Kinderhandel geschieht auch in der EU. Jedoch gibt es immer mehrere und verschiedene Gründe, warum und wie Kinder in den Kinderhandel gelangen. Hierbei stellt sich die Frage, welche Faktoren spielen in der europäischen Union und Deutschland eine Rolle für den Kinderhandel und wie wird damit umgegangen?
Um diese Frage zu beantworten, werden im Folgendem die Charakteristiken der betroffenen Kinder herausgearbeitet. Das ist wichtig, um den Hintergrund für den Handel in Europa zu verstehen. Hierzu gehören nicht nur Ursachen wie Flucht von Kindern in ferne Länder, sondern auch eine nicht ausreichende Aufklärung und familiäre Hintergründe. Außerdem werden verschiedene Statistiken analysiert, um zu verstehen, wie sich der Kinderhandel in Europa und Deutschland auswirkt und wer betroffen ist. Ein Großteil des Kinderhandels in Deutschland geschieht durch sexuelle Ausbeutung.
Anschließend muss die Gesetzeslage auf EU Ebene und Deutschland genauer betrachtet werden, damit es einfacher zu erkennen und verstehen ist, wo die Gesetze ausbaufähig sind oder sogar geändert werden sollten. Zudem wird untersucht, ob und inwieweit Deutschland die auf EU-Ebene getroffenen Vereinbarungen und verabschiedeten Gesetze umsetzt und wo schon Erfolge zu verzeichnen sind. Auch die Verbesserungsvorschläge werden aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung mit Fragestellung und Definition Kinderhandel
2 Betroffene in der Europäischen Union und Deutschland
2.1 Charakteristiken der Betroffenen
2.2 Statistiken in der Europäischen Union und Deutschland
3 Gesetzeslage in der EU und in Deutschland
3.1 Die Richtlinien 2011/36/EU und die Gesetzeslage in Deutschland
3.2 Kritik und Ausbaufähigkeit der Gesetze
4 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die in der Europäischen Union und Deutschland zum Kinderhandel beitragen, und analysiert den gesellschaftlichen sowie rechtlichen Umgang mit diesem Phänomen unter besonderer Berücksichtigung der Richtlinie 2011/36/EU.
- Charakterisierung der von Kinderhandel betroffenen Minderjährigen und deren Risikofaktoren.
- Analyse der statistischen Herausforderungen und Verbreitung von Kinderhandel in der EU.
- Evaluation der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland und auf EU-Ebene.
- Kritische Würdigung der Problematik und Darstellung von Lösungsansätzen zum Kinderschutz.
- Untersuchung der Bedeutung von Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen für Betroffene.
Auszug aus dem Buch
2.1 Charakteristiken der Betroffenen
Zwar sind Kinder weniger produktiv als Erwachsene, jedoch benötigen sie geringere Verpflegung und erwarten auch keine angemessene Entlohnung (Berker und Große-Oetringhaus 2003: 16). Grundsätzlich sind sie also billige Arbeitskräfte. Kinder sind manipulierbarer, weil sie noch sehr wenig geprägt sind (Van Reisen und Stefanovic 2004: 11). Zudem sind sie im Sexhandel „williger”, „unverbrauchter” und haben seltener Geschlechtskrankheiten (Berker und Große-Oetringhaus 2003: 19). Die Minderjährigen haben kein Familienleben, Kindheit, Schulbildung oder jemanden der sich um sie sorgt. All dies geschieht in einer sehr verletzbaren und prägenden Zeit in ihrem Leben. Außerdem beeinflusst der Umgang in der Kindheit sehr stark das Erwachsenenleben. Deshalb ist Kinderhandel einer der schlimmsten Form des Menschenhandels (Van Reisen und Stefanovic 2004: 11). Etwa die Hälfte der 40 Millionen Menschen, welcher auf der Flucht sind, sind Kinder. In dieser Lage sind die Minderjährigen den Kinderhändlern regelrecht ausgesetzt, da sie nicht geschützt sind. Oft gibt es niemanden der auf sie aufpasst (Berker und Große-Oetringhaus 2003: 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung mit Fragestellung und Definition Kinderhandel: Das Kapitel führt in die Thematik des Kinderhandels ein, definiert diesen unter Rückgriff auf internationale Organisationen und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Betroffene in der Europäischen Union und Deutschland: Hier werden die spezifischen Merkmale betroffener Kinder sowie die Schwierigkeiten der statistischen Erfassung des Phänomens innerhalb der EU analysiert.
3 Gesetzeslage in der EU und in Deutschland: Dieser Abschnitt erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter die Richtlinie 2011/36/EU, und setzt diese in Bezug zu den deutschen Strafgesetzbuch-Paragraphen.
4 Schlussfolgerung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zu den Ursachen und dem rechtlichen Umgang mit Kinderhandel zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige strategische Prioritäten.
Schlüsselwörter
Kinderhandel, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, EU-Richtlinie, Kinderschutz, Prävention, organisierte Kriminalität, Loverboy-Methode, Kindesmissbrauch, Gesetzgebung, Opferhilfe, Deutschland, Arbeitsausbeutung, Kinderrechte, Migration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik des Kinderhandels, seine Hintergründe und Auswirkungen in Deutschland sowie der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Charakteristika betroffener Kinder, die statistische Erfassung der Straftaten und die rechtliche Bewertung durch EU-Richtlinien und nationales Recht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren, die Kinder in den Kinderhandel treiben, und zu untersuchen, wie effektiv die aktuellen Gesetze in Deutschland und der EU dagegen vorgehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Berichten verschiedener Institutionen, wie der UNODC, FRA und dem Bundeskriminalamt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Gefährdungslagen, die Schwierigkeiten der Datenerhebung sowie die rechtlichen Instrumente zur Bekämpfung und zum Opferschutz detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kinderhandel, Schutz von Minderjährigen, sexuelle Ausbeutung und gesetzliche Präventionsstrategien sind die zentralen Begriffe.
Welche Bedeutung hat die sogenannte Loverboy-Methode im Kontext der Arbeit?
Die Arbeit beschreibt die Loverboy-Methode als eine verbreitete Form der Anbahnung, bei der Täter emotionales Vertrauen vortäuschen, um Minderjährige in die Prostitution und Ausbeutung zu führen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der EU-Gesetzgebung?
Die Autorin sieht in der Richtlinie 2011/36/EU einen notwendigen Fortschritt zur Vereinheitlichung und Verbesserung des Opferschutzes, merkt jedoch an, dass die praktische Umsetzung in den Mitgliedstaaten noch lückenhaft ist.
- Citar trabajo
- Katharina Swoboda (Autor), 2020, Kinderhandel in Deutschland und der EU, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1307955