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Der Extremismus der RAF und die dominanten Überzeugungen der 68er-Bewegung. Ein Widerspruch?

Ein ideologischer Vergleich der Positionen Dutschkes mit der RAF

Título: Der Extremismus der RAF und die dominanten Überzeugungen der 68er-Bewegung. Ein Widerspruch?

Trabajo Escrito , 2020 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Fabian Fischbach (Autor)

Política - Historia de los sistemas políticos
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Auch wenn die RAF sich selbst in die Nachfolge der APO stellt, ist es möglich, dass die Gruppe sich unabhängig von der Bewegung selbstständig radikalisierte und in diesem Prozess einen wesentlichen Blick für die Ursprünge ihres Handelns verloren hat. Demgegenüber steht die These Langguths, dass die 68er-Bewegung der RAF kausal vorausgeht. Inwiefern der Extremismus der Gründungsgeneration der RAF im Widerspruch zu dominanten Überzeugungen der antiautoritären Bewegung steht, ist Gegenstand dieser Arbeit.

Im Zentrum der Analyse stehen der Gewalt- und Revolutionsbegriff Rudi Dutschkes und dessen Adaption bzw. Neuinterpretation durch die RAF. Um die Forschungsfrage zu beantworten, soll zunächst geklärt werden, ob der Extremismus der RAF bereits hinreichend ist, um in einen Widerspruch zur APO zu geraten. Es wird die These vertreten, dass sich auch in den Positionen Dutschkes extremistische Elemente finden, was eine tiefere Untersuchung der jeweiligen Haltungen erforderlich macht. Entlang der Analyse sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden, die einen Kausalzusammenhang zwischen beiden Phänomenen entweder verifizieren oder verneinen können. Zunächst muss Klarheit darüber erlangt werden, was damit gemeint ist, wenn von Extremismus die Rede ist. In dieser Arbeit wird sich im Wesentlichen der Begriffsverständnisse von Jesse und Pfahl-Traughber bedient, die in Kapitel 2 dargestellt werden. Im dritten Kapitel sollen zunächst in 3.1 die Positionen Dutschkes Raum finden, wobei gesondert auf sein Verständnis von Gewalt eingegangen wird. Das Kapitel endet mit einer Einschätzung zum extremistischen Gehalt seiner Überzeugungen. 3.2 widmet sich zunächst den Legitimationsmustern der RAF, wobei primär auf den Teil der Gruppe um Ensslin, Baader und Meinhof eingegangen wird. Die Ausführungen Horst Mahlers werden hierbei übergangen, da sich von diesen seitens der RAF offiziell distanziert wurde. Da sich zeigt, dass Dutschke und die RAF in wesentlichen Punkten ein ähnliches Weltbild teilen, bzw. die Gesellschaftsanalyse der Neuen Linken durch die RAF stellenweise nur graduell verändert wurde, wird auf entsprechende Zusammenhänge an gleicher Stelle aufmerksam gemacht. Eine Bilanz aus den genannten Punkten soll am Ende des Kapitels gezogen und die Forschungsfrage, wenn möglich, beantwortet werden. Das Fazit gilt an letzter Stelle der Reflexion des Arbeitsprozesses und den Schwierigkeiten, die sich aus der Analyse ergeben haben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Spielarten des Extremismus

3 Gewalt als revolutionäres Mittel bei Dutschke und der RAF

3.1 Theoretisches Fundament, Aktionsformen und das Verhältnis zu Gewalt bei Rudi Dutschke

3.2 Ideologische Selbstbegründung der RAF und Zusammenhänge mit Dutschke

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht einen möglichen ideologischen Zusammenhang zwischen der 68er-Bewegung, repräsentiert durch Rudi Dutschke, und der Roten Armee Fraktion (RAF), um zu klären, inwiefern der Extremismus der RAF im Widerspruch zu den Überzeugungen der antiautoritären Bewegung steht.

  • Analyse des Gewalt- und Revolutionsbegriffs bei Rudi Dutschke im Kontext der Neuen Linken.
  • Untersuchung der extremistischen Merkmale in der Ideologie Dutschkes und der RAF anhand der Definitionen von Pfahl-Traughber.
  • Gegenüberstellung der Eskalationsstrategien und des Wandels vom Protest zum bewaffneten Kampf.
  • Reflexion der Kausalität zwischen der Studentenbewegung und dem nachfolgenden Terrorismus.
  • Einordnung der theoretischen Willkür voluntaristischer Konzepte als Basis für Gewalt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Theoretisches Fundament, Aktionsformen und das Verhältnis zu Gewalt bei Rudi Dutschke

Dutschkes Revolutionsbegriff teilt weitestgehend die Gesellschaftsanalyse der Neuen Linken, die sich auch unter seiner Mitwirkung Mitte der 1960er Jahre im Sozialistischen Deutschen Studentenverband (SDS) herausgebildet hat. Da der SDS als hauptsächliches Organisationsorgan der 68er-Bewegung gilt und Dutschke innerhalb der Organisation eine maßgebliche Rolle spielte, stehen seine Positionen im Zentrum der Analyse. Die neue Linke ist nicht als einheitliche Strömung zu betrachten, sondern scheidet sich an unterschiedlichen Fragen. Inneren Zusammenhang gewinnt sie aus der Ablehnung des Bestehenden. Im Folgetext wird mit „Neue Linke“ auf jene Ansichten der geistigen Bewegung referiert, die Rudi Dutschke aufgrund eigener Positionierungen zugeordnet werden können.

Der Geschichtsdeterminismus der klassischen Position bei Marx wird angesichts der Situation in der BRD der 60er-Jahre als überholt betrachtet. Marx ‚historischer Materialismus‘ sieht Revolution als unausweichlich, insofern dass die vom kapitalistischen System selbst produzierten Widersprüche sich zwangsläufig verschärfen und so zum unausweichlichen Kollaps des Systems führen, womit die Revolution ihren Ausgang nimmt. Der Gesellschaftsanalyse der Neuen Linken folgend ist dieses Moment nicht eingetreten. Die Bundesrepublik befindet sich im „Spätkapitalismus“, d.h. die systemimmanenten Krisen werden mittlerweile vom Staat getragen, der mittels immer größerer Unterstützung die Wirtschaft leistungsfähig hält. Der Monopolkapitalismus hat sich unterdessen vollendet, während die Produktionsmittel in privaten Händen bleiben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Ausgangslage der Sympathisantenszene für die RAF im Kontext der 68er-Bewegung und stellt die Forschungsfrage nach dem ideologischen Verhältnis.

2 Spielarten des Extremismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Extremismus anhand von Positiv- und Negativdefinitionen, insbesondere nach Pfahl-Traughber und Jesse, um Kriterien für die Analyse zu schaffen.

3 Gewalt als revolutionäres Mittel bei Dutschke und der RAF: Hier erfolgt die Kernanalyse, die den Revolutionsbegriff und die Gewaltauffassung Dutschkes sowie deren Adaption und Radikalisierung durch die RAF untersucht.

3.1 Theoretisches Fundament, Aktionsformen und das Verhältnis zu Gewalt bei Rudi Dutschke: Das Unterkapitel arbeitet Dutschkes voluntaristisches Geschichtsverständnis und seine Strategie der bewussten Provokation heraus.

3.2 Ideologische Selbstbegründung der RAF und Zusammenhänge mit Dutschke: Die Untersuchung legt dar, wie die RAF bestimmte Denkfiguren der APO übernimmt, diese jedoch durch eine kompromisslose Eskalationsstrategie und den bewaffneten Kampf revidiert.

4 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass, obwohl theoretische Gemeinsamkeiten bestehen, die RAF durch ihre drastischen Mittel und ihre spezifische Praxis in einen deutlichen Widerspruch zur ursprünglichen antiautoritären Bewegung gerät.

Schlüsselwörter

RAF, Rudi Dutschke, 68er-Bewegung, Politischer Extremismus, Neue Linke, Gewaltbegriff, Stadtguerilla, Studentenbewegung, Voluntarismus, Eskalationsstrategie, Revolution, Systemkritik, Anti-Imperialismus, APO, Baader-Meinhof-Komplex.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, in welchem ideologischen Verhältnis die Studentenbewegung der 68er um Rudi Dutschke zur Roten Armee Fraktion (RAF) steht und ob man von einem direkten Zusammenhang zwischen beiden Phänomenen sprechen kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Begriffe von Gewalt und Revolution, die Eskalationsstrategien der Außerparlamentarischen Opposition sowie die extremistischen Aspekte der Ideologien beider Gruppierungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu klären, inwiefern der Extremismus der RAF im Widerspruch zu den dominanten Überzeugungen der 68er-Bewegung steht.

Welche theoretische Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine ideengeschichtliche Vergleichsanalyse vorgenommen, die sich primär auf die Definitionen von politischem Extremismus nach Pfahl-Traughber und Jesse stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Positionen Rudi Dutschkes und legt dar, wie die RAF diese adaptiert, aber durch eine aggressive Praxis der "Offensivstrategie" in eine Richtung weiterentwickelt hat, die Dutschke in seinem ursprünglichen Konzept noch ablehnte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der RAF und Dutschke vor allem die Begriffe Stadguerilla, Voluntarismus, Systemkritik, Eskalationsstrategie und der extremistische Diskurs.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Gewalt bei Rudi Dutschke?

Die Arbeit stellt fest, dass Dutschke eine ambivalente Haltung einnimmt, die zwar die "Nadelstichpolitik" und Regelbrüche als Mittel zur Provokation befürwortet, jedoch in Deutschland einen bewaffneten Kampf als unangemessen und "individuellen Terror" als sinnlos betrachtete.

Welchen Schluss zieht die Arbeit bezüglich der Verantwortung Dutschkes für die RAF?

Die Arbeit resümiert, dass Dutschke nicht direkt als Verfechter für das gewaltsame Handeln der RAF verantwortlich gemacht werden kann, wenngleich seine voluntaristischen Theorien und sein Denkmuster einer gewissen "Machbarkeit von Geschichte" eine theoretische Basis boten, die von der RAF radikalisiert wurde.

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Detalles

Título
Der Extremismus der RAF und die dominanten Überzeugungen der 68er-Bewegung. Ein Widerspruch?
Subtítulo
Ein ideologischer Vergleich der Positionen Dutschkes mit der RAF
Universidad
University of Trier
Calificación
1,0
Autor
Fabian Fischbach (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
19
No. de catálogo
V1309652
ISBN (PDF)
9783346786883
ISBN (Libro)
9783346786890
Idioma
Alemán
Etiqueta
Dutschke 68er RAF Linksextremismus Linksradikalismus Extremismusforschung Antiautoritäre Bewegung Gewaltbegriff Revolution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fabian Fischbach (Autor), 2020, Der Extremismus der RAF und die dominanten Überzeugungen der 68er-Bewegung. Ein Widerspruch?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1309652
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