Die Arbeit zeigt Möglichkeiten für eine Verknüpfung von Kultur, Ästhetik, Medien und Pädagogik in der Arbeit mit Jugendlichen auf. Sie konzentriert sich vorrangig auf die non-formale Bildung, wenngleich der Schule ein hoher Stellenwert im Zusammenhang mit kultureller Bildung und Medienbildung zuzuordnen ist. Dafür werden zuerst die Begrifflichkeiten kulturelle Bildung und Medienkompetenz definiert.
Kulturelle Bildung erweist sich als ein komplexes, von verschiedenen Strömungen geprägtes Feld. Es wird anhand seiner historischen Entwicklungen dargestellt, welche die Grundlagen für ein modernes Verständnis von kultureller Bildung formen. Im Anschluss wird ein Blick auf die Umsetzung innerhalb der pädagogischen Praxis geworfen. Zur Ausdifferenzierung der Anforderungen an eine moderne Medienpädagogik werden die Merkmale der Mediengesellschaft und deren Auswirkungen auf die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen dargestellt.
Im Anschluss wird das Konzept der Medienkompetenz nach Dieter Baacke erläutert, auf welches sich die Arbeit vorrangig konzentriert. Mit Bezugnahme auf die dargestellten theoretischen Grundlagen folgt eine Analyse des Projekts Kulturcaster des jfc Medienzentrums als ein Beispiel für die Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz in der außerschulischen pädagogischen Praxis. Es wird untersucht, welche Aspekte von kultureller Bildung und Medienkompetenz aufgegriffen und inwiefern sie umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wird außerdem herausgearbeitet, welche Herausforderungen sich ergeben beziehungsweise worauf bei der Umsetzung geachtet werden sollte.
Kultur und digitale Medien sind in der Gegenwartsgesellschaft nicht voneinander zu trennen. Medien beeinflussen Lebensgestaltung und alltägliche Praktiken. Sie verändern Wahrnehmungen und bieten vielfältige ästhetische Zugänge zur Welt. Die Grenzen zwischen digitaler und analoger Welt verschwimmen. So fällt in diesem Zusammenhang bereits der Begriff einer Medienkultur. Aus diesen Entwicklungen ergeben sich folglich neue Aufgaben für kulturelle und ästhetische Bildung und es stellt sich die Frage, wie diese im Medienzeitalter gestaltet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Zum Begriff der Kulturellen Bildung
Zum Begriff der Medienkompetenz und dessen Bedeutung in der Gegenwartsgesellschaft
Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz in der pädagogischen Praxis – Analyse des Projekts Kulturcaster
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung der Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche im Rahmen außerschulischer pädagogischer Projekte durch eine moderne, handlungsorientierte Medienpädagogik in ihrer kulturellen Partizipation gestärkt werden können.
- Grundlagen der Kulturellen Bildung und deren historische Entwicklung
- Bedeutung der Medienkompetenz in der digitalen Gegenwartsgesellschaft
- Analyse theoretischer Konzepte nach Dieter Baacke
- Fallbeispiel: Das Projekt "Kulturcaster" des jfc Medienzentrums
- Herausforderungen und Praxisanforderungen an moderne Pädagogen
Auszug aus dem Buch
Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz in der pädagogischen Praxis – Analyse des Projekts Kulturcaster
Als Beispiel für eine derartige Vernetzung in der außerschulischen pädagogischen Arbeit, soll im Folgenden das Projekt Kulturcaster des jfc Medienzentrums analysiert werden. Die Bildungsarbeit des Vereins bewegt sich, nach eigenen Angaben, „im Schnittfeld von Medien, Kultur und Pädagogik“ (Website jfc Medienzentrum), wobei „der gekonnte rezeptive und produktive Umgang mit Medien, ebenso wie die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Digitalisierung“ (ebd.) gefördert werden sollen. Das Projekt, welches am 01.01.2019 startete und bis zum 31.12.2020 andauerte, richtet sich an Jugendliche ab einem Alter von Jahren (auf der Website des jfc Medienzentrum werden als Zielgruppe 15-25-jährige genannt und auf der Kulturcaster Website 15-19-jährige) und findet in Kooperation mit Kultureinrichtungen in NRW statt (vgl. Website jfc Medienzentrum – Projekt Kulturcaster/Website Kulturcaster).
Dazu gehören beispielsweise Museen, Theater, Philharmonien und Literaturhäuser (vgl. ebd.). Die Jugendlichen besuchen als sogenannte Kulturcaster deren Veranstaltungen, Ausstellungen oder Inszenierungen, wobei sie vor Ort in Interaktion mit Kulturvermittler*innen der jeweiligen Einrichtung stehen (vgl. Website Kulturcaster). Das konkrete Format der Vermittlung wird individuell an das jeweilige Angebot der Institution angepasst (vgl. ebd.). Im Anschluss verarbeiten die Jugendlichen das Erlebte in eigenen Medienproduktionen, die die Form von Video- oder Audioformaten haben können (vgl. ebd.). Dies geschieht im Rahmen eines viertägigen MediaLabs, bei denen Medienschaffende und Künstler*innen die Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützen (vgl. ebd.). Nach Fertigstellung der Arbeiten wird thematisiert, wie diese über Medien, beispielsweise den eigenen Webchannel oder Social Media, verbreitet werden können (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird die Relevanz der Medienbildung in einer digitalisierten Gesellschaft aufgezeigt und die Forschungsfrage der Arbeit zur Verbindung von Medienkompetenz und kultureller Bildung hergeleitet.
Zum Begriff der Kulturellen Bildung: Dieses Kapitel arbeitet die historische Genese und das moderne Verständnis kultureller Bildung im Abgrenzung zu musischer und ästhetischer Erziehung heraus.
Zum Begriff der Medienkompetenz und dessen Bedeutung in der Gegenwartsgesellschaft: Hier werden die Merkmale der Mediengesellschaft und das Kompetenzmodell nach Dieter Baacke als theoretische Basis für eine zeitgemäße Medienpädagogik erläutert.
Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz in der pädagogischen Praxis – Analyse des Projekts Kulturcaster: Anhand einer Fallstudie wird demonstriert, wie die theoretischen Ansätze der Kultur- und Medienpädagogik erfolgreich in der außerschulischen Praxis vernetzt werden.
Schluss: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird auf die Notwendigkeit einer reflexiven, partizipativen und handlungsorientierten pädagogischen Praxis verwiesen.
Schlüsselwörter
Kulturelle Bildung, Medienkompetenz, Medienpädagogik, Digitalisierung, Mediatisierung, Mediensozialisation, Kulturcaster, außerschulische Bildung, kulturelle Partizipation, ästhetische Erziehung, Medienkritik, Medienkunde, Mediengestaltung, Dieter Baacke, pädagogische Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Verknüpfung von kultureller Bildung und Medienkompetenz im pädagogischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Kultureller Bildung, die Bedeutung von Medienkompetenz in der digitalen Welt und die praktische Umsetzung dieser Konzepte in der Jugendarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche durch die Verbindung von Kunst, Kultur und modernen Medien in informellen und non-formalen Bildungskontexten gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine zielgerichtete Analyse des Projekts "Kulturcaster" als Praxisbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt, der Wandel der Mediengesellschaft reflektiert, das Konzept der Medienkompetenz nach Dieter Baacke dargestellt und schließlich das "Kulturcaster"-Projekt detailliert evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Medienpädagogik, kulturelle Partizipation, Ästhetik, digitale Medien und handlungsorientierte Bildungsarbeit.
Wie unterscheidet sich Kulturelle Bildung von klassischer musischer Erziehung?
Kulturelle Bildung basiert auf einem erweiterten Kulturbegriff, der über klassische Künste hinausgeht und auch Alltagspraxen sowie individuelle mediale Erfahrungen einbezieht.
Welche Rolle spielt das Projekt "Kulturcaster" für die Argumentation?
Es dient als konkreter Beleg dafür, dass eine Verknüpfung von Museen-Besuchen (rezepte Ebene) mit eigener Medienproduktion (produktive Ebene) Jugendliche effektiv zur Teilhabe an der Gesellschaft befähigt.
- Arbeit zitieren
- Anna Mayer (Autor:in), 2022, Kulturelle Bildung und Medienkompetenz. Verknüpfung in der pädagogischen Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1305853