In dieser Arbeit soll die Artenvielfalt in Deutschland und ihre Verteilung untersucht werden. Dabei steht die Fauna im Mittelpunkt des Interesses. Des Weiteren werden Gefährdungen der heimischen Tierwelt und mögliche Ursachen aufgezeigt. Nach einer kurzen Einleitung soll zu Beginn der Begriff Artenvielfalt in seinem Zusammenhang richtig eingeordnet werden, da ein grundsätzliches Verständnis dieses Begriffes Voraussetzung für die weitere Diskussion darstellt. Anschließend wird neben einer Bestandsaufnahme der aktuell in Deutschland vertretenen Arten, bei der zwischen Protozoa und Metazoa unterschieden und weiter differenziert wird, auch auf Probleme bei der Ermittlung der einheimischen Artenzahlen eingegangen. Ein anschließender Vergleich mit den Nachbarländern Deutschlands soll verdeutlichen, dass die Vielfalt der heimischen Tierwelt als hoch eingestuft werden kann. Das nächste Kapitel untersucht exemplarisch zwei für die heimische Artenvielfalt wichtige Naturräume in Deutschland: die landwirtschaftlich geprägten Gebiete und die marinen Regionen. Dabei werden zunächst die Landwirtschaft und deren Folgen für die Artenvielfalt im Verlauf der letzten Jahrzehnte betrachtet. Hierbei gilt insbesondere dem Strukturwandel in der Landwirtschaft ein besonderes Augenmerk. Die Veränderungen im Artgefüge in den deutschen Küstengewässern, vor allem in der südlichen Nordsee, und deren Auswirkungen für die Artenvielfalt bildet den nächsten Schwerpunkt. Dabei werden auch die Folgen der Klimaerwärmung für die marine Fauna angesprochen. Abschließend beschäftigt sich diese Arbeit mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt, mit der die Bundesregierung versucht, den Verlust der Biologischen Vielfalt in Deutschland zu beenden.
Es sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass es sich bei der Ausarbeitung zuweilen als sehr schwierig gestaltete, Literatur zu diesem Thema zu finden. An Informationen auf globaler Ebene gelangt man relativ leicht, besonders bei englischsprachigen Autoren. Spezielle Informationen über die Verhältnisse in Deutschland sind zu diesem Thema allerdings recht selten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erklärung der Begriffe
3. Verteilung der Artenzahlen auf taxonomische Gruppen
3.1 Artenzahlen der Protozoa
3.2 Metazoa
3.2 Vergleich der Artenzahlen mit den Nachbarländer
4.1 Artenvielfalt und Landwirtschaft
4.2 Artenvielfalt in Nord- und Ostsee
5. Die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht den Zustand und die Gefährdung der Artenvielfalt in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die heimische Fauna. Ziel ist es, die Verteilung der Artenzahlen zu analysieren, anthropogene Einflussfaktoren in zentralen Lebensräumen wie der Landwirtschaft und den Meeresregionen aufzuzeigen und die nationalen Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt kritisch zu beleuchten.
- Taxonomische Verteilung und Bestandsaufnahme der deutschen Fauna
- Vergleich der Artenvielfalt im europäischen Kontext
- Strukturwandel in der Landwirtschaft und dessen ökologische Folgen
- Auswirkungen von Klimawandel und anthropogener Belastung auf marine Ökosysteme
- Kritische Analyse der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt
Auszug aus dem Buch
4.1 Artenvielfalt und Landwirtschaft
Der Schutz der Artenvielfalt gestaltet sich in einigen Aspekten im dicht besiedelten Deutschland schwieriger als in Ländern, die nur dünn besiedelt sind, wie etwa den USA oder Kanada. Dies führt oft zu Nutzungskonflikten, da in Deutschland aufgrund der dichten Besiedelung und der intensiven Flächennutzung nur kleine und wenige Schutzgebiete ausgewiesen werden können (Eysel & Karrasch 2000). Die Landwirtschaft als bei uns flächenstärkster Nutzer prägt immer noch ca. 50% der Landesfläche und trägt somit eine enorme Verantwortung für den Schutz der Artenvielfalt. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass der Schutz der Artenvielfalt in Deutschland nur möglich wird, wenn die Landwirtschaft Ihren Teil dazu beiträgt (Eysel & Karrasch 2000).
In den letzten 150 Jahren wurde ein starker Rückgang der Artenvielfalt in deutschen Kulturlandschaften festgestellt (Eysel & Karrasch 2000). Die Ursachen dieser dramatischen Beobachtung kann man verstehen, wenn man sich die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten vor Augen führt.
Die extensive und traditionelle Landwirtschaft hat in der Vergangenheit die Vielfalt der Arten gefördert, denn die Felder wurden abwechslungsreich bewirtschaftet. Bevor die Flurbereinigungen durchgeführt wurden, gab es eine Vielzahl an Feldern, die flächenmäßig viel kleiner als heute waren und es existierten in den Übergangsbereichen zwischen den Feldern zahlreiche Kleinbiotope, die aus Büschen, Gräsern, Teichen und Sümpfen bestanden. Diese dienten den verschiedensten Tierarten als Lebensraum und Rückzugsgebiet. Auch der fehlende großflächige Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen förderte das Bestehen dieser zahlreichen Kleinbiotope (Eysel & Karrasch 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt das Ziel der Arbeit, die Artenvielfalt der heimischen Fauna zu untersuchen und sowohl Gefährdungsursachen als auch Schutzstrategien zu diskutieren.
2. Erklärung der Begriffe: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Biologische Vielfalt und Biodiversität und erläutert deren wissenschaftliche sowie ökologische Zusammenhänge.
3. Verteilung der Artenzahlen auf taxonomische Gruppen: Es erfolgt eine quantitative Analyse der in Deutschland vorkommenden Arten, differenziert nach Protozoa und Metazoa sowie ein internationaler Vergleich.
3.1 Artenzahlen der Protozoa: Dieser Abschnitt behandelt die Schwierigkeiten bei der Erfassung von Protozoa-Artenzahlen und gibt Schätzwerte für verschiedene Stämme an.
3.2 Metazoa: Der Fokus liegt hier auf dem überwiegenden Anteil der Metazoa an der deutschen Fauna, insbesondere der Bedeutung der Arthropoda.
3.2 Vergleich der Artenzahlen mit den Nachbarländer: Hier wird die relative Position Deutschlands im europäischen Vergleich hinsichtlich der Artenvielfalt bewertet.
4.1 Artenvielfalt und Landwirtschaft: Kapitel 4.1 beleuchtet den negativen Einfluss der landwirtschaftlichen Industrialisierung auf die Artenvielfalt und diskutiert den ökologischen Landbau als Lösungsansatz.
4.2 Artenvielfalt in Nord- und Ostsee: Dieser Teil untersucht die Bedrohungen der marinen Biodiversität durch Fischerei, Schadstoffe und Klimawandel.
5. Die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt: Das Kapitel beschreibt das Konzept der Bundesregierung zur Beendigung des Artenverlusts und die damit verbundenen konkreten Ziele bis 2020.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit politischer sowie gesellschaftlicher Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität.
Schlüsselwörter
Artenvielfalt, Biodiversität, Fauna, Deutschland, Protozoa, Metazoa, Landwirtschaft, Kulturlandschaft, Klimawandel, Nordsee, Ökologischer Landbau, Artenschutz, Nationale Strategie, Artensterben, Ökosystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Artenvielfalt der Fauna in Deutschland sowie den Ursachen für deren Gefährdung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die taxonomische Bestandsaufnahme der Tierwelt, die ökologischen Auswirkungen industrieller Landwirtschaft und die Bedrohungen der marinen Lebensräume in Nord- und Ostsee.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, den aktuellen Kenntnisstand zur Artenverteilung aufzuzeigen, Gefährdungsfaktoren zu analysieren und die Wirksamkeit staatlicher Naturschutzstrategien zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche und die Analyse vorhandener statistischer Daten von Fachinstitutionen, um eine Bestandsaufnahme der Fauna zu erstellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Analyse der Artenzahlen, eine Untersuchung der Nutzungskonflikte in der Landwirtschaft und eine Erörterung der Auswirkungen anthropogener Einflüsse auf die Meeresfauna.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Biodiversität, Artenschutz, ökologischer Strukturwandel, marine Diversität und nationale Strategie zur biologischen Vielfalt.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Landwirtschaft auf die Artenvielfalt?
Der Autor konstatiert einen drastischen Rückgang der Artenvielfalt durch die Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft in den letzten 150 Jahren.
Welche Rolle spielt der Klimawandel für die marine Fauna?
Der Klimawandel führt laut Arbeit zu Verschiebungen im Artgefüge, da sich beispielsweise Laichzeiten verändern und südlichere Arten in die wärmer werdende Nordsee wandern.
- Citation du texte
- Bauer Gabriel (Auteur), 2007, Verteilung und Gefährdung von Artenvielfalt in Deutschland und ihre Ursachen: Fauna, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130949