Krankheit, Vertrauen und vor allem der Glaube steht im Fokus unseres Lebens und somit auch die Frage nach der Heilung. In dieser Bachelorarbeit möchte ich eine Unterrichtseinheit im Fach Religion, ausgehend von der Perikope Mk 10, 46-52, darstellen. Das Ziel dabei ist es, die inhaltlichen Aspekte durch die zentralen Aussagen der neutestamentlichen Wundergeschichte zur Heilung eines Blinden bei Jericho aufzuzeigen. Den Schülerinnen und Schüler der Grundschule soll dabei die Wundererzählung der Heilung des blinden Bartimäus, in einer praxisnahen Unterrichtseinheit, auf die von ihnen vorhandenen Voraussetzungen, nähergebracht werden. In der von mir ausgewählten Perikope aus dem Markusevangelium geht es dabei um das Blindsein und die Heilung durch Jesus Christus.
Die vorliegende Arbeit ist in zwei Hauptteile eingeteilt. Der erste große Teil umfasst die Sachanalyse in Form einer Exegese. Weil die spätere Unterrichtseinheit auf der Erzählung Mk 10, 46-52 basiert, beginnt die Arbeit mit dieser ausführlichen Sachanalyse. Zum einen möchte ich durch die neutestamentliche Exegese "zu einem tieferen Verständnis des Gotteswortes führen, wie es sich in der geschichtsgebundenen Gestalt des Neuen Testaments darbietet, dessen theologischen Gehalt zu erfassen und seine Botschaft für den heutigen Menschen zum Sprechen zu bringen." Zum anderen soll neben der historischen Ebene aufgezeigt werden, welche Elemente der damaligen Botschaft noch heute von Bedeutung sind. Mögliche Besonderheiten, den Entstehungshintergrund sowie eventuelle Zusammenhänge untereinander, möchte ich mit einer historisch-kritischen Methode darstellen.
Nachdem die Ergebnisse der Sachanalyse in einem Zwischenfazit gesammelt wurden, beginnt der zweite große Teil meiner Arbeit, der religionspädagogische Teil. Zunächst wird in einer Bedingungsanalyse erläutert, mit welchen Schüler:innen die konzipierte Unterrichtseinheit durchgeführt wird. Dabei werden Alter, Schule, soziales Umfeld und religiöse Sozialisierung näher beschrieben. Die Erkenntnisse aus der Sachanalyse sollen nun in einem Unterrichtsentwurf verwertet werden. Konkret soll dies anhand einer von mir konzipierten Unterrichtseinheit deutlich werden. Danach wird diese didaktisch kommentiert, indem Bezug zum Lehrplan genommen wird und Lernziele erläutert werden. Als Letztes wird eine Unterrichtsstunde genauer dargestellt und ebenfalls kommentiert. Ein Fazit soll meine Arbeit abrunden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sachanalyse: Exegese zu Mk 10, 46-52
2.1. Text: Abschrift des zugrunde gelegten Textes
2.2. Analyse des Textes
2.2.1. Abgrenzung und Kontext
2.2.2. Ausformulierte Gliederung
2.2.3. Abgrenzung von Tradition und Redaktion
2.2.4. Gattungsbestimmung der vormarkinischen Überlieferung
2.2.5. Begriffsbestimmung bzw. religionsgeschichtliche Analyse
2.3. Interpretation
2.3.1. Interpretation der vormarkinischen Überlieferung
2.3.2. Interpretation des markinischen Textes
2.3.2.1. Interpretation des Textes an sich
2.3.2.2. Interpretation des Textes im Gesamtrahmen des Mk
2.4. Die Bedeutung des Textes heute
3. Bedingungsanalyse
4. Unterrichtsentwurf
4.1 Aufbau der Unterrichtsreihe
4.2 Didaktische und methodische Analyse zur Unterrichtseinheit
4.3 Aufbau der Unterrichtsstunde
4.4 Didaktisch und methodische Analyse zur Unterrichtsstunde
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der exegetischen Auslegung der Perikope der Heilung des Blinden bei Jericho (Mk 10, 46-52) sowie der Konzeption einer religionspädagogischen Unterrichtseinheit für die Grundschule, um den Schülerinnen und Schülern die Themen Glaube, Vertrauen und Nachfolge praxisnah zu vermitteln.
- Exegetische Analyse der Perikope Mk 10, 46-52
- Transformation exegetischer Erkenntnisse in einen religionspädagogischen Kontext
- Didaktische Aufbereitung der Themenblöcke "Blindsein" und "Mit dem Herzen sehen"
- Theologisches Verständnis von Glaube als Basis für die Nachfolge Jesu
- Praktische Erarbeitung eines Unterrichtsentwurfs für die 3. Klasse
Auszug aus dem Buch
2. Sachanalyse: Exegese zu Mk 10, 46-52
46 Und sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho hinausging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
47 Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
48 Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner!
49 Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
50 Da warf er seinen Mantel von sich, sprang auf und kam zu Jesus.
51 Und Jesus antwortete ihm und sprach: Was willst du, dass ich für dich tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, dass ich sehend werde.
52 Und Jesus sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Perikope für den Religionsunterricht angesichts persönlicher Erfahrungen und der zentralen Bedeutung des Glaubens für die Nachfolge.
2. Sachanalyse: Exegese zu Mk 10, 46-52: Dieser umfangreiche Teil umfasst die historisch-kritische Auslegung, die Gattungsbestimmung als Wundergeschichte sowie die Analyse der markinischen Redaktion.
3. Bedingungsanalyse: Hier wird der Kontext der Lerngruppe (Klasse 3 einer Grundschule) reflektiert, um die Voraussetzungen für die Unterrichtseinheit zu bestimmen.
4. Unterrichtsentwurf: Dieser Abschnitt beschreibt konkret, wie die exegetischen Erkenntnisse methodisch aufbereitet werden, um in vier Unterrichtsstunden das Thema "Blindheit" und "Sichtweise des Herzens" zu behandeln.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, wie durch die Behandlung der Heilungsgeschichte bei den SuS Vertrauen und Hoffnung gestärkt werden können.
Schlüsselwörter
Heilung eines Blinden, Bartimäus, Markus-Evangelium, Exegese, Religionsunterricht, Grundschule, Glaubensgeschichte, Nachfolge, Wundererzählung, Vertrauen, Herzauge, DIDAKTISCHE ANALYSE, Markinische Redaktion, Bibeldidaktik, Gottvertrauen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit verknüpft eine wissenschaftliche exegetische Analyse der Wundererzählung bei Mk 10, 46-52 mit deren praktischer Umsetzung in einem konkreten Unterrichtsentwurf für die Grundschule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Bedeutung von Glaube und Vertrauen als Grundlage für die Nachfolge, das Jüngerunverständnis sowie die symbolische Bedeutung von Blindheit und "Sehen mit dem Herzen".
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Erzählung des blinden Bartimäus Kindern helfen kann, ihre eigenen Hürden im Leben zu reflektieren und Gottvertrauen als stärkende Kraft zu begreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Exegese (Textauslegung, Literarkritik, Redaktionsgeschichte) und ergänzt diese durch entwicklungspsychologische Ansätze der Religionspädagogik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Sachanalyse der Bibelstelle und einen darauf aufbauenden, didaktisch kommentierten Unterrichtsentwurf über mehrere Schulstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören Bartimäus, Exegese, Nachfolge, Religionsunterricht, Glaube und das "Sehen mit dem Herzen".
Warum spielt das "Herzauge" im Entwurf eine zentrale Rolle?
Das Herzauge dient im Unterricht als Symbol dafür, dass man wesentliche Dinge – wie Menschlichkeit, Liebe und Gottes Nähe – nicht mit den physischen Augen, sondern mit dem Herzen wahrnehmen kann.
Warum gilt der blinde Bartimäus in der Arbeit als Vorbild für die Jünger?
Da die Jünger im Markusevangelium oft durch Unverständnis und mangelnden Glauben gekennzeichnet sind, wird Bartimäus als jemand dargestellt, der trotz seiner körperlichen Blindheit das Wesen Jesu und die Notwendigkeit der Nachfolge intuitiv erfasst.
- Arbeit zitieren
- Alina Finkeldey (Autor:in), 2022, Die Heilung eines Blinden bei Jericho im Religionsunterricht der Grundschule. Eine exegetische Auslegung und Unterrichtsentwurf zu Mk 10, 46-52, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1308903