In der Arbeit werden komplementäre Pflegemaßnahmen wie Wickel und Kompressen, Bäder, die Anwendung ätherischer Öle und Heilpflanzen sowie deren vielseitige Einsatzmöglichkeiten zur Schlafförderung in der Gesundheits- und Krankenpflege beschrieben.
Ziel dieser Arbeit ist es, unterschiedliche Möglichkeiten der Schlafförderung aufzuzeigen um rechtzeitig, bei beginnenden Problemstellungen, Maßnahmen aus dem komplementären Bereich anbieten zu können, um die Anwendung von medikamentösen Schlafmitteln hinauszuzögern oder bei begleitender Behandlung zu reduzieren.
Gemäß Gesundheits- und Krankenpflegegesetz §14 Abs.2 Punkt 15 zählt die Anwendung komplementärer Pflegemethoden zu den Kernkompetenzen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege. Zudem umfassen die Kompetenzen im multiprofessionellen Versorgungsteam die pflegerische Expertise bei Maßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit.
Schlaf, lebensnotwendig für Wohlbefinden und Regeneration, wird immer häufiger durch Stress, Schmerzen, belastende Lebensereignisse oder unzureichende Schlafhygiene beeinflusst. Gemäß einer Studie der Medizinischen Universität Wien (2018) leidet knapp die Hälfte der 1000 Studienteilnehmer*innen an nicht erholsamem Schlaf.
Medikamentöse Therapien lindern zwar die Symptome, haben aber auch zahlreiche Nebenwirkungen. Aus diesem Grund erscheint es sinnvoll, vor dem Einsatz medikamentöser Schlafmittel, an der persönlichen Schlafhygiene zu arbeiten sowie die breite Palette an komplementären Maßnahmen zu nützen.
Inhaltsverzeichnis
1 Abstract
2 Schlaf – Lebensnotwendig für Geist und Körper
2.1 Einflussfaktoren auf den Schlaf
2.2 Beeinträchtigung des Schlafes
2.3 Schlafhygiene
3 Zielsetzung dieser Arbeit
4 Rechtliche Grundlagen
5 Pflegediagnostik
6 Maßnahmen zur Schlafförderung aus dem Bereich der komplementären Pflege
6.1 Wickel und Kompressen
6.2 Teilbäder (Hand- und Fußbäder)
6.3 Aromapflege
6.3.1 Lavendel
6.3.2 Majoran
6.4 Heilpflanzen
6.4.1 Linde
6.4.2 Hopfen
6.4.3 Kamille
7 Umsetzung der schlaffördernden Pflegemaßnahmen in der Gesundheits- und Krankenpflege
8 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Abschlussarbeit verfolgt das primäre Ziel, komplementäre Pflegemaßnahmen aufzuzeigen, die zur Verbesserung der Schlafqualität beitragen und somit den Einsatz medikamentöser Schlafmittel reduzieren oder verzögern können.
- Grundlagen des Schlaf-Wach-Rhythmus und Schlafhygiene
- Rechtliche Rahmenbedingungen für komplementäre Pflegeinterventionen
- Anwendung von Wickeln, Kompressen und Teilbädern zur Entspannung
- Einsatz von Aromapflege und Heilpflanzen bei Schlafstörungen
- Implementierung komplementärer Maßnahmen in der professionellen Pflege
Auszug aus dem Buch
6.1 Wickel und Kompressen
„Ein Wickel beeinflusst den Organismus in seiner Ganzheit“ (Thüler, 2013). Jeder Wickel bzw. jede Kompresse beeinflusst, je nach Dauer der Anwendung und Technik, die Durchblutung. Er bzw. sie kann Wärme entziehen, Wärme zuführen, zu Entspannung und Beruhigung führen oder zu einer Durchblutungssteigerung anregen. Gleichzeitig bewirken Wickel und Kompressen oft eine Vertiefung der Atmung und ein „Aufmerksam werden“ auf den eigenen Körper. Bei der Verabreichung erfährt die Klientin/der Klient Aufmerksamkeit und Zuwendung. Dieses Zusammenspiel an Vorgängen auf der körperlichen und seelischen Ebene trägt zur Beruhigung und Entspannung bei (Thüler, 2013).
Aus der Vielzahl an möglichen Wickeln und Kompressen wird die temperierte Ölkompresse vorgestellt, da diese ein breites Einsatzgebiet in der Gesundheits- und Krankenpflege hat.
Die leichte, feine Wärme wirkt durchblutungsanregend und schmerzlindernd und ist auch für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern sowie Schwerkranken und älteren Menschen geeignet. Durch die oben genannten Aspekte kann die temperierte Ölkompresse einen positiven Einfluss auf den Schlaf haben. Zudem ist es auch möglich durch Wickelzusätze mit ätherischen Ölen einen erholsamen Schlaf zu fördern (Buchmayr, 2021).
Fette Basisöle wie Olivenöl, Sesamöl oder Johanniskrautmazerat sind für die temperierte Ölkompresse besonders geeignet. Sollen ätherische Öle zum Einsatz kommen sind Fertigmischungen mit einer Dosierung von ein bis maximal zwei Prozent zu verwenden. Die Dosierung beträgt für Säuglinge einen Teelöffel und für Erwachsene ein bis zwei Esslöffel, je nach Körperteil (Deutsch-Grasl et al., 2018, S. 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Abstract: Zusammenfassung der pflegerischen Relevanz von Schlafförderung und der Zielsetzung, den Einsatz von Schlafmitteln durch komplementäre Methoden zu reduzieren.
2 Schlaf – Lebensnotwendig für Geist und Körper: Erläutert die biologischen Grundlagen des Schlafs, Einflussfaktoren wie Alter und Rhythmus sowie die Bedeutung der Schlafhygiene.
3 Zielsetzung dieser Arbeit: Definiert das Ziel, den Einsatz komplementärer Pflegemaßnahmen als Teil der pflegerischen Kompetenz zu etablieren.
4 Rechtliche Grundlagen: Bestätigt die rechtliche Sicherheit für Pflegepersonen bei der eigenverantwortlichen Anwendung komplementärer Maßnahmen im Pflegeprozess.
5 Pflegediagnostik: Beleuchtet gängige Pflegediagnosen bezüglich Schlaf und stellt die Bedeutung der Dokumentation dar.
6 Maßnahmen zur Schlafförderung aus dem Bereich der komplementären Pflege: Beschreibt detailliert praktische Anwendungen wie Wickel, Teilbäder, den Einsatz von Aromapflege sowie ausgewählte Heilpflanzen.
7 Umsetzung der schlaffördernden Pflegemaßnahmen in der Gesundheits- und Krankenpflege: Diskutiert die notwendigen Schritte zur Implementierung in Institutionen, inklusive Schulung und Standardisierung.
8 Reflexion: Reflektiert die wachsende Bedeutung des Themas in der täglichen Pflegepraxis und das Potenzial zur Förderung des Gesundheitsbewusstseins.
Schlüsselwörter
Schlafförderung, Komplementäre Pflege, Aromapflege, Schlafhygiene, Wickel, Kompressen, Heilpflanzen, Pflegeintervention, Schlafstörungen,Lavendel, Majoran, Pflegediagnostik, Gesundheitsförderung, Professionelle Pflege
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit der Anwendung komplementärer Pflegemethoden zur Schlafförderung im klinischen sowie häuslichen Umfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Schlafhygiene, rechtliche Aspekte, Pflegediagnostik sowie spezifische Anwendungen von Natur- und Aromapflege.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Primäres Ziel ist es, den Einsatz medikamentöser Schlafmittel zu reduzieren, indem Pflegefachkräften wirksame komplementäre Alternativen an die Hand gegeben werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Facharbeit, die auf aktueller Literatur, Leitlinien und pflegewissenschaftlichen Standards basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen des Schlafs sowie detaillierte Anleitungen für Wickel, Teilbäder und den therapeutischen Einsatz von Ölen und Kräutern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Schlafförderung, Komplementäre Pflege, Aromapflege und Schlafhygiene.
Warum ist eine Hautverträglichkeitsprüfung bei ätherischen Ölen so wichtig?
Da ätherische Öle hochkonzentriert sind, ist ein Hauttest essenziell, um allergische Reaktionen oder Reizungen bei Patienten frühzeitig auszuschließen.
Was sollte bei der Implementierung dieser Methoden auf einer Station beachtet werden?
Es wird empfohlen, die Einführung auf einzelne Stationen zu begrenzen, Mitarbeiter entsprechend zu schulen und die neuen Methoden in die bestehenden Pflegestandards zu integrieren.
- Citation du texte
- Christina Kubesch (Auteur), 2022, Komplementäre Pflegemethoden zur Schlafförderung. Überblick und Umsetzung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305757