Im den letzten Jahrzehnten wurde die Bewertung von Patenten als
Unternehmenswert zunehmend wichtiger. Vor allem die Valuierung der monetären
Werte eines Patents bietet hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Die
Zielsetzung dieser Arbeit liegt in der Darstellung der Vorteile einer speziellen
Methode genannt apud – Modell für Klein- und Mittelbetriebe. Um dies möglich zu
machen werden zunächst die Vor- und Nachteile der retrospektiven Valuierungs- und Evaluierungsmethoden dargestellt und darauf Bezug genommen. Die Arbeit basiert auf Recherchearbeiten, welche im Zeitraum von Dezember 2008 bis April 2009 stattfanden und auf Interviews welche in diesem Zeitraum geführt wurden. Das Ergebnis zeigt ein nicht direkt monetär interpretierbares Ergebnis des apud - Modells welches allerdings auf eine breite Anwendbarkeit und damit auf Flexibilität für Unternehmen setzt.
Abstract
The area of patents has become increasingly important for companies over the last number of decades. Especially the patent valuation offered a lot of possibilities so far. It is the aim of this study to outline the advantage of one method called APUD for small and medium sized companies, in contrast to the broad set of scientific methods which already exist. To do this, this study focuses on the group of bottom-up valuation and other evaluation methods where the advantages and disadvantages got compared to the APUD method. In order to do that information was collected over a 4 month period between December 2008 and March 2009. The study is based on the information obtained from the research and on interviews done during that time. The advantages and disadvantages are shown for the so called classical methods as
well as for the APUD method. The result makes that the APUD method provides a
value which is not a monetary one and is based on a broad set of evaluation
criterions. Therefore it can be used in different cases, what provides flexibility for the companies.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Darstellung des Patentwert
2.1 Intellektuelles Kapital
2.2 Wert, Preis und Kosten
2.3 Ökonomische Bedeutung
3 Anlässe und Zweckabhängigkeit der Patentbewertung
3.1 Anlässe für eine Patentbewertung
3.1.1 Wirtschaftliche Bewertungsanlässe
3.1.2 Rechtliche Bewertungsanlässe
3.2 Zweck der Patentbewertung
4 Zugänge zur Wertermittlung
4.1 Antizipative Patentbewertung
4.2 Retrospektive Patentbewertung
4.2.1 Valuierung von Patenten
4.2.2 Evaluierung von Patenten
4.2.3 Patentbewertung durch Indikatorenmodelle
5 apud Modell
5.1 Allgemein
5.2 Bewertungsaspekte
5.3 Anwendungsbereich
6 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Patentwert zu erläutern, komplexe Bewertungsmethoden darzustellen und ein flexibles Modell zur Patentbewertung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) vorzustellen, um die Standardisierung und Kommunikation bei der Technologiebewertung zu fördern.
- Grundlagen des intellektuellen Kapitals und ökonomische Bedeutung von Patenten
- Analyse verschiedener Bewertungsanlässe und -zwecke (wirtschaftlich vs. rechtlich)
- Kritische Gegenüberstellung antizipativer und retrospektiver Bewertungsmethoden
- Detaillierte Untersuchung quantitativer (Kosten-, Markt-, Ertragsansatz) und qualitativer Evaluierungsmethoden
- Vorstellung und kritische Analyse des apud-Modells als flexibles Instrument für KMU
Auszug aus dem Buch
4.2.1.2 Marktansatz
Wird ein Patent nach dem Marktansatz bewertet, so geschieht dies durch das Heranziehen einer vergleichbaren Transaktion zwischen unabhängigen Dritten. Das bedeutet, dass das bestehende Patent mit einem Patent verglichen wird, dessen Marktwert bekannt ist.46
Der Marktansatz hat gegenüber dem Kostenansatz den entscheidenden Vorteil, dass er auf einen Marktwert Bezug nimmt und damit dem Objektivitätsprinzip entspricht.47
Die zentrale Aufgabe bei der Bewertung über den Marktansatz kommt somit der Suche nach vergleichbaren Transaktionen zu, welche auf das zu bewertende Patent anwendbar sind. Ein so ermittelter Transaktionspreis wird mit branchenüblichen Faktoren, z.B. Preis-Gewinn Verhältnis, auf das vorliegende Patent übertragen.48
Welche Voraussetzungen müssen nun für den Marktansatz gegeben sein? Für die Anwendung des Marktansatzes ist das Bestehen eines aktiven Markts für das Austauschgut, in diesem Fall Patente, erforderlich. Auf diesem Markt muss es zu einer ausreichenden Anzahl vergleichbarer Transaktionen kommen, und auch die Informationen über den dabei erzielten Preis sind als öffentliche Information erforderlich. Des Weiteren haben diese Vergleichstransaktionen zwischen unabhängigen Dritten stattfinden.49
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die zunehmende Relevanz der Patentbewertung für Unternehmen und stellt das Ziel vor, ein flexibles Bewertungsmodell für KMU zu präsentieren.
2 Darstellung des Patentwert: Dieses Kapitel definiert Patente als Teil des intellektuellen Kapitals und erläutert die ökonomische Bedeutung sowie die begrifflichen Unterschiede zwischen Wert, Preis und Kosten.
3 Anlässe und Zweckabhängigkeit der Patentbewertung: Es wird analysiert, warum und für welchen Zweck Patente bewertet werden müssen, wobei zwischen wirtschaftlichen und rechtlichen Anlässen sowie verschiedenen Bewertungsfunktionen unterschieden wird.
4 Zugänge zur Wertermittlung: Das Kapitel vergleicht verschiedene methodische Ansätze zur Patentbewertung, insbesondere antizipative vs. retrospektive sowie quantitative vs. qualitative Verfahren.
5 apud Modell: Das apud-Modell wird als flexibles Instrument für KMU vorgestellt, das auf zwei Bewertungsstationen (Schutzrecht und Produktmarkt) basiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das apud-Modell ein nützliches, flexibles Tool zur Standardisierung der Kommunikation darstellt, wenngleich es keinen direkten monetären Wert liefert.
Schlüsselwörter
Patentbewertung, immaterielle Werte, apud-Modell, intellektuelles Kapital, Schutzrechte, Unternehmensbewertung, Technologiebewertung, Kostenansatz, Marktansatz, Ertragsansatz, Innovationsmanagement, KMU, Bewertungsanlässe, Patentportfolio, Wettbewerbsvorteile.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Methoden zur Bewertung von Patenten, mit besonderem Fokus auf die Anwendung in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einordnung von Patenten als immaterieller Wert, die Analyse von Bewertungsanlässen und die kritische Betrachtung verschiedener existierender Bewertungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Darstellung eines flexiblen Bewertungsmodells (des apud-Modells) für KMU, um die Kommunikation und Entscheidungsprozesse bei der Patentbewertung zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf Literaturrecherche und der Auswertung von Experteninterviews, um die Vor- und Nachteile bestehender Methoden zu analysieren und das apud-Modell zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des Patentwerts erläutert, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Anlässe, der klassischen quantitativen Bewertungsmethoden und der qualitativen Evaluierung, bevor das apud-Modell detailliert vorgestellt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Patentbewertung, immaterielle Werte, apud-Modell, Innovationsmanagement und Unternehmensbewertung charakterisiert.
Warum ist eine Patentbewertung für KMU oft schwierig?
Viele klassische Methoden erfordern komplexe Marktdaten oder Finanzkennzahlen, die für KMU oft schwer zu ermitteln sind oder keinen direkten Bezug zum Wert ihrer spezifischen Patente haben.
Was genau ist das apud-Modell?
Das apud-Modell ist ein Bewertungsinstrument, das auf zwei Bewertungsstationen basiert (Schutzrecht und Produktmarkt) und mittels Multiplikation von Einzelwerten einen Punktwert zur Standardisierung der Patentbewertung generiert.
Liefert das apud-Modell einen monetären Wert?
Nein, das apud-Modell liefert keinen direkt monetären Wert, sondern dient als flexibles Analyseinstrument und Checkliste, aus der ein monetärer Wert erst im zweiten Schritt abgeleitet werden muss.
- Citation du texte
- Wolfgang Knöbl (Auteur), 2009, Patentbewertung - Ermittlung von immateriellen Werten , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130901