Explosionsartig steigenden Teilnehmerzahlen des Internet und die Einführung flächendeckender breitbandiger Zugangstechnologien haben zu einer erhöhten Akzeptanz bei Unternehmen und Institutionen geführt. Viele Unternehmen haben die Vorteile einer Vernetzung über das Internet erkannt und versuchen seitdem, diese in ihre eigenen Strukturen und Geschäftsprozesse zu integrieren. Während die innerbetriebliche Nutzung gemeinsame Ressourcen treibender Motivationsfaktor verteilter Systeme ab Mitte der 80iger Jahre war [CoDK08, S.44], so eröffnen sich im Zuge der globalen Vernetzung gänzlich neue Möglichkeiten der
überbetrieblichen Ressourcennutzung. Aus dem anfänglichen Forschungsnetzwerk entwickelte sich ein Netzwerk in dem kommerzielle Anwendungen und Projekte in den Vordergrund rückten, welche neue Formen von Geschäftsmodellen hervorbrachten. Application Service Providing, Software as a Service, Serviceorientierte Architekturen sowie Grid- und Cloud Computing sind aktuelle Entwicklungen und Trends deren Zusammenhang im Kontext von Software on Demand (SoD) und verteilter Systeme Gegenstand der Arbeit ist. Nach der Klärung des Begriffs Software on Demand wird auf die Verteilungs- und Preismodelle eingegangen
und anschließend technologische Aspekte behandelt. Das abschließende Thema der Integration in das betriebliche Informationssystem rundet den Überblick zu SoD ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Software On Demand
3 Deployment-Modelle
3.1 Hosting
3.2 On Demand Computing
4 Pricing-Modelle
4.1 Applikation Service Providing
4.2 Software as a Service
5 Technologische Aspekte
5.1 Kommunikationsteil
5.2 Anwendungs- und Datenhaltungsteil
5.2.1 Architektur einer on Demand Infrastruktur
5.2.2 Entwicklung einer on Demand Applikation
5.2.3 Aufbau einer on Demand Infrastruktur
5.2.4 Betrieb einer on Demand Infrastruktur
6 Integration
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept "Software on Demand" (SoD) vor dem Hintergrund zunehmender globaler Vernetzung und beleuchtet die technologischen Voraussetzungen sowie verschiedene betriebswirtschaftliche Bereitstellungs- und Preismodelle.
- Grundlagen und Definition von Software on Demand
- Vergleich von Deployment-Modellen (Hosting vs. On Demand Computing)
- Analyse gängiger Pricing-Modelle wie ASP und SaaS
- Technologische Anforderungen an die Infrastruktur und Kommunikation
- Integrationsmöglichkeiten in bestehende Unternehmensarchitekturen
Auszug aus dem Buch
3 Deployment-Modelle
Unternehmen müssen Entscheidungen darüber treffen, in welcher Form sie Anwendungssysteme und IT Infrastrukturen beschaffen und betreiben wollen. Die Alternative zum klassischen Eigenbetrieb, stellen die nachfolgenden on Demand Ansätze dar.
3.1 Hosting
Hosting bezeichnet das Mieten von dedizierten Servern oder ganzen Infrastrukturlösungen ggfs. inklusive Serviceleistungen von einem Dienstleister [ZüRö05, S.5]. Der Hosting Service Provider ist ein Dienstleister, der die Infrastruktur und das Management von Betriebssystemen, ggf. auch von Applikationen zur Verfügung stellt. Die einfachste Service-Stufe bildet das Housing (Co-Location), bei der Server Eigentum des Kunden bleiben und der Provider sich lediglich auf die Bereitstellung des Platzes für den Server, um die Netzwerkanbindung und weitere Basisleistungen kümmert. Eine Co-Location ist dabei meistens eine günstigere Alternative zur eigenen breitbandigen Standleitung. Aufgrund der hohen Anzahl durch das Rechenzentrum betreuter Hardware ist eine Co-Location meist wirtschaftlicher bei besseren Unterbringungsbedingungen [Wiki08c]. In der nächst höheren Service-Stufe, dem Basic Managed Hosting, stellt der Hosting Provider den Server und die Betriebssysteme, aber nur einige wenige Dienste zur Verfügung. Die höchste Service-Stufe ist das Complex Managed Hosting, in welchem zusätzliche Services, wie z.B. Datenbankverwaltung, Content Delivery oder Application Management zur Verfügung gestellt werden [HoEu08].
3.2 On Demand Computing
Werden zu den Serviceleistungen und der Infrastruktur auch noch Anwendungen mit angeboten, so spricht man von Demand Modellen. Die zugrundeliegende Idee lässt sich, wie in der Literatur häufig erwähnt, anhand des Stromes verdeutlichen. Nur die wenigsten Unternehmen haben einen Generator und produzieren eigenen Strom, sondern beziehen ihn in der benötigten Menge als Dienstleistung von stromproduzierenden Unternehmen. Damit braucht das Unternehmen keine Ressourcen für den Betrieb und die Wartung des Generators vorzuhalten und kann sich auf das Wesentliche, sein Kerngeschäft, konzentrieren. Das auf Stromproduktion spezialisierte Unternehmen zentralisiert dabei die Stromproduktion und kann auf Nachfrageschwankungen langfristig seinen Generatorenpark ausbauen und kurzfristig Spitzenauslastungen aus dem Netz der Stromlieferanten abdecken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung thematisiert die steigende Bedeutung der Internetvernetzung für Unternehmen und führt in die Thematik der Software on Demand ein.
2 Software On Demand: Dieses Kapitel definiert den Begriff Software on Demand als internetbasiertes Servicemodell und nennt praxisnahe Anwendungsbeispiele.
3 Deployment-Modelle: Hier werden unterschiedliche Bereitstellungsformen wie Hosting und On Demand Computing gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Ressourcenverwaltung analysiert.
4 Pricing-Modelle: Es werden die zwei zentralen Abrechnungsmodelle Application Service Providing (ASP) und Software as a Service (SaaS) detailliert vorgestellt.
5 Technologische Aspekte: Dieser Abschnitt beleuchtet die notwendige Infrastruktur, den Kommunikationsteil sowie die spezifischen Anforderungen an Entwicklung, Aufbau und Betrieb der Lösungen.
6 Integration: Hier wird diskutiert, wie internetbasierte On Demand Lösungen in die bereits existierende IT-Infrastruktur von Unternehmen integriert werden können.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung von neuen Software-Vertriebsmodellen zusammen und betont die Rolle der Wirtschaftlichkeit als primären Treiber.
Schlüsselwörter
Software on Demand, SaaS, ASP, Cloud Computing, Hosting, IT-Infrastruktur, Serviceorientierte Architektur, SOA, Virtualisierung, Mandantenfähigkeit, Netzwerkanbindung, IT-Auslagerung, Business-Logik, Middleware, Skalierbarkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept Software on Demand (SoD), welches den Bezug von Software über das Internet anstelle des klassischen Eigenbetriebs beschreibt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen Deployment-Modelle, technologische Aspekte der Infrastruktur, verschiedene Pricing-Modelle (ASP/SaaS) sowie die Integration in bestehende Unternehmenssysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand von Software-on-Demand-Lösungen zu geben und die strategischen sowie technischen Implikationen für Unternehmen aufzuzeigen.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Konzepte und Definitionen basiert.
Was umfasst der technologische Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Kommunikationsteil, der Architektur (SOA), dem Aufbau der Infrastruktur sowie dem laufenden Betrieb und Monitoring von Demand-Applikationen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Schlagworte Software on Demand, ASP, SaaS, Cloud Computing und Serviceorientierte Architektur (SOA) geprägt.
Worin liegt der Hauptunterschied zwischen ASP und SaaS?
Während beim ASP-Modell oft eine eher dedizierte Bereitstellung und Wartung im Vordergrund steht, zeichnet sich SaaS durch eine mandantenfähige Standardsoftware aus, die meist als webbasierter Dienst für eine Vielzahl von Anwendern skaliert wird.
Warum wird im Text der Vergleich zum Stromanbieter genutzt?
Die Metapher dient dazu, das On Demand Computing-Prinzip zu verdeutlichen: Genauso wie Unternehmen Strom beziehen, anstatt Generatoren zu warten, ermöglicht On Demand die Nutzung von IT-Ressourcen als skalierbare Dienstleistung, um sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren.
- Citation du texte
- Andreas Friedel (Auteur), 2009, Software on Demand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130761