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Identität & Stadtmarketing - Eine netzwerktheoretische Formulierung städtischer Identität und identitätsorientierten Stadtmarketings

Title: Identität & Stadtmarketing - Eine netzwerktheoretische Formulierung städtischer Identität und identitätsorientierten Stadtmarketings

Bachelor Thesis , 2008 , 61 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jonas Kwaschik (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Summary Excerpt Details

Diese theoretische Arbeit untersucht die Konzeption von Stadtidentität im Kontext des Stadtmarketings, das sich in einem zunehmenden Standortwettbewerb um die Entwicklung wettbewerbsfähiger Stadtmarken als Synonym städtischer Identität bemüht. Wie die interdisziplinäre Untersuchung von Literatur zum Verständnis von Stadt und der Konstituierung von Identität zeigt, handelt es sich hierbei aber um keine essentialistischen Eigenschaften einer vermeintlichen Einheit sondern um narrative und plurale Prozesse einer relationalen Lokalität, die sich einer Gestaltbarkeit und Reduktion entziehen. Eine Rekonstruktion des Phänomens Identität mit Hilfe der Netzwerktheorie nach Harrison C. White macht es aber möglich, genauere Einblicke in die Operationalisierung der Konstitutionsprozesse von Identitäten zu erhalten. In Folge dessen wird durch eine netzwerktheoretische Formulierung von Stadtidentität ein neues Selbstverständnis des Stadtmarketings als Kommunikationsermöglicher entwickelt und an dem zuvor ausgeführten Praxisfall Graz-Reininghaus skizziert.

Abstract:
The theoretical paper analyses the conception of city identity in the context of the marketing of cities, which has been challenged in an increasing competition to develop place branding as competitive identities. As the interdisciplinary scrutiny of academic literature suggests, the conception of the city and the constitution of identity is however not an essentialistic quality of an assumed unity, but narrative and multiple processes in relational localities, which cannot be designed or reduced to a city’s single identity. The reconstruction of the phenomena of identity with the network theory according to Harrison C. White, gives then more insight into the operationalisation in the processes of constituting identities. As a result, a network theoretical conception of a city’s identity is developed. This leads to the new role of the city’s marketing as communication enabler, which is outlined in a current case of a city-making project in Graz-Reininghaus, Austria.

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Inhaltsverzeichnis

1 Problemaufriss

1.1 Creative Class, Place Branding & Competitive identities

1.2 Die Verbindung von Identität und Steuerung mit dem Stadtmarketing

1.3 Forschungsfrage

1.4 Einordnung in Forschung und Praxis

1.5 Eingrenzung des Untersuchungsgebiets

1.6 Aufbau der Untersuchung

2 Literatur & Diskurs

2.1 Stadt als Gegenstand

2.1.1 Schwierigkeit mit der Begrifflichkeit von Stadt

2.1.2 Klischees von Städten - der Blick von außen

2.1.3 Die Stadt als Prozess

2.1.4 Stadt ist kein Territorium

2.1.5 Lokalisieren von Orten und Bedeutung des Lokalen

2.1.6 Die Stadt als Akteur?

2.2 Experteninterview: Bastian Lange zum Thema Stadtbegriffe & multipli:cities

2.3 Identität in Stadt und Stadtmarketing

2.3.1 Place Branding & Competitive Identities

2.3.2 Identitätsorientiertes Stadtmarketing

2.3.3 Empirische Erkenntnisse aus den Leitbildprozessen im Projekt „Stadt 2030“

2.3.4 Kontextsensibilität von Identitätsdiskursen

2.3.5 Narrative Identitäten

2.4 Experteninterview: Ares Kalandides zum Thema Identität & Stadtmarketing

3 Netzwerktheorie: Identity & Control nach Harrison White

3.1 Identität als Verortung bei Kontingenzen

3.2 Kontext

3.3 Switiching zwischen Netdoms

3.4 Die 4 Ordnungen von Identitäten

3.5 Networks und Stories

3.6 Localities

4 Anwendung der Netzwerktheorie auf die Vorstellung von Stadtidentität

4.1 Phänomen: Was ist Identität?

4.2 Akteure: Wem oder was kann Identität zugeschrieben werden?

4.3 Kontext: Was ist „die Stadt“?

4.4 Thesen zur Stadtidentität

5 Fallbeispiel: Graz-Reininghaus

5.1 Profil und Besonderheiten

5.2 Prozess

5.3 Expertenmeinungen

5.3.1 Experteninterview: Michael Sammer zum Thema Partizipation & Entwicklungsprozess in Reininghaus

5.3.2 Experteninterview: Roland Koppensteiner zum Thema Strategie & Marketing in Reininghaus

5.4 Das Problem der Identität in Reininghaus

6 Neuformulierung von einem identitätsorientierten Stadtmarketing

6.1 Selbstverständnis

6.2 Dimensionen neuer Handlungsfelder

6.2.1 Networking

6.2.2 Switching

6.2.3 Story-telling

6.2.4 Tracing

6.3 Anwendung auf Graz Reininghaus

6.4 Ausblick

7 Schlussbetrachtung und Resultate

7.1 Zusammenfassung

7.2 Fazit zur Forschungsfrage

7.3 Kritische Würdigung und neue Fragen

7.4 Schlusswort zur Anbindung an die Praxis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretische Konzeption von Stadtidentität im Kontext des modernen Stadtmarketings, das im Standortwettbewerb häufig versucht, Identität als steuerbare Markeneigenschaft zu instrumentalisieren. Ziel ist es, durch die Anwendung der netzwerktheoretischen Perspektive von Harrison C. White, das Stadtmarketing von einem Kommunikator starrer Identitäten zu einem Kommunikationsermöglicher weiterzuentwickeln, der die plurale und narrative Natur städtischer Räume berücksichtigt.

  • Die Dekonstruktion des klassischen, essentialistischen Identitätsbegriffs im Stadtmarketing.
  • Die theoretische Fundierung durch die Netzwerktheorie nach Harrison C. White.
  • Die Analyse des Stadtentwicklungsprojekts „Graz-Reininghaus“ als Fallbeispiel.
  • Die Formulierung neuer Handlungsfelder für identitätsorientiertes Stadtmarketing (Networking, Switching, Story-telling, Tracing).

Auszug aus dem Buch

3.1 Identität als Verortung bei Kontingenzen

„Identities spring up of efforts at control in turbulent context.“(1) Diese Bemühungen sind zu verstehen als das Zurechtkommen, das Umgehen mit Kontingenzen und der Auseinandersetzung in der Interaktion. Statt einer wörtlichen Übersetzung der „Kontrollbemühungen“ wird aber der Begriff der Aussteuerung im Sinne einer Verortung favorisiert, weil es sich hierbei nicht um das Dominieren von unsicheren Situationen handelt, sondern weil White hier auf das Verorten in einer sozialen Situation abstellt.

Dieses Finden eines Orientierung gebenden Fundament („footing“) kann auch als eine Position, ein Stand in Bezug zu anderen Identitäten gefasst werden kann. Umgekehrt ist deshalb diese Aussteuerungsbemühungen auch Realität für die Identitäten, auf die sich diese Aussteuerung bezieht. Eine Aussteuerung markiert hier also den Prozess des wechselseitigen Findens von Beziehung und muss dementsprechend immer zweiseitig gedacht werden.

Identitäten sind in der Generierung einer sozialen Verortung („footing“) dementsprechend sowohl Quelle als auch Resultat von Kommunikation, welcher Identitäten Bedeutung zuschreiben können (1). Ohne diesen sozialen Verortungsmechanismus, so White, „identities would jump around in a social space without meaning and thus without communication“(1). Gegenüber dem üblicherweise verstandenen Begriff der Identität als Persönlichkeit, generalisiert White Identität mit der Voraussetzung von „action“ und meint damit jede Entität, der ein Beobachter eine Bedeutung zuweisen kann, die über ihre bio-physischen Eigenschaften hinaus geht (2). So ist der Identitätsbegriff auch auf Firmen, Gemeinschaften, Gruppen usw. anwendbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemaufriss: Einleitung in den Standortwettbewerb von Städten und die Problematik, Identität als steuerbare Marke zu begreifen.

2 Literatur & Diskurs: Interdisziplinäre Aufarbeitung stadtsoziologischer Ansätze und Expertenmeinungen zu Identitätsdiskursen.

3 Netzwerktheorie: Identity & Control nach Harrison White: Einführung in die netzwerktheoretischen Konzepte von Harrison White, wie Verortung, Kontingenz und Netzwerk-Domains.

4 Anwendung der Netzwerktheorie auf die Vorstellung von Stadtidentität: Übertragung der abstrakten Theorie auf den spezifischen Kontext der Stadtidentität.

5 Fallbeispiel: Graz-Reininghaus: Analyse eines aktuellen Stadtentwicklungsprojekts unter Berücksichtigung der Theorieanwendung und Experteninterviews.

6 Neuformulierung von einem identitätsorientierten Stadtmarketing: Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses des Stadtmarketings als Kommunikationsermöglicher durch Networking, Switching, Story-telling und Tracing.

7 Schlussbetrachtung und Resultate: Zusammenfassung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfrage sowie Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Stadtmarketing, Stadtidentität, Netzwerktheorie, Harrison C. White, Place Branding, Graz-Reininghaus, Kommunikation, Identitätskonstitution, Netzwerkdomain, Switching, Story-telling, Urbanität, Sozialtheorie, Standortwettbewerb, Narrative Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept der „Stadtidentität“ im modernen Stadtmarketing und versucht, dieses durch einen netzwerktheoretischen Ansatz neu zu formulieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben dem Stadtmarketing stehen die Netzwerktheorie nach Harrison White, der soziologische Begriff des Raumes sowie Konzepte der narrativen Identitätsbildung im Zentrum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Was bedeutet die Identität einer Stadt und welche Implikationen hat dies für das Stadtmarketing?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse sowie der Auswertung narrativer Experteninterviews und der Anwendung einer netzwerktheoretischen Perspektive.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch die Soziologie und Netzwerktheorie, eine Anwendung auf den städtischen Kontext sowie die detaillierte Analyse des Fallbeispiels Graz-Reininghaus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stadtidentität, Netzwerktheorie, Place Branding, Switching und Kommunikation geprägt.

Welche Rolle spielt das Fallbeispiel Graz-Reininghaus?

Graz-Reininghaus dient als exemplarisches Praxisbeispiel, um die Herausforderungen der Identitätskonstituierung in einem großen Stadtentwicklungsprojekt zu dokumentieren und zu hinterfragen.

Wie unterscheidet sich der vorgeschlagene Ansatz von konventionellem Marketing?

Statt Stadtidentität als festes, zu kommunizierendes „Image“ oder Produkt zu betrachten, schlägt die Arbeit ein Verständnis als „Kommunikationsermöglicher“ vor, das auf offenen, vernetzten Prozessen basiert.

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Details

Title
Identität & Stadtmarketing - Eine netzwerktheoretische Formulierung städtischer Identität und identitätsorientierten Stadtmarketings
College
Zeppelin University Friedrichshafen
Grade
1,3
Author
Jonas Kwaschik (Author)
Publication Year
2008
Pages
61
Catalog Number
V130779
ISBN (eBook)
9783640360604
ISBN (Book)
9783640360314
Language
German
Tags
Stadtmarketing Netzwerktheorie Harrison C. White Identität Leitbildprozesse Graz-Reininghaus Bastian Lange Ares Kalandides Place Branding Competitive Identity Creative Class Narrative Identitäten Switching Story-telling Tracing Networking Netdoms Semantic Web
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Kwaschik (Author), 2008, Identität & Stadtmarketing - Eine netzwerktheoretische Formulierung städtischer Identität und identitätsorientierten Stadtmarketings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130779
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