"Armut" wird in dieser arbeit zunächst von wissenschaftliher Seite her definiert. Verschiedene Konzepte von Armut, wie zum Beispiel das der relativen und das der absoluten Armut, werden von einander abgegrenzt. Daber wird jeweils versucht, die Verwendung jeder einzelnen Definiton von Armut auf ihre Bedeutung für die Soziale Arbeit zu überprüfen.
Im zweiten Teil der Arbeit wird auf Wohnungslosigkeit als Erscheinungsform von Armut eingegangen sowie nach den Ursachen von Wohnungslosigkeit gesucht und die Rolle der Sozialen Arbeit im Bezug auf Wohnungslosigkeit erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Armutskonzepte
2.1 Armut als relative Armut
2.2 Armut als Sozialhilfebezug
2.3 Armut als absolute Armut
2.4. Armutskonzept nach Schönig
2.5 Zusammenfassung
3. Wohnungslosigkeit
3.1 Definitionen von Wohnungslosigkeit
3.2 Daten zu Wohnungslosen
3.2.1 Wohnungslosenzahlen in Deutschland
3.2.2 Wohnungslose – Wer ist das?
3.3 Ursachen von Wohnungslosigkeit
3.4 Soziale Arbeit in der Obdachlosenhilfe
3.5 Lösungsansätze
4. Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die komplexen Ursachen und Entstehungsmechanismen von Wohnungslosigkeit in Deutschland, um daraus notwendige Handlungsansätze für die Soziale Arbeit abzuleiten. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie unterschiedliche Armutsdefinitionen sowie individuelle und strukturelle Faktoren das Schicksal betroffener Menschen prägen und warum die aktuelle Wohnungslosenhilfe diese Problemlagen teils nur unzureichend abdeckt.
- Analyse und kritische Diskussion verschiedener Armutskonzepte
- Differenzierte Untersuchung von Wohnungslosigkeit und ihrer Definitionen
- Empirische Auswertung von Statistikdaten zur Wohnungslosigkeit
- Diskussion individueller und struktureller Ursachen für Wohnungsverlust
- Kritische Reflexion der aktuellen Wohnungslosenhilfe und Entwicklung von Lösungsstrategien
Auszug aus dem Buch
3.3 Ursachen von Wohnungslosigkeit
Um die Ursachen von Wohnungslosigkeit zu diskutieren, bedarf es nicht nur theoretischer Ansätze und wissenschaftlicher Erklärungsmuster sondern auch empirischen Datenmaterials zu deren Überprüfung. Deshalb werde ich erneut einige Inhalte des Statistikberichts 2004-2006 der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. aufgreifen, sie auf deren Bedeutung zur Klärung meiner Ausgangsfrage überprüfen und mit Erklärungsversuchen verschiedener Wissenschaftler vergleichen.
Es gibt sowohl individuelle als auch strukturelle Erklärungsansätze sowie Mischformen, die ein Zusammenspiel individueller und struktureller Probleme als Ursache für Wohnungslosigkeit beschreiben. Deshalb fällt eine klare Trennung der verschiedenen Ansätze schwer.
Im Folgenden sollen nun zuerst einige individuelle Ansätze auch aus der Geschichte der Wohnungslosenhilfe betrachtet werden und schließlich übergegangen werden zu strukturellen Ansätzen sowie den beschriebenen Mischformen, die heute in der Wissenschaft überwiegen.
„Die psychiatrisch-neurologischen Ansätze … sind die ältesten Theorien der Wohnungslosigkeit“ (Gillich/Nieslony 2000, S. 131) und gehen von einer angeborenen Charakteristik Wohnungsloser aus. (vgl. ebd., S. 131) Bereits Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Annahme eines Wandertriebes (Poriomanie), der zuerst als Form der Epilepsie galt und später auf alle Wohnungslose übertragen wurde. (vgl. Gillich/Nieslony 2000, S. 131)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Präsenz von Wohnungslosigkeit im städtischen Alltag ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung für die Soziale Arbeit.
2. Armutskonzepte: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Armutsdefinitionen vor, darunter relative und absolute Armut sowie das Lebenslagenkonzept.
3. Wohnungslosigkeit: Hier werden Definitionen von Wohnungslosigkeit präzisiert, Daten analysiert, Ursachen diskutiert und die aktuelle Praxis der Wohnungslosenhilfe kritisch beleuchtet.
4. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert notwendige Verbesserungen in der Wohnungslosenhilfe sowie den Bedarf an präventiven Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Wohnungslosigkeit, Obdachlosenhilfe, Armut, Relative Armut, Absolute Armut, Soziale Arbeit, Wohnungsverlust, Lebenslagenkonzept, Armutsbiographien, Sozialstaat, Prävention, Wohnungsmarkt, Fachstellen, Wohnungssicherung, Soziale Ausgrenzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik Wohnungslosigkeit als eine Form von Armut und untersucht die Entstehungsursachen sowie die Effektivität der bestehenden Unterstützungssysteme.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen Armutsdefinitionen, die Definition und Datenerhebung zur Wohnungslosigkeit, Ursachenforschung für Wohnungsverlust sowie die Rolle und Konzepte der Wohnungslosenhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für Wohnungslosigkeit wissenschaftlich zu durchdringen und kritisch zu hinterfragen, um Ansätze für eine bessere, niedrigschwellige Wohnungslosenhilfe aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auswertung empirischer Datenberichte der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener Armutskonzepte, die Analyse von Statistiken zu Wohnungslosen, die Diskussion individueller und struktureller Erklärungsansätze für Wohnungsverlust und die Prüfung von Lösungsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Wohnungslosigkeit, Armut, Soziale Arbeit, Prävention, Wohnungsmarkt und Wohnungslosenhilfe.
Warum lehnt die Autorin den Begriff "Nichtsesshafte" ab?
Die Autorin lehnt diesen Begriff ab, da er veraltet ist, wissenschaftlich problematisch bleibt und mit negativen Assoziationen behaftet ist, die den Betroffenen eine Mitschuld an ihrer Lebenslage zuweisen.
Welche Rolle spielt die Geschlechterdifferenzierung bei den Auslösern von Wohnungslosigkeit?
Die Arbeit zeigt, dass es signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Auslösern gibt, wie etwa Gewalt in der Partnerschaft bei Frauen oder Haftantritte und Arbeitsplatzverlust bei Männern.
- Citation du texte
- Franziska Gritzbach (Auteur), 2008, Armut - Wohnungslosigkeit in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130840