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Digitale Innovationen im deutschen Gesundheitswesen. Chancen und Herausforderungen

Titre: Digitale Innovationen im deutschen Gesundheitswesen. Chancen und Herausforderungen

Thèse de Master , 2022 , 103 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Anonym (Auteur)

Santé - Système de santé
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel dieser Arbeit ist es die Chancen und Herausforderungen von Anbietern digitaler Gesundheitsinnovationen im System der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) herauszuarbeiten. Am Beispiel der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) werden besondere Anforderungen des GKV-Systems qualitativ herausgearbeitet. Darüber hinaus werden explorativ spezifische Faktoren eruiert. In der Fallstudie werden die gewählten Fälle zugelassener DiGA auf die Erfüllung der Anforderungen überprüft. An Beispielen erläutert die Verfasserin die mögliche Bewältigung der Herausforderungen. Abschließend werden Empfehlungen für DiGA-Hersteller herausgearbeitet.

Mit dem digitalen Versorgungsgesetz (DVG) wurde die Zulassung von digitalen Gesundheitsinnovationen in die gesetzliche Krankenversicherung erleichtert. Zwar gibt es eine große Nachfrage in den App-Stores zu frei zugänglichen Gesundheits-Apps. Diese Nachfrage spiegelt sich jedoch nicht im GKV-System wider. Anhand der Verordnungsdaten aus dem DiGA-Bericht des GKV-Spitzenverbands, sowie des DIGA-Reports 2022 von der Techniker Krankenkasse (TK) lässt sich ablesen, dass es bisher kaum Ausbreitung von DiGA in der GKV gibt.

Es liegen zur Annahme und Akzeptanz von digitalen Innovationen bereits viele Forschungsergebnisse und Modelle zur Erklärung individueller Entscheidungen zur Übernahme und Nutzung einer Innovation durch Individuen im privaten Markt vor. Anbieter von digitalen Gesundheitsinnovationen müssen jedoch für die Annahme ihrer Produkte und Dienstleistungen im GKV-System ein wesentlich tieferes Verständnis über Entscheidungsvorgänge der beteiligten Stakeholder erarbeiten, da Entscheidungsprozesse durch mehrere Beteiligte beeinflusst werden können. Diese systemische Betrachtung ist bisher vor allem in angloamerikanischen Gesundheitssystemen angewandt worden. In Deutschland ist diese Forschung weniger verbreitet. Am Beispiel der jahrelangen Hindernisse bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erkennt man jedoch, dass allein die Sichtweise auf das Produkt und den einzelnen Kunden nicht ausreichend ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

1.2 Struktur der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Innovationsforschung zu Adoption, Diffusion und Akzeptanz

2.1.1 Definition Innovation

2.1.2 Rogers Diffusionstheorie

2.1.3 Technologieakzeptanzforschung

2.1.4 Einfluss des Change Agents auf den Innovations- Entscheidungs- Prozess

2.2 Stand der Forschung von Gesundheitsinnovationen

2.2.1 Systemische Betrachtung

2.2.2 Implementierungsforschung

2.2.3 Consolidated Framework for Implementation Research

3 Der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung

3.1 Innovationsförderung zwischen Wirtschaftlichkeit und Qualität

3.2 Gemeinsame und divergente Ziele der Stakeholder in der GKV

3.3 Möglichkeiten und Grenzen von Kooperationen

3.4 Digitale Gesundheitsanwendungen

4 Methodik

4.1 Zielsetzung

4.2 Methodenwahl

4.3 Untersuchendes Datenmaterial

4.3.1 Dokumentenanalyse

4.3.2 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen

4.4 Rahmenstruktur zur Kategorienbildung

5 Datenauswertung

5.1 Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer

5.2 Pressemitteilung DGIM vom 22.03.2022

5.3 Bericht des GKV- Spitzenverband

5.4 Pressemitteilung des Spitzenverband Digitale Versorgung vom 15.03.2022

6 Diskussion der Kritikpunkte und Lösungsvorschläge

6.1 Preise

6.2 Zusatznutzen

6.3 Evidenz

6.4 Innovationsgrad

6.5 Prozess der Einbindung in den Behandlungsalltag

6.6 Digital Readiness im deutschen Gesundheitssystem

6.7 Prozess des Fast- Tracks

7 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen

7.1 Analyse alternativer Zugangswege der digitalen Versorgung in die GKV

7.2 Analyse der Mental Health Apps

7.3 DiGA im Indikationsgebiet Psyche

7.3.1 DiGA des Unternehmens GAIA AG

7.3.2 DiGA des Unternehmens HelloBetter

7.3.3 DiGA des Unternehmens Selfapy

7.3.4 Invirto

7.3.5 somnio

7.3.6 Novego

7.3.7 Mindable

7.3.8 Nichtraucherhelden

7.4 Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Mental health Apps

7.5 Analyse der Onkologie Apps

7.6 Beurteilung und Interpretation

8 Limitationen

8.1 Datenerhebung

8.2 Kritische Auseinandersetzung der Methodendurchführung

9 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Masterthesis untersucht die Chancen und Herausforderungen für Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) im komplexen System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Anforderungen relevanter Stakeholder für eine nachhaltige Unternehmensausrichtung in diesem stark reglementierten Markt maßgeblich sind und wie DiGA-Hersteller diese strategisch berücksichtigen können.

  • Innovationsforschung und Adoptionsmodelle im Gesundheitswesen
  • Systemische Rahmenbedingungen und Stakeholder-Interessen in der GKV
  • Analyse der Preisbildung und Anforderungen an Nutzennachweise (Evidenz)
  • Empirische Fallstudien zu Mental-Health- und Onkologie-Apps
  • Strategien für alternative Marktzugangswege und Kooperationen

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definition Innovation

Zunächst wird Innovation im Rahmen der Fragestellung von digitalen Gesundheitsinnovationen in der GKV definiert. Medizin- Apps gab es bereits vor Einführung des Anspruchs auf DiGA und gelten im privaten Markt nicht mehr als Neueinführung.

Hauschildt und Salomo fassten die verschiedenen Definitionen von Innovation zusammen. In den meisten Definitionen wurde der Neuigkeitsbegriff angewandt. Dabei konstatieren sie: „Die Neuartigkeit muss wahrgenommen werden, Zweck und Mittel in einer bisher nicht bekannten Form verknüpft werden“,.. „sowie „sich auf dem Markt oder im innerbetrieblichen Einsatz zu bewähren“. Die Frage nach der Neuigkeit beurteilen sie in verschiedenen Dimensionen. Inhaltlich wird bewertet, was neu ist. Produktinnovationen können am Markt durch effektive Zielerfüllung neuer Zwecke oder bereits bestehender Zwecke in neuer Weise unterschieden werden. Prozessinnovationen können durch neue Faktorkombinationen die Zielsetzung effizienter erfüllen. DiGA werden im Rahmen dieser Arbeit sowohl als Produktinnovation, also das Produkt App, als auch als Prozessinnovation bewertet. Nicht nur das Produkt Medizin- App gilt hier als Innovation, sondern die DiGA als neuer Leistungsanspruch in der GKV und der dazugehörige Zulassungsprozess vor dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM). Auch für Leistungserbringer ist diese Behandlungsform eine Innovation, da die digitale Versorgung bisher nicht zum Standardrepertoire gehörte. DiGA sind Produkt- und Dienstleistungsinnovationen, insbesondere, wenn weitere Komponenten wie Ergänzung des Softwareprogramms dazukommen. Bereits Rogers betonte die Sichtweise der Innovationsempfänger. Die Neuartigkeit hängt von der subjektiven Wahrnehmung derer ab, die die Innovation betrachten. In dieser Arbeit wird die Innovation aus Sicht der Akteure im GKV System betrachtet. Dies sind Ärzte, Therapeuten, Patienten, aber auch die Krankenkassen. In Bezug auf die Fragestellung der Chancen und Herausforderungen werden in der Stakeholderanalyse deren Anforderungen betrachtet. Die starke Betonung auf Neuartigkeit lässt außer Acht, dass außerdem noch die Komponente des Nutzens für den Erfolg einer Innovation von Bedeutung ist. Daher werden Innovationsmerkmale in dieser Arbeit ebenfalls betrachtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung der Digitalisierung im GKV-Markt ein und definiert die zentralen Zielsetzungen sowie die Forschungsfrage der Arbeit.

2 Theoretische Grundlagen: Hier werden relevante Modelle der Innovationsforschung, wie Rogers Diffusionstheorie und das Technologieakzeptanzmodell, auf den Gesundheitssektor und das Implementierungs-Framework (CFIR) übertragen.

3 Der Markt der gesetzlichen Krankenversicherung: Dieses Kapitel beleuchtet die regulatorischen Rahmenbedingungen, das Wirtschaftlichkeitsgebot und die komplexen Interessenkonflikte zwischen den Stakeholdern in der GKV.

4 Methodik: Es wird das qualitative Vorgehen beschrieben, welches Dokumentenanalysen offizieller Stellungnahmen sowie eine eingebettete Fallstudie umfasst.

5 Datenauswertung: Die Ergebnisse der Dokumentenanalyse aus den verschiedenen Stakeholder-Perspektiven (Krankenkassen, Hersteller, Psychotherapeuten) werden hier präsentiert.

6 Diskussion der Kritikpunkte und Lösungsvorschläge: Dieses Kapitel analysiert kritisch Themen wie Preisgestaltung, Zusatznutzen, Evidenznachweise und Innovationsgrad von DiGA und leitet Handlungsempfehlungen ab.

7 Fallstudie Digitale Gesundheitsanwendungen: Hier findet die detaillierte Evaluierung der gewählten DiGA im Bereich Psyche und Onkologie unter Anwendung der aufgestellten Erfolgskriterien statt.

8 Limitationen: Die Arbeit reflektiert hier kritisch ihre methodischen Grenzen, insbesondere in Bezug auf die Datenquellen und die Objektivität der Experteninterviews.

9 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren Kooperation zur nachhaltigen Integration digitaler Innovationen.

Schlüsselwörter

Digitale Gesundheitsanwendungen, DiGA, Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Innovationsforschung, Implementierungsforschung, CFIR-Framework, Stakeholderanalyse, Versorgungsmanagement, Digitale Innovationen, Digital Health, Evidenzbasierte Medizin, Nutzenbewertung, Selektivverträge, Patientenversorgung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spezifischen Chancen und Herausforderungen, mit denen Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen konfrontiert sind, wenn sie ihre Produkte in den stark regulierten Markt der deutschen Gesetzlichen Krankenversicherung einführen wollen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit deckt Innovationsforschung, die regulatorischen Rahmenbedingungen des GKV-System, die Implementierung digitaler Lösungen durch verschiedene Akteure sowie spezifische Fallanalysen von DiGA in den Indikationsbereichen Psyche und Onkologie ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse der GKV-Stakeholder herauszuarbeiten, um daraus erfolgskritische Faktoren für die nachhaltige Vermarktung und Implementierung von DiGA-Produkten abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt einen qualitativen Ansatz, bestehend aus einer regelgeleiteten Dokumentenanalyse offizieller Stellungnahmen und einer explorativen Fallstudie, ergänzt durch ein Experteninterview mit einer Krankenkassen-Expertin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine marktanalytische Einordnung der GKV, eine methodische Auswertung von Branchendokumenten und eine tiefgehende Evaluation (Fallstudie) von zugelassenen DiGA-Produkten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind DiGA, GKV, CFIR-Framework, Innovationsgrad, Evidenznachweis, Stakeholder-Strategien und Versorgungsmanagement.

Welche Rolle spielt das "Fast-Track"-Verfahren für DiGA im Vergleich zur klassischen Zulassung?

Das Fast-Track-Verfahren ermöglicht einen schnellen Marktzugang zur Regelversorgung, wird aber von Stakeholdern wie dem GKV-Spitzenverband kritisiert, da die Evidenz zum tatsächlichen medizinischen Nutzen häufig erst im Erprobungsjahr nachgeliefert werden muss.

Warum ist das Thema "Kooperation" für DiGA-Startups so wichtig?

Laut der Studie wirken Kooperationen mit Krankenkassen oder Kliniken als Beschleuniger für die Akzeptanz bei Ärzten und Patienten. Sie helfen Startups, Marktzugangshürden zu überwinden und ihre Produkte besser auf reale Versorgungsbedürfnisse auszurichten.

Wie steht die Autorin zur Kritik an der Preisgestaltung von "analogen" vs. "digitalen" DiGA?

Die Autorin stellt fest, dass hohe Preise für digitale Produkte ohne belegten Zusatznutzen oder ohne Einbindung in den Behandlungsprozess von Kassen kritisch gesehen werden und empfiehlt daher eine Orientierung an den Kosten analoger Standardbehandlungen.

Fin de l'extrait de 103 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Digitale Innovationen im deutschen Gesundheitswesen. Chancen und Herausforderungen
Université
Hochschule Ruhr West  (Wirtschaftsinstitut)
Note
1,5
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
103
N° de catalogue
V1306131
ISBN (ebook)
9783346778475
ISBN (Livre)
9783346778482
Langue
allemand
mots-clé
Innovationen Digitale Gesundheitsanwendungen CFIR Gesundheitswesen Gesundheitsinnovationen Digitale Innovationen GKV Markt DiGA
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2022, Digitale Innovationen im deutschen Gesundheitswesen. Chancen und Herausforderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306131
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Extrait de  103  pages
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