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Konzeptionen der Organisationskultur und deren Bedeutung für die Führung in Nonprofit-Organisationen

Titre: Konzeptionen der Organisationskultur und deren Bedeutung für die Führung in Nonprofit-Organisationen

Thèse de Master , 2009 , 80 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Jan Feldmann (Auteur)

Sciences infirmières - Gestion des soins infirmiers
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Jede praktische Herangehensweise an Organisationen wie Führen, Leiten oder Managen beinhaltet implizite oder explizite Urteile über Organisationen als kulturelle Gebilde. In Anlehnung an Maslow formuliert: Indem ich einen Hammer als Werkzeug benutze, unterstelle ich, dass mein Arbeitsgegenstand so beschaffen ist, dass ich meine Zwecke mit Hilfe dieses Werkzeugs an ihm verwirklichen kann. Insofern sind Führungsverständnis und Verständnis von Organisationen als kulturelle Gebilde nicht voneinander zu trennen.
Was aber ist bei genauerem Hinsehen unter Organisationskultur zu verstehen? Welche Aussagen und Konzepte finden sich in der wissenschaftlichen Literatur zu dieser Frage? Haben sie Folgen für die Praxis der Führung von NPO und wenn ja, welche?
Unabhängig von ihrem Abstraktionsgrad werden die vorgefundenen Ansätze, Theorien und Vorstellungen - sie reichen von einfachen Metaphern wie der Input-Output-Maschine bis zum elaborierten Theoriegebäude des systemischen Organisationsverständnisses - hier als Konzeptionen im Sinne von Entwürfen darüber behandelt, wie die Praxis der Organisation und ihrer Kultur zu sehen und zu gestalten ist, denn hinter allen Vorstellungen und Theorien zum hier behandelten Gegenstand steht als Ausgangspunkt immer eine Frage:Wie lässt sich Organisationskultur als Erfolgsmittel der Organisation gestalten?
Die behandelten Erklärungsansätze betonen ihre Praxisrelevanz, wobei zugleich klar ist, dass keiner durch Forschungsbelege beweisen könnte, dass er notwendige Basis für dauerhaften Erfolg in der Führung von Organisationen ist. Allein Fülle und Pluralität der nebeneinander existierenden Konzeptionen in der wissenschaftlichen Diskussion wie auch in der die Führungspraxis begleitenden professionellen Beratung beweisen das Gegenteil: Das Erfolgsrezept existiert nicht. Darauf verweist auch die Entwicklung der Ansätze, die hier in Grundzügen nachgezeichnet wird.
Mit dem Wissen und den Erfahrungen eines Praktikers der Unternehmensführung im Hintergrund wird gefragt, welche Implikationen unterschiedliche Konzeptionen der Unternehmenskultur aufgrund der ihnen eigenen Behauptungen, Urteile und Schlüsse für die Führung in NPO haben können. Dabei werden auch einige logische Mängel der behandelten Konzeptionen und der ihnen zugrunde liegenden erkenntnistheoretischen Voraussetzungen diskutiert. Schließlich wird aus der Diskussion und der Kritik der vorgefundenen Ansätze ein eigenes Verständnis von Organisation und Kultur entwickelt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Statt einer Definition: ein narrativer Einstieg

3. Methode und Aufbau der Arbeit

3.1 Zum Aufbau der Arbeit

3.2 Grundsätzliches zur Methode

3.3 Zum Begriff der Konzeption

4. Konzeptionen von Organisationskultur

4.1 Kategorisierung der Konzeptionen von Organisationskultur

4.2 Vorläufer der Organisationskulturforschung

4.2.1 Scientific Management / Taylorismus

4.2.2 Human Relations Ansatz

4.2.3 Social Factist Paradigm

4.2.4 Übergang zur Organisationskulturforschung

4.3 Ansätze der Befassung mit Organisationskultur

4.3.1 Variablenansatz

4.3.2 Metaphernansatz

4.3.3 Dynamischer Ansatz

4.3.4 Systemtheoretische Ansätze

4.4 Diskussion der Ansätze

4.4.1 Vorbemerkung

4.4.2 Komplexitätsgrad

4.4.3 Steuerungsannahmen

4.4.4 Verhältnis von Theorie und Praxis

4.4.5 Organisationszwecke und Interessen der Mitglieder

4.4.6 Epistemologischer Widerspruch

5. Organisationen als Kultur – eigenes Verständnis

5.1 Zum Kulturbegriff

5.2 Zur Organisationskultur

5.2.1 Organisationsdefinition

5.2.2 Organisationszwecke als entscheidende Kategorie

5.2.3 Organisationszwecke von NPO

5.2.4 Exkurs: Ein Gedankenexperiment

5.2.5 Organisationskulturdefinition

6. Führung und Organisationskultur

6.1 Zum Begriff der Führung

6.2 Konzeptionen der Organisationskultur und die Führung von NPO

7. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung verschiedener Konzeptionen der Organisationskultur für die Führung von Nonprofit-Organisationen (NPO) zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie theoretische Ansätze das praktische Führungsverständnis beeinflussen und in welchem Verhältnis Theorie und Praxis in diesem Kontext stehen.

  • Historische Vorläufer und Entwicklung der Organisationskulturforschung
  • Kritische Analyse verschiedener theoretischer Ansätze (Variablen-, Metaphern-, dynamischer und systemtheoretischer Ansatz)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Organisationszweck, Interessen der Mitglieder und Führungspraxis
  • Spezifische Betrachtung der Herausforderungen und Besonderheiten von Nonprofit-Organisationen
  • Entwicklung eines eigenen Verständnisses von Organisationskultur unter Berücksichtigung von Macht und Interessensintegration

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Scientific Management / Taylorismus

Hild (2006) führt die von F.W. Taylor begründete Methode der wissenschaftlichen Betriebsführung (Scientific Management) als erste systematische Befassung mit Organisationen und damit im Sinne seiner Gleichsetzung von Organisation und Organisationskultur auch als frühe Theorie über letztere ein. Taylors systematischer Befassung mit Arbeitsabläufen zum Zwecke der Rationalisierung derselben und der Überwindung des Widerstandes des Arbeiters im Produktionsprozess liegt eine Konzeption von Organisation zugrunde, deren Kern die Metapher der Maschine darstellt. Genauer gefasst hat Taylor die betriebliche Wirklichkeit der industriellen Produktion wie auch der Dienstleistung - die erste Umsetzung seiner Konzepte erfolgte in einer NPO, einem gemeinnützigen Krankenhaus - praktisch behandelt wie eine allopoietische Maschine, also Input und Output der Qualität nach als gegeben genommen und sich um die Prozesse der Vergrößerung der Quantität des Outputs bemüht.

Als wesentliches methodisches Prinzip des taylorschen Konzeptes kann die Differenzierung der Arbeitsprozesse gesehen werden. Dabei werden Prozesse untersucht, kritisiert und optimiert, um den Output zu steigern.

Den Organisationsmitgliedern kommt im Rahmen der Taylorschen Herangehensweise die Rolle von Objekten oder Anweisungsempfängern zu, den mit der Organisierung der Prozesse betrauten Managern die Rolle der Macher, Steuerer und Entscheider. Indem so die der Organisation zugehörigen Prozesse den Organisationsmitgliedern als von ihnen nicht zu gestaltende Realität gegenübergestellt werden, wächst zugleich die Notwendigkeit der Kontrolle und der Beaufsichtigung. Es entsteht also ein permanenter, gleichsam von außen, zwar als ihr Teil aber doch gegen die Organisation aufgestellter Steuerungsbedarf, der zu Bürokratisierung und Hierarchisierung führt und somit seinerseits Mittel und Kapazitäten bindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Organisationskultur und deren Bedeutung für das Führen und Managen, verbunden mit der zentralen Fragestellung nach dem Zusammenhang von Theorie und Praxis.

2. Statt einer Definition: ein narrativer Einstieg: Verzicht auf eine formale Begriffsdefinition zugunsten einer konstruierten Szenerie, um Phänomene der Organisationskultur erfahrbar zu machen und eine kritische Distanz zu etablieren.

3. Methode und Aufbau der Arbeit: Erläuterung der theoretischen Vorgehensweise, die auf dem Nachvollzug und der Kritik bestehender Literatur basiert, sowie Strukturierung der weiteren Kapitel.

4. Konzeptionen von Organisationskultur: Umfassende Darstellung und kritische Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Ansätze zur Organisationskultur, von den Vorläufern bis zu systemtheoretischen Perspektiven.

5. Organisationen als Kultur – eigenes Verständnis: Herleitung einer eigenen Definition von Organisationskultur, wobei insbesondere die Organisationszwecke und das Spannungsfeld der Interessensintegration betont werden.

6. Führung und Organisationskultur: Anwendung der erarbeiteten Erkenntnisse auf die Führungspraxis, speziell unter Berücksichtigung der Besonderheiten von Nonprofit-Organisationen.

7. Schluss: Zusammenfassende kritische Würdigung der Arbeit, in der Organisationskultur nicht als fertiges Erfolgsrezept, sondern als Reflexionshilfe für Führungskräfte definiert wird.

Schlüsselwörter

Organisationskultur, Führung, Nonprofit-Organisation, Taylorismus, Systemtheorie, Interessensintegration, Organisationszweck, Radikaler Konstruktivismus, Management, Unternehmenskultur, Macht, Führungspraxis, Theorie-Praxis-Verhältnis, Organisationsgestaltung, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Konzepte von Organisationskultur und deren tatsächliche Bedeutung für die praktische Führung, insbesondere im Kontext von Nonprofit-Organisationen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Organisationskultur, die Steuerungsmöglichkeiten von Organisationen, das Spannungsfeld zwischen Führung und Mitarbeitern sowie die Rolle von Organisationszwecken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen theoretischen Organisationsmodellen und der gelebten Führungspraxis kritisch zu hinterfragen und zu zeigen, dass Führung keine einfache Anwendung von Erfolgsrezepten ist.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine methodische Literaturarbeit, die auf dem Nachvollzug und der Kritik von Theorien basiert, anstatt eine eigene empirische Datenerhebung mittels Interviews oder Fragebögen durchzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener kulturtheoretischer Ansätze, deren kritische Diskussion sowie die Entwicklung eines eigenen, zweckorientierten Verständnisses von Organisationskultur.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die zentralen Begriffe sind Organisationskultur, Führung, Nonprofit-Organisation, Organisationszweck, Systemtheorie und der kritische Diskurs über das Theorie-Praxis-Verhältnis.

Warum spielt der Organisationszweck eine so zentrale Rolle in der Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass Organisationszwecke und die Interessen der Mitglieder meist nicht identisch sind, wodurch ein Machtgefälle und ständiger Integrationsbedarf entstehen, die den Kern der Kultur bilden.

Wie unterscheidet sich die Sicht des Autors auf NPO von herkömmlichen Unternehmen?

Der Autor betont, dass NPO zwar besondere soziale oder ideelle Zwecke verfolgen, aber wie andere Organisationen den gleichen strukturellen Widersprüchen von Unterordnung und Interessenskonflikten unterliegen.

Welche Kritik übt der Autor an systemtheoretischen Ansätzen?

Er kritisiert, dass systemtheoretische Ansätze oft ein "interesseloses Funktionsideal" zeichnen und die reale, teils konfliktbehaftete Wirklichkeit sowie die Machtfragen in Organisationen vernachlässigen.

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Résumé des informations

Titre
Konzeptionen der Organisationskultur und deren Bedeutung für die Führung in Nonprofit-Organisationen
Université
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Note
1,3
Auteur
Jan Feldmann (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
80
N° de catalogue
V130870
ISBN (ebook)
9783640365449
ISBN (Livre)
9783640365616
Langue
allemand
mots-clé
Konzeptionen Organisationskultur Bedeutung Führung Nonprofit-Organisationen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Feldmann (Auteur), 2009, Konzeptionen der Organisationskultur und deren Bedeutung für die Führung in Nonprofit-Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130870
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