relevanz) durch und begründet das Vorgehen aus sportdidaktischer Perspektive.
5 Methodische Analyse: Die methodische Analyse rechtfertigt die Vorgehensweise des Projekts, beleuchtet die Rahmenbedingungen, den Einsatz der Sandwich-Methode sowie die Konzeption der Stationen und Reflexionsphasen.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert den organisatorischen Aufwand des Projekts, betont die Notwendigkeit, Inklusion stärker im Schulalltag zu verankern, und plädiert für die Ausbildung von mehr Fachkräften.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schulsport, Sportivation, Goalball, Inklusionsprojekt, Didaktische Analyse, Gym Management, Kompetenzförderung, Heterogenität, Sonderpädagogik, Bewegungsbaustelle, Reflexion, UN-Behindertenrechtskonvention, Pädagogik, Grundschule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung von Inklusion im schulischen Alltag, insbesondere im Bereich des Sportunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Definitionen von Inklusion, die rechtlichen Grundlagen der UN-Behindertenrechtskonvention, didaktische sowie methodische Analysen für inklusiven Sportunterricht und die konkrete Planung eines Projekttages.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Schülern durch den eigenausgedachten Projekttag "Sportivation" inklusive Erfahrungen im Sport bewusst und vertraut zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es werden eine sachliche Analyse der theoretischen Grundlagen, eine didaktische Begründung unter Bezugnahme auf Kompetenzen und bildungspolitische Perspektiven sowie eine methodische Herleitung der Projektvorgehensweise angewandt.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die thematischen Grundlagen, die Vorstellung des Sport-Inklusionsprojekts "Sportivationstag", eine didaktische Einordnung sowie eine methodische Reflexion der durchgeführten Planung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Schulsport, Goalball, Inklusionsprojekt, Gym Management, didaktische Analyse und Kompetenzförderung.
Warum wurde die Sportart Goalball für das Projekt ausgewählt?
Die Sportart eignet sich hervorragend, da sie Menschen mit Sehbehinderung integriert und durch das Spielen mit Dunkelbrillen alle Schüler in eine gleichberechtigte Situation versetzt, die Gehör und Orientierung schult.
Wie werden die Lehrkräfte bei der Durchführung unterstützt?
Die Arbeit schlägt den Einsatz von Eltern als Aufsichtspersonen vor und nutzt strukturierende Instrumente wie Laufzettel, um den Lehrkräften die Leitung der verschiedenen Stationen zu erleichtern.
Welche Rolle spielen Reflexionsphasen im Projektverlauf?
Reflexionsphasen dienen dazu, Anspannung und Entspannung abzuwechseln, Erfahrungen zu teilen, die Kommunikationsfähigkeit zu fördern und eine Rückmeldung zur Akzeptanz und zum Erfolg der Aktivitäten zu erhalten.
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- Vanessa Schulte (Author), 2022, Wie lässt sich Sport, Schule und Inklusion miteinander vereinbaren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305568