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Zur Ethik der Emotionen. Vorteile von negativen Emotionen

Titel: Zur Ethik der Emotionen. Vorteile von negativen Emotionen

Essay , 2020 , 13 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Christopher Cerra (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, die im Fokus dieser Arbeit steht, lautet: Kann eine Reevaluation von anxiety hilfreich sein, um Situationen aus dem täglichen Leben, wie die Angst vor dem Lernen, im Klassenzimmer besser zu verstehen?

Der Mensch durchlebt tagtäglich mehrere Emotionen. Oft empfindet er mehr als nur eine gleichzeitig. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen positiven und negativen Emotionen. Forscher haben in einer Reihe empirischer Tests entdeckt, dass die gängigsten unter ihnen Freude, Liebe und Angst (anxiety) sind. Die Neurowissenschaft und Psychologie versucht seit jeher vor allem negative Emotionen zu verstehen, um Methoden zu entwickeln, mit denen sich vor allem klinisch-extreme Manifestationen behandeln lassen. Das Interesse an der Behandlung von Lernangst hat in den letzten Jahren in dieser Hinsicht stark zugenommen. Charlie Kurth widmet sich diesen negativen Emotionen in seiner Arbeit und versucht, sie aus philosophischer Sicht zu betrachten. Dabei nimmt er sich insbesondere der Emotion anxiety an.

Dabei wird zunächst die Theorie Kurths über negative Emotionen kritisch beleuchtet. Somit wird ein Verständnis von anxiety geschaffen, um daraufhin zu verstehen, inwiefern sie aretaischen Wert besitzt. Im Anschluss darauf werden auf die Forschungsergebnisse von Thomas Scovel und Howard Kleinmann herangezogen, um zu sehen, wie sich das Verhalten von Kindern mit anxiety im Klassenraum aus philosophisch-ethischer Sicht beurteilen und erklären lässt. Es wird sich zeigen, dass die Erkenntnisse aus beiden Seiten nützlich sein werden, um die Erkenntnisse des jeweils anderen zu verstehen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Blickwinkel, den Kurth in seiner Arbeit darstellt, mit empirischen Belegen zu erläutern und zu demonstrieren, dass negative Emotionen wie anxiety in vielen Fällen womöglich fehlinterpretiert sein könnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Angst als passende, instrumentelle Emotion – Anxiety as a Fitting Instrumental Emotion

3. Moralische Tugenden von Angst

4. Facilitating Learning Effects of Anxiety – Vereinfachende Lerneffekte von Angst

5. Schlussgedanke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial negativer Emotionen, insbesondere von Angst (anxiety), in einem positiven und instrumentellen Kontext. Ziel ist es, unter Einbeziehung der philosophischen Theorie von Charlie Kurth sowie empirischer Forschungsergebnisse aus der Psychologie und Pädagogik zu demonstrieren, dass Angst in spezifischen Situationen nicht grundsätzlich schädlich ist, sondern einen aretaischen (tugendhaften) Wert besitzen und Lernprozesse fördern kann.

  • Reevaluation der Rolle negativer Emotionen im menschlichen Leben
  • Philosophische Analyse von Angst als instrumentelle und aretaische Emotion
  • Vergleich von Anxiety (Angst vor Ungewissheit) und Fear (Angst vor unmittelbarer Gefahr)
  • Untersuchung des Konzepts der "facilitating anxiety" im Lernkontext
  • Bedeutung der Emotionsregulation und Erfahrung bei Experten (Fallbeispiel: Henry Marsh)

Auszug aus dem Buch

Angst als passende, instrumentelle Emotion – Anxiety as a Fitting Instrumental Emotion

Charlie Kurth versucht mithilfe seiner Untersuchung den negativen Emotionen ein neues Licht im philosophischen Diskurs zu geben. Er konzentriert sich dabei hauptsächlich auf anxiety als Emotion, aber auch andere Emotionen wie anger und fear werden besprochen. Sein Ziel ist es, zu demonstrieren, dass solche negativen Emotionen einen eigenen Stellenwert besitzen und entgegen der Intuition, sie seien nur schlecht, auch etwas positives inne haben. Er widerspricht der vorherrschenden Meinung und Philosophen wie Kant oder Seneca und führt überzeugende Argumente dafür auf, dass anxiety auch zur Bildung eines tugendhaften – also aretaischen – Charakters beitragen kann.

Dazu muss zunächst einmal ein Verständnis dafür geschaffen werden, wie sich anxiety überhaupt begreifen lässt und wie sie sich ausdrückt. Kurth bezeichnet sie als “response to uncertainty about a possible threat or challenge. More specifically, when one feels anxious, one sees one's situation as involving a threat or challenge whose potential is unpredictable, uncontrollable, or otherwise open to question.” 1 Er versteht anxiety also als eine Art Reaktion auf Ungewissheit. Hierin unterscheidet sie sich auch zur Emotion fear, die als “response to imminent threats or dangers that tends to bring associated thoughts (“Oh no!”), negatively valenced feelings, and a motivational tendency to avoid or escape the threat/danger at hand” 2 verstanden werden soll. Neurowissenschaftler, wie Hudson et. al. beschreiben dieses Phänomen in ihren Studien über fear ziemlich treffend als eine fight-or-flight Reaktion, die einer unmittelbaren Bedrohung in Raum oder Zeit folgt, welche bei anxiety so nicht vorkommt.3

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, indem sie das Interesse an negativen Emotionen wie Angst (anxiety) aus philosophischer Sicht begründet und die Forschungsfrage nach deren positiver Reevaluation stellt.

Angst als passende, instrumentelle Emotion – Anxiety as a Fitting Instrumental Emotion: Dieses Kapitel definiert anxiety nach Kurth als Reaktion auf Ungewissheit, grenzt sie von der unmittelbaren Furcht (fear) ab und erläutert ihren möglichen Nutzen in verschiedenen Lebensbereichen.

Moralische Tugenden von Angst: Hierbei wird der aretaische (tugendhafte) Wert von Angst untersucht, wobei die affektive Komponente des "moral concern" als entscheidendes Element für ein verantwortungsbewusstes Handeln hervorgehoben wird.

Facilitating Learning Effects of Anxiety – Vereinfachende Lerneffekte von Angst: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den Bildungsbereich und die Chirurgie, um zu zeigen, wie anxiety als förderlicher Faktor für Lernprozesse und Handlungspräzision wirken kann.

Schlussgedanke: Die Arbeit fasst zusammen, dass anxiety keine bloß negative Emotion ist, sondern bei korrekter Regulation einen wertvollen Beitrag zur persönlichen Orientierung, Leistungsfähigkeit und Charakterbildung leistet.

Schlüsselwörter

Anxiety, Angst, negative Emotionen, instrumenteller Wert, aretaischer Wert, Charlie Kurth, Emotionsregulation, facilitating anxiety, debilitating anxiety, Henry Marsh, Philosophie der Emotionen, Lernprozesse, moral concern, Ungewissheit, Verhaltensforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer Neubewertung negativer Emotionen, speziell der Angst (anxiety), und hinterfragt, inwiefern diese für den Menschen in bestimmten Situationen nützlich und charakterbildend sein kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die philosophische Unterscheidung zwischen Angst und Furcht, die Bedeutung von Emotionen für moralisches Handeln sowie der Einfluss von Angst auf Lernleistung und professionelle Expertise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu demonstrieren, ob eine Reevaluation von anxiety sinnvoll ist, um alltägliche Situationen, wie beispielsweise Ängste in Lernumgebungen, besser zu verstehen und ihren möglichen instrumentellen Nutzen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-theoretische Analyse, die mit empirischen Belegen aus der Psychologie, den Neurowissenschaften und der Pädagogik verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition von Angst nach Charlie Kurth, die Analyse des moralischen Wertes von Angst und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf praktische Fallbeispiele wie den Chirurgen Henry Marsh sowie Schüler in Fremdsprachenkursen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben Anxiety und negativen Emotionen vor allem der instrumentelle und aretaische Wert, Emotionsregulation, facilitating anxiety sowie moral concern.

Wie unterscheidet Kurth zwischen der Angst des Chirurgen und der Angst im Alltag?

Kurth sieht in der Angst eines Chirurgen wie Henry Marsh eine erlernte, regulierte Form, die als Orientierungshilfe dient, während im Alltag Angst oft als reines Hemmnis missverstanden wird, obwohl sie auch dort zur Vorbereitung und Vorsicht anleiten kann.

Was bedeutet der Begriff "aretaischer Wert" in diesem Zusammenhang?

Der aretaische Wert bezeichnet den Beitrag, den eine Emotion zur Entwicklung eines tugendhaften Charakters leistet, indem sie beispielsweise Sorge für moralisch komplexe Entscheidungen ausdrückt.

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Details

Titel
Zur Ethik der Emotionen. Vorteile von negativen Emotionen
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Philosophische Fakultät / Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Die Ethik der Emotionen
Note
1,00
Autor
Christopher Cerra (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1307695
ISBN (PDF)
9783346782755
ISBN (Buch)
9783346782762
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Emotionen Negative Emotionen Anxiety Positive Emotionen Charlie Kurth passende und instrumentelle Emotionen Moralische Tugenden von Angst
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Cerra (Autor:in), 2020, Zur Ethik der Emotionen. Vorteile von negativen Emotionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307695
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Leseprobe aus  13  Seiten
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