Gegenstand dieser Hausarbeit ist die Differenzierung der klassischen und agilen Produktentwicklung. Dabei steht besonders das Vorgehen der jeweiligen Projektmanagementmethoden im Fokus. Zu Beginn finden die Anfänge und die Entwicklung des Projektmanagements (PM) kurz Erwähnung, um einen ersten Einblick in die theoretischen Grundlagen zu erhalten. Danach erfolgt eine, der Arbeit zugrundeliegende, Definition von PM. Das sich anschließende Kapitel beleuchtet Methoden, Prozesse und Prinzipien sowohl für das klassische Projektmanagement (KPM) als auch das agile (APM). Somit werden beide Produktentwicklungsprozesse deutlich. Darauffolgend stehen nun ausgewählte Methoden im Mittelpunkt. Für das KPM der Wasserfall-Prozess und für das APM Scrum. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich die Veränderungen in der Projektplanung und -steuerung beider Projektmanagementansätze ableiten. An einem fiktiven Beispiel werden anschließende die Vor- und Nachteile sowie die Risiken einer agilen Produktentwicklung im Vergleich zu dem klassischen und phasenorientierten Vorgehen aufgezeigt und abschließend mit einem kritischen Ausblick versehen.
Das Wort agil oder Agilität ist nicht neu erfunden und bedeutet: „Die Fähigkeit, Veränderungen zu schaffen und darauf zu reagieren“. Die Digitalisierung erneuert den globalen Markt und seine Anforderungen drastisch. Unternehmen müssen agil auftreten und sich der Zeit anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Umfrage im Jahr 2021 ergab, dass 68 % der Unternehmen als gut bis sehr gut in der Anpassung an neue Systeme oder Technologien eingestuft werden. Dies zeigt u.a., wie sehr Agilität die Geschäftswelt bereits prägt. Menschen sowie Unternehmen verlassen sich mehr denn je auf neue Soft- und Hardware. Sie widmen sich oft der Entwicklung neuer Apps und Produkte und sind immer auf der Suche nach Inspiration und Wachstum, um sich Änderungen und neuen Risiken bewusst zu werden. Speziell die Produktentwicklung erfordert eine genauere Problemlösung, wenn sie auf Flexibilität, schnelle Handlungsfähigkeit und Produktivität setzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Historie und Bedeutung von Projektmanagement
1.1 Klassisches Projektmanagement
1.2 Agiles Projektmanagement
2 Klassisches und agiles Projektmanagement im direkten Vergleich
3 Praxisbeispiel
3.1 Vorteile von agilem Projektmanagement
3.2 Risiken von agilem Projektmanagement
3.3 Zusammenfassung und Fazit des Fallbeispiels
4 Kritische Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der differenzierten Untersuchung und Gegenüberstellung von klassischem und agilem Projektmanagement, um deren spezifische Eignung für verschiedene Arten der Produktentwicklung basierend auf einem Praxisbeispiel zu evaluieren.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Projektmanagements
- Gegenüberstellung klassischer (Wasserfall) und agiler (Scrum) Vorgehensmodelle
- Analyse der Vorteile agiler Methoden in komplexen Marktumfeldern
- Identifikation spezifischer Risiken und Herausforderungen bei der Implementierung agiler Ansätze
- Diskussion über hybride Projektmanagement-Lösungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Vorteile von agilem Projektmanagement
Für die Firma GO VEGAN bietet sich APM an, da sich die Projektziele im Laufe der Planung voraussichtlich ändern, neue Ideen miteingebracht werden und das endgültige Projektziel anfangs nur vage beschrieben wird. Es schafft die benötigte Flexibilität, neue Informationen aufzunehmen und Feedback kontinuierlich zu verarbeiten. Die Besonderheit, dass regelmäßig Zwischenergebnisse (Inkremente bzw. Prototypen) dem Kunden vorgelegt werden, erhöht die Kundenzufriedenheit und entspricht den Anforderungen des Auftraggebers, am Prozess teilzuhaben. Darüber hinaus können aktuelle Marktanforderungen stets Berücksichtigung finden.46 Ein daraus resultierender Vorteil ist, dass ein Produkt erschaffen wird, das tatsächlich gebraucht und damit auch von der Zielgruppe verwendet wird.
Durch den kontinuierlichen Austausch mit dem Kunden über Änderungswünsche, minimiert das Unternehmen GO VEGAN die Wahrscheinlichkeit, erhebliche Ressourcen für Funktion aufzuwenden, die überflüssig oder unrelevant für die Zielgruppe sind. Diese Risikominimierung kann erreicht werden, indem sich der Fokus auf Funktionen richtet, die die Zielgruppe am meisten schätzt und wirklich benötigt. Auf diese Weise kann das Unternehmen die eigenen Ressourcen so effizient wie möglich nutzen.47 Wenn sich bspw. während des Entwicklungsprozesses die Zielgruppe eine Funktion zur Bewertung der einzelnen veganen Restaurants wünscht, kann das Scrum-Team flexibel und unmittelbar auf diese Ergänzung eingehen. Das fertige Produkt wird dadurch für den Endbenutzer entwickelt, wohingegen im KPM oft über Monate ohne jeglichen Austausch mit dem Kunden, das Projekt an den Bedürfnissen aufwendig und kostenintensiv „vorbeientwickelt“ wird.48
Zusammenfassung der Kapitel
1 Historie und Bedeutung von Projektmanagement: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Anfänge des Projektmanagements und definiert die zentralen Begriffe und Kompetenzen, die eine erfolgreiche Projektumsetzung ermöglichen.
1.1 Klassisches Projektmanagement: Hier wird das lineare Wasserfallmodell als traditioneller, phasenorientierter Ansatz vorgestellt, bei dem Planung und Umsetzung strikt getrennt ablaufen.
1.2 Agiles Projektmanagement: Dieser Abschnitt führt in die agile Philosophie ein, erläutert das Agile Manifest und zeigt auf, wie durch Flexibilität und iterative Prozesse auf komplexe Anforderungen reagiert wird.
2 Klassisches und agiles Projektmanagement im direkten Vergleich: Dieses Kapitel stellt beide PM-Ansätze gegenüber, wobei insbesondere Disparitäten in der Planungslogik, der Teamstruktur und der Handhabung von Änderungen aufgezeigt werden.
3 Praxisbeispiel: Anhand des fiktiven Unternehmens GO VEGAN wird die Anwendung agiler Entwicklung im Kontext einer App-Konzeption dargestellt.
3.1 Vorteile von agilem Projektmanagement: Dieser Teil beleuchtet, wie agile Methoden durch Kundennähe, Flexibilität und inkrementelle Fortschritte den Mehrwert des Endprodukts steigern und Ressourcen effektiver nutzen.
3.2 Risiken von agilem Projektmanagement: Hier werden die Herausforderungen beleuchtet, insbesondere die Abnahme der Vorhersehbarkeit, ein erhöhter Kommunikationsaufwand und die Notwendigkeit autonomen Handelns der Teammitglieder.
3.3 Zusammenfassung und Fazit des Fallbeispiels: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse des Praxisbeispiels und ordnet die Bedeutung der Methodenwahl in den Kontext der jeweiligen Unternehmensziele ein.
4 Kritische Diskussion und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung diskutiert moderne Ansätze wie das hybride Projektmanagement, welches klassische und agile Stärken kombiniert.
Schlüsselwörter
Agiles Projektmanagement, Klassisches Projektmanagement, Wasserfallmodell, Scrum, Produktentwicklung, Agilität, Projektsteuerung, Stakeholder, Inkrementelle Entwicklung, Flexibilität, Softwareentwicklung, Projektplanung, Hybrides Management, GO VEGAN, Ressourcenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede zwischen klassischem und agilem Projektmanagement und reflektiert deren Eignung für moderne Produktentwicklungsaufgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernaussagen gehören die Definition und Entwicklung des Projektmanagements, der Vergleich von Wasserfall- und Scrum-Methoden sowie die Bewertung von Chancen und Risiken agiler Ansätze.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es, die spezifischen Unterschiede in der Planung und Steuerung zu identifizieren und aufzuzeigen, wann der Einsatz welches Modells gegenüber dem anderen zu bevorzugen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur mit einer angewandten Fallstudie eines fiktiven Unternehmens kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Beschreibung der Ansätze, den direkten Vergleich in Tabellenform sowie eine spezifische Fallstudie eines Unternehmens in der Produktentwicklungsphase.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Agilität, Scrum, Wasserfallmodell, Projektsteuerung, Flexibilität, Komplexitätsmanagement und Kundenzufriedenheit.
Warum entscheidet sich das Unternehmen in der Fallstudie für Scrum?
Da zu Beginn der App-Entwicklung für GO VEGAN viele Anforderungen (Zeit, Kosten, Umfang) noch unklar waren, wurde Scrum gewählt, um flexibel auf Feedback reagieren zu können.
Was ist der Hauptunterschied zwischen KPM und APM in der Steuerung?
Während das KPM hierarchisch und von einem Projektleiter gesteuerter Prozess ist, setzt das APM auf horizontale Selbstorganisation und enge Zusammenarbeit im interdisziplinären Team.
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- Anonym (Autor), 2022, Klassisches und agiles Projektmanagement. Vorteile, Risiken, Stärken und Schwächen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1306738