In der Arbeit wird erörtert, welche Auswirkungen sich bei dem Betrieb von länder- und kulturübergreifenden, modernen IT- und DV-Systemen ergeben. Da diese Systeme kein Selbstzweck sind, sondern wie kein anderes Arbeitsmittel im Unternehmen mit den Benutzern
interagieren, ergeben sich bei einer hohen Heterogenität des Benutzerkreises eine Vielzahl zu berücksichtigender Aspekte.
Grundlegende Randbedingungen der Internationalisierung (Kultur, Kommunikationsverhalten, gewähltes Internationalisierungskonzept der Geschäftsführung) werden den Problemstellungen unterschiedlicher Länder-Standards, der Akzeptanz und
Benutzerfreundlichkeit von Software, sowie den Aufgaben des IT-Managements gegenüber gestellt.
Eine notwendige und sinnvolle Berücksichtigung und wechselseitige Abhängigkeit kultureller Unterschiede mit der IT- und DV-Organisation wird anhand konkreter Beispiele aus der Praxis ergänzt und verdeutlicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der Internationalisierung
2.1 Begriff
2.2 Unterschiede zwischen Kulturen nach Kulturdimensionen
2.3 Interkulturelle Kommunikation
2.4 Internationalisierungskonzepte
3. IT- / DV-Organisation im Unternehmen
3.1 Begriff
3.2 Standardisierung und Technologien
3.3 Systeme und Anwendungen
3.4 Aufgaben des IT-Managements
4. Zusammenwirken von IT und Internationalisierung
4.1 Ausgangslage
4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
4.2.1 Modellvergleich
4.2.2 Direkte Abhängigkeiten
4.2.3 Praktische Auswirkungen
4.3 Nutzung von Synergien
4.4 Grenzen
5. Zusammenfassung und Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Internationalisierung auf die IT- und DV-Organisation von Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie moderne IT-Systeme mit kulturellen Unterschieden interagieren und welche Anforderungen sich für ein erfolgreiches IT-Management in einem globalisierten Umfeld ergeben, um eine sinnvolle Symbiose zwischen technologischer Standardisierung und kultureller Akzeptanz zu erreichen.
- Kulturelle Einflussfaktoren und ihre Relevanz für IT-Systeme
- Die Rolle der Informationstechnik im interkulturellen Management
- Wechselseitige Abhängigkeiten zwischen Organisationsstruktur und IT-Landschaft
- Einsatz des Diamant-Modells zur Analyse internationaler IT-Vorteile
- Praktische Herausforderungen bei der Implementierung globaler IT-Projekte
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Modellvergleich
Den Einstieg in die Diskussion der ersten These soll ein Vergleich von Eisberg- und ISO-OSI Modell liefern. Bemerkenswert ist, dass bei beiden Modellen, der „sichtbare“ Anteil wie Sprache, grafische und funktionale Gestaltung der Benutzeroberfläche (d.h. die Anwendungsschicht des ISO-Modells), nur einen geringen Teil am Gesamtsystem ausmacht. Dennoch bildet er die unmittelbare Schnittstelle zwischen Anwender und System. Im Gegensatz zum Benutzer, den die technischen Abläufe in der Regel nicht interessieren werden, muss das IT-System aber sehr wohl auf die „verborgenen“ Ebenen des Benutzers, dessen Herkunft, Kulturkreis und Arbeitsgewohnheiten abgestimmt sein. Um diese kulturellen Einflüsse auf die IT-Umwelt, nun systematisch darzustellen, werden die eingangs genannten Kulturdimensionen herangezogen.
„Machtdistanz“ als Ausmaß, in dem (soziale) Ungleichheit bzw. eine Ungleichverteilung der Macht in Institutionen akzeptiert wird, kann auf die hierarchischen Strukturen der IT- und DV-Organisation übertragen werden, sie ist in (relationalen) Datenbanken oder Dateisystemen sogar zwingend notwendig. Auch im Bereich der Benutzerverwaltung von Großrechnern (Mainframe, Unix) und Client/Server-Systemen kommt der Akzeptanz von Autoritäten eine große Bedeutung zu. Die Fähigkeit, sich diesen Restriktionen unterzuordnen und sich als User in IT-Strukturen einzufügen ist damit verbunden. Als Beispiel sei hier die Einarbeitung in ein bis dahin unbekanntes System genannt, oder die Bereitschaft, ungleiche Zugriffsrechte auf Dateien und Informationen innerhalb der Unternehmenshierarchie in Kauf zu nehmen.
„Kollektivismus vs. Individualismus.“ Als Beschreibung der Beziehung zwischen Individuum und Gruppe sind die Begriffe schon sprachlich erstaunlich nah an Computer-Terminologien angelehnt. Doch dies ist nicht die einzige Parallele. Ein individualistischer Hintergrund, in dem der Einzelne nur für sich selbst und seine engste Familie verantwortlich ist und soziale Netzwerke eher lose sind, wird es erschweren, sich auf Konzepte wie weltweite Vernetzung und synergetische Teamarbeit (Beispiel ist die Arbeit mit Plattformen wie dem Microsoft Share Point Portal Server) einzulassen. Mitarbeiter aus kollektivistischen Kulturen, durch starke gegenseitige Loyalität geprägt, können bei modernen IT-Collaboration-Prozessen und einer Arbeitsgruppen-Organisation darum im Vorteil sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs von der Informationstechnik in einer globalisierten Wirtschaft.
2. Grundlagen der Internationalisierung: Dieses Kapitel definiert Internationalisierung unter Berücksichtigung von Kulturdimensionen, interkultureller Kommunikation und strategischen Konzepten.
3. IT- / DV-Organisation im Unternehmen: Hier werden technische Grundlagen, Standardisierungsprozesse und die zentralen Aufgaben des IT-Managements zur Unterstützung betrieblicher Abläufe erläutert.
4. Zusammenwirken von IT und Internationalisierung: Das Kapitel analysiert die direkte Beziehung zwischen IT-Systemen und kulturellen Faktoren anhand von Modellen und praktischen Anwendungsbeispielen.
5. Zusammenfassung und Resümee: Der abschließende Teil betont die Notwendigkeit, bei IT-Einführungen kulturelle Bedürfnisse als strategischen Faktor zu begreifen, um eine erfolgreiche globale Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Interkulturelles Management, IT-Organisation, Datenverarbeitung, Kulturdimensionen, Mensch-Maschine-Kommunikation, Standardisierung, IT-Management, Unternehmenskultur, Globalisierung, Wissensmanagement, Technologietransfer, Software-Anpassung, Systemakzeptanz, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen der IT- und DV-Organisation eines Unternehmens und den Herausforderungen, die sich durch die Internationalisierung und damit einhergehende kulturelle Unterschiede ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Schwerpunkte sind die theoretischen Grundlagen der Internationalisierung, die technologische Standardisierung von IT-Systemen sowie die psychologischen und organisatorischen Aspekte der Mensch-Maschine-Interaktion im globalen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Ziel ist es, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass IT-Systeme nicht losgelöst von kulturellen Kontexten betrachtet werden dürfen, um Akzeptanzprobleme zu vermeiden und Synergieeffekte in internationalen Organisationen optimal zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse, verknüpft dabei kulturwissenschaftliche Modelle (z.B. von Hofstede) mit technischer IT-Infrastruktur-Logik und veranschaulicht die Thesen durch Praxisbeispiele und grafische Modellvergleiche.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Modelle zur Kultur und Kommunikation), die IT-Organisation (Systeme, Standardisierung, Managementaufgaben) sowie die direkte Verknüpfung beider Bereiche durch die Diskussion gemeinsamer Abhängigkeiten und praktischer Implementierungseffekte.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird stark durch Begriffe wie Interkulturelles Management, IT-Organisation, Kulturdimensionen und die wechselseitige Abhängigkeit zwischen menschlichem Nutzerverhalten und technischer Systemgestaltung geprägt.
Wie lässt sich die Rolle des IT-Managements bei der Internationalisierung zusammenfassen?
Das IT-Management fungiert als Bindeglied, das einerseits ökonomische Anforderungen an Standardisierung und Kosteneffizienz erfüllen muss, andererseits aber die kulturellen Besonderheiten der Nutzer bei der Systemimplementierung berücksichtigen muss, um den Erfolg der Prozesse sicherzustellen.
Welchen Stellenwert nimmt das "Diamant-Modell" in der Untersuchung ein?
Das Modell von Porter dient dazu, nationale Wettbewerbsvorteile von Ländern zu analysieren und auf IT-Strategien zu übertragen, um Standortvorteile innerhalb eines internationalen IT-Netzwerks zielgerichtet zu nutzen.
Warum wird im Dokument explizit auf das Beispiel der St. Patrick’s Day-Feier eingegangen?
Das Beispiel verdeutlicht, dass ein deutsches IT-Management bei internationalen Projekten kulturelle Besonderheiten (wie Feiertage in anderen Ländern) zwingend berücksichtigen muss, da Ignoranz gegenüber solchen "weichen Faktoren" zu erheblichen operativen Problemen bis hin zur Arbeitsverweigerung führen kann.
- Citation du texte
- Stefan Glusa (Auteur), 2007, Berücksichtigung der Internationalisierung in der IT- und DV-Organisation von Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130995