Zu Beginn stechen vor allem folgende Ausgangsthesen aus Sterns Text heraus. Sie stellt klar, dass Piagets Entwicklungstheorie die Unterschiede im Denken und Lernen von Schulanfängern und älteren Schülern nicht zufriedenstellend erklären kann. Außerdem führt die kognitive Festschreibung von GrundschülerInnen1 auf der Stufe der konkret-operativen Ebene die ich noch im Folgenden erläutern werde, zu einer Unterforderung von Grundschulkindern. Dies bedeutet dann gleichzeitig für die Unterrichtsgestaltung in der Grundschule, dass wir weg von der von Piaget vorgegebenen und empfohlenen Gestaltung der Lernumgebung und hin zu Zeichensysteme als Mittel bestimmter Bedeutungen jenseits der Wahrnehmung sollten. Zeichensysteme können folgendes sein: Lehrkräfte sollten einen Unterricht erschaffen, der vielfältige Angebote in Bezug auf Darstellung und Kommunikation bereitstellen kann. Dabei sollte die Lernaktivität auf Freiwilligkeit und Selbstständigkeit basieren. Die entstehenden kognitive Kompetenzen resultieren aus den konstruktiven Leistungen der SchülerInnen. Aus Sterns Text lässt sich außerdem herauslesen, dass sich das Denken und Lernen von Grundschulkindern zu dem von Erwachsenen deutlich unterscheidet. Stern greift die Aussage Piagets heraus, der der Meinung ist, dass Kinder im Grundschulalter die vorletzte sogenannte konkret-operatorische Stufe der Denkentwicklung erreichen. Hierbei sind die SchülerInnen noch nicht in der Lage explizit vorgegebene Testbedingungen aktiv herzustellen. Hinzu kommen die Schwierigkeiten bei den Aussagen, die sprachlogisch abgeleitet werden sollen. Elsbeth Stern greift die Annahme vom Konkreten zum Abstrakten zu gehen auf, in dem sie vor allem auf den Unterscheid zwischen Expertise und Novizen eingeht. Der Unterschied derer liegt hierbei nicht im Abstraktionsgrund, sondern in dessen Vernetzung und Strukturierung. Die Voraussetzungen für Höchstleistungen ist eine breite und flexible Basis an konkretem situationsbedingtem Wissen. Stern nennt hier als Beispiel Kinder, die bereits derartige Wissenbereiche beim Thema Schachspielen aufbauen können. Die Aussage von Piaget vom Konkreten zum Abstrakten zu gehen, sieht Stern als nicht stimmig an. Ebenso greift sie die These auf, dass jüngere Kinder deutlich schlechter dabei abschneiden als ältere Kinder. Dies ist auf die weniger häufigen Gelegenheiten zum Wissenserwerb zurückzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassende Thesen und kritische Auseinandersetzungen der folgenden Texte
1.1 „Wie abstrakt lernt das Grundschulkind?“ von Elsbeth Stern
1.2 „Weil Freunde wichtig sind“ von Heike de Boer
1.3 „Denken und Sprechen“ von Lew Vygotskji
2 Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde auf Basis der zugrundeliegenden Theorien
3 Verknüpfungen von Praxisbeispielen
4 Reflexion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit verschiedenen pädagogischen und entwicklungspsychologischen Texten auseinander, um diese Erkenntnisse gezielt für die Gestaltung einer konkreten Unterrichtsstunde im Anfangsunterricht zu nutzen und mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen.
- Kritische Auseinandersetzung mit kognitiven Entwicklungstheorien (Piaget/Stern).
- Bedeutung von sozialen Beziehungen und Peerkulturen für das schulische Lernen.
- Konzept der „Zone der nächsten Entwicklung“ nach Vygotskji.
- Methodische Gestaltung von individuellem Lernen durch Stationenarbeit.
- Transfer theoretischer Modelle in eine fiktive Unterrichtsplanung.
Auszug aus dem Buch
1.1 „Wie abstrakt lernt das Grundschulkind?“ von Elsbeth Stern
Zu Beginn stechen vor allem folgende Ausgangsthesen aus Sterns Text heraus. Sie stellt klar, dass Piagets Entwicklungstheorie die Unterschiede im Denken und Lernen von Schulanfängern und älteren Schülern nicht zufriedenstellend erklären kann. Außerdem führt die kognitive Festschreibung von GrundschülerInnen auf der Stufe der konkret-operativen Ebene die ich noch im Folgenden erläutern werde, zu einer Unterforderung von Grundschulkindern. Dies bedeutet dann gleichzeitig für die Unterrichtsgestaltung in der Grundschule, dass wir weg von der von Piaget vorgegebenen und empfohlenen Gestaltung der Lernumgebung und hin zu Zeichensysteme als Mittel bestimmter Bedeutungen jenseits der Wahrnehmung sollten.
Zeichensysteme können folgendes sein: Lehrkräfte sollten einen Unterricht erschaffen, der vielfältige Angebote in Bezug auf Darstellung und Kommunikation bereitstellen kann. Dabei sollte die Lernaktivität auf Freiwilligkeit und Selbstständigkeit basieren. Die entstehenden kognitive Kompetenzen resultieren aus den konstruktiven Leistungen der SchülerInnen. Aus Sterns Text lässt sich außerdem herauslesen, dass sich das Denken und Lernen von Grundschulkindern zu dem von Erwachsenen deutlich unterscheidet. Stern greift die Aussage Piagets heraus, der der Meinung ist, dass Kinder im Grundschulalter die vorletzte sogenannte konkret-operatorische Stufe der Denkentwicklung erreichen. Hierbei sind die SchülerInnen noch nicht in der Lage explizit vorgegebene Testbedingungen aktiv herzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassende Thesen und kritische Auseinandersetzungen der folgenden Texte: In diesem Kapitel werden grundlegende Theorien von Stern, de Boer und Vygotskji analysiert und kritisch hinterfragt.
2 Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde auf Basis der zugrundeliegenden Theorien: Die theoretischen Erkenntnisse werden in eine konkrete, fiktive Unterrichtsplanung zur Buchstabeneinführung übersetzt.
3 Verknüpfungen von Praxisbeispielen: Hierbei werden die im Studium erarbeiteten Theorien mit praktischen Beobachtungen des Schulalltags und Peergruppen-Interaktionen abgeglichen.
4 Reflexion: Zum Abschluss reflektiert die Autorin die Anwendung der Konzepte auf die professionelle Lehrerrolle und die Relevanz für zukünftiges Handeln.
Schlüsselwörter
Anfangsunterricht, Kognitive Entwicklung, Zone der nächsten Entwicklung, Peerkultur, Grundschule, Lerntheke, Piaget, Vygotskji, Perspektivübernahme, Unterrichtsgestaltung, Differenzierung, Lernumgebung, Sozialpsychologie, Wissenserwerb, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von wissenschaftlichen Theorien zum Lernen und Lehren mit einer praktischen Unterrichtsgestaltung im ersten Grundschuljahr.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die kognitive Entwicklung von Kindern, die Bedeutung von Freundschaften unter Gleichaltrigen und die Unterstützung individueller Lernprozesse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, theoretische Ansätze kritisch zu reflektieren und in eine methodisch fundierte Unterrichtsplanung für den Anfangsunterricht zu überführen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse ausgewählter Texte, deren Inhalte kritisch hinterfragt und auf ein praktisches Unterrichtsbeispiel angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien von Stern, de Boer und Vygotskji analysiert und auf die Planung einer Unterrichtseinheit sowie auf Beobachtungen aus der schulischen Praxis bezogen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Schlüsselbegriffe sind Anfangsunterricht, kognitive Entwicklung, differenzierter Unterricht und soziale Interaktion im Lernkontext.
Warum spielt die „Zone der nächsten Entwicklung“ für die Unterrichtsplanung eine Rolle?
Sie dient als Basis, um Aufgaben so zu wählen, dass Kinder durch Unterstützung von Mitschülern Leistungen erreichen können, die sie alleine noch nicht bewältigen würden.
Wie unterscheidet sich laut Stern die kognitive Entwicklung von Kindern?
Stern weist darauf hin, dass Entwicklung nicht starr in Stufen verläuft, sondern stark durch kulturelle Werkzeuge und die Qualität der bereitgestellten Lernumgebung beeinflusst wird.
- Citar trabajo
- Vanessa Schulte (Autor), 2020, Eine kritische Auseinandersetzung mit den Texten aus dem Seminar in Bezug auf eine ausarbeitete Unterrichtsstunde mit Verknüpfung von Praxisbeispielen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305573