Das Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage einer Stichprobenuntersuchung und einer indikatorenbasierten Bewertung, die Relevanz der doppelten Innenentwicklung in der Innenstadt von Berlin bezogen auf die Reaktivierung von Brachflächen zu erarbeiten. Dazu wird die Frage: "Welche Rolle spielte die doppelte Innenentwicklung seit 2010 bei der Reaktivierung von Brachflächen in der verdichteten Innenstadt von Berlin?" gestellt.
Die Studie zeigt, dass die doppelte Innenentwicklung bei der Reaktivierung von Brachflächen im Zeitraum zwischen den Jahren 2010 und 2015 in der Innenstadt von Berlin grundlegend beachtet wurde. Ökologische und soziale Indikatoren bebauter Flächen bilden die Schwachpunkte und bieten zukünftig Entwicklungspotenziale bezüglich der Realisierung der doppelten Innenentwicklung.
Brachflächen, die als Flächen für die Bebauung bei gleichzeitiger Schaffung von urbanen Frei- und Grünräumen reaktiviert wurden, können den Status als Good-Practice-Ansätze einnehmen und dem Leitbild der doppelten Innenentwicklung, bereits in einzelnen Flächenentwicklungen, Folge leisten.
Das stetig ansteigende Bevölkerungswachstum in Berlin bringt neue Herausforderungen, wie Raumknappheit bei gleichzeitigem Anstieg der Wohnungsnachfrage und der gleichzeitigen Notwendigkeit grüner Strukturen in der Stadtentwicklung, hervor und erfordert integrative Entwicklungsstrategien. Das Leitbild der doppelten Innenentwicklung setzt sich zum Ziel, den städtischen Innenbereich, bei zeitgleichem Erhalt und zeitgleicher (Weiter-)Entwicklung, Vernetzung und Qualifizierung urbaner Frei- und Grünräume, baulich nachzuverdichten. Brachflächen als Innenentwicklungspotenzial können den aktuellen Herausforderungen entgegenwirken und dem Prinzip der doppelten Innenentwicklung unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation, Problemstellung und Erkenntnisinteresse
1.2 Forschungsfragen und Ziel der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Themenrelevante Grundlagen
2.1 Doppelte Innenentwicklung
2.1.1 Urbane Frei- und Grünräume
2.1.1.1 Ökologische Funktion
2.1.1.2 Soziale Funktion
2.1.1.3 Ökonomische Funktion
2.1.2 Innenentwicklungspotenzial Brachfläche
2.2 Doppelte Innenentwicklung Berlin
2.2.1 Urbane Frei- und Grünräume Berlin
2.2.2 Brachflächen Berlin
3 Methodik
3.1 Methodische Vorgehensweise
3.2 Methodenbeschreibung
3.2.1 Fernerkundung I und Data Sampling
3.2.2 Operationalisierung
3.2.2.1 Ökologische Indikatoren
3.2.2.2 Soziale Indikatoren
3.2.3 Fernerkundung II und Ortsbegehung
3.3 Qualitätsstandards und Gütekriterien
4 Forschungsergebnisse
5 Diskussion
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Relevanz des Leitbilds der doppelten Innenentwicklung für die Reaktivierung von Brachflächen in der verdichteten Innenstadt Berlins im Zeitraum 2010 bis 2015 zu untersuchen und zu bewerten.
- Stadtentwicklung und Umgang mit Brachflächen in wachsenden Städten
- Konzept der doppelten Innenentwicklung (bauliche Nachverdichtung vs. Freiraumentwicklung)
- Indikatorenbasierte Bewertung ökologischer und sozialer Funktionen von reaktivierten Flächen
- Methoden der Fernerkundung und Feldforschung zur Flächenanalyse
- Potenziale und Grenzen der integrierten Stadtentwicklung in Berlin
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Innenentwicklungspotenzial Brachfläche
Als Innenentwicklungspotenziale werden in der Literatur meist Brachflächen, Baulücken und Nachverdichtungsflächen genannt. Diese Flächenpotenziale können zum einen die Flächeninanspruchnahme im Außenbereich durch adäquate bauliche Nachverdichtung im Innenbereich reduzieren, andererseits Potenziale für das urbane Grün und urbaner Freiräume im Innenbereich bieten. (vgl. Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V. et al. 2013: 37)
Der Begriff Brache ist in der Stadtentwicklung ein sich stets wandelnder Begriff, der sich am Wandel räumlicher Gegebenheiten orientiert.
„Mit den konkreten Ausprägungen des Strukturwandels veränderte sich sowohl der Begriff Brache, als auch die Abgrenzung und Typologisierung der brachgefallenen Flächen, so dass bis heute keine einheitliche konsensfähige Definition und Abgrenzung existiert. Zu vielfältig sind die Aspekte, die eine Rolle spielen können, zu weit gespannt die Perspektiven, unter denen Brachen analysiert werden können. Daher hängen die verschiedenen Abgrenzungen immer auch vom Untersuchungsfokus ab“ (Böhme/Henckel/Besecke 2006: 9).
Die Reaktivierung von Brachflächen, im Sinne der doppelten Innenentwicklung, unterscheidet sich meist zwischen der Strategie der Revitalisierung und der Renaturierung.
Bei der Revitalisierung stehen die Flächeneffizienz und ökonomische Verwertung der Brachfläche im Vordergrund. Durch Wohneinheiten und Gewerbeansiedlungen können Steuereinnahmen erzielt, Arbeitsplätze geschaffen und die regionale Wirtschaft gefördert werden. Brachflächenrevitalisierungen können demnach im Sinne einer baulichen Innenentwicklung durch die Reduzierung der Flächeninanspruchnahme im Außenbereich einen Beitrag leisten. (vgl. Banzhaf/Arndt/Ladiges 2018: 29f.)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen des Berliner Bevölkerungswachstums, die resultierende Wohnungsknappheit sowie die Bedeutung der doppelten Innenentwicklung zur nachhaltigen Stadtgestaltung.
2 Themenrelevante Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die doppelte Innenentwicklung, erläutert die städtischen Funktionen urbaner Frei- und Grünräume (ökologisch, sozial, ökonomisch) und betrachtet Brachflächen als zentrales Entwicklungspotenzial im Berliner Raum.
3 Methodik: Es wird ein deduktiver Forschungsansatz erläutert, der auf einer Stichprobenuntersuchung von reaktivierten Berliner Brachflächen basiert und Methoden wie Fernerkundung sowie Ortsbegehungen zur datengestützten Bewertung nutzt.
4 Forschungsergebnisse: Die erhobenen Daten zu Flächennutzung, ökologischen und sozialen Indikatoren werden dargestellt, analysiert und hinsichtlich der praktischen Umsetzung des Leitbilds in Berlin ausgewertet.
5 Diskussion: Basierend auf den Ergebnissen wird die Rolle der doppelten Innenentwicklung bei der Brachflächenreaktivierung diskutiert, wobei Annahmen getroffen werden, da ein standardisierter Kriterienkatalog fehlt.
6 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Leitbild grundsätzlich Beachtung findet, aber Entwicklungspotenziale bei der ökologischen und sozialen Qualität bebauter Flächen bestehen, und plädiert für die Fortführung der Forschung mit neuen Datensätzen.
Schlüsselwörter
Doppelte Innenentwicklung, Stadtentwicklung, Berlin, Brachflächen, Nachverdichtung, Urbane Freiräume, Flächeninanspruchnahme, Wohnungsbau, Nachhaltigkeit, Ökosystemdienstleistungen, Indikatoren, Flächenmanagement, Stadtökologie, Renaturierung, Revitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle das Leitbild der „doppelten Innenentwicklung“ bei der Reaktivierung von Brachflächen in der verdichteten Berliner Innenstadt in den Jahren 2010 bis 2015 spielte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind das Bevölkerungswachstum Berlins, die Konkurrenz um knappe Flächen zwischen Wohnungsbau und Freiraumerhalt sowie die praktische Umsetzung nachhaltiger Stadtentwicklungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer indikatorenbasierten Einschätzung zur Relevanz der doppelten Innenentwicklung für die Reaktivierung von Berliner Brachflächen auf Basis einer Stichprobenuntersuchung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein deduktiver Ansatz verfolgt, der auf Fernerkundungsdaten aus dem Umweltatlas Berlin, einer operationalisierten Indikatorenliste sowie ergänzenden Ortsbegehungen und Feldbeobachtungen beruht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der doppelten Innenentwicklung über die methodische Beschreibung der Datenerhebung bis hin zur Präsentation und Diskussion der Forschungsergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Doppelte Innenentwicklung, nachhaltige Stadtentwicklung, Brachflächenreaktivierung, urbane Grünräume, Flächeninanspruchnahme und ökologische/soziale Indikatoren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Revitalisierung und Renaturierung bei Brachflächen wichtig?
Die Unterscheidung ist entscheidend, da Revitalisierung primär auf Flächeneffizienz und ökonomische Verwertung (z.B. Wohnbau) setzt, während Renaturierung das Ziel hat, ökologische Funktionen und soziale Erholungsaspekte zu stärken.
Welche Herausforderung bestand bei der Bewertung der Indikatoren?
Eine große Herausforderung war das Fehlen eines standardisierten Kriterienkatalogs und allgemein gültiger Kennwerte für die doppelte Innenentwicklung, wodurch die Arbeit auf eigene Annahmen angewiesen war.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die doppelte Innenentwicklung von Berlin und ihr Stellenwert in der Reaktivierung von Brachflächen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306142