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Bundesrepublik Deutschland vs. Vereinigte Staaten von Amerika

Ein Systemvergleich mittels der Vetospielertheorie von George Tsebelis

Title: Bundesrepublik Deutschland vs. Vereinigte Staaten von Amerika

Term Paper , 2007 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Graf (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Summary Excerpt Details

GEORGE TSEBELIS ist Professor für Politikwissenschaft an der University of
California in Los Angeles. Anfang der 1990er Jahre begann er den Versuch, eine
komplett neue Theorie im Bereich der vergleichenden Systemlehre zu entwerfen -
die Vetospielertheorie. Im Jahre 1995 veröffentliche er seine ersten Gedanken
unter dem Titel Decision Making in Political Systems: Veto Players in
Presidentialism, Parliamentarism, Multicameralism and Multipartism (cf. TSEBELIS
1995). In den darauf folgenden Jahren hat TSEBELIS selbst seine Theorie stetig
weiterentwickelt und ergänzt, was schließlich in dem im Jahre 2002 erschienenen
Buch Veto Players - How Political Institutions Work mündete. In der Zwischenzeit
haben sich einige Autoren ausführlich mit der Theorie beschäftigt und sie für
zahlreiche Analysen angewandt.
In der folgende Arbeit wird TSEBELIS’ Vetospielertheorie herangezogen, um
zwei politische Systeme, Deutschland und die USA, miteinander zu vergleichen.
Dazu ist sie in drei Hauptteile unterteilt. Der erste beschäftigt sich mit der
Vetospielertheorie. Hier sollen sowohl die zentralen Annahmen und Zielsetzungen
der Theorie als auch die Faktoren zur Erfassung der Vetospieler eines Systems
vorgestellt werden. Im zweiten Teil erfolgt die Anwendung von TSEBELIS’ Theorie
zunächst auf das politische System der Bundesrepublik Deutschland und danach
auf das der Vereinigten Staaten. Dabei wird versucht, allgemeine Aussagen über
die beiden Systeme mittels der Theorie zu treffen und gleichzeitig eine
Momentaufnahme der Verhältnisse im März 2007 durchzuführen. Im letzten Teil
werden die Ergebnisse zusammengefasst. Der Vergleich soll zwei Fragen
beantworten. Einerseits geht es darum zu überprüfen, ob und inwiefern die
Vetospielertheorie überhaupt für komparative Zwecke der vergleichenden
Regierungslehre zu verwenden ist. Andererseits soll insbesondere darauf geachtet
werden, welche neuen Erkenntnisse die Vetsopielertheorie im Vergleich zu
klassischen Theorien liefert, das heißt, ob TSEBELIS’ Ansatz die beiden Systeme
signifikant anders klassifiziert als beispielsweise die institutionalistischen Theorien.
Darauf aufbauend erfolgt im dritten Teil eine Betrachtung der Stärken und
Schwächen der Theorie, welche ihre Reichweite in Bezug auf den Vergleich
politischer Systeme darlegt. Ein kurzes Fazit fasst die Arbeit zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vetospielertheorie von GEORGE TSEBELIS

2.1 Allgemeine Verortung der Theorie

2.2 Zentrale Annahmen und Zielsetzung der Theorie

2.3 Geometrisches Raummodell

2.4 Analyse der unabhängigen Variable Vetospieler

2.4.1. Anzahl und Typ der Vetospieler

2.4.2. Kongruenz der Vetospieler

2.4.3. Interne Kohäsion bei kollektiven Vetospielern

3. Empirische Anwendung von TSEBELIS’ Theorie: BRD vs. USA

3.1. Zur Empirischen Anwendung allgemein

3.2 Das Politische System der Bundesrepublik Deutschland

3.2.1 Identifikation der Vetospieler und Überprüfung der Absorptionsregel

3.2.2. Kongruenz der Vetospieler

3.2.3. Interne Kohäsion der kollektiven Vetospieler

3.3. Das Politische System der Vereinigten Staaten von Amerika

3.3.1 Identifikation der Vetospieler und Überprüfen der Absorptionsregel

3.3.2 Kongruenz der Vetospieler

3.3.3. Interne Kohäsion der kollektiven Vetospieler

4. BRD vs. USA - Ergebnisse eines Vergleiches

5. Möglichkeiten und Grenzen der Vetospielertheorie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Anwendung und kritische Überprüfung der Vetospielertheorie von George Tsebelis durch einen vergleichenden Systemvergleich zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei soll analysiert werden, inwiefern dieser theoretische Ansatz geeignet ist, Politikwandel und policy-Stabilität in verschiedenen politischen Systemen zu erklären und ob er signifikant andere Erkenntnisse liefert als klassische institutionalistische Ansätze.

  • Grundlagen der Vetospielertheorie und deren geometrisches Raummodell
  • Methodische Faktoren zur Erfassung der Vetospieler: Anzahl, Kongruenz und Kohäsion
  • Empirische Anwendung des Ansatzes auf das deutsche parlamentarische System
  • Empirische Anwendung des Ansatzes auf das präsidentielle System der USA
  • Kritische Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen der Theorie im Kontext von Mehrebenenspielen

Auszug aus dem Buch

2.3 Geometrisches Raummodell

TSEBELIS’ Theorie basiert auf einem “räumlichen, auf euklidischen Annahmen beruhenden Politikmodell” (KAISER 2004: 1). Er geht davon aus, dass jeder Akteur innerhalb des Systems nicht strategisch handelt, sondern “entsprechend seinen policy-Präferenzen [...] und nach Entscheidungen strebt, die seinem Idealpunkt, seiner idealen policy, möglichst nahe kommen” (ibid.). Und hier kommt nun das geometrische Raummodell zum Einsatz.2 Um jeden an einer Entscheidung beteiligten Vetospieler wird ein Kreis gezogen. Der geometrischen Definition eines Kreises folgend haben alle Punkte, die auf der Kreislinie liegen, den gleichen Abstand zum Mittelpunkt, was den Akteur darstellt. Der Akteur ist zwischen Punkten mit dem gleichen Abstand zu seinem Idealpunkt indifferent, das heißt seine policy-Präferenz ist bezüglich dieser Punkte gleich stark. Deshalb nennt TSEBELIS dies die kreisförmige Indifferenzkurve. Im Vergleich zu den Punkten auf der Kreislinie werden alle Punkte innerhalb des Kreises bevorzugt, alle außerhalb werden abgelehnt. Mittels dieses geometrischen Modells kann nun analysiert werden, ob der Status Quo durch die beteiligten Vetospieler verändert werden wird, oder nicht. Dafür verwendet TSEBELIS die Konzepte des winset und des core. Das winset ist die Schnittmenge der Indifferenzkurven aller beteiligten Vetospieler und sein Inhalt steht damit für die möglichen policy-outcomes, die den Status Quo ablösen können. Damit wird die Größe des winsets zu einem von zwei Indikatoren für die Wahrscheinlichkeit einer Veränderung des Status Quo. (cf. TSEBELIS 1995: 295).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der theoretischen Herleitung durch George Tsebelis und Skizzierung des vergleichenden Forschungsdesigns dieser Arbeit.

2. Die Vetospielertheorie von GEORGE TSEBELIS: Einführung in die zentralen Annahmen, das geometrische Raummodell sowie die methodischen Kriterien zur Identifikation von Vetospielern.

3. Empirische Anwendung von TSEBELIS’ Theorie: BRD vs. USA: Praktische Anwendung der Theorie auf die politischen Systeme Deutschlands und der USA unter Berücksichtigung von Absorptionsregeln und ideologischer Distanz.

4. BRD vs. USA - Ergebnisse eines Vergleiches: Synopse der Analyseergebnisse, die aufzeigt, dass sich beide Systeme in ihrer tatsächlichen Reformfähigkeit weniger unterscheiden, als klassische Typologien vermuten lassen.

5. Möglichkeiten und Grenzen der Vetospielertheorie: Kritische Auseinandersetzung mit dem Fokus auf policy-seeking und der Herausforderung, strategische Machtkalküle in föderalen Systemen abzubilden.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Theorie als nützliches, aber weiterentwicklungsbedürftiges Instrument für die vergleichende Regierungslehre.

Schlüsselwörter

Vetospielertheorie, George Tsebelis, Systemvergleich, Bundesrepublik Deutschland, Vereinigte Staaten von Amerika, policy-Stabilität, Politikwandel, Absorptionsregel, Kongruenz, interne Kohäsion, institutioneller Institutionalismus, Reformfähigkeit, Entscheidungsprozesse, politisches System, Mehrheitsdemokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der vergleichenden Analyse politischer Systeme mittels der Vetospielertheorie von George Tsebelis, wobei konkret das politische System der Bundesrepublik Deutschland und der USA untersucht werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der policy-Stabilität, die Identifikation von institutionellen und parteipolitischen Vetospielern sowie die Untersuchung von ideologischer Kongruenz und interner Kohäsion der Akteure.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Vetospielertheorie für Zwecke der vergleichenden Regierungslehre taugt und ob sie die untersuchten Systeme anders klassifiziert als klassische, institutionalistische Theorien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den theoretischen Rahmen des akteurszentrierten Institutionalismus von Tsebelis und führt eine empirische Anwendung auf die Fallbeispiele Deutschland und USA durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Vetospieler-Kriterien und eine anschließende detaillierte empirische Anwendung auf die deutschen und amerikanischen Entscheidungsprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Vetospielertheorie, policy-Stabilität, Absorptionsregel, ideologische Distanz (Kongruenz) und die Unterscheidung zwischen unified und divided government.

Wie unterscheidet sich die Situation in Deutschland von der in den USA hinsichtlich der Vetospieler?

Während in Deutschland die Koalitionsbildung und die Absorptionsregel für den Bundesrat eine zentrale Rolle spielen, zeichnet sich das US-System durch den institutionellen Dualismus von Präsident und Kongress sowie die Besonderheit des Filibusters im Senat aus.

Was ist die zentrale Erkenntnis bezüglich der Reformfähigkeit?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die beiden Länder in Bezug auf ihre tatsächlichen policy-outcomes ähnlicher sind, als es die klassischen, dualen Typologien der Politikwissenschaft vermuten lassen.

Warum stößt die Theorie laut der Autorin an ihre Grenzen?

Die Autorin weist darauf hin, dass die Theorie primär policy-seeking unterstellt, dabei aber wichtige Faktoren wie Machtkalküle (vote- und office-seeking) und komplexe Mehrebenenspiele in föderalen Systemen vernachlässigt.

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Details

Title
Bundesrepublik Deutschland vs. Vereinigte Staaten von Amerika
Subtitle
Ein Systemvergleich mittels der Vetospielertheorie von George Tsebelis
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Das Politische System der USA
Grade
1,0
Author
Sandra Graf (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V130572
ISBN (eBook)
9783640364008
ISBN (Book)
9783640364350
Language
German
Tags
Bundesrepublik Deutschland Vereinigte Staaten Amerika Systemvergleich Vetospielertheorie George Tsebelis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Graf (Author), 2007, Bundesrepublik Deutschland vs. Vereinigte Staaten von Amerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130572
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